Lampenfieber
Tipps gegen Lampenfieber in der Rede
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Die Rede-Angst bzw. das Lampenfieber ist weit verbreitet. Zunächst einmal ist es beruhigend zu wissen, dass die meisten Menschen Angst haben, vor anderen zu reden.
Aktuelle Umfragen zum Thema „Was fürchten oder verabscheuen Sie am meisten?“ haben ergeben: Ganz oben auf der Liste steht – mit 51 Prozent – „Reden in der Öffentlichkeit“.
Jeder Schauspieler, Fernsehmoderator, Nachrichtensprecher und Redner kennt das Lampenfieber. Es gibt viele prominente Beispiele dafür, dass mancher selbst nach vielen erfolgreichen Berufsjahren noch immer darunter leidet und damit kämpft.
- Sir Alec Guinness klagte vor jeder Premiere über stechende Schmerzen entlang der Wirbelsäule und in den Knien: psychosomatische Angst-Symptome.
- Der Schauspieler José Ferrer konnte die Bühne nur betreten, wenn er sich fest einredete, im Publikum säßen nur seine besten Freunde.
- Der Operntenor Enrico Caruso rauchte schon Tage vor der Premiere unzählige Zigaretten und musste sich kurz vor dem Auftritt übergeben.
Wenn Sie also auch unter Lampenfieber oder Rede- Angst leiden – ein kleiner Trost: Sie befinden sich in guter Gesellschaft.
Typische Situationen, in denen wir Lampenfieber haben
Es gibt zahlreiche Situationen, die einem den „Angst-Schweiß“ auf die Stirn treiben: bei einer Präsentation oder einem Gespräch mit dem Chef, vor und während eines Statements in einer Konferenz oder einem Seminar, bei einer Ansprache anlässlich einer Familienfeier, einem Fernseh- oder Bühnenauftritt. Selbst in vergleichbar harmlosen Situationen wie einem Rendezvous ist das Lampenfieber ein typischer Begleiter.
Diese Situationen haben eines gemeinsam: Es geht immer darum, dass Sie etwas sagen müssen – sei es vor Publikum oder vor einer (wichtigen) Person.
So bekämpfen Sie die typischen Lampenfieber-Symptome
Stellen Sie sich vergangene Situationen vor, und registrieren Sie, welche Symptome bei Ihnen auftraten, oder überlegen Sie nüchtern, welche auftreten könnten. (Vielleicht sind Sie im Vergleich zu Guinness oder Caruso schon fein raus.)
- Herzklopfen / Pulsrasen
Atmen Sie einige Male langsam tief ein und aus. Sagen Sie sich innerlich „Ich bin ganz ruhig“ oder „Ich bin ganz entspannt“. Wiederholen Sie das mehrmals, und konzentrieren Sie sich dabei auf Ihre Atmung.
- Trockener Mund
Essen Sie vorher nichts Salziges, und trinken Sie keinen Kaffee. Ebenso verzichten Sie besser auf Milch oder süße Getränke. Halten Sie, während Sie reden, immer ein Glas nicht zu kaltes Wasser in Reichweite – umstoßsicher und vorzugsweise stilles oder kohlensäurearmes Wasser.
- Belegte oder zitternde Stimme
Wenn Sie vorher merken, dass Ihre Stimme rau klingt und Sie einen „Frosch im Hals“ haben, dann hilft folgende „Stimmbandpflege“: Husten Sie, nehmen Sie einen Schluck Wasser zum Gurgeln, und versuchen Sie, beim Gurgeln ein Lied zu summen. Um Ihre Stimmbänder zu lockern und geschmeidig zu machen, können Sie auch auf ein einfaches, altbewährtes Rezept zurückgreifen: Trinken Sie ein halbes Glas warmes Leitungswasser. Dieses Mittel gegen Lampenfieber hat schon Ronald Reagan bei langen Fernsehansprachen geholfen. Eine zitternde Stimme können Sie kontrollieren, indem Sie etwas lauter sprechen.
- Zitternde Hände
Benutzen Sie kein DIN-A4-Papier als Notizzettel. Je größer das Papier ist, das Sie in der Hand halten, umso stärker fällt das Zittern auf. Besser: postkartengroße Karteikarten. Wenn Sie während der Rede stehen, lassen Sie Ihre Arme nicht locker herunterhängen, denn das verstärkt das Zittern noch. Setzen Sie stattdessen Ihre Arme und Hände zur Gestik ein.
- Schweißausbrüche
Kleiden Sie sich so, dass Sie ohne Probleme ein Kleidungsstück ausziehen können. Schweißflecken fallen auf hellem Gewebe weniger auf als auf dunklem. Halten Sie ein Stoff-Taschentuch bereit für den Fall, dass Sie sich den Schweiß von der Stirn wischen wollen.
- Rot werden
Sie nehmen Ihr Rotwerden viel stärker wahr als Ihre Zuhörer. Mit zunehmender Rede-Praxis aber lässt sich das Rotwerden ignorieren. Und so verfliegt es am schnellsten.
- Nervosität
Akzeptieren Sie Ihr Lampenfieber als etwas ganz Normales und Selbstverständliches. Denken Sie daran, dass auch vermeintliche Routiniers wie Schauspieler oder TV-Moderatoren nervös sind. Nervosität ist nichts anderes als ein Schutzmechanismus. Sobald Sie vor einem Publikum reden müssen oder nur daran denken, reagiert Ihr Körper so, als würde er bedroht, und produziert Adrenalin. Dieses Hormon hat aber auch seine guten Seiten: Es erhöht die innere Gespanntheit und Konzentration und trägt so zu herausragenden Leistungen bei. Denken Sie daran, dass Ihr Lampenfieber nach den ersten Sätzen verschwinden wird. Denn schon nach wenigen Sekunden haben sich Körper und Geist an die Situation gewöhnt, und die Aufregung lässt nach. Der Redner darf ruhig ein wenig nervös sein, er wirkt dadurch sogar sympathisch. Hinzu kommt, dass die eigene Aufregung vom Publikum nie so stark wahrgenommen wird wie vom Redner selbst.
- Konzentrationsschwierigkeiten
Frischer Sauerstoff bringt Ihr Gehirn auf Trab. Deshalb tief einatmen und langsam wieder ausatmen! Oder ziehen Sie sich– wenn möglich – in einen abgeschiedenen Raum zurück, und machen Sie etwas Gymnastik, zum Beispiel ein paar Kniebeugen. Das regt den Kreislauf an und bringt Sauerstoff ins Blut und ins Gehirn. Vergesslichkeit / Blackout: Viele Menschen verstärken ihr Lampenfieber, weil sie sich viel zu sehr mit sich selbst beschäftigen.
Gedanken wie „Liegen meine Haare auch richtig?“ oder „Was denken die anderen von mir?“ oder „Warum guckt der da vorne so komisch?“ lenken Sie von Ihrer eigentlichen Aufgabe ab, verstärken Ihre Nervosität und blockieren Sie. Konzentrieren Sie sich deshalb auf das, was Sie zu sagen haben. So vergessen Sie Ihre Angst am besten.
- Selbstzweifel
Erinnern Sie sich an Ihren letzten Erfolg, und gehen Sie das Ereignis noch einmal in Ihrer Vorstellung durch. Sagen Sie sich: „Ich habe diese Situation schon einmal gemeistert und bin daraus als Gewinner hervorgegangen!“ Unbegründete schlechte Vorahnungen: Lenken Sie sich ab, indem Sie intensiv an eine Begebenheit, Person oder Sache denken, die für Sie einen besonders positiven Wert hat. Denken Sie zum Beispiel an den Menschen, der Sie am meisten liebt – auch dann, wenn Ihnen ein Fehler unterläuft –, und versetzen sich so in eine positive Stimmung. Damit vertreiben Sie Ihr Lampenfieber.
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