Rhetorik-Tipps

Medieneinsatz bei Reden: Diese 6 Hilfsmittel unterstützen Ihren Vortrag

Ein guter Vortrag lebt vom Redegeschick des Vortragenden, einer ansprechenden Aufbereitung der Inhalte und einer lebhaften Vortragsweise. Natürlich ist auch der Inhalt wichtig. Entscheidend ist aber, wie dieser vermittelt wird – etwa durch Medieneinsatz. Für einen anschaulichen Vortrag gibt es verschiedene Medien, derer sich Redner bedienen können.

Diese Medien können Sie für einen Vortrag nutzen

Whiteboard Einsatz bei Reden und Vorträgen

Ein Whiteboard ist ein beliebtes Werkzeug bei Reden © Undrey – Shutterstock

  1. Präsentationsfolien mittels Laptop und Beamer
  2. Videos oder Fotos mittels Laptop und Beamer oder Fernseher
  3. Overhead-Projektor
  4. Tafel oder Whiteboard
  5. Moderationswand oder Pinnwand
  6. Arbeitsblatt oder Handout

Auch Flipcharts sind eine weitere Möglichkeit, ihren Vortrag zu unterstützen. Generell helfen Ihnen all diese Medien dabei, Inhalte zu visualisieren und festzuhalten. Für die Zuhörer wird der Vortrag dadurch erlebbarer, das Gehörte bleibt besser im Gedächtnis. Die verschiedenen Medien haben individuelle Vor- und Nachteile. Nicht jedes Medium ist für jeden Vortrag gleich gut geeignet. Schließlich hängt es immer vom Thema und auch dem Rahmen des Vortrags ab. Deshalb sollte man vorher klären, um welche Art es sich handelt:

  • Seminar
  • Workshop
  • Gruppenarbeit
  • Rede vor der gesamten Firma
  • Präsentation von Ergebnissen
  • Arbeitsmeeting

Redner können für ihren Vortrag auch dein Einsatz mehrerer Medien in Betracht ziehen. Schließlich kann auch eine Kombination Sinn machen, wie zum Beispiel ein Vortrag mit der Hilfe einer Powerpoint-Präsentation und einem ergänzenden Handout. Oder die Arbeit mit Flipcharts und Videos. Sie sollten alle diese Medien jedoch nur dann einsetzen, wenn sie wirklich einen Mehrwert bringen. Nur aus Prinzip mit Medien zu arbeiten ist nicht sinnvoll. Außerdem sind vorherige Übungen mit den Medien eine gute Idee – dadurch gelingt der Medieneinsatz sicher und fehlerfrei.

1. Vortragen mit Präsentationsfolien

Präsentationsfolien erstellt zum Beispiel mit Powerpoint sind ein Klassiker und kommen häufig im beruflichen Umfeld zum Einsatz.

Vorteile Präsentationsfolien:

  • Sie dienen der Visualisierung von Inhalten und erleichtern die Aufnahme von Informationen für das Publikum.
  • Man kann sie gut vorbereiten, dienen Rednern als roter Faden durch ihren Vortrag und man kann sie bequem durchklicken.
  • Informationen, Diagramme, Grafiken etc. kann man gut darstellen.

Nachteile Präsentationsfolien:

  • Sie funktionieren nur dann, wenn auch die Technik mitmacht. Fehlende Kabel, die fehlende Kompatibilität mit dem entsprechenden Beamer oder eine fehlende Stromversorgung machen die Präsentationsfolien schnell zunichte.
  • Folien darf man nicht überladen und dürfen nicht das Gesagte abbilden. So würden sie ihren Zweck verfehlen.

2. Videos und Fotos zur Unterstützung von Vorträgen

Videos und Fotos kann man in eine Präsentation integrieren, sie können aber auch als einzelne Medien ergänzend zu einem Vortrag über einen Laptop oder Fernseher gezeigt werden. Redner können ein Video als Aufhänger nutzen und darauf ihren Vortrag einbauen oder ihre Rede parallel zu einer Fotopräsentation halten. Entscheidend ist, dass der Bezug von Bild und Vortrag immer gegeben sein muss. Andernfalls verfehlen diese Präsentationsmedien ihren Zweck.

Vorteile Videos und Fotos:

  • Videos veranschaulichen Informationen sehr eindringlich und aus die Kombination von bewegtem Bild, Sprache und gegebenenfalls Musik bleiben sie den Zuhörern gut im Gedächtnis.
  • Fotos prägen sich ebenfalls gut ein und können einen Vortrag begleiten. Auf Basis der Fotos kann die Rede gehalten werden, die auf die Bilder eingeht und dadurch authentischer wird. Auch größere Objekte können so gut dargestellt werden.

Nachteile Videos und Fotos:

  • Während ein Video läuft, können Redner nicht sprechen – außer das Video läuft ohne Ton und der Redner begleitet mit seinen Worten das zu Sehende.
  • Weder Fotos noch Videos können spontan in einen Vortrag integriert werden, sondern müssen vorbereitet werden, was aufwändig sein kann. Die Bilder können die Zuhörer ablenken, weshalb Redner ihre Reaktionen auf die Bilder immer im Blick halten sollten.

3. Klassisch, aber praktisch: Präsentieren mit Overhead-Projektor

Overhead-Projektoren sind in Zeiten von computerbasierten Vorträgen etwas aus der Mode gekommen. Dennoch kennt sie wohl jeder noch aus seiner Schulzeit und auch in Seminarräumen oder anderen Bildungseinrichtungen abseits von Schulen kommen sie zum Einsatz. Auf den Overhead-Projektor können Sie Folien legen, die Sie entweder schon am Computer vorbereitet haben oder die während des Vortrags live von Ihnen beschriftet werden.

Sie können die Aussage Ihres Vortrags unterstützen, wichtige Punkte festhalten oder mit kleinen Grafiken verdeutlichen. Da der Blick normalerweise von links nach rechts geht, sollten die wichtigsten Informationen links oben auf der Folie festgehalten werden. Im unteren Bereich nimmt die Aufmerksamkeit etwas ab.

Vorträge mit Overhead-Projektoren als Medieneinsatz sind besonders für größere Gruppen von bis zu 200 Personen geeignet.

Vorteile Overhead-Projektor:

  • Folien können vorbereitet und dennoch erst schrittweise enthüllt werden, indem Sie ein Blatt Papier auf den zu verdeckenden Teil legen.
  • Die Beschriftung der Folien ist sowohl im Vorfeld per Computer als auch spontan mit Stiften möglich, was den Vortrag dynamisch macht.
  • Auf bereits vorbereiteten Folien können während des Vortrags mit einem Stift noch Ergänzungen vermerkt werden.
  • Sie können mehrere Folien übereinanderlegen, um zum Beispiel einen aufgezeichneten Prozess Schritt für Schritt deutlich zu machen.
  • Indem Sie mit dem Finger auf die Folie tippen, können Sie ganz einfach auf einzelne Punkte zeigen, da ihr Schatten an die Wand übertragen wird.
  • Mit einem Overhead-Projektor haben Sie Ihr Gesicht immer dem Publikum zugewandt.

Nachteile Overhead-Projektor:

  • Die Folien können live nur mit speziellen Folienstiften beschrieben werden.
  • Je nach Einstellung des Projektors sind die Folien verzerrt oder nicht gut lesbar.
  • Die Lampe des Overheadprojektors kann durchbrennen.
  • Eine Projektionsfläche muss vorhanden sein.
  • Sie müssen lesbar und groß schreiben, damit jeder das Projizierte lesen kann.
  • Bei hellem Sonnenlicht kann die Lesbarkeit eingeschränkt sein.

4. Tafel oder Whiteboard zur Unterstützung Ihres Vortrags

An ein Whiteboard, eine Tafel oder ein Flipchart können Sie während Ihres Vortrags schreiben oder zeichnen und wichtige Punkte festhalten. Für eine Tafel benötigen Sie Kreide, für ein Whiteboard spezielle Stifte. Beides muss im Vorfeld besorgt werden, andernfalls können Sie diese Medien nicht nutzen.

Überlegen Sie sich im Vorfeld, wie Sie das Whiteboard bzw. den Flipchart Medieneinsatz verwenden und beschriften wollen. Überladen Sie es nicht mit Informationen. Schreiben Sie nicht in ganzen Sätzen, sondern in Stichpunkten. Beschränken Sie sich auf das Wesentliche, da Ihr Platz nur begrenzt ist. Ebenfalls wichtig: Achten Sie auf eine ordentliche und leserliche Schrift.

Vorteile Tafel oder Whiteboard:

  • Sie können verschiedenfarbige Stifte einsetzen, was der Gliederung und Vermittlung wichtiger Botschaften nützt.
  • Sie können ein Whiteboard oder eine Tafel auch als Klebefläche nutzen, um dort Karten, Bilder oder Plakate anzuheften.
  • Wenn Sie sich verschrieben haben, können Sie es einfach wegwischen.
  • Das langwierige Vorbereiten von Präsentationsfolien am Computer entfällt.
  • Sie können mit einem Whiteboard oder einer Tafel spontan agieren und auch das Publikum mit einbeziehen.
  • Ideen und Aussagen können schrittweise entwickelt werden, Prozesse können sich dynamisch im Laufe des Vortrags aufbauen.

Nachteile Tafel oder Whiteboard:

  • Der Platz ist begrenzt. Bei einem vollen Whiteboard muss bereits Geschriebenes weggewischt werden, um Platz für Neues zu machen.
  • Das Schreiben auf einer horizontalen Fläche kann ungewohnt sein.
  • Ihre Schrift muss groß und leserlich sein.
  • Es besteht die Gefahr, dem Publikum beim Schreiben den Rücken zuzuwenden, was unhöflich wirkt.
  • Durch die feste Montage einer Tafel an einer Wand, wird die Sitzordnung im Raum vorbestimmt und kann nicht flexibel gestaltet werden.

5. Ideen sammeln mit Moderations- oder Pinnwand als Medieneinsatz

Medieneinsatz Pinnwand

Vorteile und Nachteile einer Pinnwand bei der Nutzung als Medieneinsatz © Alexander_Borisenko – Shutterstock

Der Einsatz einer Moderations- oder Pinnwand eignet sich besonders gut für Gruppenarbeiten mit bis zu 25 Personen. Die Ergebnisse können für alle Personen transparent gemacht und übersichtlich aufbereitet werden. Moderationstafeln sind mit Kork, Filz oder Papier bezogen. Karten, Papier oder andere Elemente können mit Stecknadeln daran befestigt werden. Meist sind die Tafeln beidseitig verwendbar, was für Brainstorming und die Präsentation von Ergebnissen nützlich ist. So können auf einer Seite die Brainstorming-Ideen zum Beispiel ungeordnet angepinnt werden und auf der anderen Seite dann in konkrete Ergebnisse gegliedert werden. Es gibt auch beschreibbare Moderationstafeln. Diese ähneln aber eher einem Whiteboard oder Flipchart.

Vorteile Moderations- oder Pinnwand:

  • Informationen kann man schrittweise sammeln und aufbauen.
  • Auch komplexe Zusammenhänge kann man übersichtlich darstellen.
  • Die Karten kann man jederzeit flexibel verschieben und umpinnen.
  • Sehr dynamische Arbeitsweise.
  • Sehr interaktive Kommunikation möglich: Man kann die Teilnehmer in die Prozesse mit einbinden, die Moderationstafel kann zum Ort der Begegnung werden, an dem man Ideen und Ergebnisse diskutiert.

Nachteile Moderations- oder Pinnwand:

  • Die Moderations- beziehungsweise Pinnwände sind meist sperrig und schlecht zu transportieren
  • Nicht für große Gruppen geeignet.
  • Nicht für reine Vorträge geeignet – ein Wunsch nach gemeinsamer Ergebnisfindung muss durch den inhaltlichen Rahmen vorgegeben sein.
  • Hoher Papierverbrauch.
  • Bei beschreibbaren Tafeln ist eine ordentliche Schrift notwendig.

6. Arbeitsblatt oder Handout zur eigenständigen Nachverfolgung des Vortrags als Medieneinsatz

Ein Arbeitsblatt oder Handout dient eher dazu, die Ergebnisse eines Vortrags noch einmal zusammenzufassen und nach der Veranstaltung verfügbar zu halten. Optimalerweise wird das Handout auch erst im Anschluss an eine Rede ausgeteilt, da die Gefahr groß ist, dass sonst keiner mehr zuhört. Dennoch kann der Einsatz eines Handouts einen Vortrag natürlich auch begleiten und wer keine Möglichkeit hat mit technischen Hilfsmitteln wie Präsentationen mit Powerpoint oder einem Overhead-Projektor zu arbeiten, kann diese klassische Papier-Variante wählen.

Vorteile Arbeitsblatt oder Handout:

  • Gut vorzubereiten.
  • Kann man einfach vervielfältigen und ist für jeden zugänglich.
  • Die Inhalte finden Wiederverwendung.
  • Das Handout bietet eine gute Gedächtnisstütze, um die Inhalte eines Vortrags auch nachträglich noch verfügbar zu haben.
  • Mit einem Stift kann sich jeder im Publikum eigene Notizen auf dem Handout machen (wenn es denn schon vor dem Vortrag ausgeteilt wird).

Nachteile Arbeitsblatt oder Handout:

  • Das Arbeitsblatt ist nur eine Ergänzung zum Vortrag, ohne das gesprochene Wort hat es wenig Wert.
  • Wer das Arbeitsblatt studiert, hat keinen Blickkontakt zum Referenten.
  • Gegebenenfalls benötigt man große Papiermengen, je nach Gruppengröße.

Präsentieren mit Medieneinsatz: Mit diesen Tipps halten Sie eine gute Rede

Im Fokus eines jeden Vortrags steht immer der Redner. Er trägt mit seiner Stimme und guter Rhetorik entscheidend dazu bei, ob ein Vortrag gut aufgenommen wird und im Gedächtnis der Zuhörer bleibt. Selbst die besten Präsentationen etwa mit Powerpoint und Flipcharts können nicht über einen schlechten Redner hinwegtäuschen.

Für den Medieneinsatz generell gilt: Übertreiben Sie es nicht! Sie sind primär Redenschreiber und Vortragender und das gewählte Medium wirkt nur ergänzend zu Ihren Worten. Gewinnen Sie die Aufmerksamkeit Ihres Publikums über Ihre Person, Ihre Stimme und die Rhetorik, nicht bloß über die Hilfsmittel.

Bei jedem Medieneinsatz müssen Sie die richtige Reihenfolge beachten. Im besten Fall sollten Sie immer erst sprechen und dann auf die Folie oder das Handout eingehen oder an das Whiteboard oder Flipchart schreiben. Vorbereitete Whiteboards vorzulesen würde das Ziel der Rede gänzlich verfehlen. Bauen Sie sich ein Konzept für Ihre Rede, üben Sie den Vortrag ein und überzeugen Sie Ihr Publikum dann mit Ihren Präsentationstechniken.

Redaktion redenwelt.de

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