11 Top Rede-Einstiege für Ihren gelungenen Vortrag
- Kategorie/n: Rede-Vorbereitung und Rede-Aufbau
„Guten Tag, meine Damen und Herren. Mein Name ist Gerd Müller, und ich freue mich besonders, heute vor Ihnen sprechen zu dürfen. Die geplante Zeit reicht leider nicht aus, um Ihnen alle Informationen mit auf den Weg zu geben …“
Stopp! Machen Sie es besser!
Lesen Sie hier, wie Sie einen mitreißenden, spannenden Anfang für Ihren Vortrag finden – und Ihre Zuhörer so garantiert fesseln und für sich gewinnen.
Mit guten Vorbereitungen zum Erfolg
Warum die ersten Minuten Ihres Vortrags so entscheidend sind: Der amerikanische Schriftsteller Mark Twain (1835 – 1910) brachte es auf den Punkt: „Eine gute Rede hat einen guten Anfang und einen guten Schluss – und beide sollten möglichst dicht beieinander liegen.“
Die Einleitung hilft Ihnen, ein gutes Verhältnis zu Ihrem Publikum herzustellen. Kein Zuhörer will sich von einem „Fremden“ überfallen lassen. Mit einem pfiffigen Einstieg brechen Sie das Eis und gewinnen Ihre Zuhörer in den ersten 100 Sekunden, spätestens aber nach drei Minuten. In der Folge wird man Ihnen viel lieber zuhören und das Gesagte leichter aufnehmen.
Aber auch Sie selbst profitieren: Mit einem guten Einstieg können Sie die entstehende Atmosphäre des Wohlwollens sofort spüren und sich davon tragen lassen. Das gibt Ihnen von Anfang an Sicherheit – und vertreibt Ihr Lampenfieber.
Bereiten Sie Ihren Rede-Anfang gut vor Nehmen Sie sich genügend Zeit, um einen wirkungsvollen Einstieg für Ihren Vortrag zu finden. Erfolgreiche Präsentatoren arbeiten oft Stunden an den ersten Sätzen ihrer Rede.
Nehmen Sie sich Hans-Olaf Henkel, Ex- BDI-Chef und heutiger Präsident der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz in Berlin, zum Vorbild: Für jede Minute Redezeit rechnet er mit einer Stunde Vorbereitung.
Die Zeit nimmt er sich, denn „ich kann keine Rede überzeugend halten, die andere für mich vorbereitet haben“.
11 Top-Einstiege für Ihren gelungenen Vortrag
Nutzen Sie die Chancen, die Ihnen ein gelungener Rede-Einstieg bietet. Wählen Sie Ihren persönlichen Favoriten aus den folgenden elf Einstiegsvarianten aus.
1. Top-Einstieg: aktuell
Greifen Sie zu Beginn Ihrer Rede eine aktuelle Nachricht, eine Neuheit oder ein Ereignis auf. Informationen, die Ihre Zuhörer schon einmal gehört haben oder deren Hintergrund sie kennen oder ahnen, wecken unwillkürlich ihr Interesse.
Verwenden Sie als Quellen aktuelle Ereignisse aus den Nachrichten oder der Zeitung: „In der heutigen Ausgabe des „Handelsblatts“ steht auf der ersten Seite …“ – „In den Nachrichten heute Morgen …“
Brisante Branchen-Infos, die vielleicht erst wenige kennen: „Die Gesellschaft für … hat gestern eine neue Statistik veröffentlicht, die besagt …“
Ein spontanes Ereignis aus dem Teilnehmerkreis, im Rahmen Ihrer Anreise oder aus Ihrem Unternehmen: „Heute Morgen sagte mir unser jüngster Mitarbeiter …“ – „Gestern Abend im Flugzeug traf ich auf …“
Beispiel:
Ein Politiker machte es einmal folgendermaßen: „Ich bin den Ausführungen meines Vor-Redners gefolgt und habe mir alle seine guten Argumente auf dieses Blatt geschrieben“ – und hielt dabei ein weißes, leeres Blatt hoch. Nicht ganz fair, aber aktuell – und wirkungsvoll!
2. Top-Einstieg: heiter
Durch den Einstieg mit Humor schaffen Sie eine entspannte Atmosphäre, gewinnen persönlich an Sympathie und Akzeptanz.
Die Wirkung ist also groß, die Gefahr aber leider auch: Witze, Scherze oder Anekdoten müssen sitzen, um zu wirken.
Ist der Witz unpassend oder die Anekdote verpatzt, erzeugen Sie mehr Befremden als Wohlwollen.
Proben Sie einen humorvollen Einstieg also unbedingt (am besten vor Kollegen, Freunden oder der Familie), bevor Sie ihn in die Tat umsetzen.
Wichtig: Humorvolles wirkt erst richtig, wenn Ihr Publikum es nicht erwartet. Kündigen Sie deshalb nie an: „Hier eine nette Geschichte“ oder „Etwas Lustiges, das mir letztens passiert ist …“ Und verzichten Sie auch im Anschluss auf Überleitungen wie: „Und nun zurück zum Thema.“
4 Möglichkeiten für einen heiteren Rede-Einstieg:
- „Wird man unerwartet gebeten, eine Rede zu halten, so erschrecke man nicht, sondern fasse sich. Aber kurz! – Genau das will ich jetzt tun …“ (Zitat von Heinz Erhard, 1909 – 79, deutscher Komiker)
- „Sepp Herberger, als deutscher Fußballtrainer 1954 verantwortlich für das ,Wunder von Bern‘, hatte die Gabe, große Worte in einfache Sätze zu packen. Zum Beispiel: ,Die Leute gehen ins Stadion, weil sie nicht wissen, wie es ausgeht.‘ Richtig. Und dieselbe Situation haben wir heute auch: Wir haben 45 Minuten Zeit, gleichsam eine Halbzeit, und niemand von uns weiß, zu welchem Ergebnis wir kommen werden. Noch ist alles offen. Es wird also spannend!“
- „,Darf ich Sie fragen, wann eine Familie in Ordnung ist? Was meinen Sie?‘ Der amerikanische Humorist Will Rogers (1879 – 1935) beantwortete die Frage so: ,Eine Familie ist in Ordnung, wenn man den Papagei unbesorgt verkaufen kann.‘ Das gilt auch für unser Unternehmen/unsere Abteilung/unser Team. Diesen Hinweis sollten wir beachten, wenn wir jetzt in unsere Besprechung einsteigen.“
- „Mario Adorf hat offenbar einschlägige Erfahrungen mit Vorträgen, insbesondere mit Tischreden. Er hob einmal lobend hervor: „Reden auf Vegetarier-Banketten sind erfreulich kurz, weil man Angst hat, dass sonst das Essen verwelkt.“ Stellen wir uns also vor, wir seien auf einem Treffen von Vegetariern mit entsprechend frischen, knackigen, aber vor allem kurzen Wortbeiträgen.“
3. Top-Einstieg: klassisch
Eröffnen Sie Ihren Vortrag mit einem Zitat oder Aphorismus und stellen Sie dabei den Bezug zu Ihrem Thema her. Wenn Sie bekannte Autoritäten zu Wort kommen lassen, steigt der Wert Ihrer Aussagen, und die Glaubwürdigkeit Ihrer Person nimmt zu. Sie geben Ihren Zuhörern das Gefühl, dass sie den Ansichten der größten Fachleute folgen, wenn sie Ihnen zustimmen.
6 Beispiele für einen klassischen Rede-Einstieg:
- „,Hier stehe ich, ich kann nicht anders.‘ Diese Worte soll Martin Luther 1521 seinem kirchlichen Ankläger entgegengeschleudert haben. Beinahe 500 Jahre später geht es mir ganz ähnlich. Hier stehe ich nun vor Ihnen und kann nicht anders, als … (Ihnen zu danken/zu gratulieren/Sie zu informieren …)“
- „Von einem bekannten Maler, dem Spanier Salvador Dalí, stammt das Motto: ,Wer interessieren will, muss provozieren.‘ Ich möchte ausprobieren, ob seine Behauptung stimmt, und beginne mit einigen provozierenden Thesen zu unserem Thema …“ Salvador Dalí, surrealistischer Maler, 1904 – 89
- „Sie alle kennen vermutlich Bob Dylan. Zur Qualität seiner Songtexte bemerkte er einmal: ,Ich sage nur, so gut ich kann, was mir durch den Kopf geht.‘ Diesen Satz will ich meinen Ausführungen voranstellen und Ihnen sagen, was mir durch den Kopf geht. Und zwar zum Thema …“ Bob Dylan, *1941, US-amerikanischer Rockmusiker
- „Von Jean Paul Sartre stammt der Satz: ,Erzählen heißt: der Wirklichkeit zur Wirksamkeit verhelfen.‘ Für einen Philosophen hat er sich recht klar und verständlich ausgedrückt, nicht wahr? Also folgen wir seinem Appell. Ich werde Ihnen jetzt in wenigen Worten präsentieren …“ Jean Paul Sartre, 1905 – 80, französischer Philosoph und Schriftsteller
- (Antritt eines neuen Mitarbeiters:) „,Für mich ist es eine grauenhafte Vorstellung, dass sich eines Montags die Türen der Chefetage nicht mehr öffnen, weil alle in Pension gegangen sind. Ich muss also rechtzeitig die zum Unternehmen passenden Menschen finden.‘ Dieser Satz stammt vom Unternehmer August Oetker. Ich freue mich, Ihnen heute einen neuen, zum Unternehmen passenden Menschen vorstellen zu dürfen …“ Zitat von August Oetker, *1944, Vorsitzender der Geschäftsführung Oetker Nahrungsmittel
- „Ich möchte mit den Worten eines Meisters der geschliffenen Sprache in unser Gespräch einführen: denen von Mark Twain. Er stellte einmal fest: ,Der Unterschied zwischen dem richtigen Wort und dem beinahe richtigen ist derselbe wie zwischen einem Blitz und einem Glühwürmchen.‘ Ich freue mich nun auf viele Geistesblitze, erhellend, klar und energiegeladen!“ Mark Twain, 1835 – 1910, US-amerikanischer Schriftsteller und Journalist
4. Top-Einstieg: aggressiv
Rütteln Sie Ihr Publikum durch einen aggressiven, provozierenden Einstieg auf. Sie erhalten dadurch unverzüglich das ungeteilte Interesse Ihrer Zuhörer.
Legen Sie nach Ihren ersten Worten eine kurze Pause ein (zwei bis drei Sekunden), um die Wirkung zu steigern. Schwächen Sie dann die Provokation ab und führen Sie in das Thema ein.
Wichtig: Vermeiden Sie die persönliche Provokation der Zuhörer. Diese würde derart negative Emotionen hervorrufen, dass Sie sie auch mit einer brillanten Präsentation nur schwer ausgleichen könnten.
4 Beispiele für einen provozierenden Rede-Einstieg
- „Im Jahr 1951 erlebte Deutschland einen handfesten Skandal. Hildegard Knef war in dem Film ,Die Sünderin‘ doch tatsächlich ganz unbekleidet zu sehen. Das war bis dahin unvorstellbar und damit ungeheuerlich im prüden Nachkriegsdeutschland. Die Zeiten haben sich seitdem gründlich verändert. Wir können uns deshalb ganz ungeniert den nackten Tatsachen zuwenden, nämlich den Fakten, die heute auch recht ansehnlich sind.“
- „Jeder kennt wohl Dieter Bohlen. Neben Superstar-Suche, Müller- Milch und Co. stürmte er mit einem Pamphlet mit dem Titel ,Nichts als die Wahrheit‘ die Bestsellerlisten. Auch ich sage heute nichts als die Wahrheit – nur nicht so reißerisch! Und ich haue dabei auch niemanden in die Pfanne …“
- „Vor rund zehn Jahren bezeichnete der damalige Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Hilmar Kopper, den durch die Pleite des Baulöwen Schneider entstandenen Schaden von damals 50 Millionen D-Mark als ,Peanuts‘ (= Erdnüsse). Bei uns geht es heute nicht um Peanuts, sondern um eine wirklich harte Nuss, die wir gemeinsam knacken müssen.“
- „Erinnern Sie sich noch an das Versprechen der Politik: ,Denn eines ist sicher: die Rente‘? Der damalige Bundesarbeitsminister Norbert Blüm startete 1986 eine Plakataktion mit diesem Slogan, um uns zu beruhigen. Wir alle wissen inzwischen, was davon zu halten ist: wenig, sehr wenig. Hüten wir uns also vor plakativen Aussagen, die der komplexen Wirklichkeit nicht standhalten …“
5. Top-Einstieg: überraschend
Versetzen Sie Ihr Publikum in Erstaunen – mit einem Einstieg, der zunächst einmal nichts mit Ihrem Thema zu tun hat.
4 Beispiele für überraschende Rede-Einstiege
- „Fernsehkommissare brauchen immer ungefähr eine Stunde, um auch die kniffligsten Fälle zu lösen: Konzentriert und routiniert stellen sie immer die richtigen Fragen – und bekommen von den richtigen Leuten die richtigen Antworten, aus denen sie wiederum die richtigen Schlüsse ziehen. Dieses Vorbild soll uns heute anspornen.“
- „Wer je in einer Warteschleife einer Telefon-Hotline auf Rat und Auskunft gewartet hat, weiß, was wahre Verzweiflung ist. Bereits vor 50 Jahren (1959) wurde das weltweit erste Callcenter von der Firma Nestlé eingerichtet: das Maggi- Kochstudio. Was damals mit fünf Telefonen und dem Angebot von Kochrezepten begann, hat sich zu einem eigenständigen Dienstleistungssektor entwickelt. In Deutschland sind circa 1,5 Millionen Servicenummern registriert. Hier und heute brauchen Sie aber weder zu warten noch für die Auskunft zu zahlen …“
- „Heute geht es bei uns ganz ähnlich zu wie bei dem populären Fernsehmoderator Günther Jauch in seiner Quizsendung ,Wer wird Millionär?‘. Es gibt einige schwierige Fragen, auf die wir Antworten finden müssen – allerdings ohne dass uns sofort ein großer Geldbetrag als Belohnung winkt.“
- „Der Aktionskünstler Christo erregt mit seinen Verpackungen immer wieder weltweit Aufsehen. Der Zweck seiner Übungen: einen neuen, anderen Blick auf Bekanntes zu gewinnen. Daran sollten wir unsere Überlegungen heute ausrichten – die Dinge einmal mit anderen Augen, aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.“ Christo, *1935, bulgarisch-amerikanischer Künstler
6. Top-Einstieg: ernst
Mit dem ernsten Einstieg sprechen Sie unverzüglich das zentrale Element Ihres Vortrags an. Springen Sie direkt ins Thema! Das ist besonders dann geeignet, wenn Ihre Qualifikation unbestritten ist oder der Gegenstand Ihrer Ausführungen besonders attraktiv.
Benennen Sie dazu im ersten Satz Ihr Thema, möglichst kurz und unter Verwendung geeigneter Schlüsselwörter.
4 Beispiele für einen ernsten Rede-Einstieg
- „Kosten senken ohne negative Nebenwirkungen – das ist unser Anliegen.“
- „Innovationen? Sicher. Aber wie?“
- „2009: Ein Jahr voller Probleme, Aussichten, echter Chancen.“
- „Nur drei Dinge sind entscheidend: Leistung, Gewinn, Zukunft.“
7. Top-Einstieg: Nutzen versprechend
Stellen Sie Ihrem Publikum gleich zu Beginn ein lockendes, positives Ziel in Aussicht und machen Sie ihm den Nutzen des Zuhörens deutlich. Was werden die Anwesenden davon haben, Ihnen zuzuhören?
4 Beispiele für einen Nutzen versprechenden Rede-Einstieg
- „Die folgenden 30 Minuten werden Ihnen vier neue Wege zeigen, mit weniger Aufwand mehr zu erreichen.“
- „Schon nach zehn Minuten werden Sie wissen, wie Sie …“
- „Meine ersten drei Vorschläge werden Ihnen sofort zeigen, dass …“
Um eine Schleife vom Anfang bis zum Ende Ihres Vortrags zu binden, können Sie das Nutzenversprechen auch auf den Schluss hin ausdehnen:
- „Am Ende dieser Darstellung werden Sie mindestens zehn gute Ideen bekommen haben, um Ihre Mitarbeiter wirklich zu motivieren.“
8. Top-Einstieg: anerkennend
Begrüßen Sie Ihre Zuhörer mit außergewöhnlicher, natürlich ehrlich gemeinter Anerkennung. Damit brechen Sie auf jeden Fall das Eis, denn Sie werten Ihr Publikum auf.
3 Beispiele für einen anerkennenden Rede-Einstieg
- „Über 1.000 Jahre technische Erfahrung sitzen hier im Saal. Jeder von Ihnen, 100 Personen insgesamt, hat durchschnittlich zehn Jahre Erfahrung, wenn nicht mehr.“
- „Wie sagte schon der Dirigent Herbert von Karajan: ,Jede künstlerische Leistung ist ein Sieg über die menschliche Trägheit.‘ Angesichts der vielen Arbeit, die Sie alle in unser Projekt gesteckt haben, hoffe ich nun nicht unbedingt auf ein künstlerisch wertvolles, aber doch auf ein schönes Ergebnis.“ Herbert von Karajan,1908 – 89, österreichischer Dirigent
- „Eine der Prognosen des ersten deutschen Bundespräsidenten Theodor Heuss wurde sehr bekannt. Ich zitiere: ,Eines Tages werden Maschinen vielleicht nicht nur rechnen, sondern auch denken. Mit Sicherheit aber werden Sie niemals Fantasie haben.‘ Mit diesen Worten lade ich Sie nun ein, Ihre Fantasie einzusetzen, um …“ Theodor Heuss, 1884 – 1963, von 1949 – 59 Bundespräsident
9. Top-Einstieg: fragend
Mit einer Frage zu Beginn Ihres Auftritts erreichen Sie mehrere Ziele gleichzeitig: Sie stellen Kontakt zum Publikum her, wecken gezielt Interesse, erkunden die Erwartungshaltung und bauen Ihre eigenen Spannungen ab.
Wichtig: Wenn Sie keine langatmigen Antworten oder Diskussionen provozieren wollen, stellen Sie geschlossene Fragen (die nur mit „ja“ oder „nein“ zu beantworten sind) oder Schätzfragen („Was glauben Sie, wie viele Taschenmesser besitzt der typische Bundesbürger?“ – „Was denken Sie: Wie viel Prozent der Anwesenden haben noch nie etwas von XY gehört?“).
Beispiel für einen fragenden Rede- Einstieg: „Wen geht es an, wenn so viele Menschen in die Arbeitslosigkeit entlassen werden? Sind wir nicht alle davon direkt oder indirekt betroffen? Sollten wir nicht einige Minuten Überlegung dazu aufbieten, wie diesem Phänomen – zumindest in unserem Unternehmen – Einhalt zu gebieten ist?“
10. Top-Einstieg: effektvoll
Ein spannender Anfang kann auch ein Sketch sein, den Mitarbeiter oder Kollegen vorführen (etwa eine Kundenreklamation). Oder Sie führen selbst etwas vor, zeigen Dias oder einen kurzen Film, eine Karikatur oder Illustration oder natürlich einen Gegenstand (Ihr Produkt). All diese Einstiegsmöglichkeiten garantieren Ihnen die höchste Aufmerksamkeit.
Wichtig: Setzen Sie Medien als Einstieg immer nur kurz ein, um eine träge Konsumentenhaltung der Zuhörer zu vermeiden. Das gilt besonders, wenn Sie den Raum verdunkeln müssen. Achten Sie auch darauf, dass der akustische oder optische Effekt von allen Anwesenden einfach zu sehen oder zu verstehen ist – sonst verpufft die Wirkung.
11. Top-Einstieg: aktivierend
Warum müssen Sie die ersten Worte finden? Lassen Sie doch Ihr Publikum eröffnen – oder tun Sie es mit einem Ihrer Zuhörer zusammen. Der Top-Kommunikationstrainer Heinz Goldmann empfiehlt die folgenden, allesamt erfolgreich vor Publikum getesteten Aktivierungsstrategien:
1. Abstimmung: „Wer von Ihnen ist entschieden für saubere Luft in den Städten?“ Da Sie sich vorher denken können, dass die Mehrheit der Anwesenden für saubere Luft stimmen wird, können Sie Ihre weiteren Sätze auf diesem Abstimmungsergebnis aufbauen.
Variante: „Nehmen Sie bitte ein Blatt Papier zur Hand, und schreiben Sie ein Wort auf, das Ihnen zum heutigen Thema ,Teamkonflikt‘ einfällt.“ – „Wer von Ihnen hat sinngemäß einen der beiden Begriffe ,schlimm‘ oder ,Lösung finden“ geschrieben? Bitte Hand hoch. Sicherlich über 80 Prozent. Also, lasst uns suchen. Denn die Lage ist schlimm.“
2. Dialog mit einzelnen Teilnehmern: Sie wollen über neue Sicherheitsbestimmungen im Betrieb reden und haben gehört, dass Herr Weber gestern im Flur gestolpert ist: „Herr Weber, erzählen Sie einmal, was Ihnen gestern passiert ist.“
3. Teilnehmer miteinander bekannt machen: „Haben Sie schon Ihren Nachbarn begrüßt? Fragen Sie ihn doch einmal, warum er hier ist.“ So schaffen Sie Kontakt unter den Teilnehmern, lockern die Stimmung auf und haben sofort eine kommunikative Gruppenatmosphäre hergestellt.
Variante: „Schreiben Sie bitte das erste Wort auf, das Ihnen zu unserem Thema XY in den Sinn kommt. Und jetzt vergleichen Sie einmal Ihr Ergebnis mit dem Ihres Nachbarn.“
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