Anekdote zum Thema Tanz
Ich lobe den Tanz, denn er befreit den Menschen von der Schwere der Dinge, bindet den Vereinzelten zu Gemeinschaft./ Ich lobe den Tanz, der alles fordert und fördert, Gesundheit und klaren Geist und eine beschwingte Seele./ O Mensch lerne tanzen, sonst wissen die Engel im Himmel mit dir nichts anzufangen.
Aurelius Augustinus (354-430), Bischof u. Kirchenlehrer
Anekdoten zum Thema Technik
Mich beeindruckt die Gläubigkeit, mit der sich die Menschen von jeder neuen Entwicklung die Rettung der Welt erhoffen. Gestern war es Systems Dynamik, heute sind es die Expertensysteme - und immer wieder verspricht man sich von der neuen Technik die Lösung aller Probleme. Das beweist mir, daß die Menschen zur Technik kein vernünftiges Verhältnis haben.
Joseph Weizenbaum (*1923), östr.-amerik. Mathematiker u. Informatiker am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in "manager magazin" 7/91
Dass die Menschheit in diesem höchst instabilen und gefährlichen Zustand lebt und abhängig ist von einer Technik, die sie kaum noch durchschaut, ist keine zwangsläufige Folge der technischen und wissenschaftlichen Entwicklung - es ist eine Folge des moralischen und politischen Entwicklungsstandes der Gesellschaft.
Joseph Weizenbaum (*1923), östr.-amerik. Mathematiker u. Informatiker am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in "manager magazin" 7/91
Anekdote zum Thema Tisch
"Madame X hat mich gerade darauf aufmerksam gemacht, dass der Buchsbaum da draußen im Garten so aussieht wie unser Herr Bundesaußenminister..." - Die ganze Tischgesellschaft wandte sich, dem ausgestreckten Arm des Botschafters folgend, dem draußen liegenden Garten zu - und tatsächlich: mit einiger Mühe konnte man in den ausgreifenden Ästen des Buchsbaumes die Ohren von Herrn Genscher wiedererkennen...
Michael Engelhard (*1936), dt. Diplomat u. Redenschreiber, Generalkonsul in Mailand
Anekdote zum Thema Tischrede
Bei einem Bankett, zu dem der berühmte Dirigent Hans von Bülow geladen ist, wird immer noch eine Tischrede gehalten, und die hungrigen Gäste werden langsam ungehalten. Das Vorgericht ist längst verspeist, einer redet. Die Vorspeisenteller sind abgeräumt, noch einer redet. Das Hauptgericht wird aufgetragen. Noch einer. Und noch einer.
Als es endlich still bleibt, klopft von Bülow ans Glas. Alle sacken in sich zusammen, lassen das Besteck wieder sinken."Meine Damen und Herren", sagt der Dirigent, "hier fehlen Kartoffeln!"
"Kölner Stadt-Anzeiger"
Anekdote zum Thema Tochter
"Was mechteste lieber haben, Mosche: E Million oder sechs Techter?" -"Sechs Techter." -"Wieso?" -"Hätt ich e Million, mecht ich haben zwei, drei, fünf, sechs Millionen. Hab ich sechs Techter, hab ich genug."
Anekdoten zum Thema Tod
Jüngst fragte mich ein befreundeter Herr, was ich täte, wenn ich übermorgen stürbe, und die Sache war einfach. Ich würde alle, die ich liebe, anrufen, mit ihnen auf einen Berg in ein gutgeheiztes Zelt gehen. Es gäbe Milchkaffee und Zigaretten satt, und meine Freunde müssten Geschichten erzählen und mir den Bauch streicheln bis zum Ende.
Sibylle Berg, dt. Schriftstellerin u. Kolumnistin in "Zeit-Magazin"
Wir selbst werden eine Zeitlang geliebt und dann vergessen werden, aber die Liebe wird genügt haben; alle Impulse der Liebe kehren zu jener Liebe zurück, die sie hervorgebracht hat. Es gibt ein Land der Toten, und die Brücke ist die Liebe; nur in ihr überleben wir, und nur die gibt dem Leben einen Sinn.
Thornton Wilder (1887-1975), amerik. Dramatiker u. Romanautor
Nach dem Tode geht die Seele, die sich aus dem Leibe zurückzieht, wenn sie heilig gelebt hat, zu einem Wesen hin, das ihr ähnlich ist, zu einem göttlichen Wesen, das unsterblich und voll Weisheit ist, bei welchem sie sich eines wunderbaren Glückes erfreut, befreit von ihren Irrtümern und ihrer Unwissenheit und von jeder Tyrannei der Furcht wie der Liebe, sowie von allen anderen mit der menschlichen Natur verknüpften Übeln. Sie bringt in Wahrheit mit den Göttern die ganze Ewigkeit zu.
Platon (427-347), griech. Philosoph lt. "Tod wird leben", Frieda Margarete Renschle, Stuttgart, 1984
Anekdote zum Thema Toleranz
Zwei Ungläubige betraten eine Kirche, in der eben das Messopfer abgehalten und zur Wandlung geläutet wurde. Der eine blieb aufrecht stehen, der andere kniete mit den Betenden nieder. "Wie konntest du knien?" fragte ihn beim Fortgehen sein Gefährte, "du glaubst ja nicht." - "Ich beugte mich vor dem Glauben der anderen", erhielt er zur Antwort.
Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), östr. Schriftstellerin
Anekdoten zum Thema Trennung
Zsa Zsa Gabor, aus Ungarn stammende ehemalige Hollywood-Diva, ist heute in den USA populäre Fernsehmoderatorin. In einer ihrer Talk-Runden -Thema: "Vom Geliebten verlassen, was nun?" -fragte eine junge Frau: "Ich löse gerade die Verlobung mit einem sehr wohlhabenden Mann. Er hat mir einen Zobel-Mantel, Diamanten, einen Herd und einen Rolls-Royce geschenkt. Was soll ich tun?" Antwort von Zsa Zsa Gabor: "Den Herd zurückgeben."
Clinton, Gorbatschow und Honecker sitzen gemeinsam in einem Flugzeug, als unerwartet ein Sturm losbricht. Die drei bekommen dermaßen Angst, dass selbst Gorbatschow zu beten beginnt, und auf einmal geschieht ein Wunder - mitten in der Kabine steht Jesus und sagt mit sanfter Stimme:
"Weil Ihr im Herzen doch noch glaubt, sollt Ihr alle gerettet werden - aber zuerst müsst Ihr Euch von dem trennen, was Ihr am meisten liebt!"
Clinton greift sofort in sein Jackett, holt seine American-Express-Karte hervor, küsst sie noch einmal und wirft sie mit Tränen in den Augen aus dem Fenster. Honecker greift sich ans Herz, zieht sein Parteibuch hervor, küsst es ebenfalls noch einmal und "schwupp!" fliegt es aus dem Fenster. Daraufhin steht auch Gorbatschow auf - und geht mit tränenfeuchten Augen auf Honecker zu...
Anekdoten zum Thema Trinken
Kommt ein Mann in die Kneipe und bestellt: "Fünf Pils, aber große bitte, und schnell!" und stürzt sie - eins, zwei, drei - herunter. "Noch vier Pils!" bestellt er, und trinkt. "Noch drei Pils!" verlangt er, und trinkt. "Noch ein Pils! Aber ein kleines!" bestellt er und trinkt. Dann guckt er den Wirt resigniert an und lallt: "Sag mal, Junge, is das nicht paradox? Je weniger ich trinke, um so besoffener werd' ich!"
Ein trunkner Dichter leerte/ Sein Glas auf jeden Zug;/ Ihn warnte sein Gefährte:/ Hör' auf! du hast genug./ Bereit, vom Stuhl zu sinken,/ Sprach der: Du bist nicht klug;/ Z u v i e l kann man wohl trinken,/ Doch nie trinkt man g e n u g.
Gotthold Ephraim Lessing (1729-81), dt. Dichter d. Aufklärung
Anekdoten zum Thema Trinkspruch
Von den amerikanischen Gründungsvätern wird berichtet, daß sie beim Ausbringen von Trinksprüchen ebenso heldenhaft waren wie auf dem Schlachtfeld. Ein paar Jahre nach dem Ende des Revolutionskriegs soll John Hancock beim Jahrestag des Sieges der Nord- über die Südstaaten eine Feier für die Boston Füsiliere gegeben haben. Die kleine, lokale 80-Mann-Einheit leerte bei dieser Gelegenheit 136 Karaffen Rum-Punsch, 21 Flaschen Sherry und "eine beträchtliche, aber unspezifizierte Menge Apfel- und Branntwein". Verständlich, daß kein klarer Bericht von den Trinksprüchen überliefert ist, die bei dieser Gelegenheit ausgebracht wurden...
Friedhelm Franken (*1943), dt. Journalist u. Publizist
Es wird berichtet, dass bei einem Mittagessen während des Zweiten Weltkriegs der russische Marschall Schukow vergessen hatte, Frankreich in einem Trinkspruch auf die alliierten Armeen zu erwähnen. Die Folge: der französische General de Lattre weigerte sich, etwas zu essen oder zu trinken, bis Marschall Schukow schließlich einen speziellen Toast auf Frankreich ausbrachte.
Im Jahre 1700 wurde Tönningen, eine kleine Stadt in Eiderstedt an der norddeutschen Westküste, von feindlichen Söldnern belagert. Auf dem Hof Catharinenheerd hatten deren Offiziere Quartier genommen. Die Vorräte wurden aus dem Keller des Hofes geholt und hemmungslos verschwendet. Der Weinbecher kreiste, und die Trinksprüche wurden immer zügelloser.
Die elfjährige Martje Floris, Tochter des Hofbesitzers, stand in einer Ecke der großen Diele und sah diesem wilden Treiben zu, ohnmächtig und traurig darüber, was ihre Eltern erdulden mussten. Als ein Offizier das Mädchen bemerkte, rief er es zu sich an den Tisch und forderte es auf, ebenfalls einen Trinkspruch auszurufen.
Da nahm Martje Floris den Weinbecher, schaute in die bärtige Kriegerrunde und sagte ganz ruhig: "Es gehe uns gut - auf unsere alten Tage!" ("It gah uns wol - up unse ole Dage!") Still wurde es in der lärmenden Diele, und betroffen schauten sich die weinseligen Offiziere an. Martje Floris hatte die Haudegen nicht vertreiben können, aber etwas anderes hatte sie bewirkt. Dieses elfjährige Mädchen hatte für kurze Augenblicke hartgesottene Krieger zum Nachdenken gebracht.
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Mai
23
Heute vor
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Verkündung des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland. [weiterlesen] »
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