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Rhetorik-Tipps

Reden-Tipps: Geschickte Formulierungen und souveräner Auftritt für eine gelungene Rede

Wer eine Rede halten soll, ist immer mit der Herausforderung konfrontiert, die Aufmerksamkeit des Publikums für sich zu gewinnen. Unabhängig davon, ob es sich um einen privaten oder beruflichen Rahmen, um fünf oder 500 Zuhörer handelt – stets gilt es, sich durchzusetzen gegen Hintergrundgeräusche oder ablenkende Elemente, vom flackernden Bildschirm bei der Präsentation bis zum Babygeschrei bei der Taufe des Enkels, und zugleich dem Publikum die eigene Botschaft möglichst unterhaltsam und plausibel zu vermitteln.

Ist man das Reden nicht gewohnt, ist Nervosität meist vorprogrammiert. Doch auch ungeübte Redner haben die Möglichkeit, Tipps und Tricks von Profis zu berücksichtigen, sich dadurch selbst ein Stück weit zu beruhigen und das Publikum mit einem spannenden Vortrag zu unterhalten.

Die Tipps, die man beachten sollten, beziehen sich dabei auf unterschiedliche Ebenen. Zum einen kann der Redner seinen eigenen Auftritt optimieren, indem er bewusst etwa an seiner Körpersprache arbeitet oder dem Lampenfieber aktiv entgegenwirkt. Zum anderen entfaltet eine Rede umso größere Wirkung, je besser sie vorbereitet und je schlüssiger sie strukturiert ist. Sowohl Inhalt und Aufbau der Rede als auch die Art und Weise, wie sie vorgetragen wird, spielen somit eine wichtige Rolle.

Tipps zur Vorbereitung: Inhalt und Aufbau einer guten Rede

Auf eine Rede vorbereiten

Im Fokus der Rede ist die Kernbotschaft © Shift Drive – Shutterstock

Wer sich auf einen Vortrag vorbereitet, sollte sich zunächst damit auseinandersetzen, welche Botschaft er senden möchte – und warum diese Botschaft für das Publikum relevant ist. Um die Kernthesen herum sollte man möglichst nachvollziehbare Argumente oder anschauliche Beispiele bauen – umrahmt von einem gelungenen Einstieg und einem befriedigenden Schluss.

Um am Anfang der Rede die Aufmerksamkeit des Publikums zu gewinnen, empfiehlt es sich beispielsweise, bereits in der Einleitung mit Anekdoten, rhetorischen Fragen oder auch humorvollen Beispielen zu arbeiten. Diese sollten der Situation und dem Redeanlass angemessen und möglichst auf die Zuhörerschaft abgestimmt sein. Die folgende eigentliche Argumentationslinie sollte man in klaren Worten und strukturierten Punkten vortragen.

Viele Menschen neigen dazu, innerlich abzuschalten, wenn sie der Inhalt des Gehörten nicht anspricht – oder sie ihm nicht folgen können, weil die Sätze zu lang oder zu kompliziert sind. Grundsätzlich sollte die Sprache in Stil und Niveau für den jeweiligen Anlass sowie das erwartete Publikum passend gewählt werden. Je einfacher Wortwahl und Satzbau, desto leichter fällt es in der Regel, dem Gesagten zu folgen. Lang verschachtelte Sätze, die in Schriftform Eindruck schinden können, eignen sich bei mündlichen Vorträgen dagegen weniger: Am Ende angekommen wird sich kaum ein Zuhörer noch an den Satzanfang erinnern können, die Aussagekraft verliert dadurch an Wirkung.

Auch zu Finessen der Rhetorik, etwa einem gelungenen Rahmen von Anfang und Ende, passenden Metaphern, zielführenden Suggestivfragen, passenden Grußworten oder der Vermeidung negativer Formulierungen gibt es Hilfestellungen im Internet. Diese Hinweise können in der Vorbereitungsphase dabei helfen, den Vortrag aufzulockern oder eine fesselnde Rede auszuarbeiten, die das Publikum garantiert in ihren Bann ziehen wird.

Gerade bei offiziellen Anlässen wie Ehrungen, Antrittsreden, Grußworten und dergleichen empfiehlt es sich zudem, sich über mögliche protokollarische Reihenfolgen oder spezifische Gepflogenheiten zu informieren. Wer darüber hinaus externe Profis zu Rate ziehen möchte, kann auch auf Angebote wie virtuelle Reden-Berater zurückgreifen.

Wie ein guter Vortrag gelingt: Musterreden, Tipps und Zeitmanagement

Wer unsicher ist im Aufbau seiner Rede, findet Hilfe im Internet. Hier gibt es gute Ideen für Reden und Anregungen, Vorlagen und Musterreden, zum Teil auch zum Download, abgestimmt auf Anlass und Publikum, die ein Grundgerüst liefern und den eigenen Vorstellungen entsprechend angepasst werden können. Zudem sollten sich gerade Redner, die noch nicht über eine gewisse Routine verfügen, Zeit nehmen, um die Rede vorzubereiten: Inhalte sammeln, Argumentationslinien skizzieren, geeignete Beispiele oder Anekdoten finden, einen guten Einstieg und einen sinnvollen Schluss formulieren, das Ganze zu Papier bringen und im besten Fall auch noch üben braucht einige Stunden Zeit.

Apropos Zeit: Eine gelungene Rede verlangt ein gutes Zeitmanagement, sowohl im Hinblick auf die Ausarbeitung des Textes und die individuelle Vorbereitung des Redners als auch hinsichtlich der vorgesehenen Redezeit als solcher. Gibt es eine Zeitvorgabe, sollte diese möglichst exakt eingehalten werden – hier empfiehlt es sich, den Vortrag mit einer Stoppuhr zu üben. Fällt der Entwurf zu kurz aus, können weitere Argumente, unterhaltsame Anekdoten oder anschauliche Beispiele eingebaut werden. Wird der vorgegebene Zeitrahmen hingegen überschritten, sollte gezielt nach Kürzungsoptionen gesucht werden: Welcher Satz lässt sich ohne inhaltliche Verluste streichen? Geht es eventuell auch ohne konkretes Beispiel oder lässt sich die Anekdote kürzer formulieren?

Doch auch oder gerade dann, wenn es keine externe zeitliche Limitierung gibt, sollte der Redner darauf achten, den Bogen nicht zu überspannen. Alles Relevante sollte man unterbringen, inhaltlichen Kernaussagen sollte dabei mehr Raum zustehen, als auflockernden Anekdoten. Rahmengeschichten, die eher der Unterhaltung des Publikums dienen, sollten präzise und prägnant, nicht aber zu ausschweifend formuliert werden, sonst wird es schwer, den Bogen zum eigentlichen Thema zurück zu schlagen. Versetzen Sie sich im Zweifelsfall in die Lage des Zuhörers und berücksichtigen Sie stets die goldene Regel: In der Kürze liegt die Würze.

Sie können sich auch den Reden Download zu nutze machen.

Medieneinsatz: Tipps zum Richtigen dosieren

Besteht die Möglichkeit zum Einsatz von Medien, kann sich dies als Fluch oder Segen erweisen: Idealerweise sollten Flipcharts, Präsentationen, kurze Filme oder Bilder den Vortrag unterstützen, ohne von seinem Inhalt abzulenken. Sie sollten also stets zum gerade Gesagten passen, dabei aber nicht überladen oder überflüssig wirken. Gerade zum Einstieg kann man Medien oder Präsentationen als Blickfang gestalten, denn dieser generiert die Aufmerksamkeit und das Interesse bei den Zuhörern.

Anregungen und Tipps, wie Präsentationen mit Flipchart, etwa im beruflichen Kontext besser gelingen – allgemein oder auch internationale Präsentationen vor ausländischen Gästen – finden Sie ebenfalls auf dieser Webseite.

Als Redner souverän auftreten

Wer seine Zuhörer von bestimmten Inhalten überzeugen will, etwa als Berufspolitiker, kann zudem auf psychologische Tricks zurückgreifen – die sowohl rhetorisch als auch durch Körpersprache wie etwa Blickkontakt funktionieren. Wer die Augen über sein Publikum schweifen lässt oder auch kurzen, direkten Blickkontakt mit einzelnen Personen im Zuhörerraum herstellt, wirkt selbstbewusst, souverän und somit überzeugender. Schauen Sie hingegen in die Luft, auf den Boden oder starren Sie auf das Manuskript, haben Sie es schwer, das Publikum für sich zu gewinnen.

Nicht nur rhetorische Kniffe bei der Ausarbeitung und Formulierung der Rede sind entscheidend für deren Wirkung. Die beste Rede auf dem Papier nützt nichts, wenn der Redner nicht in der Lage ist, sie souverän vorzutragen. Wer unruhig wirkt, zu schnell oder zu langsam, zu laut oder zu leise spricht, lenkt die Aufmerksamkeit seines Publikums ungewollt auf diese Begleiterscheinungen. Der eigentliche Inhalt des Gesagten bleibt weniger gut in Erinnerung.

Um diesen Effekt zu vermeiden und selbst weniger nervös zu sein, gibt es neben Rhetoriktipps zum Redenschreiben auch zahlreiche Hilfestellungen für Redner, um die Herausforderung gelassen anzugehen. Dabei kann es hilfreich sein, sich zunächst in die Zuhörerrolle einzudenken: Welche Eigenschaften, welches Auftreten hatten Redner, denen man selbst gebannt gelauscht hat – und was hat sie unterschieden von Rednern, von denen man sich gelangweilt abgewandt hat? Denken Sie dabei auch an Vorträge von berühmten Redner wie Konzernchefs oder Spitzenpolitikern. Oftmals sind diese komplett oder auszugsweise online abrufbar. Reden-Profis nutzen sie als anschauliche Beispiele für besonders Erfolg versprechende Details und analysieren den Aufbau Stück für Stück.

Redner-Knigge Fallstricke

Der Redner-Knigge hilft Fallstricke in der Rede zu kennen und zu vermeiden © Elnur – Shutterstock

Der Redner-Knigge kann dabei helfen, typische Fallstricke bereits vorab zu erkennen und etwaige Rednerpannen zu vermeiden, indem sich der Redner im Vorfeld damit auseinandersetzt und Strategien verinnerlicht, wie er auf Unvorhergesehenes souverän reagiert, vom umfallenden Wasserglas über das eigene Blackout bis hin zur streikenden Technik.

Tipps zur Entspannung und Selbstsicherheit: Man kann es üben

Die Präsenz auf der Bühne, selbstsichere Ausstrahlung, Charisma, Souveränität – all das zeichnet starke und überzeugende Redner aus. Wer über entsprechende Eigenschaften für eine charismatische Rede nicht von Haus aus verfügt, muss jedoch nicht verzagen, sondern kann sich diese ganz gezielt antrainieren.

Entspannungstipps und Atemtechniken können den Körper vor dem Auftritt beruhigen, der Einsatz von Hilfsmitteln – etwa medialer Präsentationstechniken oder auch eines Rednerpults – kann die Hände beschäftigen. Spontane Schlagfertigkeit in unvorhergesehenen Situationen, beispielsweise bei Zwischenrufen oder technischen Problemen, lässt den Redner souverän wirken und bringt ihm womöglich zusätzliche Sympathiepunkte beim Publikum.

All das lässt sich trainieren, ob allein oder im Tandem mit einem Testhörer, der weitere wertvolle Tipps und Hinweise geben kann. Letztlich ist es vor allem die Übung, die aus einem anfänglich unsicheren einen überzeugenden Redner machen kann – Facebook-Chef Mark Zuckerberg liefert hierfür ein anschauliches Beispiel. Bestimmte Phrasen lernte er auswendig – und je öfter er sie bei verschiedenen Anlässen wiederholte, desto selbstsicherer wirkte er dabei.

Doch auch ohne das Coaching von Kommunikationsprofis, das ein Unternehmenschef wie Zuckerberg zwangsläufig durchläuft, kann es gelingen, die eigenen rhetorischen Fähigkeiten zu verbessern und die anstehende Rede zu einem Erfolgserlebnis zu machen, das auch den Zuhörern noch lang im Gedächtnis bleibt.

Redaktion redenwelt.de

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