Rhetorik-Tipps

Mit unseren Tipps sympathisch wirken

Jeder kennt diese Menschen, die sofort sympathisch wirken. Sie betreten den Raum, sofort liegen die Blicke auf ihnen und die Mitmenschen hören ihnen zu. Man möchte es ihnen übelnehmen, vor allem, wenn es sich um Kollegen handelt – aber es geht nicht, sie sind zu sympathisch. Kommt man mit ihnen ins Gespräch, merkt man, dass sie offen und herzlich sind. Sie lächeln, geben hilfreiche Tipps und scheinen sich für Ihr Gegenüber zu interessieren. Wie soll man sie nicht mögen? Doch wie schaffen sie es, von vornherein massenhaft Sympathiepunkte zu bekommen? Welche Eigenschaften unterscheiden sie von den anderen, und kann man sich diese ebenfalls aneignen?

Sympathisch wirken ist Forschungsgegenstand

Die Sympathierforschung ist eine Wissenschaft. Es ist normal, dass wir Menschen gern von anderen gemocht werden wollen und uns Gedanken über unsere Sympathiewerte machen. Gerade dann, wenn wir uns als Redner vor anderen präsentieren, rückt unsere Ausstrahlung in den Mittelpunkt des Interesses. Wir fragen uns: Würden wir uns selbst sympathisch finden, wenn wir uns dort hinter dem Rednerpult sehen und unsere Rede hören würden? Welche unserer Eigenschaften sind für andere anziehend, wie können wir das Gegenüber für uns einnehmen? Kurz: Welche Tipps sympathisch wirken funktionieren? Die Frage lautet:

Warum wirken manche Menschen sympathisch?

Bevor wir uns mit der Antwort auf diese Frage beschäftigen, sollten wir zunächst definieren, was Sympathie ist. Der Begriff kommt aus dem Lateinischen und beschreibt eine spontane Zuneigung. Das Gegenteil ist Antipathie. Finden wir jemanden sympathisch, stellen wir unbewusst eine Verwandtschaft zu diesem Menschen her. Wir sind ihm gegenüber empathisch und können seine Gefühlsregungen, seine Freuden und sein Leid nachempfinden. Warum das so ist, kann in den meisten Fällen nicht konkret begründet werden. Es ist „mehr so ein Gefühl“. Das Gegenüber scheint uns vertraut und damit berechenbar.

Tipp: Sind Sie als Redner geladen und es ist Ihnen wichtig, gleich Sympathiepunkte zu sammeln, versuchen sie, ihrem Publikum eher ähnlich zu sein, als sich abzugrenzen. Das betrifft vor allem Kleidung und Auftreten, aber auch die Sprache. Seien Sie jedoch nicht krampfhaft „kumpelig“, setzen Sie dies wohldosiert sein.

Was ist Akzeptanzresonanz?

Menschen akzeptieren

Akzeptanz ist ein Teil der Sympathie © fizkes – Shutterstock

Sympathie ist kein Zufall und kann zu einem guten Teil gelenkt werden!Die Wissenschaftler haben dafür einen Begriff: Akzeptanzresonanz. Man kann das so übersetzen, dass Sympathie wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung wirkt. Das bedeutet, wenn wir glauben, dass wir von einem anderen Menschen gemocht werden, verhalten wir uns ihm gegenüber ebenfalls freundlich und zugewandt. Das führt dazu, dass der andere tatsächlich beginnt, uns zu mögen. Vermuten wir hingegen, dass wir dem Gegenüber unsympathisch sein könnten, verhalten wir uns unsererseits eher kühl und distanziert, was tatsächlich zu einem Mangel an Interesse und Zuneigung führt.

Gesprächspartner dazu bringen, uns zu mögen

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass wir Menschen dazu bringen können, uns zu mögen. Sind wir der andere, von dem vermutet wird, dass er Sympathie empfindet. werden wir ebenfalls mit wohlwollenden Augen betrachtet. Oder kurz gesagt: Wer Zuneigung sät, wird Sympathie ernten!

Man kann sich fragen, ob es sich um Manipulation handelt, wenn Menschen auf diese Weise Sympathiepunkte sammeln. Dazu kann man sagen, dass wir Menschen beständig versuchen, unsere Mitmenschen von unseren positiven Eigenschaften zu überzeugen und sympathisch zu wirken. Tipps (um) sympathisch (zu) wirken sind normal und bei Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, an der Tagesordnung.

Was lässt einen Menschen sympathisch wirken?

Ob man ein Sympathieträger ist, kann man zum Teil beeinflussen. Neben unabänderlichen Faktoren wie dem Körpergeruch, der auf manche Menschen anziehend, auf andere distanzierend wirkt, entscheiden auch soziale Faktoren, ob wir sympathisch wirken. Attraktive Menschen haben es in vielerlei Hinsicht leichter, Macht und Prestige können ebenfalls Sympathiewerte erzeugen. Es kommt auf die jeweilige Situation an. Spricht ein Manager vor einer aufgebrachten Arbeiterschaft, wird ihn sein Status unter Umständen unsympathisch wirken lassen. Auch die Stimme, die bei einer Rede eine sehr große Rolle spielt, entscheidet, ob wir sympathisch wirken.

Die Stimme entscheidet über Sympathie, Vertrauen und Aufmerksamkeit

Der Klang der Stimme und die Art, wie jemand spricht, macht einen großen Teil seine Sympathiewerte aus. Ein Redner muss in der Lage sein, sich seiner Herausforderung zu stellen. Er darf aufgeregt sein, aber nicht stottern, flüstern oder sich verhaspeln. Mit Sprechtechniken und Atemübungen sollte geübt werden, langsam, deutlich und hochdeutsch zu sprechen. Die Rede muss gut einstudiert sein, sodass sie frei gehalten werden kann. Seine Emotionen sollte der Sprecher im Voraus in den Griff bekommen. Die Stimme verrät alles, was in ihm vorgeht. Nicht umsonst wissen wir bei guten Freunden nach wenigen Worten am Telefon, wie es ihnen geht. Hat ein Sprecher Zweifel an dem, was er sagt, hegt er Vorurteile oder eine Abneigung gegen sein Publikum oder ist ängstlich, werden seine Zuhörer dies alles durch den Klang seiner Stimme erspüren. Die Stimme ist eine große Chance, sympathisch zu wirken!

Übrigens: Frauen bevorzugen bei Männern eine tiefe Stimme, Männer umgekehrt bei den Damen eine eher hohe, zarte Stimme.

10 Tipps, wie sie sofort und nachhaltig sympathisch wirken

1. Arbeiten Sie bewusst mit Ihrer Körpersprache

Die Körpersprache kann nicht lügen und entscheidet in kürzester Zeit, ob wie einen Mitmenschen sympathisch oder unsympathisch finden. Sie prägt entscheidend den ersten Eindruck und die Ausstrahlung. Mit wenigen Tipps werden Sie körpersprachlich zum Sympathieträger:

  • Halten Sie sich aufrecht und unterstreichen Sie Ihr Selbstbewusstsein.
  • Lassen Sie die Arme locker an der Seite hängen. Verschränken Sie die Arme nicht vor dem Körper (das signalisiert Ablehnung) und verstecken Sie die Hände nicht in den Hosentaschen. Das wirkt gleich so, als hätten Sie etwas zu verbergen. Die Haltung der Hände ist schwierig, üben Sie vor dem Spiegel.
  • Wenden Sie sich mit Ihrer Körperhaltung dem Gesprächspartner zu. Zeigen Sie ihm nicht die „kalte Schulter“ und blocken Sie ihn nicht unbewusst mit den Ellenbogen ab.

2. Suchen und halten Sie Augenkontakt

Die Augen werden auch der „Spiegel der Seele“ genannt. Es stimmt, wer etwas zu verbergen hat, kann seinem Gegenüber nicht leicht in die Augen sehen. Blicken Sie der Person gegenüber freundlich ins Gesicht. Starren Sie jedoch den anderen nicht an, der positive Eindruck wäre dahin.

3. Lassen Sie das Smartphone aus dem Spiel

Es ist eine Unsitte, dauernd auf sein Handy zu sehen, besonders, wenn man mit einer anderen Person im Gespräch ist. Zu den wichtigsten Tipps sympathisch wirken zählt heute, das Smartphone in der Tasche zu lassen und am besten lautlos zu stellen.

4. Lächeln Sie!

Sie betreten einen Raum, begegnen anderen zum ersten Mal, stellen sich Ihren Mitmenschen vor oder sind in einem Gespräch. Dann lächeln Sie! Wer lächelt, wird auf Anhieb als sympathische Person wahrgenommen. Üben Sie das herzliche Lächeln vor dem Spiegel. Bewegen sich ihre Augen? Falls nein, dann denken Sie an etwas Schönes und lächeln Sie dann.

Achten Sie darauf, sich in jedem Fall der Situation angemessen zu verhalten. Lächeln Sie nicht durchgehend, als wären Ihre Mundwinkel festgefroren, sondern dann, wenn es sich aus der Situation ergibt.

5. Setzen Sie kurze Berührungen ein

Berühren Sie während eines Gesprächs Ihr Gegenüber kurz und unverfänglich, zum Beispiel am Arm. Dabei wird das Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet, das für die Sympathie eine große Rolle spielt. Diese Methode eignet sich nicht in jeder Situation, etwa wenn Sie vor einem großen Publikum eine Rede halten, sich in einem Meeting mit Geschäftspartnern befinden oder eine Präsentation halten. Im privaten Rahmen, wenn Freunde Sie mit neuen Personen bekanntmachen, können Sie damit jedoch auf der körperlichen Ebene Sympathiepunkte erzielen. Die Wirkung setzt auch ein, wenn Sie sich die Hände schütteln (eher fest als schlaff) oder der anderen Person auf die Schulter klopfen. Achten Sie darauf, dass die Berührung nicht als Flirtversuch missinterpretiert wird.

6. Die Spiegeltechnik: Synchronisieren Sie sich

Aus der Sympathieforschung ist bekannt, dass Menschen, die sich sympathisch sind, ihre Mimik und Gestik synchronisieren. Einer fährt sich durch die Haare, der andere wiederholt die Bewegung, einer lächelt, der andere ebenfalls. Das geschieht unterbewusst und setzt bei manchen Personen bei der ersten Begegnung ein. Paare, die lange zusammen sind, haben irgendwann sogar die gleichen Ticks. Wenn Sie wissen wollen, wer sich sehr sympathisch ist, dann beobachten Sie die Menschen in Ihrer Umgebung und achten Sie auf die Synchronisation. Sie können dieses Wissen einsetzen, um für einen Gesprächspartner sympathisch zu wirken. Ahmen Sie wohldosiert seine Körperhaltung nach und imitieren Sie seine unbewussten Gesten wie Gähnen, Kratzen an der Nase oder das Überschlagen der Beine. Das Sprechtempo, die Lautstärke oder die Wortwahl können Sie ebenfalls spiegeln.

Mit der Spiegeltechnik können Sie ein Gegenüber erweichen, dass Ihnen nicht wohlgesonnen ist. Sie erkennen die ablehnende Haltung zum Beispiel an seinen verschränkten Armen. Verschränken Sie die Arme ebenfalls, weniger resolut, und lächeln Sie. Sie signalisieren dadurch Harmonie, was die Person entspannen sollte. Wenn Sie nun eine offenere Körperhaltung einnehmen und das Gegenüber dieser folgt, dann haben Sie seine Abwehr überwunden.

7. Üben Sie das Zuhören

Zu den wichtigsten Tipps sympathisch wirken gehört das richtige Zuhören. Jeder Mensch wünscht sich, dass man ihm zuhört und ihn versteht, auch Ihr Gegenüber. Das richtige Zuhören ist eine Kunst, die geübt werden kann:

  • Blicken Sie Ihrem Gesprächspartner ins Gesicht, wenn Sie miteinander sprechen. Dadurch wirken Sie auf Anhieb sympathisch, Sie schenken Ihre volle Aufmerksamkeit.
  • Lassen Sie das Gesagte kurz sacken, bevor Sie vorschnell eine Antwort geben. Nicht jede Aussage erfordert eine Erwiderung. Wenn Sie antworten, wiederholen Sie die letzten drei Worte. Diese verbale Spiegeltechnik sollte sparsam eingesetzt werden.
  • Stellen Sie Fragen und zeigen Sie echtes Interesse. Treten Sie zurück und lassen Sie den anderen im Mittelpunkt stehen.
  • Geben Sie dem Gegenüber nicht das Gefühl, ihn auszuhorchen. Erzählen Sie Dinge über sich, geben Sie Schwächen zu und schaffen Sie Vertrauen. Achten Sie jedoch darauf, dass es der Situation angemessen bleibt. In einem Meeting oder einer Präsentation müssen Sie keine Geschichten von der letzten Kneipentour ausbreiten.
  • Betonen Sie die Gemeinsamkeiten, die Sie mit dem Gesprächspartner teilen. Das können Verhaltensweisen, Meinungen oder Erfahrungen sein. Seien Sie ehrlich.

8. Fragen Sie um Rat

Um Rat gefragt zu werden ist wie ein Kompliment. Die meisten Menschen fühlen sich davon sofort beeindruckt und geschmeichelt. Um Rat zu fragen betont die Kompetenz der anderen Person und zeugt von Vertrauen. So erzeugen Sie spontan Sympathie. Das funktioniert sogar, wenn Sie jemanden um einen Gefallen bitten (der sogenannte Benjamin-Franklin-Effekt)

9. Trainieren Sie Ihr Namengedächtnis

Namensgedächtnis trainieren

Sympathie ist auch den Namen des anderen zu kennen © Ollyy – Shutterstock

Wer den anderen mit Namen anspricht, der erntet schnell Sympathie. Er zeigt, dass er den anderen wahrnimmt, ihn wertschätzt und dieser ihm wichtig ist. So entsteht Vertrauen, denn der Gesprächspartner erkennt, dass der andere aufmerksam ist.

10. Seien Sie zuverlässig

Auf wen man sich verlassen kann, den findet man sympathisch, und umgekehrt. Machen Sie Ihre Verlässlichkeit nicht von der Wichtigkeit einer Situation abhängig, sondern übernehmen Sie sie in ihr tägliches Verhalten. Zeigen Sie, dass man sich jederzeit auf Ihre Worte verlassen kann und Ihre Freunde, Kollegen und Ihr Chef werden zuerst an Sie denken, wenn es um etwas Wichtiges geht.

Zum Schluss noch ein kleiner Tipp, um noch sympathischer zu wirken: Zahlen, speziell Zahlensymbolik lassen eine Rede, wenn richtig angewendert, noch spannender Wirken – und vor allem wirken Sie als Redner wissender und sympathischer. Ihre Zuhörer werden an Ihren Worten kleben.

Redaktion redenwelt.de

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