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Rede zu Ostern: Worte zum Osterfest

Nahezu jede feierliche Begebenheit bietet einen Redeanlass. So auch das Osterfest. Doch was macht eine gute Rede zu Ostern aus? Welche Besonderheiten sind im Rahmen der christlichen Tradition zu beachten? Und welche Inhalte eignen sich für die Ansprache zu Ostern – auch fernab der Kirche? Lesen Sie hier alles Wissenswerte rund um die Osterrede.

Osterrede: Hintergrund und Wissenswertes zur christlichen Tradition

Wie die meisten Feierlichkeiten, die während des Jahres anfallen, hat das Osterfest einen religiösen – genauer: christlichen – Hintergrund. An Ostern feiern Menschen christlichen Glaubens weltweit das Leiden, das Sterben und die Auferstehung Jesu.

Ostern

Die Auferstehung von Jesu Christi ist ein christlicher Feiertag © Romolo Tavani – Shutterstock

Da die Auferstehung Jesu ein zentraler Bestandteil des Christentums ist, gilt das Osterfest als das höchste christliche Fest. Man begeht also nicht den Tod von Jesus feierlich, sondern vielmehr die Auferstehung und somit das ewige Leben von Gottes Sohn.

Nach christlicher Tradition wird Ostern immer nach dem ersten Vollmond des Frühjahrsanfangs gefeiert. Das bedeutet: Anders als Weihnachten fällt das Osterfest immer auf ein anderes Datum. Was jedoch stets gleich bleibt, ist der Tag bzw. die Tage in der Woche, die deutschlandweit einheitlich als Feiertag begangen werden. Arbeitsfrei sind somit:

  • Karfreitag
  • Ostersonntag
  • Ostermontag

Karsamstag und Gründonnerstag sind keine offiziellen Feiertage, sondern lediglich christliche Festtage. Wer plant, eine Rede zu Ostern zu halten, sollte dem christlichen Hintergrund in jedem Fall Beachtung schenken. Es ergibt daher Sinn, sich mit der Ostergeschichte und dem zeitlichen Ablauf zu befassen: Karfreitag und der Tod von Jesus, die Trauer am Grab an Karsamstag sowie die Auferstehung von Christus am Ostersonntag.

Auch wenn die Osterrede außerhalb der Kirche oder eines Gottesdienstes gehalten wird, ist der Anlass für die Rede noch immer ein religiöser. Weltweit feiern die Christen: Dem Glaube zufolge ist Jesus auferstanden. Dies erfordert nicht nur entsprechendes Hintergrundwissen des Vortragenden, sondern auch rhetorisches Feingefühl und eine eingehende Vorbereitung.

Vor allem, wenn der Redner vor multikulturellem Publikum spricht, ist es sinnvoll, nicht davon auszugehen, dass alle Zuhörer auf demselben Wissensstand sind. Die Rede zu Ostern sollte inhaltlich verständlich sein – sowohl für Atheisten als auch für Menschen anderen Glaubens.

Osterbräuche und mehr: Der Anlass für die Osterrede

Wie erwähnt, bietet Ostern sowohl in als auch außerhalb der Kirche viele Möglichkeiten für eine Rede. Die meisten Ansprachen finden im Rahmen eines Ostergottesdienstes statt. Sie haben somit einen klaren religiösen Bezug. Doch auch zahlreiche Osterbräuche bieten die Gelegenheit, wohlgewählte Worte zu formulieren:

  • Eier suchen / Osterhase: Der Osterhase, der die bunt bemalten Eier im Garten versteckt, wurde erstmals im Jahr 1682 von Georg Franck von Franckenau erwähnt. Doch der Osterbrauch ist älter und hat tatsächlich einen heidnischen Ursprung. Die germanische Gottheit Ostara – die Frühlingsgöttin – wurde traditionell als Hase dargestellt. Interessant: Die versteckten Ostereier haben einen anderen Hintergrund. Von Franckenau war Mediziner und warnte davor, zu viele Eier zu verspeisen.
  • Osterfeuer: Das Feuer zu Ostern hat nicht nur einen christlichen, sondern ebenfalls einen heidnischen Hintergrund. Nach christlichem Glauben symbolisiert das Osterfeuer die Auferstehung Jesu. Nach heidnischem Brauch ist das Feuer zu Ostern ein Symbol für die Vertreibung des Winters.
  • Osterrad: Das Osterrad steht in engem Zusammenhang mit dem Osterfeuer. Wenn das Feuer nahezu abgebrannt ist, werden mit Stroh umwickelte Wagenräder entzündet. Auch dieser Brauch soll den Winter vertreiben – indem man die Räder brennend durch das Dorf oder die Stadt rollt.

Weitere Bräuche, die es lohnt zu recherchieren, sind der Ostermarsch oder die Osterkerze, die vielerorts entzündet wird. In Süddeutschland erfreuen sich außerdem Osterbrunnen großer Beliebtheit.

Die Aufzählung zeigt, dass es auch fernab des klassischen Ostergottesdienstes Optionen gibt, um eine Rede zu Ostern zu halten. Wer nicht unbedingt einen religiösen Bezug herstellen möchte, kann auf die genannten heidnischen Osterbräuche verweisen. Interessant ist auch die Verbindung zwischen christlicher Tradition und heidnischem Brauch. Das ist ein weiterer Aspekt, der sich in einer Rede zu Ostern thematisieren lässt.

Rede zu Ostern: Inhalte, Ideen und Impulse

Wie genau die Rede zu Ostern ausfällt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. So ist es zunächst sinnvoll, sich mit den formalen Rahmenbedingungen vertraut zu machen. Folgende Fragen helfen, eine erste inhaltliche Abgrenzung für die Osterrede zu finden:

  • Wo spreche ich? Feierlichkeit, Gottesdienst, Vereinsfest, gemeinsames Ostereiersuchen im Kindergarten…
  • Wer hört mir zu? Erwachsene, auch Kinder, Menschen verschiedener Religionen, Christen, Atheisten…
  • Wie viel Redezeit steht mir zu? Bin ich der einzige Redner?

Sind Sie damit betraut, eine Osterrede zu übernehmen, helfen diese Fragen, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen.

Generell gilt: Auch wenn die Veranstaltung keinen religiösen oder christlichen Hintergrund hat, kann man dennoch auf das christliche Osterfest verweisen. Selbiges gilt umgekehrt: Wenn Sie bei einem Gottesdienst sprechen, können Sie einen weiteren Bogen schlagen und ebenfalls gesellschaftliche Themen ansprechen. Dass dies eine gängige Praxis ist, beweist wohl die bekannteste Osterrede der Welt – die Osteransprache des Papstes mit anschließendem Ostersegen.

Die Osterrede vom Papst: Osterbotschaft, Segen Urbi et Orbi und aktueller Bezug

Die mit Abstand populärste Rede zu Ostern ist eine Predigt – die Osterbotschaft des Papstes, die weltweit live übertragen wird. Traditionell richtet das Oberhaupt der katholischen Kirche seine Worte am Ostersonntag an Tausende Christen, die den Weg zum Petersplatz in Rom auf sich nehmen. Immer schließen die Ausführungen des Papstes mit dem traditionellen Segen „Urbi et Orbi“ (dt.: der Stadt und dem Erdkreis).

Ein Blick auf die Osterrede des Papstes zeigt, wie gut sich religiöse und gesellschaftliche Inhalte verweben lassen. Die päpstliche Rede zu Ostern hat stets einen klaren christlichen Bezug und referiert auf Werte wie Vergebung und Nächstenliebe sowie auf die Auferstehung Jesu. Dennoch stellt das Oberhaupt der katholischen Kirche immer auch einen Bezug zum aktuellen Weltgeschehen her. Häufig ist die Osterbotschaft eine Botschaft des Friedens. Sie verurteilt jüngste Gewalttaten ruft dazu auf, Konflikte friedlich zu lösen.

Was im Großen Anklang und Wirkung findet, lässt sich auch im Kleinen umsetzen. Eine Rede zu Ostern muss nicht ausschließlich die religiöse Komponente betonen. Im Gegenteil: Eine Osterrede bietet Freiraum, um auch entferntere Themenbereiche anzusprechen. Wichtig ist hierbei aber, eine schlüssige Überleitung zu finden. Vermeiden Sie künstliche Konstruktionen und achten Sie auf einen greifbaren, roten Faden.

Überleitungen gestalten: Die Rede zu Ostern

Wie bei vielen anderen Reden und Vorträgen auch, gibt es zahlreiche Optionen, um einen gelungenen Anfang für die Rede zu Ostern zu finden. Das kann beispielsweise ein Zitat sein – entweder aus der Bibel, einem bekannten Gedicht oder der Ausspruch einer berühmten Persönlichkeit.

Wichtig ist hierbei, die Kernaussage oder ein Stichwort aufzugreifen und den Vortrag rund um das Schlüsselwort aufzubauen. Suchen Sie also nicht nach einem willkürlichen Zitat, sondern einem soliden Fundament für Ihren Vortrag. Zwei mögliche Beispiele wären:

1. Bibelzitat

„Und zogen ihn aus und legten ihm einen Purpurmantel an und flochten eine Dornenkrone und setzten sie auf sein Haupt und gaben ihm ein Rohr in seine rechte Hand und beugten die Knie vor ihm und verspotteten ihn und sprachen: Gegrüßet seist du, der Juden König!“ Matthäus, 27: 28-29

Spott und Erniedrigung nehmen in diesem Zitat eine große Präsenz ein. Das kann als Basis für den weiteren Aufbau des Vortrags dienen. Beispielsweise dann, wenn der Schulsprecher bei seiner Schulrede Mobbing verurteilt.

2. Zitat einer berühmten Persönlichkeit

„Zu Weihnachten getanzt im Schnee, zu Ostern Frost im Zeh.“ Wilhelm Busch

Dieses Zitat geht weg vom religiösen Hintergrund und fokussiert die Jahreszeiten. Hierbei lässt sich eine gute Überleitung hin zum Zeitverlauf oder zur Witterung kreieren. Das hat das Potenzial, beispielsweise bei land- oder forstwirtschaftlichen Veranstaltungen in der Osterzeit großen Anklang zu finden.

Um Überleitungen griffig zu gestalten, ist es ratsam, sich Ideen und Gedankengänge zu visualisieren. So erhalten Sie ein Gefühl dafür, ob und inwiefern Ihre Überleitung schlüssig ist. Fragen Sie im Zweifel eine außenstehende Person: Erscheint die Anknüpfung sinnvoll und ist in Ihrer Rede ein roter Faden sichtbar?

Osterrede: Nicht nur Raum für Religion

Ohne Frage: Klassische Reden zu Karfreitag oder Ostern stehen in engem Zusammenhang mit Religion, Christentum und Glaube. Dennoch lassen sich in Osterreden auch weniger religiöse oder gesellschaftliche Themen ansprechen. Hier liegt die Herausforderung darin, den Bogen vom Osterfest und der christlichen Tradition hin zum gewünschten Schwerpunkt zu spannen.

Vergessen Sie bei der Konzeption Ihrer Ausführungen nicht, sich genaue Gedanken zum Publikum zu machen. Wissen all Ihre Zuhörer, welche Osterbräuche es gibt und welchen Hintergrund das Osterfest hat? Gehen Sie im Zweifel auf Nummer sicher. Auch anschauliche Erklärungen bieten ein solides Grundgerüst für eine gelungene Rede zu Ostern.

Redaktion redenwelt.de

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