Negativ-Formulierungen
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In 4 Schritten: Positiv, höflich und verständlich formulieren
Darum geht es: Negative Formulierungen werden oft und gern benutzt, haben jedoch viele Haken: Sie sind missverständlich, unhöflich, demotivierend oder sogar ein Zeichen von Schwäche. Lesen Sie in diesem Beitrag, welche Nachteile Negativ-Formulierungen haben können und wie Sie bessere Ausdrücke finden.
Warum sind Negativ-Aussagen so populär?
Positive Formulierungen sind besser als negative – das hört man immer wieder. Was schwer fällt, ist die Umsetzung: Überall werden Sie verführt, negativ zu denken, zu reden und zu handeln:
- Erziehung
Schon in der Kindheit haben Sie gelernt, den Fokus auf das Negative zu richten. Auch heute noch bekommen Kinder Sätze wie „Hüpf nicht herum“ oder „Iss nicht mit offenem Mund“ zu hören. - Neid, Missgunst, falsche Bescheidenheit
Viele Menschen haben überzogene Ansprüche oder leiden unter falscher Bescheidenheit: „Das war nicht schlecht, aber …“ – „Das war doch nur Zufall.“ – „Der Urlaub war ganz nett, aber …“ - Angst
Wer unsicher ist, benutzt ebenfalls gern Negationen: Nicht unbedingt, nicht so gern, nicht dass ich wüsste. Dahinter verbirgt sich oft die Angst, Stellung zu bezie-hen und deutlich Ja oder Nein zu sagen. Stattdessen hält man sich lieber noch eine Hintertür offen. - Medieneinfluss
„Only bad news are good news“ – nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten. Die Medien sind voll mit Skandalmeldungen, denn sie bringen bessere Auflagen und Einschaltquoten als gute Nachrichten. Auch die Werbung befasst sich mit Missständen: der noch nicht erreichten Bikini-Figur, der überteuerten Versicherung und dem fehlenden Statussymbol. Sie lenkt die Aufmerksamkeit auf das, was der Konsument nicht hat, und schafft neue Bedürfnisse. - Gewohnheit
Negativ-Formulierungen sind im Alltag geläufig und selbstverständlich. Wie oft sagen oder hören Sie „Dafür kann ich nichts“, „Nicht dass ich wüsste“, „Das ist nicht meine Aufgabe“, „Kein Problem“? Das was Sie täglich hören ist Ihnen vertrauter und angenehmer als alternative Formulierungen. - Gemeinschaft
Jammern verbindet, man beschäftigt sich gern mit dem Negativen. Wenn alle klagen, dass die Geschäfte nicht mehr gut laufen, und Sie als Einzige(r) sagen, „bei mir läuft alles bestens“, sondern Sie sich von der Solidargemeinschaft ab. Viele Menschen haben jedoch Angst davor, sich abzusondern und ohne den Schutz der Masse zu sein.
Steigen Sie aus
Ein Coachee der Erfolgstrainerin und Buchautorin Sabine Asgodom (Greif nach den Sternen, Kösel-Verlag) berichtet: „Mein Erfolg begann, als ich aus dem Boot der jammernden Frauen ausgestiegen bin.“
Man muss zeitweise zum Verzicht auf Gemeinschaft bereit sein, wenn man sich weiterentwickeln möchte.
Heute sind die Nachteile von Negativ-Formulierungen bekannt. Allerdings kostet es Selbstdisziplin, die eigenen Sprachmuster zu erkennen und abzuändern. Schätzen Sie sich selbst ein: Aus welchen Gründen weichen Sie auf Negativ-Aussagen aus? In welchen Situationen fühlen Sie sich besonders dazu verleitet?
Wissen:
Negativ-Aussagen gehörten früher zum guten Ton
Früher gehörte es zum guten Ton, sich unpräzise und umständlich auszudrücken. Das galt besonders für Frauen, die ihre Meinung nicht oder nur indirekt äußerten. Widerspruch von Frauen wurde in der Öffentlichkeit nicht toleriert. Außerdem hob man sich mit komplizierten Formulierungen vom gemeinen Volk ab. Understatement in Form von Negationen war schick. Man sagte nicht „ich“, sondern „meine Wenigkeit“ und „das wäre mir nicht unlieb“ statt „ja gern“.
Das ist mit ein Grund, warum Negationen heute immer noch so weit verbreitet sind. Die Beschäftigung mit dem nicht Vorhandenen geht mit einer defizitären Wahrnehmung einher. Im Vergleich zu anderen Nationen sind wir Deutschen Spitze darin, Defizite zu entdecken, denn das haben wir gelernt: Im wunderschönen Urlaubshotel fällt uns zuerst auf, dass das Treppengeländer einen Neuanstrich vertragen könnte.
Sind die Löcher wichtiger als der Käse?
Wer Negativ-Formulierungen oft und gern verwendet, richtet den Blick auf das, was nicht ist, statt auf das, was ist. Er verhält sich wie jemand, der die Löcher, jedoch nicht den Käse sieht. Die Löcher kann es jedoch nur geben, wenn es auch einen köstlichen, aromatischen Käse gibt, der die eigentliche Aufmerksamkeit verdient.
Vorteile von Positiv-Formulierungen
Folgende Vorteile ergeben sich für Sie, wenn Sie Verneinungen durch Positiv-Aussagen ersetzen:
- Ihr Sprachstil verbessert sich: Wenn Sie klar, direkt und positiv formulieren, heben Sie sich von der Masse ab. „Das erledige ich gern für Sie“ klingt besser als die Floskel „kein Problem“. Wenn etwas „nicht unrealistisch“ ist, ist es „gut möglich“.
- Sie werden besser verstanden: Negativ-Formulierungen sind oft schwammig. Ist jemand „nicht gerade groß“, könnte er 1,60, 1,65 oder 1,70 Meter groß sein. Sagen Sie statt „nicht jetzt“ besser „in einer Stunde“ oder „um 17:00 Uhr“. So wissen Ihre Gesprächspartner, woran sie sind, und verstehen Sie sofort. Das ist höflich.
- Sie erreichen eher das, was Sie wünschen: Ihre Kommunikation wird zielgerichteter. Sagen Sie statt „Hör auf, dich durch die TV-Kanäle zu klicken“ besser: „Lass bitte die ABC-Sendung laufen.“ Das ist psychologisch sinnvoller. Sie erreichen Änderungen schneller und einfacher.
- Sie selbst fühlen sich besser: Positive Formulierungen wirken sich nicht nur auf die Zuhörer, sondern auch auf Sie aus. Ihnen geht es besser, wenn Sie den Käse und nicht nur die Löcher sehen. Sagen Sie: „das habe ich fürs erste Mal sehr gut gemacht“ statt „die anderen können das besser als ich“.
- Sie stärken Ihren Charakter: Sie drucksen nicht mehr herum, sondern äußern Ihre Meinung und Ihre Wünsche höflich, klar und deutlich. Statt „muss nicht sein“ sagen Sie „ja gern“ oder „nein danke“. Ihre Zuhörer merken, dass Sie eine starke Persönlichkeit sind.
Schritt für Schritt: Entrümpeln Sie Ihren Wortschatz
Schritt 1:
Wählen Sie eindeutige, verständliche Begriffe
Eine positive Formulierung ist verständlich. Zuhörer und Leser wissen sofort, worum es geht. Wolf Schneider (Medienpreis für Sprachkultur 1994) schreibt in seinem Buch „Deutsch für Kenner“:
„Ihrem Ursprung nach sind die Wörter ein Ja, eine Benennung des Vorhandenen: Löwe, Sonne, Feind! Mit solchen Zurufen muss die Sprache einst begonnen haben, und immer bedeuteten sie, dass da ein Löwe war, und nie, dass da kein Löwe gewesen wäre. Die Botschaft, die der Späher in die Höhle rief, wird kaum gelautet haben: ‚Keine Sonne!‘, sondern: ‚Regen!‘. Das nicht Vorhandene zu benennen oder das Vorhandene sprachlich zu verneinen, dazu bedurfte es einer Gehirnwindung mehr!“
Auch wenn wir mittlerweile genügend Gehirnwindungen besitzen, um Verneinungen zu verstehen, sind sie meistens nicht empfehlenswert.
Die Zeitschrift „Psychology today“ fand heraus: Der Durchschnittsmensch benötigt 48 Prozent mehr Zeit als bei einer bejahenden Aussage, um eine verneinende Formulierung zu verstehen.
Deutsche Sprache ist missverständlich
Das Wort „negativ“ ist doppeldeutig. Es drückt zum einen eine Verneinung aus, zum anderen bedeutet es, dass etwas schlecht bewertet wird. Im Hinblick auf Negierungen ist die deutsche Sprache oft zweideutig oder unlogisch.
Beispiel: Die Vorsilbe „un-“ bedeutet in der Regel, dass etwas nicht ist (unpraktisch, unvernünftig, unsittlich). Manchmal bedeutet sie jedoch drastische Zustimmung (Unmenge, Unmasse, Ungewitter). Außerdem gibt es Wörter, die ohne diese Vorsilbe überhaupt gar keine Bedeutung haben (unbeholfen, unbändig, Ungeziefer).
Wenn von „Unruhe“ die Rede ist, bleibt offen, ob Lärm oder Besorgnis/Nervosität gemeint sind. Und die „Untiefe“ hat laut Duden sogar zwei konträre Bedeutungen. Sie ist eine flache, seichte Stelle und eine sehr große Tiefe in einem Gewässer.
Sie merken: Verneinungen sind oft missverständlich, ihre Aussage ist unklar. Oft gibt es bessere Alternativen.
Prüfen Sie daher, ob Sie Negationen durch passende positive Formulierungen ersetzen können:
| statt | besser |
|---|---|
| unverhofft | überraschend, plötzlich |
| unvorsichtig | leichtfertig |
| unwahr | falsch, gelogen |
| unzertrennlich | miteinander verbunden |
| unbekleidet | nackt |
| unbewusst | instinktiv |
| Untiefe | seichte Stelle, tiefes Gewässer |
| nicht glauben | zweifeln |
| nicht erinnern | vergessen |
| nicht genug | knapp, kaum |
| nicht machen | sich weigern |
| nicht zulassen | verhindern |
Es geht nicht darum, Negationen gänzlich aus der Sprache zu eliminieren. Oft haben sie ihre Berechtigung. Negativ- Formulierungen sind mittlerweile jedoch so selbstverständlich, dass die positiven Alternativen oft vergessen werden.
Operation gelungen – Patient tot
Verzichten Sie auch auf Formulierungen, die etwas anderes suggerieren, als Sie eigentlich sagen möchten. Die Aussage „Das Ergebnis des Aids-Tests ist negativ“ ist Fachsprache: sachlich korrekt und dennoch verwirrend. Der Arzt sollte dem Patienten besser sagen: „Ich habe eine gute Nachricht für Sie. Sie haben kein Aids, sondern sind kerngesund.“
Knacken Sie doppelte Verneinungen
Besonders verwirrend sind doppelte Verneinungen. Sie wirken nicht nur aufgebläht, sondern sind meistens überflüssig. Wenn jemand sich etwas unter gar keinen Umständen nehmen lassen möchte, so will er es tun. Wer nicht unvermögend ist, ist wohlhabend.
Oft ist der Schreiber oder Redner mit seinen Gedankenkonstruktionen selbst überfordert. Wer dem Drogenverzicht abgeschworen hat, hat sich also für Drogen entschieden. Wer stattdessen einfach sagt „Ich bin gegen Drogen“, ist vor solchem Fauxpas sicher. Auch Aussagen wie „Nichts Genaues weiß man nicht“ und „null Bock auf gar nichts“ sind zwar geläufig, aber dennoch falsch.
Auch Prominente sind mit Verneinungen überfordert
„Ebenso wenig gibt es unter den Fraktionen dieses Hauses keine, die nicht friedenswillig oder friedensfähig wäre.“ (Richard Stücklen, ehemaliger Bundestagspräsident)
„Ich glaube, wir sind auf einem unumkehrbaren Weg hin zu Freiheit und Demokratie, aber das könnte sich ändern.“ (George Bush, derzeitiger US-Präsident)
Selbst Gotthold Ephraim Lessing (deutscher Dichter der Aufklärung, 1729 –1781) scheiterte einst, als er schrieb: „Wie wild er schon war, als er nur hörte, dass der Prinz dich jüngst nicht ohne Missfallen gesehen.“ (Gemeint war wahrscheinlich mit Wohlgefallen statt mit Missfallen.)
Fazit: Meiden Sie komplizierte Verneinungen. Sagen Sie klar und direkt, was Sie meinen. So schützen Sie sich selbst vor einem Fauxpas und beugen Missverständnissen vor. Höflichkeit bedeutet heute, sich so auszudrücken, dass der andere Sie sofort versteht.
Schritt 2:
Zeigen Sie Alternativen auf
Ein weiteres Manko von Negativ-Aussagen ist: Sie liefern keine Anregungen, ein Verhalten zu ändern, da sie keine Alternativen aufzeigen. Immer wenn Sie möchten, dass jemand sein Verhalten ändert, sollten Sie nicht nur über das sprechen, was Sie nicht wollen.
Geläufig sind solche Aufforderungen:
1. Hör endlich auf zu jammern.
2. Pass auf, dass du keinen Unfall baust.
3. Verschluck’ dich nicht.
4. Trink nicht so viel Wein.
5. Ärgere den Hund nicht.
6. Komm nicht schon wieder zu spät.
Ein Nein oder ein Nicht versteht das Gehirn jedoch nicht, weil es in Bildern denkt. Wenn man Sie auffordert, nicht an grüne Tomaten zu denken, was sehen Sie dann vor Ihrem geistigen Auge? Das Gehirn speichert genau das Falsche ab: grüne Tomaten, jammern, Unfall, verschlucken …
Wenn Sie also möchten, dass jemand etwas nicht mehr macht, sollten Sie ihm Alternativen aufzeigen. Sagen Sie statt „Hör auf, an grüne Tomaten zu denken“ besser „Denk an rosa Meerschweinchen“.
Sagen Sie besser:
1. Überlege, was du ändern kannst.
2. Konzentriere dich auf die Straße, und mach die Musik aus.
3. Kaue langsam, und genieße das Essen.
4. Trink mehr Mineralwasser.
5. Spiel mit den Bauklötzen.
6. Fahr pünktlich um 18:00 Uhr los, damit du spätestens um 20:00 Uhr bei mir bist. Hör bitte vorher noch den Verkehrsfunk ab. Wenn Staus angekündigt werden, nimmst du am besten die Bahn.
Solche Formulierungen sind psychologisch geschickt – nicht nur in der Kindererziehung. Auch bei Erwachsenen erreichen Sie mehr, wenn Sie positiv formulieren. Das Wort „nicht“ ist als solches unbeliebt. Zuhörer und Leser wollen erfahren, was ist und nicht, was nicht ist. Je besser Sie dieses Bedürfnis erfüllen, desto mehr wird Ihr Wort geschätzt.
Richtig verärgert reagieren Kunden, wenn sie zu hören bekommen:
1. Das kann ich Ihnen nicht sagen.
2. Da bin ich nicht der richtige Ansprechpartner.
3. Das geht nicht.
4. Herr Boss ist jetzt nicht zu sprechen.
5. Das klappt nicht mehr.
6. Da kann ich Ihnen nichts versprechen.
Sagen Sie besser:
1. Ich frage bei unserem Spediteur nach, wo Ihre Lieferung bleibt. Darf ich Sie zurückrufen?
2. Dafür ist Frau Kundig zuständig. Ich stelle Sie zu meiner Kollegin durch.
3. Unsere Preise sind so kalkuliert, dass wir einen Reparatur- Service innerhalb von 14 Tagen anbieten können. Gegen einen Aufpreis von X € können wir Ihr Gerät auch bis übermorgen reparieren.
4. Herr Boss ist ab 15:00 Uhr wieder zu erreichen. Soll ich ihm etwas ausrichten?
5. Das Modell „AmexG3“ ist ausverkauft. Das Nachfolgemodell „AmexG4“ ist seit Anfang der Woche zu haben und noch viel fortschrittlicher …
6. Das ist möglich, sobald das neue EDV-Programm fertig ist. Wann das sein wird, hängt davon ab, wie schnell die EDV-Firma die Programmierung abschließen kann. Ich halte Sie gerne auf dem Laufenden.
Schritt 3:
Formulieren Sie motivierend
Nein-Aussagen können demotivieren. Oft erreichen Sie damit genau das Gegenteil von dem, was Sie eigentlich wollen.
Beispiel: Eine Mutter ärgert sich darüber, dass ihr Kind schlecht Kopfrechnen kann. Sie sagt: „Mathe ist eben nichts für dich, das kannst du nicht.“ Damit bekräftigt sie das Kind in der Vorstellung, dass es zu dumm dafür ist. Motivierend ist stattdessen folgende Aussage: „Du kannst logisch denken und hast eine schnelle Auffassungsgabe. Kopfrechnen ist Konzentrationssache. Das nächste Mal üben wir am Wochenende, wenn du ausgeruht bist. Jetzt ist der Zeitpunkt schlecht.“
Wie oft hören oder sagen Sie Folgendes?
1. Das kannst du nicht.
2. Werden Sie es denn niemals lernen?
3. Ich habe schon wieder versagt.
4. Das schaffe ich niemals.
5. Das kann jeder andere besser als Sie.
6. Du bist zu blöd dafür.
Mit solchen Formulierungen sabotieren Sie sich selbst. Sie wollen ja, dass Ihr Kind gut in der Schule ist, Ihr Ehepartner sich ändert, dass Sie die Prüfung bestehen. Verzichten Sie daher auf solche Aussagen. Wenn jemand Sie anfeindet, stellen Sie das sofort richtig. Beispiele:
1. Schon möglich, dass Sie zurzeit mehr Erfahrung haben. Lernen macht mir Spaß. Schon bald kann ich die Maschine auch allein bedienen.
2. Ich mache Fortschritte. Ich spreche schon viel besser Spanisch als vor zwei Monaten.
3. Jeder macht einmal Fehler. Das nächste Match gewinne ich wieder.
4. Ich schaffe das. Ich will das schaffen.
5. Andere mussten das auch lernen. Ich habe Zeit, Geduld und Ausdauer. Bald kann ich das genauso gut wie alle anderen – wenn nicht noch besser.
Tipp: Wann Nein-Aussagen positiv sind
Nein-Aussagen sind dann legitim, wenn Sie damit die Aufmerksamkeit auf etwas Positives lenken. Etwa: „Das ist so nicht ganz richtig“ statt „das ist falsch“. „Da kann ich nur zum Teil zustimmen“ ist besser als „da muss ich widersprechen“. „Sie haben das Ziel noch nicht erreicht“ ist motivierender als „Sie haben das Ziel verfehlt“.
Mit Wörtern wie „richtig“, „zustimmen“ und „erreicht“ finden Sie eher einen Konsens als mit „falsch“, „widersprechen“ und „verfehlt“.
Schritt 4:
Verzichten Sie auf „Weichmacher“
Verneinungen sind sinnvoll, wenn sie – wie im Kasten zuvor beschrieben – die Kommunikation fördern. Meistens werden Nein-Aussagen jedoch benutzt, um Entscheidungen oder Stellungnahmen auszuweichen. In solchen Fällen sind sie ein Zeichen von Schwäche.
Nein-Aussagen, die die Verständigung nicht fördern
- „Möchtest du noch bleiben?“ – „Nicht wirklich.“
- „Möchten Sie den Bericht vorher sehen?“ – „Nicht unbedingt.“
- „Sollen wir vorher noch einmal proben?“ – „Muss nicht sein.“
- „Wie finden Sie diese Idee?“ – „Nicht schlecht.“
Bekennen Sie Farbe mit folgenden Antworten: Ja gerne, nein danke, das ist überflüssig, es hat mir gefallen, der Einfall ist genial.
Verkneifen Sie sich Weichmacher ebenfalls, wenn Sie damit Ihre eigenen oder die Leistungen anderer abschwächen:
- „Das war kein Können, sondern nur Zufall.“
- „Das hätte doch jeder gekonnt.“
- „Das war nicht schlecht, aber …“
- „Nicht zu verachten, allerdings …“
- „Nichts für ungut, aber …“
Auch solche Aussagen zeigen, dass man neidisch oder nicht besonders selbstbewusst ist. Höflich ist, jedem die Anerkennung zukommen zu lassen, die er verdient.
Im Praxistest auf der nächsten Seite finden Sie typische Negationen. Indem Sie diese umformulieren, festigen Sie Ihr neues Wissen und finden eigene Alternativen, es besser zu machen.
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