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Humor in der Rede
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Reden mit Humor
| Inhalt 7 Humortechniken: Wie Sie Menschen zum Lachen bringen, ohne Witze zu erzählen1. Bilden Sie Analogien 2. Nutzen Sie Zitate 3. „Erzählen“ Sie einen Cartoon 4. Lesen Sie aus Briefen oder Gedichten vor 5. Ergänzen Sie Ihre Auflistung 6. Bringen Sie eine lustige Definition 7. Erfinden oder „entschlüsseln“ Sie Abkürzungen Wenn Sie gern einen guten Witz in Ihre Rede einbauen 1. Welche Witze sind geeignet? 2. Witze nicht ankündigen– lieber damit überraschen Humor für Fortgeschrittene: Intensivkurs Rhetorik |
Wer zuletzt lacht, lacht am besten …
... und das sind Sie als Redner(in) – vorausgesetzt, Sie haben es vorher geschafft, Ihr Publikum zum Lachen zu bringen und es damit auf Ihre Seite zu ziehen. „Lache, und man lacht mit dir, schnarche – und du schläfst allein!“, warnte der englische Schriftsteller Anthony Burgess (1917-93). Und es stimmt: Wenn das Publikum Ihre Rede „zum Einschlafen langweilig“ findet, ist die Rede zu abstrakt oder zu trocken – oder beides. Dann sitzt bald nur noch die körperliche Hülle des Zuhörers vor Ihnen – seine Gedanken aber sind längst auf Wanderschaft.
Dagegen hilft Humor, gerade auch dann, wenn das Thema ernst oder die Atmosphäre gespannt ist. Lachen macht fit und ist ideal gegen Stress: Es erfrischt Redner und Zuhörer körperlich und geistig. Doch das Wichtigste für Sie als Redner(in): Miteinander zu lachen, das erzeugt jenes „Wir-Gefühl“, das Zuhörer menschlich zusammenschweißt und besonders aufgeschlossen stimmt, auch Neues, Ungewohntes anzuhören.
Bereits in der Antike formulierten Redner den inzwischen klassischen Tipp, den international erfolgreiche Rhetoriker bis heute als erstes und höchstes Gebot beherzigen: „Lass die Menschen
zuerst einmal lachen! Das macht sie offen für deine Ideen und zieht sie auf deine Seite.“
Wir werden Ihnen in diesem Kapitel zeigen, wie Sie als Redner(in) Ihr Publikum zum Lachen bringen. Es muss längst nicht immer ein Witz sein, der für gute Stimmung sorgt. Sie werden staunen, wie viele andere und bessere Möglichkeiten es gibt, amüsant zu sein. Aber natürlich kommt der „klassische“ Witz deswegen nicht zu kurz – lesen Sie auch die wichtigsten Tipps
7 Humortechniken: Wie Sie Menschen zum Lachen bringen, ohne Witze zu erzählen
Sie können einfach keine Witze erzählen?
Das macht nichts!
Witze sind nicht jedermanns Sache
Zwar sind Witze unterhaltsam, und alle Welt bewundert Menschen, die sie treffsicher erzählen
können, aber Witze sind nicht jedermanns Sache, schon gar nicht am Rednerpult. Und so hegt mancher Redner sein Leben lang in sich die heimliche Sehnsucht, witzig und spritzig zu sein, aber er weiß nicht, wie. Er weiß nur eines: „Witze erzählen kann ich nicht!“ – Na und?!
Humor ist nicht gleichbedeutend mit Witze-Erzählen. Wie man die Menschen auch auf andere Arten zum Lachen bringen kann, zeigen Ihnen unsere 7 Humortechniken.
1. Bilden Sie Analogien
Statt Witze: humorvolle Parallele
Die Analogie ist ein Gedankenschluss: Wenn bei zwei grundsätzlich verschiedenen Situationen
einige Merkmale übereinstimmen, schließen wir daraus, dass die Situationen insgesamt miteinander vergleichbar sind. Der Redner, der amüsant formulieren will, versucht also, seinem Publikum eine ernste Sache nahe zu bringen, indem er eine Parallele benutzt – eine Parallele,bei der es unterhaltsamer zugeht. Der Zuhörer wird dann den Analogieschluss ziehen: von der humorvollen Parallele auf den tieferen, ernsten, eigentlichen Sinn. Ein Beispiel:
| Beispielgeschichte: Die vierte Klasse einer internationalen Schule will ein Picknick machen. Jedes Kind soll etwas mitbringen. Am Tag des Ausflugs tragen die Schüler ihre Sachen zusammen: Der kleine Franzose hat ein Baguette mitgebracht, der Schweizer ein großes Stück Käse, der Italiener Parmaschinken– und der Schotte hat seinen Bruder mitgebracht. |
Unterhaltsam statt belehrend
Die Geschichte bezieht ihren Reiz und Effekt aus einer Parallele: dass nämlich nicht nur Sachen
mitgebracht werden können, sondern auch Menschen. Das Ergebnis kann dann allerdings gegenteilig sein: Während in unserer Geschichte das Beisteuern von Lebensmitteln der Gruppe nützt, „schadet“ das Mitbringen von Geschwistern, also „Mit-Essern“.
In der Realität kommt es oft zu ähnlichen Situationen: Während der eine Teil eine Gemeinschaft (etwa einen Verein oder ein Team) durch persönlichen Einsatz voranbringt, nutzt der andere Teil die
Vorteile der Gruppe aus, ohne selbst etwas beizusteuern. Diesen Gedanken drückt die Geschichte
bildhaft aus. Der Redner hätte das auch direkt sagen können – dann hätte es belehrend, vorwurfsvoll und abstrakt gewirkt. Durch die Parallelziehung wirkt es unterhaltsam, anschaulich
und überraschend.
| Beispiel: Bemerkung hinzufügen Natürlich brauchen Sie nicht immer gleich eine ganze Geschichte zu erzählen. Manchmal reicht schon ein Satz. Sie können Überraschungseffekte erzielen, indem Sie ein Wort verändern oder eine trockene Bemerkung hinzufügen. Wie es zum Beispiel in folgender Zeitungsanzeige zu lesen war: „Mann zum Heiraten gesucht. Gerne auch Second-hand.“ Hier gelingt es mit einem simplen Nachsatz, Männer – auf liebevolle Art – mit Gegenständen gleichzusetzen. |
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