Volkstrauertag
Reden zum Volkstrauertag
→ Reden zum Volkstrauertag als Download finden sie hier
Der Volkstrauertag ist in der Bundesrepublik Deutschland seit 1952 ein nationaler Trauertag. Getrauert wird um die Opfer zweier Weltkriege und des Nationalsozialismus, und zwar jeweils zwei Sonntage vor dem ersten Advent.
Volkstrauertag: Rede
Die Reden an solchen Tagen haben leider oft den Charakter von Fensterreden und Pflichtübungen. Das muss aber in Ihrer Volkstrauertag Rede nicht so sein! Und das sollte auch nicht so sein! Denn schließlich wiederholt sich fast alles in der Geschichte, manchmal nur in einem anderen Gewand. Es darf sich aber nicht wiederholen. Darum müssen wir wachsam sein.
Wachsam sein heißt mit wachen Sinnen beobachten, ob sich die Welt gerade anschickt, einen Fehler von früher zu wiederholen. Es ist wie mit einem Feuer, das sich zum Flächenbrand ausweiten kann, wenn wir nicht aufpassen: Man muss das Feuer in den Anfängen bekämpfen! Später ist es zu mächtig und zerstört alles, was sich ihm in den Weg stellt.
Volkstrauertag: Unser Gedenken den Opfern, unsere Verpflichtung dem Frieden
Der Volkstrauertag wurde durch den 1919 gegründeten Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zum Gedenken an die Gefallenen des Weltkriegs 1914/18 eingeführt. 1922 fand die erste offizielle Feierstunde im Deutschen Reichstag statt. 1926 entschied man sich, ihn regelmäßig am 5. Sonntag vor Ostern („Reminiscere“) zu begehen. Nach der Machtübernahme 1933 machten die Nazis aus ihm den „Heldengedenktag“.
Um sich vom „Heldengedenktag“ abzusetzen, wurde 1949 den deutschen Bundesländern empfohlen, den zweiten Sonntag vor dem Advent zum Volkstrauertag zu bestimmen. Die zentrale Feier (nun zum Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft) fand allerdings erstmals am 5. März 1950 im Bundestag statt.
Üblich sind seither zum Volkstrauertag eine Rede und ein Wort des Bundespräsidenten in Anwesenheit des Bundeskanzlers, des Kabinetts und des Diplomatischen Korps, ebenso die musikalische Gestaltung, das Singen der Nationalhymne und das Spielen des Liedes „Der gute Kamerad“. Angelehnt an die Form der zentralen Feier werden in allen Bundesländern und den meisten Städten und Gemeinden ebenfalls Gedenkfeiern zum Volkstrauertag mit Kranzniederlegungen begangen. Häufig unterstützen hierbei Bundeswehreinheiten das Zeremoniell.
Volkstrauertag: Zitate und Bausteine für Ihre Rede zum Volkstrauertag
„Unter jedem Grabstein liegt eine Weltgeschichte.“
Dieser Satz stammt von Heinrich Heine. Unter jedem Grabstein eine ganze Welt. – Das stimmt für die Menschen, die das Glück hatten, nach einem satten Leben, alt, quasi vom Leben müde zu sterben. Heute gedenken wir aber jener, die nicht alt starben, die ihr Leben noch nicht gelebt hatten. Wir gedenken der Menschen, die im Krieg starben, die Opfer des Krieges wurden. Unter jedem Grabstein – wenn Sie denn einen Grabstein haben – eine ganze Welt? – Nein, wohl eher Träume, Wünsche, Ziele. Unter je- dem Grabstein ein ungelebtes Leben. Ein vermeidbarer Tod!
Zitatautor: Heinrich Heine (1797 – 1856), deutscher Dichter
„Der Tod schlägt Schluchten des Schweigens, wo sonst eine Antwort war und nun kein Echo mehr ist; er schafft schmerzliche Leere an Tisch und Bett, wo keine fürsorgliche, wärmende Hand mehr entgegenkommt.“
Dieser Satz stammt aus einer anderen Volkstrauertagsrede. Eindrücklich macht uns der evangelische Bischof Christoph Demke klar, wie das Leben für die Menschen war, die zwar das Glück hatten, den Krieg zu überleben, die aber einen geliebten Menschen verloren hatten. Es war leer, geprägt von Einsamkeit. – Bitte lassen Sie uns alles daransetzen, solche sinnlose Einsamkeit zu verhüten. Lassen Sie uns daran arbeiten!
Zitatautor: Christoph Demke, deutscher evangelischer Bischof in seiner Volkstrauertagsrede am 17.11.1991 in Bonn
„Missachtung der Menschenwürde ist eine Kriegserklärung an alle Menschen.“
Das, meine Damen und Herren, wurde lange vor dem 11. September gesagt. 1988 hat Gertrud Höhler das ausgesprochen, was heute ungeheuer aktuell wirkt: Wir versuchen, uns gegen den Terror zu verteidigen, und vergessen dabei, dass wir doch die Freiheit verteidigen wollten. Meine Damen und Herren, das darf nicht geschehen!
Zitatautorin: Gertrud Höhler (*1941), deutsche Managementberaterin
Ob einfacher Soldat oder Offizier, ...
In der Demokratie der Toten sind schließlich alle Menschen gleich. Es gibt weder Rang noch Position noch Privileg in der Republik der Verstorbenen.
Zitatautor: John James Ingalls (1833-1900), US-amerikanischer Jurist, Zeitungsverleger und Politiker (Senatsmitglied) aus Kansas
Der Tod ist universaler als das Leben; jeder stirbt, aber nicht jeder lebt.
Zitatautor: A. Sachs, US-amerikanischer Aphoristiker (einzig nachweisbares Zitat unter seinem Namen; keine weiteren biografischen Angaben zu ermitteln)
... ob gut oder schlecht
Auch gute Menschen müssen sterben, aber der Tod kann ihre Taten und Namen nicht löschen.
Zitatautor: Friedhelm Franken (*1943), deutscher Journalist und Kommunikationsberater
Der Tod ist endgültig...
Tod – der letzte Schlaf? Nein, das endgültige Erwachen.
Zitatautor: Sir Walter Scott (1771-1832), schottischer Schriftsteller („Prinz Eisenherz“)
... und die Erinnerung ewig
Er war der Ozean, und ich war der Sand.
Zitatautorin: Lauryn Hill (*1975), US-amerikanische Soul-Sängerin (Liedzeile aus dem Song „I used to love him“ des Albums „The Miseducation of Lauryn Hill“, 1998, das fünf Grammy-Awards erhielt und über zwölf Millionen Mal verkauft wurde)
Rund um die Volkstrauertag Rede:
- Es spricht ein Politiker, Diplomat oder Soldat auf einem Soldatenfriedhof: Volkstrauertag Rede: Nur wer Lehren zieht, erlöst die Toten aus der Sinnlosigkeit ihres Sterbens
- Ortsvorsteher/in hält Gedenkrede zum Volkstrauertag vor Bürgern und Honorationen: Volkstrauertag Rede - Niemals Gewalt
→ Weitere Reden zum Volkstrauertag finden sie hier
Schriftgröße 

Seite drucken Seite empfehlen
Februar
07
Heute vor
41 Jahren
Die Schweiz führt das Frauenwahlrecht auf Bundesebene ein. [weiterlesen] »
Haben Sie Fragen, Anregungen, oder möchten uns Ihre Meinung mitteilen?
Senden Sie uns eine E-Mail. Wir antworten Ihnen so schnell wie möglich oder
rufen Sie an - ganz nach Wunsch!
Rhetorik-Newsletter
Rhetorik-Tipps und Zitate für Ihre Reden, Vorträge und Präsentationen kostenlos per E-Mail direkt auf Ihren Schreibtisch:




