In der Karnevalsjugend die besten Büttenreden schwingen

Eine Büttenrede ist eine ganz besondere Art von Rede. Dabei muss es nicht immer unbedingt eine reine Ansprache sein. Die Büttenrede kann im Dialog oder als Sketch vorgetragen werden ebenso wie im Monolog. Ob ganz klassisch im jeweiligen Dialekt oder auf Hochdeutsch. Dazu muss dann noch das passende Thema ausgewählt werden. Das Wichtigste vor der Vorbereitung einer Büttenrede ist immer die Frage: Was soll die Rede beim Zuhörer erreichen?

Die Büttenrede der Jugend – wo liegt der Unterschied?

Der große Unterschied zwischen Büttenreden von Kindern und solchen von Jugendlichen, liegt im Redner. Denn während Büttenreden von Kindern oftmals noch eher süß und niedlich daherkommen, wollen Jugendliche etwas sagen.

  • Sie haben während der Fastnacht eine Botschaft, die sie übermitteln möchten.
  • Sie wollen Ihr Publikum direkt ansprechen.
  • Sie wollen die Zuhörer mitreißen und es ist ihnen wichtig, dass ihr Sketch und ihre Rede gut ankommen.
  • Sie wollen den Narren zeigen, wie ihr Standpunkt in gewissen Dingen ist.

Thematisch sind Jugendliche offener als manch Erwachsener. Sie sprechen Dinge offen an, hauen deutlich auf dem Tisch und kümmern sich nicht um die Meinung anderer. Sie reden über Politik, die Situation der Frau in der Gesellschaft, über Umwelt und alles, was sie interessiert. Dazu gehören vor allem Trendthemen, wie beispielsweie Nachhaltigkeit, aber auch Jobs und Chancen.

Gepaart mit jeder Menge Humor, passenden Sketches und Pointen, sind jugendliche Reden vor allem spritzig und locker gehalten.

Das richtige Thema für die Jugend finden

Sie suchen nach einer Büttenrede für Ihr jugendliches Kind und möchten es bei der Auswahl des richtigen Themas unterstützen? Auch dann sind Sie hier richtig. Wichtig ist dabei allerdings, dass Sie Ihrem Kind zuhören. Denn nur, wenn eine solche Rede mit Überzeugung gesprochen wird, kann sie auch die Zuhörer erreichen. Wo bei Kindern das reine Auswendiglernen reicht, muss bei Jugendlichen schon Glaubwürdigkeit dabei sein. Damit ist eine Büttenrede die perfekte Schulung für spätere Ansprachen im Berufsleben.

Karneval – eine tolle Zeit im Jahr

Der Karneval oder auch Fasching, wie er in einigen Teilen Deutschlands genannt wird, ist eine außergewöhnliche Zeit im Jahr. Nicht umsonst wird der Karneval auch als die „tollen Tage“ bezeichnet. In dieser Zeit wird gefeiert, als gäbe es keinen Morgen. Die Fastnachtszeit wird dabei gern auch als fünfte Jahreszeit bezeichnet. Für manchen, der fest im Karneval verwurzelt ist, ist es die wichtigste.

Doch, woher kommt der Karneval wie wir ihn heute kennen eigentlich? Warum wird Karneval auf der ganzen Welt gefeiert? In Europa, in Rio de Janeiro, ja selbst im einstmals streng kommunistischen Kuba gehen die Menschen zu Karneval auf die Straße und feiern. Bunte Umzüge mit pompösen Wagen, Kostümen und tanzenden Menschen sind die Bilder, die man aus diesen Tagen kennt. Gefühlt wird das Treiben dabei jedes Jahr bunter und ausgelassener.

Die Wurzeln des Festes gehen weit in die Geschichte Europas zurück. So feierten die Germanen ein Frühlingsfest, dass mit dem Karneval von heute schon eine gewisse Ähnlichkeit hat. Hier wurden schaurige Verkleidungen gewählt, die dabei helfen sollten, die Wintergeister zu vertreiben. Das Frühlingsfest war dabei laut, bunt und ein fest der Freude. Denn es symbolisierte das Ende der kalten Jahreszeit. Der Winter war für die Menschen damals nicht nur kalt und grau – er war auch gefährlich. Im Winter starben die Alten und die Kinder. Außerdem konnte es schnell passieren, dass der Hunger ganze Dörfer wegraffte.

Das Frühlingsfest war also für die Menschen damals so etwas wie der Zeitpunkt, an dem wieder ein dunkler und kalter Winter überstanden war. Die Bauern wollten ihre Felder bestellen und die Menschen hatten die Kälte satt. Mit ihren Masken und Verkleidungen sollten die Wintergeister vertrieben werden. Damit Frühling und schließlich Sommer Einkehr halten konnten.

Einen weiteren Ursprung findet man im alten Rom. Das Saturnalienfest ermöglichte es den Armen, den Dienern und Sklaven für einen Tag, Ihren Stand zu vergessen. An diesem Tag wurden sie von ihren Herren bedient. Dazu konnten Sie nur an diesem Tag in der Öffentlichkeit reden und Dinge ansprechen, die aus ihrer Sicht falsch liefen. Dieser Brauch wurde bis ins Mittelalter fortgeführt. Hier durften die Armen und Bettler sich zu Karneval über die herrschende Klasse ungestraft lustig machen.

Von diesem Brauch stammt auch die heutige Büttenrede ab. Der Begriff „Bütt“ meint ein Fass, dass den Menschen im Mittelalter als Rednerpult gedient hat. Heutzutage gibt es in den seltensten Fällen noch Fässer, die als Pult dienen, aber Büttenreden finden in allen Personen- und Altersgruppen statt:

Eine dritte Wurzel des Karnevals ist eine christliche. Im 12. Jahrhundert gab es den päpstlichen Befehl vor Ostern eine Fastenzeit einzulegen. Insbesondere auf Fleisch sollte verzichtet werden. Die Fastenzeit hat sich bis heute gehalten. Auch wenn heute eher symbolisch auf Kleinigkeiten verzichtet wird, kann das für manchen ein erheblicher Einschnitt sein. Viel größer war der Verzichte der Menschen aber im Mittelalter. Aus Angst vor Höllenqualen nach dem Tod unterwarf man sich dem kirchlichen Befehl. Doch die Kirche nutzte die Gelegenheit, um das Frühlingsfest der Germanen loszuwerden. Denn dieses vorchristliche Fest war ihr schon lange ein Dorn im Auge. Schnell war die Idee geboren, statt des Frühlingsfestes den Karneval zu begehen.

Nun wurden keine Wintergeister mehr vertrieben, sondern Dämonen und der Teufel selbst. Als Vorbereitung auf die Fastenzeit durfte das Volk noch einmal für ein paar Tage sich der Völlerei und dem Alkohol hingeben. Danach wurde genug Buße getan. Daher stammt auch der Name „Karneval“. Denn dieser ist nichts weiter als die Zusammensetzung der Worte „Carne“ und „vale“. „Carne“ bedeutet „Fleisch“ und „vale“ bedeutet sinngemäß „auf Wiedersehen“. Ein Abschied auf Zeit von den Freuden des Lebens also.

Was ist das Besondere an einer Büttenrede?

Viele Jugendliche denken auf den ersten Blick, dass eine Büttenrede kein Problem darstellt. Schwerer als ein Referat in der Schule wird es schon nicht werden. Dabei übersehen sie gern, dass Büttenredner in einer langen Tradition stehen.

Schon in Mainz zur Zeit Napoleons waren es Büttenredner, die zu Karneval den französischen Besatzern die Meinung geigten. Mit gut gesetzten und pointierten Aussagen, konnten sie damals ihre Wut über die Besatzung loswerden. Dank des Karnevals sogar ungestraft. Noch heute wird die Rede in der Bütt von geschickten Rednern genutzt, um sich Gehör zu verschaffen. Wer eine Meinung hat, kann diese zur Fastnacht gut auf die Bühne bringen. Das Publikum sollte vom Vortrag natürlich unterhalten werden. Eine Büttenrede darf aber gern auch kritisch sein und zum Nachdenken anregen.

Die närrischen Reden können dabei auf verschiedene Arten vorgetragen werden. Viele Büttenreden werden als Reim auf die Bühne gebracht. Die Strophen sind dabei so gesetzt, dass sie für das Publikum leicht verfolgt werden können. Sie dürfen an der Stelle bei der Vorbereitung nicht vergessen, dass im Karnevalszelt nicht nur Wasser getrunken wird. Wird die Büttenrede gereimt, dann greift man traditionell auf ein regelmäßiges Versmaß zurück. Hier wird zumeist der Jambus gewählt. Dabei folgt stets eine betonte Silbe auf eine unbetonte.

Ein Jambus ist beispielsweise das Wort:

  • Ge-spenst

Hier sind zwei Silben vorhanden. Die erste wird weniger betont, die zweite folgt mit mehr Betonung. Im folgenden Wort muss nun wieder am Anfang eine Silbe stehen, die betont wird. Ein schönes Beispiel für einen solchen Jambus Vers ist der erste Vers aus dem Gedicht „Am grauen Strand, am grauen Meer“ aus der Feder von Thedor Storm.

  • Am grauen Strand, am grauen Meer

Diese Reimform ist nicht verbindlich. Es wird nur zumeist gewählt und trifft die Tradition der Büttenrede.

Alternativ kann die Rede aber auch als normaler Monolog vorgetragen werden. Variante Nummer drei ist der Dialog. Hier stehen zwei oder mehr Redner auf der Bühne, die sich miteinander unterhalten. Alle drei Varianten bedürfen einer Menge Vorbereitung.

Denn eine Büttenrede darf nicht langweilig und starr sein. Sie muss mit Leben gefüllt werden. Die Menschen im Saal wollen mitgenommen werden. Der Unterhaltungsfaktor muss hoch sein – auch wenn Gesellschaftskritik durchaus erwünscht ist. Derbe Späße sind dabei ebenso erlaubt, wie feinsinniger spitzer Humor. Ironie und selbst Sarkasmus dürfen in Maßen eingebaut werden. Letztlich sind es diese Zutaten, die der Büttenrede ihren besonderen Reiz verleihen.

So wird eine Büttenrede aufgebaut

Ein weiterer Punkt beim Thema Büttenrede ist die Frage nach dem Dialekt. Oftmals wird die Büttenrede nämlich im jeweiligen Dialekt der Region vorgetragen. Die klassische Büttenrede in Köln beispielsweise wird natürlich auf Kölsch gehalten. Es kommt ein Stück weit auf den jeweiligen Verein an, ob die Rede im Dialekt gehalten werden muss. Wenn ja, sollte dieser auf jeden Fall gelernt werden, damit die Rede authentisch klingt.

Das Wichtigste bei einer Büttenrede ist mit Sicherheit das Thema. Dieses sollte sich wie ein roter Faden durch die gesamte Rede ziehen. Gute Quellen für ein solches Thema können die lokalen Tageszeitungen oder die Nachrichten an sich sein. Gern genommen werden Themen aus Politik, Glaube und Religion und der Gesellschaft. Manche Vereine setzen für eine bestimmte Sitzung auch ein Thema fest. Dieses muss dann zumindest im weitesten Sinne mit eingebaut werden.

Nun gilt es lustige Passagen zu entwickeln, die in den Redefluss eingebaut werden können. Natürlich möchten die Narren sich amüsieren und unterhalten werden. Wichtig ist dabei, dass die Sprüche passen. Ein stiller Saal während einer Büttenrede ist das Schlimmste, was einem Büttenredner passieren kann. Der Vorteil an einer solchen Karnevalssitzung: Die Menschen kommen mit großem Frohmut zu der Veranstaltung. Man erwartet zwar, unterhalten zu werden. Ist aber zumeist ohnehin bereits in bester Laune. Da werden gerade bei jugendlichen Büttenrednern auch gern mal kleinere Fehler verziehen.

Der rote Faden in der Büttenrede ist das, was am Ende den Reiz ausmacht. Denn während sich in der Rede ein Witz an den anderen reiht, steuern Sie auf das Finale zu. Der Höhepunkt muss die Botschaft der Rede perfekt ausdrücken. Ob Sie die Rede mit einem großen Gag schließen möchten oder ob der Höhepunkt nachdenklich stimmen soll, bleibt natürlich Ihnen überlassen. Wichtig ist bei aller Gesellschaftskritik, dass das Publikum etwas zum Lachen bekommt.

Karneval in Deutschland – viel mehr als nur ein paar Büttenreden

Heute ist Karneval bzw. Fasching mit passender Karnevalsrede oder Büttenrede in Deutschland beliebt wie eh und je. Das Fest wird von den meisten Menschen im Land gefeiert und dabei geht es durchaus bunt und wild zu. Wer mitmachen möchte, kann sich in einem der zahlreichen Karnevalsvereine in seiner Stadt anmelden. Ob als junges Mädchen und Frau als Tanzmariechen oder Männer als Büttenredner und in der Organisation hinter den Kulissen. Für die Gestaltung der Umzüge und der Fastnacht Sitzungen wird immer Nachwuchs gesucht. Gerade die Jugend ist dabei herzlich willkommen. Bietet sie doch eine erfrischend offene Sichtweise auf viele alteingefahrene Muster. Das kann auch manchem Senioren im Rahmen einer pointierten Büttenrede eine Menge Spaß machen.

Die Tage zu Karneval und Fasching bieten den Menschen die Möglichkeit unter Leute zu gehen. Dazu können sie bei Tanz und Musik ausgelassen sein und die Sorgen des Alltags einmal für eine Weile hinter sich lassen. Eine Büttenrede soll genau dabei helfen. Der Besuch einer Karnevalssitzung oder einer Karnevalsgala soll unterhalten, erfreuen und ein wenig zum Nachdenken anregen. Eine gut durchdachte und vorbereitete Rede, kann da wahre Wunder wirken.

Kurz vor der Rede – so klappt es auch mit dem Auftritt

Die Karnevalsrede bzw. Büttenrede ist komplett in Form gebracht. Der Vorredner hat einen guten Gag nach dem anderen gebracht. Trotzdem möchten Sie noch eine Schippe drauflegen. Sie haben die Rede ausgearbeitet und so oft geübt, dass sie Ihnen in Fleisch und Blut übergegangen ist. Trotzdem macht das Lampenfieber Ihnen zu schaffen.

Das ist nichts Ungewöhnliches. Selbst erfahrene Redner sind vor einer Ansprache immer noch nervös. Etwas Nervosität ist auch notwendig, damit Sie während der Büttenrede fokussiert bleiben. Ein gutes Mittel dagegen ist natürlich die Vorbereitung. Je besser Sie vorbereitet sind, desto weniger nervös werden Sie während des Auftritts sein.

Wenn Sie vor dem Auftritt merken, dass der Puls in die Höhe schießt, sollten Sie einen Schluck Wasser trinken und ruhig durchatmen. Es kann auch nicht schaden, etwas Wasser am Rednerpult stehen zu haben. Wenn Ihnen doch einmal die Luft wegbleibt, können Sie so schnell wieder zu Atem kommen. Atmen Sie bewusst und konzentriert. Einer der häufigsten Fehler auf der Bühne ist eine zu gepresste Atmung. Dadurch kann Ihnen zum Ende Ihrer Rede die Luft ausgehen, was sich negativ auf Betonung und Modulation auswirkt.

Suchen Sie sich im Publikum einzelne Gesichter, die Sie während Ihrer Rede gezielt anschauen. Am besten Menschen die Sie kennen und die Ihnen positiv gegenüber eingestellt sind. Ein freundliches Lachen wird Ihnen schnell die Nervosität rauben. Wenn die ersten Sätze gesprochen sind, werden Sie merken, dass sie sich auf Ihrer Bühne wohl fühlen.

Redaktion redenwelt.de

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