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Abschiedsreden von Kollegen: 10 Tipps rund um die perfekte Rede zum Abschluss

Eine Abschiedsrede wird meist in einem beruflichen Zusammenhang gehalten und hat zum Anlass die Verabschiedung von Kolleginnen und Kollegen. Ein Abschied aus einem Unternehmen, der Berufsabschied in den Ruhestand oder das Ausscheiden aus einer offiziellen Funktion sind typische Situationen, in denen eine Rede gefragt ist. Auch in Vereinen gibt es regelmäßige Wechsel von Vorständen. Vereinsmitglieder kommen und gehen ebenfalls.

Die richtigen Worte für eine gute Abschiedsrede zu finden, ist nicht immer einfach. Schließlich soll sie persönlich sein, einen Rückblick auf die letzten Monate oder Jahre geben und Kolleginnen und Kollegen oder Vorgesetzte mit wohlwollenden Worten bedenken.

Der Einsatz von Abschiedsreden

Eine Rede zum Abschied aus dem Berufsleben für eine neue Zukunft © Elnur – Shutterstock

Eine Rede zum Abschied halten nicht nur aus dem Unternehmen scheidende Mitarbeiter in Erinnerung an die gemeinsame Zeit. Auch als Kollegin, Kollege oder Vorgesetzter können Sie in die Situation kommen, eine gute Abschiedsrede für jemand anderen vorzubereiten. Weitere Gelegenheiten für Reden zur Verabschiedung sind:

  • Vorgesetzter hält eine Rede zum eigenen Abschied vor dem Nachfolger und der Belegschaft
  • Stellvertreter verabschiedet den Vorsitzenden
  • Ruheständler hält Rede zum Abschied aus dem Berufsleben vor Mitarbeitern und dem Nachfolger
  • Leiter einer karitativen Einrichtung verabschiedet sich in die Rente
  • Inhaber übergibt die Geschäfte an seinen Geschäftsführer und hält eine Rede zum Abschied
  • Geschäftsführer eines Großkonzerns stellt zum Abschied Nachfolger vor
  • Abschiedsrede als Schulleiter
  • Bürgermeister verabschiedet den Leiter des Sozialamts in den Ruhestand
  • Bürgermeister spricht zur eigenen Pensionierung
  • Oberarzt verabschiedet sich von Ärzten und Pflegepersonal und wechselt in ein anderes Klinikum
  • Führungskraft verabschiedet sich von lieben Kolleginnen Kollegen und begründet den Firmenwechsel
  • Lehrer wechselt an andere Schule
  • Vorgesetzter verabschiedet Mitarbeiterin in den Mutterschutz
  • Vereinsmitglied verabschiedet sich vom Verein wegen Umzug
  • Vereinsvorstand verabschiedet einen Trainer
  • Rede zum Abschied als Klinikleiter

Gute Abschiedsrede: Frühzeitig mit der Planung beginnen

Gerade im beruflichen Kontext sind Abschiede häufig ein sensibles Thema. Wenn es um einen Wechsel in einen anderen Job geht, nimmt ab dem Moment der Kündigung bei den meisten Mitarbeitern die Arbeitsmotivation ab. Dennoch sollte das kein Anlass sein, den Kolleginnen, Kollegen und dem Chef nicht das Gefühl zu geben, dass Ihnen die Vorgänge in der Firma ab jetzt gleichgültig sind. Vielmehr sollten Sie Ihre letzten noch offenen Aufgaben verantwortungsbewusst erledigen und die eigene Stelle ordentlich übergeben. Dies hält die Wertschätzung für die eigene Person bis zum Schluss aufrecht und lässt Sie auch selbst mit einem guten Gewissen Ihren Arbeitsplatz räumen.

Zu einem ordnungsgemäßen Abschied aus einem Unternehmen gehört auch eine Abschiedsfeier. Diese kann entweder nur mit der eigenen Abteilung oder mit dem gesamten Betrieb zelebriert werden – je nach Unternehmensgröße. Eine Kleinigkeit zu essen oder zu trinken mitzubringen, gehört ebenso zum guten Ton wie das Halten einer guten Abschiedsrede. Um auf diese Rede und somit den letzten offiziellen Akt des eigenen Wirkens im Unternehmen vorbereitet zu sein, empfiehlt es sich, die Abschiedsrede rechtzeitig vorzubereiten.

Auch in offiziellen Positionen oder zum Abschied im Verein sollten Sie sich über diesen letzten Akt Gedanken machen. Schließlich ist auch eine Rede zur Verabschiedung ein Teil der noch bestehenden Funktion.

Diese Aufgaben hat eine Rede zur Verabschiedung

  • Mit ihr werden Dank und Wertschätzung geäußert.
  • Sie prägt den letzten Eindruck von einer Person.
  • Eine gute Abschiedsrede kann unterhalten und Erinnerungen wecken.
  • Sie kann zum Nachdenken anregen.
  • Sie lädt zu einem Resümee der vergangenen Monate oder Jahre ein.

Eine Rede zum Abschied aus dem Berufsleben sollte immer wohlwollend sein. Selbst wenn die Unzufriedenheit im Job groß war, der Chef ein Choleriker ist und dem Ausscheiden aus der Firma entgegengefiebert wird. Am letzten Tag in einem Rundumschlag alles zu sagen, was man sich in den letzten Jahren nicht getraut hat, ist keine feine Art. Den Anstand zu wahren zeugt von Respekt. Wer kein einziges positives Wort über seinen Arbeitgeber oder Mitarbeiter verlieren könnte, sollte eher keine Abschiedsrede halten.

Rede zum Abschied aus dem Berufsleben: So bereiten Sie sich auf diese letzte Aufgabe im Job vor

Wenn Sie sich selber als schlechten Redner bezeichnen würden oder vor öffentlichen Ansprachen immer sehr nervös sind, sollten Sie Ihre Rede gründlich vorbereiten. Gerade wenn diese vor vielen Personen gehalten wird oder es sich um einen Abschied aus einem öffentlichen Amt handelt, sollten Sie die Rede frei und flüssig vortragen können. Dafür ist es wichtig, dass Sie einige Aspekte zum Aufbau der Abschiedsrede berücksichtigen.

Falls es sich nur um eine kurze Ansprache handelt oder Sie sich im engsten Kollegenkreis verabschieden, brauchen Sie kein exakt ausgearbeitetes Redenkonzept. Machen Sie sich Gedanken dazu, was Sie sagen wollen und notieren Sie sich gegebenenfalls einige Stichpunkte. Die Verabschiedung in der Rede kann auch aus dem Stegreif gehalten werden, wenn Sie sich das selber zutrauen. Falls Sie unbedingt einigen Kollegen im Speziellen danken oder auf Anekdoten aus der vergangenen Zeit zurückblicken wollen, hilft ein Spickzettel. So vergessen Sie keine wichtige Person oder Situation. Je inoffizieller die Veranstaltung und je besser das Verhältnis zu den Kollegen ist, desto spontaner und lockerer kann die Rede sein.

Abschiedsreden: Beispiele für Inhalte zur Verabschiedung

Die grundsätzlichen Inhalte einer wirklich guten Abschiedsrede können oft ähnlich sein – auch wenn die Details natürlich stark variieren. Bevor die Rede ausgearbeitet wird, sollte zunächst Redestoff gesammelt werden. Das sind mögliche Themen:

  • Auf die Dauer der Firmenzugehörigkeit eingehen.
  • Tätigkeitsfeld und Position benennen.
  • Welche wichtigen Stationen oder Meilensteine gibt es?
  • Welche Erfolge haben Sie im Unternehmen gefeiert?
  • Auf den ersten Tag im Unternehmen eingehen und an Gedanken und Gefühle erinnern.
  • Welche schwierigen Situationen hat man gemeinsam mit den anderen gemeistert?
  • Welche besonders lustigen Situationen hat es gegeben?
  • Weshalb könnten Ihre Kollegen Sie in der nächsten Zeit vermissen?
  • Welche Macken haben Sie, die Ihre Kollegen wohl eher nicht vermissen werden?
  • Welche Kollegen haben die Zeit in der Firma für Sie besonders geprägt?
  • Stehen neue Herausforderung an bzw. welcher neue Lebensabschnitt wartet nach dem Ausscheiden aus dem Betrieb?
  • Wem gilt es wofür zu danken?
  • Bezug auf die Abschiedsfeier nehmen.

Zum Abschied die richtigen Worte finden

Sie wissen nun, zu welchen Anlässen Abschiedsreden gehalten werden und welche Inhalte diese haben können. Dennoch ist es schwer, zum Abschied die richtigen Worte zu finden und eine Rede zu Papier zu bringen. Damit Sie sich selbst gekonnt verabschieden oder einem Kollegen wohlwollende Worte zum Abschied mit auf den Weg geben können, werden im Folgenden viele Tipps, Anregungen und Beispiele für Ihre Abschiedsrede erläutert.

Der Aufbau einer Abschiedsrede

Wie die meisten Reden besteht auch eine Rede zum Abschied aus den klassischen Elementen:

  • Einleitung
  • Hauptteil

Finden Sie einen roten Faden, der für Sie passt und orientieren Sie sich dafür zum Beispiel an diesem Aufbau für die Rede:

  1. Um den Einstieg in eine Abschiedsrede zu finden, können Sie auf ein Zitat oder ein aktuelles Ereignis der Gegenwart eingehen. So ziehen Sie die Zuhörer direkt in die Rede und sichern sich Ihre Aufmerksamkeit. Den Anwesenden für Ihr Erscheinen zu danken, wirkt steif und wenig fesselnd.
  2. Eine kurze Anekdote über die eigene Person schlägt den Bogen zum Hauptteil der Rede und gehört in jede gute Abschiedsrede.
  3. Anschließend können Informationen über Position und Werdegang im Unternehmen gegeben werden.
  4. Als Nächstes werden Meilensteine und besondere Leistungen betont. Diese können Redner mit unterhaltsamen Anekdoten in der Rede zur Verabschiedung ergänzen.
  5. Dann ist es an der Zeit sich zu bedanken. Einen oder zwei Mitarbeiter können Sie dabei besonders hervorheben, wenn Sie zu Ihnen ein spezielles Verhältnis hatten.
  6. Weiterhin können Sie über Ihren weiteren Werdegang informieren, Ihre zukünftige Tätigkeit oder die Pläne für den Ruhestand.
  7. Richten Sie ein Wort an Ihren Nachfolger und wünschen Sie ihm viel Erfolg.
  8. Anschließend kann mit den Kollegen angestoßen oder das Buffet eröffnet werden.

Der Redeaufbau kann natürlich variieren. Es können auch mehr Kollegen mit persönlichen Dankesworten bedacht werden oder auf unterhaltsame Anekdoten wird verzichtet, um die Rede kurz und knapp zu halten. Sätze, die mit „Wissen Sie noch…“ oder „Ich habe mir erzählen lassen, dass Sie…“ beginnen, ziehen jedoch die Aufmerksamkeit der Zuhörer an. Geschichten und Anekdoten aus der Berufslaufbahn hört jeder gerne, besonders wenn sie lustig sind.

Der Aufbau einer Abschiedsrede im Vereinskontext ähnelt dem in Unternehmen. Die Laufbahn im Verein, wichtige Meilensteine und eine Information zum weiteren Lebensplan haben ebenso ihren Platz in der Rede wie eine Danksagung an andere Vereinsmitglieder oder –vorstände.

Eigene Abschiedsrede wegen Jobwechsel halten – 4 wertvolle Tipps

Eine Abschiedsrede wegen eines Jobwechsels ist nicht immer nötig. Sind Sie allerdings schon Jahre im Unternehmen und ziehen zum Beispiel der Liebe wegen um, sollten Sie auf eine eigene Abschiedsrede nicht verzichten. Es muss kein großer Aufriss sein, aber in Ihrer „alten“ Abteilung sind Abschiedsworte zum Ausstand gern gehört.

Anders sieht es jedoch aus, wenn Sie in einer Führungsposition im Unternehmen fungiert haben. Hier sollten Sie sich definitiv mit einer eigenen Abschiedsrede von Ihren Mitarbeitern verabschieden.

1. Halten Sie sich mit der eigenen Abschiedsrede kurz. Waren Sie in einem guten Team, fällt der Abschied schon schwer genug. Man empfiehlt für eine Rede bei Tisch eine Länge von 2 bis 3 Minuten. Halten Sie die eigene Rede im Unternehmen für alle Mitarbeiter, so darf die Rede bis zu 10 Minuten lang sein.

2. Bedanken Sie sich mit persönlichen Worten bei Ihrem Chef oder bei Ihren Mitarbeitern (je nach Position). Worte allein reichen hier nicht aus. Halten Sie bei der Danksagung Blickkontakt mit der Person, bei der Sie sich herzlich für die gemeinsamen Jahre im Unternehmen bedanken.

3. Gab es manchmal Ärger mit bestimmten Kollegen, so ist es in der eigenen Abschiedsrede an der Zeit die Ärgerlichkeiten zu beenden. Nehmen Sie in der eigenen Abschiedsrede keine bösen Worte in den Mund. Denn Sie möchten das Unternehmen mit gutem Eindruck verlassen. Strahlen Sie beim Abschied Souveränität aus.

4. Bei Ihrer eigenen Abschiedsrede können Sie, wenn gewünscht deutlich machen, dass Sie gern Kontakt halten möchten. Mitunter gibt es sicherlich einige Kollegen oder Kolleginnen, die Sie auch nach Ihrer Verabschiedung weiterhin sehen oder hören möchten.

Hier finden Sie Beispiele und Zitate für Abschiedsreden


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Eine Abschiedsrede für jemand anderen halten

Nicht nur derjenige der geht, hält eine Rede zum eigenen Abschied. Häufig sagen auch der Chef oder andere Kollegen ein paar Worte. Eine Abschiedsrede für eine andere Person sollte mindestens so gründlich vorbereitet werden wie die eigene Rede. Schließlich möchte man der Person Respekt zollen, Dankbarkeit zeigen und ihr die besten Wünsche mit auf den Weg geben.

Je nachdem wie das Verhältnis zwischen Redner und scheidendem Mitarbeiter genau ist, sind möglicherweise gar nicht so viele Details über den Mitarbeiter bekannt. Als Chef können Sie beispielsweise in die Pflicht genommen werden über Ihren Mitarbeiter zu sprechen, ohne direkt mit ihm zusammengearbeitet zu haben. Andersherum können Sie auch als Mitarbeiter gebeten werden, bei der Verabschiedung Ihres Chefs die Rede zu halten.

Informationen sammeln:

Umso wichtiger ist es im Zuge der Redenvorbereitung ausreichend Informationen zu sammeln, um die Rede mit passenden Inhalten zu füllen. Dafür können zum Beispiel andere Kollegen aus der Abteilung befragt werden. Sie wissen wie die enge Zusammenarbeit mit der Person ist und können vielleicht einige witzige Geschichten erzählen. Auch aus der Personalakte eines Mitarbeiters können Informationen über ihn entnommen werden wie zum Beispiel seine verschiedenen Stationen in der Firma und das Eintrittsdatum in den Betrieb.

Falls Sie als Vorstand oder Vorgesetzter gebeten werden über jemanden zu sprechen, den Sie nur flüchtig kennen (in großen Firmen keine Seltenheit), können Sie mit offenen Karten spielen:

„Ich habe mir sagen lassen, dass Sie in unserem Konzern sehr gute Arbeit geleistet haben. Dafür möchte ich mich bei Ihnen ganz herzlich bedanken, denn jeder unserer Mitarbeiter ist wertvoll für den Erfolg unserer Firma. Ich gebe das Wort nun weiter an Ihren direkten Vorgesetzten und wünsche Ihnen alles Gute für Ihren weiteren Lebensweg.“

Es ist immer schöner, wenn die Verabschiedungsrede jemand mit einem engen Bezug zum scheidenden Mitarbeiter hält. Dieser Bezug kann dann auch zum Ausdruck kommen, indem die Rede sehr persönlich gestaltet ist und die Wertschätzung für den anderen deutlich wird.

Nur Reden halten, hinter denen Sie wirklich stehen:

Falls Sie gebeten werden eine Abschiedsrede für einen Kollegen zu halten, mit dem Sie sich nie gut verstanden haben, sollten Sie höflich ablehnen. Empfehlen Sie jemand anderen, bevor Sie sowohl sich als auch den scheidenden Kollegen in eine unangenehme Situation bringen.

Für eine Rede über einen Kollegen oder Mitarbeiter sollten Sie sich folgendes überlegen:

  • Wie war die Zusammenarbeit mit ihm?
  • Was macht seine Person aus?
  • Was werden Sie vermissen?
  • An welches gemeinsame Ereignis erinnern Sie sich gerne zurück?
  • Was haben Sie gemeinsam erreicht?
  • Welche schweren Projekte oder Zeiten haben Sie gemeinsam durchgestanden?
  • Wo geht der Weg nun für ihn hin und was wünschen Sie ihm dafür?

Es kann helfen sich in den Mitarbeiter hineinzuversetzen. Fragen Sie sich, was Sie zu Ihrem Abschied gerne hören würden. Eindeutig negative Aspekte sollten in einer Abschiedsrede vermieden werden.

Sich selber zurücknehmen: Bei Verabschiedungsreden für jemand anderen, sollte die eigene Person in den Hintergrund rücken. Eigenlob oder nur von sich selber zu erzählen ist während einer Abschiedsrede unangebracht. Der scheidende Mitarbeiter ist die Hauptperson. Selbst wenn Sie über das Ausscheiden des Mitarbeiters sehr traurig sind, sollten Sie ihm alles Gute für seine weitere Zukunft wünschen – sowohl beruflich als auch für die Rente.

Abschiedsrede Muster für die Verabschiedung einer Kollegin

„Sehr geehrte Anwesenden,

ich fühle mich geehrt zum Abschied in den Ruhestand unserer Kollegin (Name der Kollegin) ein paar Worte sprechen zu dürfen.

Die Verabschiedung der sehr geschätzten Kollegin (Name der Kollegin) ist für viele ein Anlass zur Traurigkeit. Allerdings bedeutet es auch, dass (Name der Kollegin) erfolgreiche Berufsjahre hinter sich gebracht hat in der sie ihre Kollegen und Kolleginnen jederzeit unterstützt hat.

Gönnen wir ihr den Ruhestand und freuen uns mit ihr.

Liebe (Name der Kollegin),

wir danken Ihnen von Herzen die Einsatzbereitschaft in unserem Unternehmen, die weit über die eigentliche Arbeit hinaus stattgefunden hat. Ohne Sie wären wir wahrscheinlich so manches Mal in Chaos ausgebrochen. Sie haben die Zügel fest in der Hand gehabt….“

Tipp: Diesem Muster der Abschiedsrede können Sie noch weitere Faktoren mit einfließen lassen. Die Beispiele dafür entnehmen Sie einem der vorherigen Absätze.

Diese 10 Aspekte sollten Sie bei Ihrer Abschiedsrede berücksichtigen

1. Sentimentalität ja, Trauer nein

Im Rahmen einer Abschiedsrede sentimental zu werden ist absolut legitim und bleibt unter Umständen nicht aus. Liebgewonnene Kollegen zu verlassen kann schwer fallen. Trauer und allzu schwermütige Worte sind jedoch nicht angebracht, schließlich handelt es sich nicht um einen Todesfall. Sie wechseln lediglich das Unternehmen oder gehen in den Ruhestand und können mit ihren Kollegen auch außerhalb des Büros noch in Kontakt bleiben.

2. Fassen Sie sich kurz

Niemand mag gerne Abschiede. Es empfiehlt sich daher, die Rede eher kurz zu halten und sich auf einige wenige Punkte und Danksagungen zu beschränken. Auch sinkt die Aufmerksamkeitsspanne der Zuhörer nach etwa 20 Minuten, je nach Unterhaltungsgrad der Rede. Im kleinen Kreis genügt es, ein paar Sätze zu sagen und gegebenenfalls auf ein paar nette Anekdoten einzugehen. Persönliche Danksagungen für einzelne Kollegen sollten Sie eher kurz halten. Fünf bis zehn Minuten genügen in der Regel für eine Abschiedsrede im kleinen Rahmen. Bei offiziellen Anlässen wie der Verabschiedung eines Bürgermeisters oder Politikers kann die Rede ruhig auch ein paar Minuten länger dauern – sofern der Inhalt es hergibt.

3. Auf Fakten verzichten

In einer Abschiedsrede haben Statistiken und Fakten meist nichts verloren. Die Rede soll persönlich gestaltet sein und nicht den geschäftlichen Jahresbericht wiedergeben. Eine lebensnahe Sprache ist gefragt – auf trockene Abhandlungen sollten Sie verzichten. Auch den gesamten Lebenslauf des Mitarbeiters wiederzugeben ist nicht relevant und die Zuhörer würden nach kurzer Zeit ihre Aufmerksamkeit verlieren. Vielmehr sollten Sie einzelne Meilensteine herausgreifen.

4. Eigenlob vermeiden

Selbst wenn Sie in Ihrer beruflichen Laufbahn auf einige Meilensteine zurückblicken und viele Erfolge mit der Firma gefeiert haben: Auf Selbstbeweihräucherung und Eigenlob sollten Sie bei Ihrer eigenen Abschiedsrede verzichten. Dies wirkt unsympathisch und zeugt nicht von wahrer Größe.

5. Humor gezielt einsetzen

Ein paar herzhafte Lacher gehören zu einer guten Abschiedsrede dazu. Auf die liebgewonnenen Marotten eines Mitarbeiters einzugehen (niemals abwertend, immer wohlwollend), lustige Anekdoten oder auch ein paar gezielt eingesetzte Witze oder Sprüche – Humor lockert die Rede auf und macht deutlich, dass es sich nicht um einen Trauerfall handelt.

6. Die Zukunft berücksichtigen

Sowohl für Ihre eigene Rede zum Abschied aus dem Berufsleben als auch in einer Abschiedsrede für jemand anderen, sollten Sie nicht nur die letzten Jahre Revue passieren lassen, sondern auch die Zukunft klar thematisieren. Schließlich geht es in ein neues Kapitel bzw. einen neuen Lebensabschnitt und diesen zu würdigen ist wichtig.

Auch wenn man sehr traurig darüber ist, das Unternehmen zu verlassen bzw. dass ein geschätzter Mitarbeiter das Unternehmen verlässt: dass er bald in einer neuen Umgebung seine Fähigkeiten einbringt und dort wirken kann, sollte in einer Rede zur Verabschiedung unbedingt berücksichtigt werden. Ihm ein schlechtes Gewissen über seinen Fortgang zu machen, ist unangebracht. Selbst wenn der Mitarbeiter zur Konkurrenz wechselt – wenn er im Unternehmen gute Arbeit geleistet hat, hat er sich trotzdem eine Abschiedsrede verdient.

Pläne für den Ruhestand können in einer Ruhestandsrede ebenfalls näher erläutert werden. Dazu zählt zum Beispiel reisen, ein Hobby intensiver betreiben, ein Buch schreiben, ein Ehrenamt ausüben oder in einem Verein aktiv werden.

7. In Kontakt bleiben

Im Zuge einer Abschiedsrede können Mitarbeiter darauf eingehen, dass sie gerne mit den Kollegen in Kontakt bleiben wollen. Auch als Chef kann man seinem scheidenden Mitarbeiter deutlich machen, dass man sich freut, in der Zukunft erneut von ihm zu hören.

8. Direkte Ansprache

Der Mitarbeiter sollte während einer Abschiedsrede für ihn immer wieder angeschaut und wenn es passt auch direkt angesprochen werden. Ihm gehört in diesem Moment die volle Aufmerksamkeit. Über ihn in der dritten Person zu sprechen ist unangebracht:

„Herr Müller war ein wichtiger Bestandteil unserer Abteilung und wir sind traurig, dass er uns heute verlässt.“

Sagen Sie lieber: „Sie waren ein wichtiger Bestandteil unserer Abteilung, Herr Müller. Wir sind traurig, dass Sie uns heute verlassen.“

Wenn es um Anekdoten aus dem Kollegenkreis geht, kann der Blick des Redners auch ruhig zu den anderen Anwesenden gehen. Primär sollte die Rede aber an den scheidenden Mitarbeiter gerichtet sein. Hält der Mitarbeiter selber eine Rede, sollte er besonders bei den Danksagungen an einzelne Kollegen diese anschauen.

9. Auf eine natürliche Sprache achten

Gestelzte Formulierungen wirken bei der Rede zum Abschied aus dem Berufsleben fehlplatziert. Halten Sie sich in der Rede zur Verabschiedung von nachfolgenden Sätzen fern:

„Ihr Wirken hat unsere Firma sehr geprägt und die Lücke, die Sie hinterlassen, wird schwer zu füllen sein.“

Ein Beispiel, wie sie es bei Abschiedsreden einfacher und natürlicher halten: „Sie waren ein toller Kollege und haben sehr zum Erfolg der Firma beigetragen. Wir werden Sie vermissen.“

Selbst flapsige Formulierungen sind unproblematisch, wenn es das Verhältnis und der Veranstaltungsrahmen hergeben.

10. Bleiben sie realistisch

Den scheidenden Mitarbeiter in den höchsten Tönen zu loben, könnte übertrieben wirken. Schließlich geht es in der Abschiedsrede zwar um eine wohlwollendene Betonung, Lobhudeleien sind aber fehl am Platz. Wenn das Verhältnis zwischen Redner und Mitarbeiter nicht besonders eng war, sollte der Redner auch nicht die „außerordentliche Zusammenarbeit“ und das „tolle, persönliche Verhältnis“ hervorheben. Positiver Realismus anstelle von Übertreibungen ist gefragt.

Beispiel für eine Abschiedsrede – Geschäftsführer verabschiedet sich

Sehr geehrter Herr … [Name], meine Damen und Herren,

ich warne Sie, ich bin gerade in miserabler Stimmung. Heute ist ein Tag, an dem ich mich recht klein fühle. Glücklicherweise sind solche Tage rar in meinem Leben. Dass das so ist, verdanke ich Menschen wie Ihnen, meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, und Ihnen, Herr … [Name].

Aber heute ist eben einer dieser seltenen Tage, an denen ich mit allem hadere. Ich wusste natürlich, dass er kommen würde, habe aber stets gehofft, nicht so bald. Es ist der Tag, an dem Sie, Herr … [Name], Ihren Abschied nehmen.

Ich gestehe, ich bin bei der Wahl meiner Mitarbeiter seit jeher durchaus nicht nur meinem Verstand gefolgt, sondern habe auch mein Gefühl befragt. Und immer bin ich einer Maxime gefolgt. Am schönsten hat sie ein amerikanischer Geschäftsmann formuliert. Kein Wunder, er war Werbefachmann. Die Maxime lautet: „Wenn du stets Leute einstellst, die kleiner sind als du selbst, erhältst du ein Unternehmen von Zwergen. Wenn du hingegen immer Leute einstellst, die größer sind, wirst du ein Unternehmen von Riesen haben.“

Ich habe immer die Riesen gewählt. Ich habe ausschließlich Menschen zu Mitarbeitern gemacht, die auf ihrem Gebiet klüger waren als ich. Und heute geht einer davon. Ein besonders kluger. Ein besonders verdienter. Und deshalb fühle ich mich heute wie ein Zwerg.

Aber nun genug des Selbstmitleids! Wenn ein Riese geht, verdient er einen Riesen-Abschied. Zum Glück bin ich der einzige Zu-kurz-Gekommene hier, und daher stehen die Zeichen für eine angemessene Feier bestens.

So hat das Team des Geschäftsführungssekretariats ein gigantisches Buffet aufgebaut, das keine Wünsche offen lässt. Ihre Assistenten, Herr … [Name], haben eine Titanentat vollbracht und die Kantine in einen eleganten Salon verwandelt. Ihr Fahrer hat mit Siebenmeilenstiefeln die Distanzen überwunden und Ihre Familie abgeholt, damit sie mit uns feiern kann.

Wenn wir schon einen so kolossalen Verlust hinnehmen müssen, wollen wir wenigstens sehen, wer davon profitiert. Liebe Familie … [Namen], verehrte Frau … [Name], bitte treten Sie näher und fühlen Sie sich willkommen!

Was braucht es noch für einen Riesen-Abschied? Natürlich eine überragende Laudatio. Wir haben daher über Monate hinweg quer durch die Belegschaft O-Töne über Sie aufgezeichnet und die Videodateien für Sie auf eine DVD gebrannt. Seien Sie gewarnt – es sind nicht nur extreme Lobhudeleien, sondern auch unerhörte Frechheiten dabei.

Und zum Riesen-Abschied braucht man ein gewaltiges Geschenk, nicht wahr? Eine Herkulesaufgabe haben damit unsere Nachwuchsführungskräfte bewältigt. Sie sind während der letzten Wochen mit der Kamera im Anschlag überall in der Firma wie die Teufel aus der Kiste gesprungen und haben alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufs Bild gebannt.

Eine Mords-Aufgabe war das übrigens vor allem deshalb, weil besonders die Damen übergroße Ansprüche an ihren Eindruck auf den Bildern stellten, und ich meine nicht den künstlerischen Eindruck. Unsere jungen Leute haben, nachdem dann von jedem Fotomodell das Plazet gegeben war, ein grandioses Ensemble aus den Fotos zusammengefügt – in Form unseres Firmenlogos. Dieses Bild werden sie Ihnen hier gleich enthüllen. Vorher, Herr … [Name], zeigen wir Ihnen aber meine persönliche Bestenliste aus den Videobotschaften Ihres Kollegiums.

Lieber Herr … [Name], genießen Sie diesen Abschied unter Riesen ausgiebig. Ich, in der Rolle des Zwergs, werde mich den Umständen entsprechend in eigener Sache kurz fassen.

Ich sage Ihnen Dank für Ihre großartige Leistung in den vergangenen Jahren, für Ihr gutes Urteilsvermögen und für Ihr Augenmaß, für Ihre fachlich versierte und dabei stets für Innovationen offene Arbeitsweise, für Ihre ehrliche und fair angebrachte Kritik und natürlich für Ihre freundlichen Umgangsformen.

Bei allen schwierigen Phasen, die wir naturgemäß auch hatten – ich habe Sie stets gern getroffen und gesprochen. Ich bedaure sehr, dass dies nun nur noch selten der Fall sein wird, und hoffe, dass der Kontakt nicht gänzlich abreißt.

Bleiben Sie uns gewogen – das ist die Botschaft unseres Abschieds. Auf Ihr Riesen-Wohl!

Ein Mitarbeiter ist erst seit kurzer Zeit in der Firma: Abschiedsrede ja oder nein?

Häufig werden Abschiedsreden nur von Mitarbeitern gehalten, die schon seit vielen Jahren einem Betrieb zugehörig sind. Wer in der Probezeit schon wieder kündigt, muss an seinem letzten Tag keine Rede halten. Falls ein Mitarbeiter nur ein oder zwei Jahre in einem Unternehmen beschäftigt war, in dieser kurzen Zeit aber ein sehr gutes Verhältnis zu den Kollegen aufgebaut hat, kann er natürlich trotzdem eine Rede zur Verabschiedung halten. Auch als Chef oder Kollege zum Abschied einige Worte über ihn zu sagen, kann passend sein.

Hier entscheiden die individuelle Situation, die Größe der Firma und die Bedeutung des Mitarbeiters darüber, ob eine Rede angebracht ist oder nicht. In einem riesigen Konzern mit einer hohen Fluktuation kann in der Regel nicht jeder einzelne Mitarbeiter von Vorgesetzten mit einer Rede verabschiedet werden. Hier ist Augenmaß gefragt. Den Mitarbeitern steht es natürlich frei, an ihrem letzten Tag zu ihren engsten Kollegen zu sprechen.

Was gilt im Verein?

Wenn Personen nur für kurze Zeit Mitglied im Verein waren, müssen sie nicht zwingend mit einer Vereinsrede verabschiedet werden. Falls sie aber in dieser kurzen Zeit außerordentliches geleistet haben, freuen sie sich in jedem Fall über ein paar nette Worte zu ihrem Ausscheiden.

Ein Mitarbeiter verlässt das Unternehmen im Schlechten: Abschiedsrede ja oder nein?

Kündigung Arbeitgeber

Beispiele für ein Abschiedsrede nach einer ausgesprochenen Kündigung gibt es selten, denn darauf sollte man verzichten © Billion Photos – shutterstock

Wenn einem Mitarbeiter gekündigt wird oder er sich mit Vorgesetzten oder Kollegen überworfen hat, ist eine Abschiedsrede eine sensible Angelegenheit. Lobeshymnen wären unangebracht und wenn es nichts Positives zu sagen gibt, sollte auf die Rede verzichtet werden. In einigen Unternehmen ist es üblich, Mitarbeiter mit Reden zu verabschieden. In so einem Kontext kann der persönliche Fall mit dem Vorgesetzten geklärt und gemeinsam über eine Rede entschieden werden.

Abschied aus gesundheitlichen Gründen

Verabschiedet sich ein Mitarbeiter aus gesundheitlichen Gründen aus der Firma, ist das eine sensible Angelegenheit. Bei der Rede zum Abschied aus dem Berufsleben ist Fingerspitzengefühl gefragt und man sollte den Fokus auf die guten Wünsche für den weiteren Lebensweg legen. Auch das Angebot, dem scheidenden Mitarbeiter zur Seite zu stehen, kann in so einem Fall passend sein. Die Stimmung ist bei so einem Abschied selten ausgelassen. Dies sollten Sie beim Aufbau der Rede berücksichtigen.

Zusammenfassung: Das sollten Sie bei einer Abschiedsrede berücksichtigen

Ob es sich nun um ihren eigenen Abschied oder eine Rede für jemand anderen handelt: Der Aufbau einer Rede zur Verabschiedung ist häufig ähnlich. Ein Rückblick auf die Zeit im Unternehmen oder Verein ist ebenso Bestandteil der Rede wie ein Ausblick in die Zukunft. Bringen Sie in Abschiedsreden Beispiele zu unvergesslichen Geschehnissen und unterhaltsame Anekdoten mit ein oder lockern Sie die Rede durch lustige Geschichten auf. Sie werden sehen, wie aufmerksam Ihre Zuhörer der guten Abschiedsrede folgen.

Eine wohlwollende Betonung ist dabei wichtig , der aber nicht in Lobhudelei umschlagen sollte. Bleiben Sie realistisch und vor allem persönlich. Eine direkte Ansprache und eine natürliche Sprache sind wichtige Mittel, um die Botschaft in der Rede zur Verabschiedung erfolgreich zu platzieren. Ob Sie Ihre Rede gründlich ausarbeiten oder sie aus dem Stegreif halten, hängt vom Rahmen und Ihren Fähigkeiten als Redner ab.

Redaktion redenwelt.de

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