Krisen & Herausforderungen

Drei Rede-Einstiege zum Brücken bauen

Wenn Spannung in der Luft liegt …
Rede-Einstiege: Brücken bauen

Eine unangenehme Vorstellung: Sie sprechen vor einem sehr kritischen Publikum, müssen vielleicht sogar eigene Fehler eingestehen. Mit einem gelungenen Einstieg können Sie jedoch zur Deeskalation beitragen und anschließend Ihre Argumente vortragen. Hier finden Sie drei mögliche Rede-Einstiege. Mitunter hilft auch ein anekdotenhafter Start in Ihre Rede, wie hier im dritten Redebaustein.

[Anrede], mitunter fehlen uns die Worte. Auch mir ging es so, als ich von … [Ereignis] erfuhr. Sprachlosigkeit ist ein verständlicher, ein spontaner Reflex. Er hilft uns jedoch nicht, Herausforderungen zu bewältigen. Lassen Sie uns daher heute ganz offen über das sprechen, was uns so sehr beschäftigt, was uns alle bewegt.

Es stimmt nicht, dass Reden Silber, Schweigen aber Gold ist. Tatsächlich trifft das Gegenteil zu. Es gehört zum kleinen Einmaleins der Diplomatie, dass ein Konflikt erst dann deeskaliert, wenn die Betroffenen ihre gegenseitigen Argumente austauschen und mit der unverzichtbaren Portion an Empathie an einem Kompromiss arbeiten.

Hierzu will ich heute meinen Teil beitragen. Und ich freue mich, wenn Sie mich auf diesem Weg begleiten. Gestatten Sie also, dass ich Ihnen zunächst meine Sicht der Dinge darstelle.

… [Anrede], ja, es stimmt: In den vergangenen Wochen haben wir mehr übereinander als miteinander gesprochen. Das ist immer ein Fehler. Und ich gebe offen zu: Auch ich habe zu diesem Fehler beigetragen. Für unsere Fehler, meine Damen und Herren, brauchen wir uns nicht zu schämen. Im Gegenteil: Eine offene Fehlerkultur fördert die Erkenntnisse. Wir alle lernen von unseren Irrtümern.

Ich freue mich daher umso mehr, dass Sie heute zu uns gekommen sind und wir die Gelegenheit haben, über die Themen, die uns allen auf den Nägeln brennen, die wir bisweilen aber unterschiedlich interpretieren, zu diskutieren.

Ich lade Sie herzlich ein, Ihre Standpunkte auszutauschen und aus vielen guten Argumenten die bestmögliche Lösung herauszufiltern. Lassen Sie uns eine Brücke bauen, die uns und unsere unterschiedlichen Standpunkte verbindet.

… [Anrede], besteht ein Konflikt, dann kann man ihn sprachlich camouflieren. Diplomaten sind wahre Meister in dieser Disziplin. Einer von ihnen sagte einmal: „Wir haben völlige Übereinstimmung hinsichtlich der Inkompatibilität unserer Standpunkte festgestellt.“ Im Klartext: Nur unsere gute Erziehung hat verhindert, dass es zu Handgreiflichkeiten kam.

Nein, meine Damen und Herren, wir wollen heute nichts camouflieren, nichts diplomatisch schönreden, sondern in aller Offenheit und in gegenseitigem Respekt unsere unterschiedlichen Meinungen austauschen.

Wichtig ist aber auch, dass wir einander zuhören. Denn wenn Menschen nicht zuhören können, reden sie aneinander vorbei. Und das birgt bekanntlich ein großes Konfliktpotenzial.

Ebenso die Enttäuschung oder gar Wut über den Eindruck oder die Erkenntnis, nicht verstanden zu werden. Dagegen helfen nur Zuhören und freundliches, aber hartnäckiges Nachfragen. Von beiden Seiten. Und die Unterstellung, dass die andere Seite uns nichts Böses will.

Autor: Michael Brückner

Drei Rede-Einstiege für Krisensituationen

Alle Mann an Deck und helfen!
Drei Rede-Einstiege für Krisensituationen

Drei Einstiege in Reden, die eine große gemeinsame Herausforderung beschreiben.

Gegen Mobbing: Zusammenwirken ist die Lösung!

Wer hätte es für möglich gehalten, dass sich ausgerechnet bei uns ein so schwerer Fall von Mobbing ereignet? Wir sind fassungslos. Wir dachten immer, davor gefeit zu sein: als soziale Einrichtung, die sich den Dienst an Menschen auf die Fahnen geschrieben hat.

Aber diese Annahme, automatisch auf der guten Seite zu stehen, war falsch. Und sie ist, wie wir merken, auch gefährlich: Weil wir uns für unanfechtbar hielten, haben wir zu wenig auf Signale geachtet, die uns die Situation hätten erkennen lassen.

Das wollen, das müssen wir ändern. Statt zu glauben, dass wir sowieso die Guten sind, müssen wir gut handeln. Nur so können wir unsere Ziele glaubwürdig verwirklichen. Jetzt kommt es darauf an, die Bedingungen dafür zu schaffen, dass so etwas nicht mehr passieren und neues Vertrau-en entstehen kann.

Für diesen Neuanfang sind strukturelle Änderungen nötig. Diese zu entwickeln und umzusetzen, dazu brauchen wir jede und jeden von Ihnen. Lassen Sie uns gemeinsam unsere Einrichtung zu einem besseren Ort machen.

DSGVO im Verein

Die Corona-Pandemie schränkt uns ein, aber in ihr entstehen nolens volens auch neue Gelegenheiten, die wir nutzen sollten. Sie wissen alle, dass wir uns vor drei Jahren mit der Einführung der DSGVO entsprechend weitergebildet haben. Wir haben auch erste Schritte unternommen, ihren Anforderungen gerecht zu werden. Dann aber überrollte uns der Alltag, und wir blieben mitten in unseren Bemühungen stecken. Dann traf uns die Pandemie mit ihren vielen neuen Herausforderungen. Jetzt, wo unser Vereinsalltag weitgehend ausgesetzt ist, sollten wir die frei gewordenen Kapazitäten dazu nutzen, unserer Pflicht nachzukommen. Das bedeutet, gemeinsam die einzelnen Vorgänge der Verarbeitung personenbezogener Daten in unserem Verein zu dokumentieren.

Havarie in der Produktion

Diese Havarie ist eine Notsituation, wie sie nur äußerst selten auftritt. Trotzdem hat es uns nun getroffen. Wir müssen jetzt handeln, sofort! Um den oder auch die Fehler zu finden, zu beheben und die Produktion wieder hochfahren zu können. Stärker noch als im gewöhnlichen Tagesgeschäft kommt es jetzt darauf an, dass wir alle zusammenarbeiten: Wir brauchen alle Hände, alle Köpfe und alle Herzen, um das Problem zu lösen.

Lassen Sie alle anderen Aufgaben ruhen, und fokussieren Sie sich auf diese eine Sache. Sollte jemand diese Priorisierung infrage stellen, dann verweisen Sie diese Person bitte an mich. Verbinden Sie sich abteilungsübergreifend, denn gemeinsam sind wir schlauer. Nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen, denn nichts wäre schlimmer als eine Lösung, die nicht belastbar ist und womöglich weitere Probleme erzeugt. Und sagen Sie mir, was Sie dafür benötigen. Sie haben meine volle Rückendeckung.

Autorin: Uta Gerlant

Drei Redebausteine für Störsituationen

Mit Störungen umgehen
Drei Redebausteine für Störsituationen

Manchmal gestaltet sich das Umfeld für eine Rede schwieriger als gewohnt und erhofft und Sie müssen mit Störungen umgehen. Versuchen Sie, ruhig und souverän mit der Situation umzugehen und passend und professionell zu reagieren. Eine schnelle Reaktion Ihrerseits kann helfen, den größten Tumult zu verhindern. Bitten Sie nach Möglichkeit mit gezielter Ansprache Anwesende um Unterstützung, statt die Situation selbst zu klären und dafür einfach das Podium zu verlassen. Ein verwaistes Podium führt erfahrungsgemäß nur zu deutlich ansteigendem Lärmpegel und erschwert die Rückkehr zum Wunschzustand.

Aufruhr im Saal, eine Person ist kollabiert

Heben Sie die Stimme und sprechen Sie laut und deutlich.

Ich bitte kurz um Ihre Aufmerksamkeit! Die meisten von Ihnen können es vermutlich nicht sehen – ich sehe, dass dort hinten

Deuten Sie in die entsprechende Richtung.

eine Person offensichtlich Hilfe, womöglich medizinische Hilfe benötigt.

Ich unterbreche meinen Vortrag für einige Minuten; bitte bleiben Sie im Saal. Herzlichen Dank!

Lärm von draußen

Dieser Krach ist jetzt wirklich äußerst störend, ich habe den Eindruck, dass viele von Ihnen mich kaum noch verstehen können.

Bitten Sie eine*n Mitarbeiter*in oder jemanden vom Veranstalter, notfalls eine andere Person, die Sie namentlich kennen, den oder die Störer zu informieren und um Ruhe zu bitten.

Bitte kommen Sie doch inzwischen etwas näher heran, dann können Sie besser hören. Hier gibt es noch reichlich freie Plätze.

Unterstreichen Sie Ihre Aussage mit einer einladenden Handbewegung und machen Sie eine kurze Pause.

Licht- oder Stromausfall

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Warum Sie nichts sehen, sehen – oder besser hören – wir sicher gleich. In der Zwischenzeit bin ich aber froh, dass dies hier eine Rede ist und mein Anblick dafür verzichtbar. Wie ich aussehe, wissen Sie ja bereits.

Falls allerdings auch das Mikrofon ausgefallen ist: Heben Sie die Stimme und sprechen Sie deutlich lauter.

Ich denke, wir kommen zur Not auch ohne Mikrofon klar.

Kommen Sie doch bitte etwas näher heran, hier vorne können Sie mich besser hören und sehen. Und ich Sie auch. In den ersten Reihen gibt es noch viele freie Plätze. Können Sie mich verstehen? Gut. Dann fahre ich mit Ihrer Erlaubnis einfach fort.

Autor: Dirk Löffelbein

Drei Redebausteine zum Umgang mit Fehlern

Aus Fehlern lernen
Drei Redebausteine zum Umgang mit Fehlern

„Nur wer nichts macht, macht keine Fehler.“ Diese Lebensweisheit ist ein Plädoyer, mutig zu sein und lieber etwas falsch zu machen, als gar nichts zu tun. Es gilt, den Blick nach vorne zu richten. Wie Sie Menschen dazu motivieren, zeigen die drei Redebausteine. Sie können sie für unterschiedliche Situationen nutzen.

Fehler gehören zum Leben

Wir alle versuchen meist krampfhaft, Fehler zu vermeiden. Der oft gehörte Satz: „Aus Fehlern lernt man“, kommt nicht wirklich bei uns an. Wir sind geprägt durch lange Jahre in der Schule, in der wir alle nicht gelernt haben, uns einfach mal auszuprobieren.

Ein Ausprobieren, bei dem Fehler nicht nur einkalkuliert, sondern sogar erwünscht gewesen wären, um richtig viel daraus lernen zu können. Dann nämlich hätten wir statt schlechter Noten für Fehler gute Noten für unseren Mut bekommen. Hätte das etwas an unserer Art mit Fehlern umzugehen geändert? Ich glaube, ja. Wir hätten ein Bewusstsein dafür entwickelt, dass Fehler zum Leben gehören. Einzig entscheidend ist doch, aus ihnen zu lernen und sie nicht zu wiederholen.

Den Blick nach vorne richten

Der amerikanische Großinvestor Warren Buffet soll Meetings, die einer Fehlinvestition folgten, mit dem Satz begonnen haben: „Den Quatsch haben wir nun hinter uns. Und was machen wir jetzt?“ Was für eine Haltung gegenüber Fehlern! Statt zu lamentieren, sich schütteln und einfach den Blick nach vorne richten. Buffet war einer der erfolgreichsten Investoren in den USA und konnte sich ab einem gewissen Zeitpunkt Fehler
sicherlich locker leisten. Aber so reich war er ja nicht schon immer. Vermutlich hat ihn genau diese Haltung zu seinem Vermögen gebracht: Abhaken, Schlüsse aus den Fehlern ziehen und weitermachen.

Den Holzweg als Chance begreifen

„German Angst“ bezeichnet das Phänomen der grundlosen Angst oder Besorgtheit, das von vielen Beobachtern besonders aus dem angelsächsischen Raum als typisch deutsch empfunden wird. Diese „German Angst“ verleitet uns, krampfhaft zu versuchen, keine Fehler zu machen. Uns lieber gar nicht zu bewegen als womöglich in die falsche Richtung. Sie verleitet uns, zunächst die Probleme zu sehen, bevor wir
nach einer Lösung suchen.

Auf diese Weise verpassen wir das eine oder andere Mal die Chancen, die uns das Leben bietet. Der Theologe Dietrich Bonhoeffer hat es einmal so auf den Punkt gebracht: „Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.“

Wollen wir immer so weitermachen? Oder wollen wir uns dieser Angst stellen und einen neuen Blick auf Fehler gewinnen? Anders damit umgehen, sie als Chance begreifen, mit der wir unser Handlungsrepertoire erweitern können? Denken Sie daran: „Umwege erhöhen die Ortskenntnis.“

„Suche nicht nach Fehlern, suche nach Lösungen.“
Henry Ford, US-amerikanischer Erfinder und Automobilpionier, 1863–1947

Autorin: Anne Gutzeit

Drei Redebausteine zum Thema „Mut zu Veränderungen“

„Wir erwarten Veränderung!“
Drei Redebausteine zum Thema „Mut zu Veränderungen“

Veränderungen sind Gegenstand zahlreicher Reden. Für die drei Rede-Bausteine zu unterschiedlichen Anlässen dienten Zitate aus dem Russischen als Inspiration.

Für eine politische Veranstaltung: Ein Lied macht Geschichte

„Veränderung ersehnen unsere Herzen. Veränderung fordern unsere Augen. In unserem Lachen, in unseren Tränen und im Pulsieren unserer Adern: Veränderung! Wir erwarten Veränderung!“ Dies sang der Frontmann der bekannten Leningrader Rockband „Kino“ 1986, zu Beginn der Perestroika in der Sowjetunion. Das Lied wurde zum Protestsong, erklang auf den Barrikaden Moskaus gegen den Putsch im August 1991 und in der Verfassungskrise 1993 vor dem Parlament. Es wurde 2011 von den Demonstranten in Minsk gesungen, die gegen die Wiederwahl Lukaschenkos auf die Straße gingen, und 2014 auf dem Majdan in Kiew.

Im Sommer vor einem Jahr, auf dem Höhepunkt der Proteste gegen die Wahlfälschungen in Belarus, spielten zwei DJs das Lied zwischen Hochhäusern in Minsk, bis Sicherheitsbeamte den Stecker zogen. Seitdem ist das Bild der beiden DJs, die daraufhin inhaftiert wurden, zum Symbol für den Veränderungswillen der Belarussen geworden.

Sie wissen nicht, wann sie den Wandel durchsetzen können werden, aber im Sommer 2020 haben sie sich selbst verändert: zu mündigen Bürgern. Das Bild der DJs, sooft es auch von Polizisten übermalt wird, erscheint immer wieder auf Hauswänden im ganzen Land. Und das Lied kennt sowieso jeder.

Für eine Betriebsrede: Neues antizipieren

„Gefahren warten nur auf jene, die nicht auf das Leben reagieren.“ Diese Einsicht des letzten sowjetischen Staatschefs Michail Gorbatschow, besser bekannt unter „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“, gilt ganz besonders für uns als Wirtschaftsunternehmen.

Um nicht zu spät zu kommen, reicht es aber nicht, zu reagieren. Wir müssen Veränderungen antizipieren, um rechtzeitig agieren zu können, sonst ist es zu spät. Deshalb werden wir ein abteilungsübergreifendes Projektteam einrichten, das als Seismograf funktioniert. Sie alle sind aufgerufen, diesem zuzuarbeiten, sobald Sie für unsere Arbeit relevante Schwingungen wahrnehmen.

Für den privaten Anlass: Hinweisschild in Richtung Zukunft

„Und plötzlich kommt es uns schrecklich vor, etwas zu verändern“, sang der russische Rockmusiker Viktor Zoi 1986 über den ersehnten Wandel in der Sowjetunion. Er fand Worte für die Verunsicherung, ja Angst, die Veränderungen auslösen können, denn schließlich können sie auch Verschlechterungen bringen.

Auf jeden Fall bedeuten Veränderungen, sich umzustellen, sich auf einen unbekannten Weg zu begeben. Ängste können uns Warnschilder sein, in welche Richtung wir nicht laufen sollten.

Doch genauso wichtig sind Offenheit, Neugier und Freude auf das Neue, unsere Hinweisschilder Richtung Zukunft. Beides – Warn- und Hinweisschilder – brauchen wir, um mutig unseren Weg zu finden.

Autorin: Uta Gerlant

Auf massive persönliche Kritik des Vorredners/der Vorrednerin antworten

Antworten Sie mal anders: Drei Redebausteine
Es ist nie einfach auf Kritik zu antworten, deshalb liefern wir Ihnen Ideen zur Unterstützung

Zur Kritik an gescheiterten Vorstandsgesprächen

Werte Kritikerin, am liebsten möchte ich Ihnen mal so richtig Kontra geben. Aber genau das mache ich jetzt nicht! Nur so viel: Ihre Kritik ist massiv. Ihre Kritik ist berechtigt. Ihre Kritik trifft ins Schwarze; sie spricht den Kern des schon lange schwelenden Problems an.

Ihre Erwartungen habe ich enttäuscht. Als Sprecher unseres Netzwerks habe ich die Verhandlungen mit der Organisation … [Name der Organisation] ohne Erfolg abbrechen müssen.

Ich habe unterschätzt, wie gewieft unser Verhandlungspartner auftreten würde. Deshalb stehen wir heute noch ohne finanzstarken Partner da; unsere finanziellen Rücklagen sind in Schieflage.

Das ist mir sehr unangenehm und tut mir außerordentlich leid. Ich muss eingestehen, dass ich wohl der Aufgabe nicht gewachsen war und stelle mein Amt zur Verfügung.

Meine Kritikerin schätze ich als besonders kompetente und hoch angesehene Verhandlungsexpertin. Nur zu gerne möchte ich, dass wir alle künftig von Ihrer Expertise lernen und gemeinsam profitieren. Ich schlage Sie deshalb als künftige Vorsitzende unseres Netzwerks vor.

Zur Kritik an einem vermeintlich schlechten Vortrag

Ich bin überrascht über die massive Kritik an meinem vermeintlich schlechten Vortrag vom Vortag. Anstelle einer Rechtfertigung hier eine simple Erklärung: Anders als sonst habe ich mich diesmal noch gewissenhafter vorbereitet. Ich wollte es allen im Publikum recht machen. Dass diese Vorgehensweise zum Scheitern verurteilt ist, wissen wir alle nur zu gut.

Nun kennen mich meine Kritiker schon lange. Der gestrige Fauxpas war ein bisher einmaliger Ausrutscher. Ich werde meine Hausaufgaben machen, mir jede Kritik genau anhören. Vertrauen Sie darauf: Bald schon werden Sie ganz andere und gewiss auch wieder hochklassige Vorträge von mir hören können.

Zur Kritik an unwissenschaftlichem Arbeiten

Manche Kritiker sagen mir nach, der Versuchsaufbau und die Herangehensweise an das von mir geleitete Forschungsprojekt seien unwissenschaftlich. Dazu werde ich in der gebotenen Kürze Stellung nehmen. Wissenschaft und Forschung leben von Versuch und Irrtum, dem bekannten Trialand- Error-Prinzip. Neue Erkenntnisse gewinnen wir oft erst durch Fehler.

Auch so kann mitunter neues Wissen entstehen. Thomas Alva Edison hat selbst gesagt, er sei nicht gescheitert, er habe stattdessen 10.000 Wege gefunden, die nicht funktionieren. Nur so konnte Edison zum größten Erfinder aller Zeiten werden. Nun bin ich gewiss nicht Edison. Ich habe etwas Neues probiert, was ich zu unserem heutigen Science Retreat kontrovers diskutieren möchte. Genau deshalb stelle ich mich Ihrer Kritik. Lassen Sie uns gemeinsam bessere Wege finden, die großen Fragen unserer Zeit zu beantworten.

Autor: Dr. Stephan Wagner

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