Wie Sie mit Atemtechnik Ihre Stimme verbessern
- Kategorie/n: Rede-Vorbereitung und Rede-Aufbau
Für Sie als Redner geht es in erster Linie darum, glaubwürdig und authentisch zu kommunizieren.
Doch Ihre Argumente können noch so gut sein: Ohne eine überzeugende Stimme werden Sie sie nicht glaubwürdig vermitteln können. Viele Führungskräfte könnten sich teure und aufwändige Management-Seminare sparen, wenn sie bereit wären, an ihrer Stimme zu arbeiten.
Durch regelmäßiges und intensives Training können Sie Ihre Stimme verbessern. Hier liegt das größte Potenzial, um die Wirkung Ihrer Vorträge, Reden und Gespräche zu optimieren.
Nervosität, Lampenfieber und Stress sind häufig die Ursachen für eine wenig überzeugende Sprechweise. Die Stimme klingt eng und ängstlich. Oft ist dieses Phänomen verbunden mit einer schnellen, eintönigen Sprechweise.
Eine entspannte Grundhaltung ist daher für alle Übungen eine wichtige Voraussetzung. Nehmen Sie sich daher zunächst zwei Minuten Zeit, um sich zu entspannen. Schütteln Sie alles ab, was Sie im Laufe des heutigen Tages geärgert und „gestresst“ hat.
Eine besonders gut geeignete Übung ist der „Kutschersitz“: Setzen Sie sich auf einen Stuhl, und zwar möglichst weit an die vordere Kante. Stellen Sie die Beine schulterbreit auseinander. Neigen Sie den Kopf und den Oberkörper leicht nach vorn. Stützen Sie sich mit den Unterarmen auf den Oberschenkeln ab und lassen Sie die Hände locker hängen, ohne dass sie sich berühren. Der Kopf hängt leicht nach unten, ohne dass sich Ihre Nackenmuskulatur anspannt. Schließen Sie die Augen, genießen Sie die Ruhe. Lassen Sie die Gedanken aus Ihrem Kopf heraus, und werden Sie langsam ruhig.
Beginnen Sie danach mit den folgenden drei Atemübungen, die Ihnen helfen, Ihre Atmung bewusster wahrzunehmen und effektiver für Ihr Sprechen zu nutzen:
- bewusste Wahrnehmung der Atmung
- Atemübung im Stehen
- Steigerung der Atemkapazität
1. Bewusste Wahrnehmung der Atmung
Legen Sie sich flach auf den Rücken. Ihre Arme liegen seitlich neben dem Körper, die Handflächen nach unten. Lassen Sie die Fußspitzen leicht nach außen fallen.
Schließen Sie die Augen. Atmen Sie jetzt bewusst durch die Nase ein und durch den Mund aus. Lassen Sie nach jedem Ausatmen eine kurze Pause entstehen. Versuchen Sie nicht, Ihre Atmung zu steuern. Lassen Sie sich atmen.
Ihr Gehirn steuert die Atmung. Auch im Schlaf können Sie sich auf die „automatische Atemsteuerung“ verlassen. Konzentrieren Sie sich nur auf die bewusste Wahrnehmung der Atmung.
Legen Sie nun die Hände auf den Bauch, etwa in Höhe des Bauchnabels. Spüren Sie, wie sich die Bauchdecke beim Einatmen hebt und beim Ausatmen senkt! Genießen Sie Ihre Atmung, vor allem die Ausatmung, denn sie bedeutet Entspannung. Spüren Sie die Kraft und Energie der Atmung. Spüren Sie, wie der Sauerstoff Ihrem Körper neue Energie gibt. Genießen Sie die Ruhe und Stille um sich herum.
2. Atemübung im Stehen
Stellen Sie sich hin. Die Füße stehen etwa 10 bis 15 Zentimeter auseinander. Versuchen Sie, eine Position zu finden, in der Sie eine gute Bodenhaftung haben. Finden Sie Ihre Mitte und richten Sie den gesamten Körper auf. Vor allem die Streckung und das Aufrichten des Oberkörpers sind wichtig, damit die Bauch- und Brustmuskulatur für die Atmung genutzt werden können.
Achten Sie darauf, dass Ihr Bauch nicht durch zu enge Kleidung oder einen Gürtel behindert wird.
Atmen Sie durch die Nase ein. Spüren Sie Ihre Atmung. Die Einatmung durch die Nase ist wichtig, weil die Luft durch die Nasenhärchen gesäubert und gefiltert wird und gleichzeitig durch die Nasenschleimhäute angewärmt und angefeuchtet wird.
Legen Sie eine kurze Pause ein, bevor Sie ausatmen. Es geht nicht darum, die Luft gepresst zurückzuhalten. Versuchen Sie, die Einatmung durch eine kurze Pause von der Ausatmung zu trennen.
Atmen Sie durch den Mund aus. Lassen Sie dabei die Luft hörbar auf den Konsonanten „f“ herausfließen.
Drücken Sie die Luft nicht heraus, lassen Sie sie herausfließen. Nach Beendigung der Ausatmung entsteht eine kurze Pause, bevor die Luft dann wieder durch die Nase eingeatmet wird.
Legen Sie die Hände während dieser Übung locker auf Ihren Bauch. Spüren Sie, wie sich der Bauch während Ihrer Atmung verändert: Beim Einatmen tritt die Bauchdecke hervor, beim Ausatmen sinkt sie ein.
3. Steigerung der Atemkapazität
Gehen Sie im Raum umher. Atmen Sie dabei drei Schritte lang ein und 15 Schritte lang aus. Wiederholen Sie diese Übung zehnmal.
Steigern Sie dann die Einatmung auf vier und die Ausatmung auf 18 Schritte. Wiederholen Sie die Atmung mit dieser Frequenz ebenfalls zehnmal.
Steigern Sie dann die Einatmung auf fünf und die Ausatmung auf 21 Schritte. Wiederholen Sie diese Frequenz ebenfalls zehnmal.
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