Redner-Knigge
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Knigge: Was Sie bei der protokollarischen Rangfolge beachten müssen
Wenn Sie als Gastgeber einer Veranstaltung auftreten, ist kaum eine Frage so heikel wie die Entscheidung über die Rangfolge wichtiger Persönlichkeiten.
Viel hängt davon ab. In welcher Reihenfolge begrüßen Sie die Gäste, welcher Redner spricht zuerst, wer zuletzt? Wird dabei gepatzt, hat das böse Folgen: für die Stimmung der Gäste, für den Erfolg Ihrer Veranstaltung und nicht zuletzt auch für Sie. Dieser Beitrag informiert Sie über die sieben wichtigsten Praxisfälle und zeigt Ihnen, was es bei der Aufstellung einer protokollarischen Rangfolge zu beachten gilt.
- Ohne Ordnung geht es nicht
- Die 7 wichtigsten Situationen, in denen es auf eine korrekte protokollarische Rangfolge ankommt
- 6 Kriterien, die Ihnen bei der Aufstellung einer Rangfolge helfen
- Schwierige Rangfolgen
- Brisant und unvollendet: Die staatliche protokollarische Rangfolge
Seit Urzeiten leben Menschen mit dem Rangfolgeprinzip. Häuptlinge und ihre Söhne hatten und haben Vorrang vor gewöhnlichen Stammesangehörigen, Geheimräte erhielten den Vortritt vor anderen Höflingen, Obristen sind höherrangig als Feldwebel, Gesellen haben den Meister über sich, Staatssekretäre sind in der Rangfolge unter den Ministern, Pfarrer und Bischof sind im Glauben eins, im Rang jedoch verschieden.
Böse Zungen behaupten, Rangfolgen würden nur geschaffen, um menschliche Eitelkeiten zu befriedigen und den Neidkomplex anzuheizen. Richtig ist: Leistung, Kompetenz und Autorität werden in unserer Gesellschaft durch die Zuordnung auf einen bestimmten Rangfolgeplatz (zu einer Rangfolgegruppe) gewürdigt und honoriert.
Die Rangfolge gilt jedoch nicht nur als Statussymbol: Für die Gemeinschaft ist sie ein wichtiger Ordnungsfaktor, der die protokollarischen Umgangsformen erleichtert.
Ranggemäße Einteilung – (K)eine Frage der Eitelkeit?
Besteht eine Persönlichkeit auf ranggemäße Einordnung, sollten Sie dies nicht allgemein als reine persönliche Eitelkeit auslegen. Dieses Vorurteil ist weit verbreitet. Die Persönlichkeit vertritt bei beruflichen Anlässen in erster Linie jedoch nicht sich selbst, sondern ihr Unternehmen oder ihre Behörde. Und diese haben ein hohes und berechtigtes Interesse an der protokollgerechten Behandlung, also auch an der ranggemäßen Einordnung ihrer Repräsentanten.
Dies gilt umso mehr, wenn bei einer Veranstaltung ein Gast einziger Vertreter seines Unternehmens oder seiner Behörde ist. Wenn jemand als Einziger seine Institution repräsentiert, ist er sozusagen der verlängerte Arm seines Vorstandsvorsitzenden oder seines Behördenchefs.
Hinzu kommt, dass der erreichte Rang zunächst vorbehaltlos mit Leistung, Kompetenz und Autorität verbunden wird, denen Respekt und Anerkennung der Gemeinschaft entgegenzubringen sind. Aus diesen Gründen ist eine korrekte ranggemäße Einordnung so wichtig.
Privat eher ungezwungen
Wenn von protokollarischer Rangfolge die Rede ist, geht es meist um offizielle berufliche Anlässe. Im privaten Umgang sind die Bräuche bei Weitem weniger förmlich. Rangunterschiede werden hier viel weniger beachtet. Man begegnet sich privat lieber auf einer Augenhöhe, auf der beide Seiten das Zwanglose genießen können: der Höherrangige, weil er sich von der Höhe seines Rosses einmal ganz ungezwungen „unters Volk“ mischen kann, der Niederrangige, weil er sein „Untertanengehabe“ einmal vergessen kann.
Diese Lust auf die Freiheit des Unkonventionellen im Privaten ist übrigens oft auch bei der Wahl der Kleidung zu beobachten.
Auf protokollarische Rangfolge achten
Anders bei offiziellen beruflichen Anlässen. Hier sind die Gäste angehalten, streng auf ihre korrekte protokollarische Einordnung zu achten. Gehen Sie davon aus, dass die nationalen und internationalen Regeln der Rangfolgebildung den meisten im öffentlichen Leben stehenden Persönlichkeiten präsent sind.
Vermeiden Sie Nachlässigkeiten
Fehler der Protokollexperten und Veranstalter werden oft rasch erkannt. Nachlässigkeiten bei der protokollarischen Rangfolge können sich jedoch auf die Würde von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sehr verletzend auswirken, da sie mehr als andere im Blickpunkt der Aufmerksamkeit stehen.
Ordnen Sie einen Gast unter seinem gesellschaftlichen Status ein, kommt dies einer Herabsetzung gleich. Stufen Sie ihn höher ein, als ihm zusteht, wird er hochbeglückt sein. Aber Sie werden sich damit den Zorn all jener Gäste zuziehen, an denen er rangfolgemäßig vorbeigezogen ist.
Die offiziellen Gelegenheiten, bei denen Sie vorher eine protokollarische Rangfolge Ihrer Gäste oder eines Teils Ihrer Gäste vornehmen müssen, sind vielfältig. Es folgt eine Auswahl der sieben wichtigsten und häufigsten Standardanwendungsfälle aus der Protokollpraxis.
| Wichtig: Staatsregeln liefern generelle Hilfestellung |
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