- NEU im MÄRZ bei REDENWELT Exklusiv: 6 Sparreden für Unternehmer und Geschäftsführer, Bürgermeister, Stadträte - Redeideen für Geburtstage im WM-Jahr - Reden zur Konfirmation/Kommunion/Firmung 2010 - 4 neue Spendenreden für das Frühjahr 2010
Etymologie - Quelle der Ideenfindung für Redner
Redner sind immer auf der Suche nach Ideen
Wie kann ich meine Rede mit einem starken Auftakt beginnen? Wie kann ich während der Rede die Spannung halten? Wie kann ich am Schluss meiner Kür am Hochreck mit einem dreifachen Salto punktgenau in den Stand springen, auf dass rauschender Beifall meinen Abgang begleitet?
Es gibt viele Möglichkeiten. Eine der interessantesten ist, sich wie ein Detektiv auf die Suche nach der Herkunft einer Bezeichnung zu machen, der Vergangenheit und Abstammung eines Wortes nachzuspüren. Das führt, wie die Personenfahndung bei der Kripo, oft zu verblüffenden Erkenntnissen. Einem Aha-Erlebnis.
Wörter fallen nicht vom Himmel, sondern entwickeln sich aus Früherem. Manchmal über Jahrhunderte hinweg. Dabei verändern sich nicht selten Schreibweise und Bedeutung. Es ist spannend, einmal nachzuschauen, wie ein Wort ursprünglich verwendet wurde. Aus dem Brunnen der Sprache lässt sich manche Idee für eine gute Rede schöpfen.
20 zentrale Begriffe für Redner
| 1. Appell
| 11. Leistung
|
Hätten Sie beispielsweise gedacht, dass "Anwalt" ursprünglich einen "Schutzgeist" bezeichnete, ein Wesen mit göttlichen Kräften, einen "Herrscher und Monarchen", ja einen "Gott"?
13 Erläuterungen zu Berufsbezeichnungen für Redner
| 1. Anwalt | 8. Kanzler |
Für den gut vorbereiteten Redner: zentrale Begriffe und deren Herkunft
Appell (appellieren)
Im 18. Jh. aus dem frz. appel entlehnt; das wiederum geht zurück auf lat. appellare = ansprechen, anreden, anrufen; auffordern, einen Vorschlag machen; um Hilfe ansprechen, jemanden um etwas angehen; zur Rede stellen; einen Namen beilegen, benennen, titulieren. Anfangs im militärischen Bereich gebraucht: „Ruf, Signal zum Sammeln“, dann auch in der Bedeutung von „Antreten zur Überprüfung, Befehlsausgabe“. Ferner verwendet im Rechtswesen (als „Berufung“) sowie in der Jägersprache (für den „Gehorsam des Hundes auf Zuruf“).
Appell, das hat einen militärischen Beigeschmack; es klingt etwas nach Kasernenhof und in Reih und Glied stehenden Soldaten, die sich stumm und widerspruchslos Anweisungen erteilen lassen müssen. Doch das lateinische appellare, das unserem deutschen Wort zugrunde liegt, kann auch viel freundlichere Formen der Kommunikation meinen als die befehlsartige Aufforderung, gegen die kein Widerspruch möglich ist. Indem ich hier und heute an Sie appelliere, möchte ich Ihnen einen Vorschlag machen: den Vorschlag nämlich ...
Oder: Wenn ich heute an Sie appelliere, dann soll das keinen Befehlscharakter haben und auch keine Aufforderung im Sinne einer Forderung sein. Nein, in der ursprünglichen lateinischen Form bedeutet appellieren auch „einen Vorschlag machen“. Und genau das möchte ich hier und heute tun ...
Argument (argumentieren)
Von lat. argumentum = was der Erhellung und Veranschaulichung dient; Beweis; zu lat. arguere = deutlich zu erkennen geben, klarmachen, erhellen, beweisen, charakterisieren, des Irrtums zeihen oder überführen, bezichtigen, bloßstellen
(polemisch:) Ich weiß nicht, ob ich die Punkte, die mein Kollege vorgebracht hat, als Argumente ansehen soll. Denn sonderlich erhellend fand ich seine Ausführungen nicht. Obwohl das Wort Argument, das vom lateinischen „arguere“ herkommt, gerade dies verspricht: zu erhellen.
Debatte (debattieren)
Abgeleitet von frz. débattre = sich aussprechen, alt frz. debatre = schlagen (beim Fechten), sich streiten; zurückgehend auf lat. battere = schlagen
Ich weiß: In Debatten darf man nicht zu zimperlich sein. Denn wenn man sich schlägt – und das bedeutet das französische débattre – , muss man auch einiges aushalten und einstecken können. Aber wir sollten nicht zulassen, dass unter die Gürtelinie geschlagen wird!
Oder: Debatte, das kommt aus dem Französischen, wo es ursprünglich das Schlagen beim Fechten meinte; und so ist auch eine Debatte ein Gefecht – ein Gefecht mit Worten, die treffen können und sollen, ohne unnötig zu verletzen, mit hoffentlich schlagenden Argumenten
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Diskussion (diskutieren)
Im 16. Jh. entlehnt aus lat. discutere (Partizip: discussum) = zerschlagen, zerspalten, zerschmettern, zertrümmern; (eine Versammlung) auseinander treiben, abschütteln, verscheuchen, vertreiben; etwas scheitern lassen, hintertreiben, vereiteln; in übertragener Bedeutung im Spätlatein eine Sache untersuchen, erörtern, besprechend erwägen. Entsprechend Diskussion = Meinungsaustausch, Auseinandersetzung (16. Jh.; aber erst seit dem 18. geläufig); von lat. discussio (Genitiv: discussionis)
Ich habe den Eindruck, diese Veranstaltung gerät zu einer Diskussion im allerältesten, um nicht zu sagen „barbarischen“ Sinn des Wortes – was kein gutes Zeichen ist. Denn mit Zerspalten, Zertrümmern oder Auseinandertreiben der Versammlung ist doch wirklich niemandem gedient. Ich schlage deshalb vor ...
Kommunikation (kommunizieren)
Als liturgischer Fachbegriff der katholischen Kirche bedeutet Kommunikation (lat. communicare) = „die Kommunion empfangen“. Im 15. Jh. erhält das Verb die Bedeutung etwas gemeinsam, gemeinschaftlich machen, sich besprechen, teilhaben, Anteil nehmen, (etwas Lästiges) tragen helfen, zu Rate gehen; treffen, sich besprechen, vgl. communis = gemeinschaftlich, öffentlich, gemeinsam, allgemein, gewöhnlich; analog dazu: Kommunikation = Mitteilung, Unterredung (seit 16. Jh.); Verständigung (durch sprachliche Mittel), Informationsaustausch (20. Jh.); abgeleitet aus lat. communicatio = Mitteilung.
Wenn unser Unternehmen hohen Wert auf die Firmenkommunikation legt, dann ist schon das Wort Programm. Denn bei Kommunikation geht es nicht um oben oder unten, um Anordnungen, die einer ausführen muss. Nein, Kommunikation meint immer Gegenseitigkeit – und das in sehr weitreichendem Sinn. Das lateinische Wort „communicare“ steht für eine wertbetonte Tätigkeit: Es bedeutet „etwas gemeinschaftlich machen, Anteil nehmen, (etwas Lästiges) tragen helfen“. In diesem Sinne miteinander zu kommunizieren ist ein Beitrag zu echter Unternehmenskultur!
Kompetenz
ursprünglich = Recht auf Abgaben, Einkünfte, Lebensunterhalt (16. Jahrhundert) heute = Zuständigkeit, Befugnis, Befähigung, Fähigkeit, Sachverstand (seit 19. Jahrhundert) Entlehnung aus lateinisch competentia = Zusammentreffen, Symmetrie, Analogie; Verbform: competere = zusammentreffen; zutreffen; zukommen, zustehen; etwas gemeinsam erstreben, zu erreichen suchen.
Wer kompetent ist, der ist nicht nur für etwas zuständig, für eine Tätigkeit oder einen Problembereich, den er fachlich gut beherrscht und mit Sachverstand bewältigt. Nein, wer kompetent ist, dem steht auch etwas zu: das Recht auf gute Einkünfte zum Lebensunterhalt. Das jedenfalls ist die gute alte Bedeutung von Kompetenz, und die möchten wir heute etwas auffrischen: Aufgrund Ihrer hervorragenden, kompetenten Arbeit hat unser Betriebsergebnis im vergangenen Jahr Rekordhöhen erreicht. Deshalb sollen auch Ihre Einkünfte und Ihr Lebensunterhalt steigen: Dieses Jahr gibt es eine außerordentliche Gratifikation für Sie / Ich werde dem Vorstand eine Gehaltserhöhung für Sie und Ihr Team vorschlagen!
Oder: Sie sind alle hierher gekommen, um Kompetenz zu erwerben – nämlich Sachverstand und Befähigung in puncto Rhetorik und Präsentationstechniken. Und damit haben Sie Ihre Kompetenz schon im Vorhinein unter Beweis gestellt: Denn das lateinische Verb competere, auf dem unser Begriff Kompetenz beruht, hieß ursprünglich auch, etwas zu erreichen suchen, etwas gemeinsam (zugleich) erstreben. Eben das wollen wir in den nächsten Tagen im Geiste der Gemeinsamkeit tun.
Kompromiss
ursprünglich = Bereitschaft, sich einem Schiedsspruch zu unterwerfen heute = Ausgleich, Verständigung, Übereinkunft durch gegenseitige Zugeständnisse Im 15. Jahrhundert übernommen aus lateinisch compromissum, also dem Partizip Perfekt Passiv von compromittere = sich gegenseitig versprochen haben, eine Entscheidung dem Schiedsrichter zu überlassen (promittere = versprechen). Aus dem Begriff der Rechtsprechung wurde im 18. Jahrhundert schließlich – über den Bedeutungsinhalt „jemanden in eine kritische Lage bringen“ (indem man ihn nämlich dem Urteil eines Dritten aussetzt!) – die Bedeutung „jemandes Ehre in Gefahr bringen, ihn (oder sich selbst) bloßstellen“. Das Substantiv „Kompromiss“ hat also dieselbe Wurzel wie das Verb kompromittieren = bloßstellen.
Sie sagen, der vorliegende Vorschlag wäre ein Kompromiss – und deshalb eine gute Lösung. Ich bin anderer Meinung, und schon das Wort ist auf meiner Seite: Dieser Kompromiss wäre laut seiner früheren Wortbedeutung – kompromittierend! Er würde die bestehenden Probleme vielleicht für kurze Zeit verdecken. Aber – über kurz oder lang – würde er unsere Unfähigkeit zu einer klaren Entscheidung bloßstellen ...
Konkurrenz
ursprünglich = Rivalität, Wettbewerb, heftiger Aufeinanderprall/Zusammenstoß, Kampf (2. Hälfte 17. Jahrhundert) heute = Wettkampf (seit Anf. 20. Jahrhundert) Auch als Ausdruck für die „Gesamtheit der (wirtschaftlichen oder sportlichen) Konkurrenten“ bzw. ein einzelnes „Konkurrenzunternehmen“ verwendet. Herkunft: über das mittellateinische concurrentia = Zusammentreffen zurückgehend auf lateinisch concurrere = zusammenlaufen, -treffen, eilig zusammenkommen, aufeinander stoßen, anstürmen, angreifen.
Konkurrenz kommt von lateinisch „concurrere“, und das bedeutet „aufeinander stoßen“. Auf dem Markt stoßen die Wettbewerber aufeinander, mit ihren verschiedenen Produkten ebenso wie mit ihren rivalisierenden Interessen.
Konsens
ursprünglich und heute = Einwilligung, Zustimmung, Übereinstimmung zwischenzeitlich (Mittelalter) = „Erlaubnis zur Eheschließung“, die im 15. Jahrhundert noch viele Menschen bei der Obrigkeit einholen mussten. Entstanden aus lateinisch consensus = Übereinstimmung, Einstimmigkeit, als Substantivbildung zu consentire = übereinstimmen, übereinkommen, einwilligen; Grundwort sentire = fühlen, empfinden, Einsicht haben, denken, meinen.
Bemerkenswert: Der heutige Wortgebrauch im Sinne von „Einigkeit, Übereinstimmung“ ist dem Lateinischen näher als der Sprachpraxis des 15. und 16. Jahrhunderts.
Konsens – das ist heutzutage in Deutschland ein oft geschmähter Begriff. Frei nach dem Motto: Konsens ist Nonsens. Aber was ist seine ursprüngliche Bedeutung? Das Wort Konsens besteht aus den lateinischen Wörtern con = „mit, zusammen“ und sentire = „fühlen, empfinden, Einsicht haben, meinen“. Es geht also nicht um eine unverbindliche, aus Harmoniesucht geborene Haltung, wenn wir Konsens anstreben. Nein, es geht darum, die Empfindungen und Interessen aller zu berücksichtigen und davon ausgehend zu einer gemeinsamen Einsicht zu gelangen, was zu tun ist. Es geht nicht um den kleinsten gemeinsamen Nenner. Es geht um das Herausarbeiten dessen, worüber wir uns im Grundsatz alle einig sind.
Krise
heute = schwierige Lage, entscheidender Punkt einer gefahrvollen Entwicklung; (als medizinischer Begriff) rascher Fieberabfall bei Infektionskrankheiten (speziell), Höhe- und Wendepunkt einer Krankheit (allgemein).
Seit dem 16. Jahrhundert als medizinischer Fachausdruck verwendet, analog dem französischem crise als „Crise“ im 18. Jahrhundert in erweiterter Bedeutung ins Deutsche übernommen. Herkunft von lateinisch crisis, griechisch krísis = Entscheidung, entscheidende Wendung von Krankheiten, auch Urteil, Gericht; abgeleitet von griechisch krínein = scheiden, trennen, auswählen, entscheiden, (ver)urteilen, anklagen. Dieselbe Wurzel haben „Kritik“ und „kritisch“, die sich von griechischem kritikos = „entscheidend, zur Entscheidung gehörig, zum (Be)urteilen gehörig“ herleiten.
Eine Krise, das ist auch stets eine Chance. Das mag etwas abgedroschen klingen, ist aber dennoch wahr – und das ergibt sich unmittelbar aus der Bedeutung des Worts: Griechisch „krísis” bedeutet „Moment der Entscheidung“. Die Griechen haben es gleicherweise für ein Gerichtsurteil verwendet wie für den Wendepunkt einer Krankheit, wenn nämlich das Schlimmste überwunden war. Jede Krise hat also einen Punkt, an dem sich entscheidet, wie es weitergehen wird. Doch das muss nicht einfach erlitten und abgewartet werden. Wie viele Krankheiten, so sind auch die meisten Krisen beeinflussbar: indem wir urteilen, welche Möglichkeiten es gibt, sie zu beenden, und entscheiden, welche wir davon wählen.
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März
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Alexander Graham Bells patentiertes Telefon ist betriebsbereit. Die ersten Worte über den Fernsprecher an seinen Assistenten lauten (in deutscher Übersetzung): „Mr. [weiterlesen] »
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