Rede und Vortrag vorbereiten
So vermeiden Sie Pleiten, Pech und Pannen mit exzellenter Redevorbereitung
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Es war die größte Rede, die ich je geschrieben habe – nur leider für das falsche Publikum.“ Dieses Zitat stammt nicht von einem der Ironie verpflichteten Humoristen, sondern von einem erfahrenen Redner und Redenschreiber, der ein solches Debakel einmal erleben „durfte“.
Nur unzureichend vom Veranstalter informiert, hatte er eine Rede für großes Publikum mit Fachkenntnissen vorbereitet – und traf auf junge Schüler der Mittelstufe verschiedener Gymnasien. Dass die so sorgfältig vorbereitete, fast wissenschaftliche Rede nur wenig Anklang fand, muss da nicht verwundern. Tröstlich nur, dass selbst Profis solche Pannen passieren.
Damit Ihre nächste Rede ein voller Erfolg wird, finden Sie in diesem Beitrag die wichtigsten Tipps und Hinweise zur optimalen Vorbereitung Ihrer Rede oder Ihres Vortrags.
Vor der Rede. So bereiten Sie Ihre Rede optimal vor
Nicht nur beim Hausbau gilt: je solider das Fundament, umso sicherer das Haus. Es ist gegenüber dem Publikum mehr als nur bloße Höflichkeit, sich genau auf dessen Erwartungen, Zielsetzungen und Wünsche einzustellen.
Für Sie als Rednerin oder Redner stellt sich damit nämlich auch die Frage nach Erfolg oder Misserfolg Ihrer
Rede! Wenn Sie die folgenden Tipps beachten und die dort gestellten Fragen im Vorfeld Ihres Auftritts beantworten können, haben Sie schon einen Großteil aller möglichen Stolpersteine aus dem Weg geräumt und ein solides Fundament für Ihren Rede-Erfolg gelegt.
Fragen, die Sie im Vorfeld unbedingt klären sollten
- Zu welcher Veranstaltung wurden Sie eingeladen?
- Was ist Ihre Zielsetzung?
- Wer ist die oder der Veranstaltende?
- Ist die Veranstaltung seriös?
- Ist es empfehlenswert, dort aufzutreten?
Wenn Sie als Rednerin oder Redner im Vorfeld keine Informationen erhalten, stellen Sie der Veranstalterin oder dem Veranstalter folgende Fragen, um das Rede-Umfeld so weit wie möglich abzuklären:
Checkliste: Fragen, die Sie an Veranstaltende stellen sollten
Sollten Sie Zweifel haben, holen Sie unbedingt Referenzen ein. Auf jeden Fall fordern Sie die detaillierte Programmplanung an, um sich über das Veranstaltungsumfeld, die anderen Vortragenden und die Zielgruppe zu informieren. Je genauer Sie informiert sind, umso besser können Sie auch entscheiden, ob Sie auftreten – und vor allem, was Sie dem zu erwartenden Publikum in welcher Detailtiefe vermitteln.
So beginnen Sie mit Ihrer Rede-Vorbereitung
Nachdem die Fragen zu Publikum, Thema, Rede-Länge und technischer Ausstattung geklärt sind, geht es an die Rede-Vorbereitung.
Wichtig ist: Legen Sie vor dem Formulieren Ihrer Rede Ihr Rede-Ziel fest. Kein Marathonläufer startet, ohne den Weg und das Ziel zu kennen. Gleiches gilt für Ihre Rede. Fragen Sie sich daher, bevor Sie auch nur einen Satz aufschreiben:
- Worauf kommt es mir bei meiner Rede an? Welche Botschaft sollen die Zuhörerinnen und Zuhörer am Ende mit nach Hause nehmen?
- Was wissen die Zuhörerinnen und Zuhörer vermutlich schon? Das gilt auch in Bezug auf Falsch-Informationen, die möglicherweise in den Köpfen des Publikums durch Medienberichte oder durch andere Quellen vorhanden sind. Als guter Redner greifen Sie am Anfang Ihrer Rede solche Punkte auf und stellen sie mit stichhaltigen Argumenten richtig. Sonst ist Ihr Publikum nicht auf Ihrer Seite und wartet nur darauf, zu widersprechen.
- Welche Punkte, Argumente, Zahlen und so weiter möchten Sie mit Ihrer Rede vermitteln? Und warum (Ziel!)? Schreiben Sie alle wichtigen Punkte auf, und ordnen Sie sie nach logischem Zusammenhang. So bauen Sie sehr schnell eine systematisch strukturierte und argumentativ logische Rede auf. Wählen Sie die richtige Rede-Form Natürlich berücksichtigen Sie schon in der Vorbereitung, welche Redeform von Ihnen erwartet wird. Es macht einen Unterschied, ob Sie eine glühende Rede halten oder ob Sie in einem Referat Wissen vermitteln wollen. Häufig anzutreffende Rede-Formen sind:
Informative Reden: Sie dienen dazu, das Publikum auf den neuesten Wissensstand zu einem Themengebiet zu bringen. Ihr Stil: sachlich argumentativ. Aber: Humor ist nicht verboten! Rede-Dauer: maximal 45 Minuten.
Meinungsbildende Reden: Sie sollen das Publikum in eine bestimmte Denkrichtung bewegen. Vorsicht mit Humor. Beispiele sind hier aber sehr hilfreich, um solche Reden aufzulockern. Rede-Dauer: maximal 45 Minuten.
Dankesreden, Laudationes: Bestimmte Personen sollen hervorgehoben werden. Um solche Reden abzurunden, können Sie Anekdoten und persönliche Begebenheiten mit dem oder der zu Ehrenden humorvoll beleuchten. Rede-Dauer: maximal 15 Minuten (lieber kürzer). Dies gilt vor allem, wenn Sie nicht der einzige Laudator sind. Sonst leiden der oder die zu Ehrende ebenso wie das Publikum schnell unter einem ausufernden Rede-Marathon.
Unterhaltende Reden: Beispiel: Tischreden. Diese Reden haben auflockernden Charakter. Sie sind vom Ton her beschwingt und leger. Rede-Dauer: maximal 5 Minuten.
Grußworte: Als prominenter Gast beehren Sie ein Fest oder eine Feier oder stellen mit Ihrer Rede das Besondere heraus. Rede-Dauer: 3 bis 5 Minuten.
Festrede: Sie setzen das Glanzlicht der Veranstaltung. Alle warten gespannt auf Ihren Vortrag. Sie stellen den Bezug zum Veranstalter her. Sie wissen spannend und geistreich zu erzählen. Und Sie wissen: Nach maximal 30 Minuten sind Sie mit Ihrem Vortrag fertig.
| Bedenken Sie die Rede-Länge Auch wenn es Ihnen schwer fällt: Kürzen Sie Ihre Rede, bis sie passt. „Verschieben“ Sie lieber ein paar Argumente in die spätere Diskussion. Eine Rede soll das Thema erschöpfen, nicht die Zuhörerschaft. Dazu kommt: Die Konzentrationsfähigkeit des Publikums ist in den letzten Jahren stetig zurückgegangen. Für Sie als Rednerin oder Redner heißt das: Sie müssen in immer kürzerer Zeit die gleichen Sachverhalte vermitteln. Aus diesem Grund sind die oben genannten Zeitangaben auch wirklich als Maximalangaben zu sehen. Machen Sie es sich daher zum Motto: „Lieber 10 Minuten sprühen als eine Stunde tröpfeln.“ |
Frei reden, Manuskript oder Stichwortkarten? Als Faustregel gilt: Je genauer Sie wissen, was Sie sagen wollen, umso handlicher kann die Vorlage werden. Doch egal, für welche Form Sie sich entscheiden: Es empfiehlt sich in jedem Fall, Anfang und Schluss Ihrer Rede auszuformulieren. Das Gleiche gilt für Zitate oder Zahlen, die genau zitiert werden müssen. Gut, wenn Sie zum Zeitpunkt Ihrer Rede diese Quellen auswendig kennen– besser, Sie haben ein zusätzliches Sicherheitsnetz: Ihre Notizen. Wenn Sie Humor in Ihrer Rede verwenden: Witze niemals ablesen– immer erzählen! |
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