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Abschlussrede für Schüler: Emotionale Worte in der Schule

Die Schulzeit neigt sich dem Ende zu. Das besiegeln Schüler in der Regel mit einer feierlichen Zeremonie. Die von Schulabsolventen gehaltene Abschlussrede ist ein genauso traditioneller Bestandteil der Abschlussfeier wie die Zeugnisübergabe. Als erwählter Redner trägt man eine große Verantwortung. Wie man dieser gerecht wird und was es bei der Abschlussrede für Schüler alles zu berücksichtigen gilt, lesen Sie in diesem Artikel.

Abschlussrede für Schüler: Ein Muss bei jeder Abschlussfeier?

Ob ein Jahrgang eine Rede von Schülern in seine Abschiedszeremonie aufnimmt, hängt von den individuellen Vorlieben ab. Das Einbinden ist nicht vorgeschrieben und somit auch kein Muss. Dennoch sorgt es für eine ganz besondere Atmosphäre, wenn sich die Schüler aktiv einbringen und eine Abschlussrede halten.

Der Redner kann Anekdoten wiedergeben, sein Publikum durch Insider-Witze zum Lachen bringen und die Dankbarkeit der Abschlussklasse den Lehrern gegenüber ausdrücken. Entscheidet man sich, die Abschlussrede für Schüler in die offizielle Verabschiedung mitaufzunehmen, kann man sich sicher sein, dass sich viele Gäste noch Jahre später an diesen besonderen Moment erinnern.

Der Abschlussredner: Verantwortung und Ehre zugleich

Schulabschlussrede

Ihre Einschulung ist noch gar nicht so lang her – jetzt dürfen Sie die Abschlussrede für alle Schüler halten © vectorfusionart – Shutterstock

Ist es nun beschlossene Sache, dass die Feierlichkeit eine Schülerrede beinhalten soll, bleibt es zu klären, wer bereit ist, die Rede zu halten. Meist ist es die naheliegendste Wahl, den Schülersprecher mit dieser Aufgabe zu betrauen. Hält sich dieser aber nicht für einen guten Redner oder sprechen andere Gründe dagegen, können auch Mitschüler die Rolle übernehmen.

Die Wahl sollte auf eine Person fallen, der sich vor Publikum wohlfühlt und gerne frei spricht. Der richtige Umgang mit Worten ist eine weitere wichtige Eigenschaft, die ein Vortragender mitbringen sollte. Als Erwählter sollte man nicht zu viel Angst vor der Verantwortung haben. Es ist vor allem eine Ehre, vor der gesamten Abschlussklasse und den Vertretern der Schulgemeinschaft eine solch wichtige Rede halten zu dürfen.

Aufbau einer Abschlussrede für Schüler

Der Inhalt der Abschlussrede für Schüler ist relativ frei. Es gibt keine Vorschriften und kein richtig oder falsch. Dennoch erweist es sich als sinnvoll, auf einige zentrale Themenbereiche einzugehen. Ein beispielhafter Aufbau könnte wie folgt aussehen:

  • Einleitung mit Zitat oder Sprichwort
  • Hauptteil, der die Besonderheiten der Abschlussklasse darstellt
  • Einbinden von Witzen und persönlichen Erfahrungen
  • Abschluss, der den Kerngedanken wiederholt

Der Vortragende kann diese Elemente je nach Gefallen ganz individuell ausgestalten. Wichtig ist es dabei immer, Bezug auf die gemeinsam gesammelten Erfahrungen zu nehmen. Das Plagiieren einer bekannten Rede ist in diesem Zusammenhang wenig sinnvoll. Die Abschlussrede für Schüler soll ein Resümee der individuell erlebten, gemeinsamen Schulzeit darstellen und Wünsche und Erwartungen für die Zukunft ausdrücken.

Die Einleitung: Das Publikum fesseln

Schon in der ersten Minute entscheiden die Zuhörer, ob es sich lohnt, den Worten des Redners – der stellvertretend für die Schüler spricht – zu lauschen. Deshalb ist es umso wichtiger, die Abschiedsrede von Anfang an spannend zu gestalten.

Zum Einstieg der Ausführungen eignet sich ein passendes Zitat oder eine Redewendung. Anschließend sollte der Redner einen Zusammenhang zwischen den zitierten Worten und dem eigenen Erleben in der Schule herstellen. Wer nur die Wörter von großen Persönlichkeiten wiedergibt, ohne selbst etwas dazu zu sagen, scheint schnell einfallslos.

Alternativ kann man auch mit einem Witz oder einem bekannten Spruch eines Lehrers beginnen. Der Ton der Einleitung und Begrüßung sollte in jedem Fall zum Rest der Rede passen.

Der Hauptteil: Anekdoten, Weisheiten und Wünsche

Ist der Einstieg erfolgreich geschafft, gilt es, die Zuhörer im Hauptteil weiterhin zu fesseln. Das Herzstück der Abschlussrede für Schüler lebt von den individuell gemachten Erfahrungen.

Besonderheiten der vergangenen Jahre lassen sich an diesem Punkt hervorheben:

  • Gab es eine gemeinsame Spendenaktion, mit welcher der Jahrgang viel Gutes bewirken konnte?
  • Erzielten die Schüler beim Abitur überdurchschnittliche Ergebnisse?
  • Erlebte die Abschlussklasse eine unvergessliche Zeit beim letzten gemeinsamen Schulausflug?

Wichtig ist, dass die genannten Punkte auf einen großen Teil der Schülergemeinschaft zutreffen. Es gilt zu vermeiden, einzelne Schüler separiert in den Fokus zu rücken. Priorität ist es, den Zusammenhalt und die Gemeinschaft zu betonen.

Nachdem der Hauptteil die vergangenen Schuljahre Revue passieren lässt, kann man sich im Anschluss der Zukunft widmen. Welche Wünsche möchte man seinen Mitschülern mit auf den Weg geben? Welche Möglichkeiten stehen der Abschlussklasse offen? Der Referent sollte daran denken, dass vermutlich nicht alle Absolventen denselben beruflichen oder universitären Weg anstreben. Er sollte daher auf verschiedene Zukunftswege eingehen.

Die Danksagung: Große und kleine Helden des Schulalltags

Ein ebenso wichtiger Bestandteil der Abschlussrede für Schüler ist die Danksagung. Gibt es Menschen, die die Heranwachsenden in einem besonderen Maße unterstützt haben? Oder Lehrer, die ihre Freizeit für die Abschlussvorbereitung geopfert haben? Ob Schulleiter, Hausmeister oder Eltern – an dieser Stelle ist Platz, den Helden des Schulalltags zu danken.

Hierbei sollte der Redner die Namen nicht einfach nacheinander abarbeiten. Persönliche Anekdoten gestalten diesen Teil interessanter. Was zeichnet die jeweilige Person aus? Wie hat sie letztendlich zum erfolgreichen Bestehen des Abschlusses beigetragen?

Ebenfalls lassen sich an dieser Stelle kurze witzige Geschichten mit einbinden. Dabei sollte der Verfasser der Rede immer darauf achten, dass die Erzählung auch für Außenstehende relevant ist. Der Vortrag sollte für jeden im Publikum unterhaltsam sein.

Ein rundes Ende: Der letzte Satz ist entscheidend

Ist nun alles gesagt, gilt es, zu einem runden Ende zu finden. Hierbei besteht die Möglichkeit, das Zitat oder den Gedanken des Einstiegs wieder aufzugreifen. Der Abschluss der Schülerrede sollte auf jeden Fall als solcher zu erkennen sein. Das Publikum sollte sich nicht fragen müssen, ob es sich gerade nur um eine künstlerische Pause handelt oder ob der Vortrag sein Ende gefunden hat.

Der letzte Satz ist deshalb entscheidend: Er bleibt dem Publikum am ehesten im Gedächtnis. Floskeln sind an dieser Stelle deshalb nicht gut aufgehoben. Die Abschlussrede sollte genau so individuell enden, wie sie begonnen hat. Achtet man darauf, steht dem Beifall am Ende nichts mehr im Wege.

Inspiration und Planung: Die richtige Vorbereitung ist alles

Sammeln Sie Inspirationen und bereiten Sie auf der Grundlage eine perfekte Abschlussrede als Schüler vor © Dean Drobot – Shutterstock

Als auserwählter Abschlussschüler scheint das Schreiben einer Rede erst mal eine sehr herausfordernde Aufgabe zu sein. Der eine oder andere hat im Deutschunterricht erstes theoretisches Wissen erworben, wie der Aufbau einer Rede aussieht. Für manch andere ist es aber auch das erste Mal, dass sie eine Ansprache vor so vielen Zuhörern vorbereiten und halten müssen. Nützliche Tipps und Tricks zum Schreiben einer Abschlussrede für Schüler finden sich deshalb im Folgendem.

Aller Anfang ist schwer: Inspirationen sind wichtig

Es ist noch keine hervorragende Abschlussrede vom Himmel gefallen. Deshalb ist es wichtig, sich vor dem Verfassen in die Thematik einzulesen. Der mit dem Schreiben betraute Schüler kann beispielsweise bereits vorgetragene Reden als Inspiration heranziehen. Neben Steve Jobs hielt auch J. K. Rowling eine berühmte Abschlussrede.

Doch wichtig ist: Inspirationen zu sammeln, ist nicht dasselbe wie Ausdrücke zu übernehmen! Es gilt zu vermeiden, einer bereits vorhandenen Rede nachzueifern. Der Moment des Vortragens soll eine Hommage an die gemeinsam erlebte Zeit darstellen und nicht an eine hollywoodreife Darbietung erinnern.

Deshalb empfiehlt es sich, eine Stoff- oder Ideensammlung gemeinsam mit Mitschülern zu erarbeiten. Was waren für sie besondere Momente der vergangenen Jahre? Durch das Gespräch mit den anderen Absolventen vermeidet der Redner, dass sich die Abschlussrede nur auf seine eigenen Erfahrungen bezieht. Wie bereits erwähnt, ist es unverzichtbar, dass sich ausnahmslos alle, die sich ihren Schulabschluss erarbeitet haben, angesprochen fühlen.

Der rote Faden: Ein schlüssiges Konzept für Schüler

Ist die Ideensammlung abgeschlossen, gilt es, die Kernthemen hervorzuheben. Die wichtigsten Themen sollten sich zu einem roten Faden vereinen lassen, der sich durch die gesamte Abschlussrede zieht. Beim Verfassen der Rede sollte man auf Elemente verzichten, die sich mit dem restlichen Inhalt nicht vereinen lassen.

Beinhaltet die Abschiedsrede zu viele Einzelgedanken, wird es für das Publikum sehr schwer, dem Redner zu folgen. Die Zuhörer sollten den Gesamtzusammenhang der Rede mühelos und schnell fassen können. Das gelingt nur, wenn der rote Faden greifbar ist.

Die Gliederung: So gerät kein Punkt in Vergessenheit

Nachdem man nun die gesammelten Gedanken geordnet hat, sollte man diese in einer strukturierten Gliederung festhalten. Auf diese Art und Weise vergisst der Verfasser der Rede beim Ausformulieren keinen wesentlichen Punkt.

Ein weiterer Vorteil der Gliederung ist, dass man bereits an dieser Stelle die ungefähre Länge der einzelnen Bestandteile festlegen kann. So behält der Redner den Überblick und kann Überflüssiges direkt kürzen, bevor die Rede zu umfassend wird.

Eine Rede zum Schulabschluss dauert in der Regel zwischen zehn und 15 Minuten. Dieses Zeitfenster lässt sich gut in die Abschlusszeremonie integrieren. Zudem handelt es sich dabei um einen Zeitrahmen, in dem die Zuhörer dem Redner ihre maximale Aufmerksamkeit widmen können.

Das Ausformulieren: Als Schüler die Ideen in Worte fassen

Ist die Vorarbeit erledigt, kann es nun an das Verfassen des eigentlichen Textes gehen. Je besser die vorangegangene Recherche erledigt ist, desto einfacher wird es, die Rede auszuformulieren.

Den Vortrag sollte der Verfasser als Vorbereitung in ganzen Sätzen schreiben. Genau so, wie man ihn am Ende auch dem Publikum vortragen will. Notiert sich der Redner nur Stichpunkte, kann es sein, dass die Formulierungen am Ende nicht rund klingen. Wer ganze Sätze schreibt, kann schon beim Ausformulieren darauf achten, Wiederholungen zu vermeiden und Satzanfänge variabel zu gestalten.

Zusätzlich lassen sich beim Schreiben auch Stilmittel gezielt einsetzen.

  • Bildsprache: Metaphern eignen sich hervorragend, um gut greifbare Vergleiche zu ziehen. Das gestaltet die Abschlussrede für Schüler abwechslungsreicher. Dem Publikum fällt es leichter, zuzuhören. Zudem wirkt die Rede insgesamt unterhaltender.
  • Wiederholungen: Auch gezielte Wiederholungen lassen sich beim Verfassen der Rede einsetzen. Besonders wichtige Aspekte erfahren so eine Betonung.
  • Parallelismen: Sätze können auch in Form von Parallelismen stehen. Das heißt, dass aufeinanderfolgende Bestandteile dieselbe Struktur haben. Ein Beispiel für einen Parallelismus ist: „Wir haben geweint, wir haben gelacht, wir haben gelernt.“ Der Abschlussredner kann sich von dem, was er im Deutschunterricht gelernt hat, inspirieren lassen.

Steht die ausformulierte Abschlussrede, liegt es an dem Vortragenden, sich die Struktur und vor allem wichtige Übergänge gut einzuprägen.

Der richtige Vortrag: So wird die Abschlussrede für Schüler ein Highlight

Die Abschlussrede ist schwarz auf weiß verankert und der Tag der Abschlusszeremonie rückt immer näher. Spätestens jetzt sollte sich der Absolvent, der die Rede hält, Gedanken um den Vortrag machen.

Die richtige Betonung: Die Aussprache macht den Unterschied

Es versteht sich von selbst, dass eine klare und deutliche Aussprache bei der Abschiedsrede essenziell ist. Hierbei sollte der Vortragende nicht zu schnell sprechen. Doch auch ein übertrieben langsamer Vortrag macht es dem Publikum nicht einfacher, dem Gesagten zu folgen.

Der Redner sollte sehr wichtige Phrasen stimmlich hervorheben. Die beste Art und Weise des Sprechens gilt es vorab einzustudieren. Je realistischer das Übungssetting ist, desto einfacher fällt es am Ende, das Einstudierte auch wirklich anzuwenden. Das bedeutet: Wer als Redner vor Publikum übt, beispielsweise der Familie, schafft eine realistischere Atmosphäre.

Emotionen: Was ist das richtige Maß für Schüler?

Die aufkommenden Emotionen beim Vortragen sollten vor allem eins: natürlich sein! Das Publikum wird es merken, wenn Gefühle nur vorgespielt sind. Doch auch, wenn die Empfindungen den Redner tatsächlich übermannen, sollte er gefasst bleiben.

Eine unter Tränen genuschelte Rede versteht niemand. Die eine oder andere Träne ist aber selbstverständlich in Ordnung und unterstreicht den emotionalen Charakter der Festlichkeit.

Die perfekte Abschlussrede: Auswendig oder Ablesen?

Soll man die Abschlussrede als Schüler ablesen oder auswendig lernen? © Luis Molinero – Shutterstock

Ob der Referent die Rede abliest oder die Rede bzw. Teile davon vorab auswendig lernt, ist seine Entscheidung. Der Vortrag wirkt allerdings meist flüssiger, wenn der Inhalt auswendig gelernt wurde. Am geeignetsten scheint eine Kombination der beiden Möglichkeiten: Den Text zwar auswendig lernen, aber dennoch eine Kopie der Niederschrift mit sich zu tragen.

Auf diese Art und Weise lässt sich die Abschlussrede für Schüler frei halten – mit einer zusätzlichen Absicherung, falls der Text doch in Vergessenheit geraten sollte. Wer im freien Sprechen bereits geübter ist, kann auch mit Stichwortzetteln arbeiten. Erfahrungsgemäß ist die Rede im Rahmen des Schulabschlusses jedoch für die meisten die erste große Gelegenheit, vor Publikum zu sprechen.

Die Abschlussrede für Schüler: Das Highlight der Abschiedszeremonie

Die Abschiedsrede, die ein Schüler hält, ist eine Möglichkeit, die Schulzeit Revue passieren zu lassen und besonderen Personen und insbesondere den Lehrkräften zu danken. Gemeinsame Erinnerungen können im Rahmen der Ausführungen noch einmal durchlebt und mit dem Publikum geteilt werden.

Nicht selten ist die Abschlussrede genau der Teil der Verabschiedungszeremonie, an den sich beim nächsten Klassentreffen alle gerne zurückerinnern. Und das nicht ohne Grund: Die Abschlussrede stellt für Schüler einen wichtigen Übergang dar – das Ende der Schulzeit und zugleich den Anfang des „echten“ Lebens. Dafür braucht es besondere Worte, die ausnahmslos alle Schüler ansprechen.

Redaktion redenwelt.de

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