Anekdoten zum Thema Kreativität
Vor ein paar Jahren beklagte eine führende Ölgesellschaft, daß es einigen Mitarbeitern im Bereich Forschung und Entwicklung an Kreativität mangele. Die Firmenleitung setzte ein Psychologenteam ein. Es sollte herausfinden, worin sich die wenig kreativen Mitarbeiter von den Kreativen unterschieden. Nach drei Monaten kamen die Psychologen zu dem Ergebnis: der Hauptunterschied zwischen den kreativen und den weniger kreativen Mitarbeitern besteht schlicht darin, daß die kreativen Leute sich selbst als kreativ einschätzen, und die weniger kreativen genau das nicht tun.
Richard L. Weaver, amerik. Hochschullehrer
Ich war ein junges Mädchen, beinahe noch ein Kind, meine traumhaften Ansichten wechselten wie Aprilwetter; aber eines stand immer klar und felsenfest in mir: die Überzeugung, dass ich nicht über die Erde schreiten werde, ohne ihr eine wenigstens leise Spur meiner Schritte eingeprägt zu haben.
Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), östr. Schriftstellerin
Anekdote zum Thema Kricket
Ein englischer Freund von mir saß bei einer Abendgesellschaft neben einer attraktiven Amerikanerin. Sie kamen auf Kricket zu sprechen, und die Frau bat ihn, ihr das Spiel zu erklären. Er schilderte es ihr in allen Einzelheiten. Die Frau sah ihn an und schüttelte verwundert den Kopf. "Das ist alles sehr beachtlich", sagte sie. "Besonders wenn man bedenkt, dass sie dabei auf dem Pferd sitzen."
"Das Beste"
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Anekdote zum Thema Krise
Man muss selbst bei einem noch so erfolgreichen Projekt mit Hochs und Tiefs rechnen. Wenn Sie sich gerade auf der "Talfahrt" befinden, sollten Sie sich die Worte meines Großvaters vor Augen führen. Er hat immer gesagt: "In harten Zeiten tut es gut, sich daran zu erinnern, dass es immer harte Zeiten gegeben hat."
Victor Kiam (*1926), amerik. Topmanager, s. 1977 Präs. Remington Products, Inc. in "Unternehmergeist", Moderne Industrie, Landsberg am Lech, 1987
Anekdoten zum Thema Kritik
Es war einmal ein legendärer Tennisspieler. Nie verfehlte er einen Ball, und nie schlug er einen ins Aus. Niedrige Bälle, die nur Millimeter übers Netz zischten, waren für ihn kein Problem. Sein erster Aufschlag saß immer, in entscheidenen Situationen schlug er nur Asse. Es gelang ihm, jedes Spiel zu seinen Gunsten zu wenden. Er war auch nach zwei Stunden Match flink wie eine Gazelle, wurde niemals müde, und nie rutschte ihm ein Schimpfwort über die Lippen. Tatsächlich wäre er einer der größten Tennisspieler aller Zeiten gewesen, wenn man ihn nur dazu hätte bewegen können, sein Bier zur Seite zu stellen und von der Pressetribüne auf das Spielfeld zu steigen...
Der Kritiker Oskar Blumenthal schrieb über ein in Berlin durchgefallenes Lustspiel: "Erster Akt: auf der linken Seite der Bühne eine Riesenvase mit Rosen. Zweiter Akt: eine Vase mit Sonnenblumen auf der rechten Seite. Dritter Akt: in der Mitte der Dekoration eine Vase mit Stiefmütterchen. Und so jagte ein Scherz den anderen."
Gustav Knuth (1901-87), dt. Schauspieler in "Darüber hab' ich sehr gelacht", Gustav Lübbe, Verlag, 1987
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Anekdote zum Thema Kunde
Der wichtigste heute vernachlässigte Managementgrundsatz ist die Nähe zum Kunden. Seine Bedürfnisse zu erfüllen und seinen Wünschen zuvorzukommen: Darum geht es! Für allzu viele Unternehmen ist der Kunde zum lästigen Störenfried geworden. Sein unberechenbares Verhalten wirft wohldurchdachte strategische Pläne über den Haufen, seine Handlungen bringen die EDV durcheinander, und obendrein besteht er auch noch hartnäckig darauf, gekaufte Produkte müßten funktionieren!
Lew Young, amerik. Journalist, Chefredakteur "Business Week"
Anekdoten zum Thema Kunst
Die Kunst ist verflucht schwer. Wenn man abends bei einer Flasche Wein sitzt, meint man, es müsse wie von selber gehen. Am nächsten Morgen, nüchtern vor der großen weißen Leinwand, die Sachen wieder aus dem Nichts zu holen, da ist einem ganz anders zumute. Wenn ich morgens gemalt habe, bin ich den übrigen Tag nur noch ein lebender Leichnam.
Max Beckmann (1884-1950), dt. Maler lt. "Bücherwelt", R. Piper
Kaiser Franz Joseph war ein konservativer Regent. Eines Tages besuchte die Frühjahrs-Ausstellung im Wiener Künstlerhaus. Vor einer in Blautönen gemalten Waldlandschaft blieb er stehen. "Das vor dem Jagdhaus, soll das ein See sein?" fragte er den Maler. "Majestät", erwiderte der Maler, "das ist eine Waldwiese." - "Aber wieso ist die denn blau!" - "Majestät, ich sehe die Wiese so." -"Dann hätten's aber nicht Maler werden sollen!" sagte der Kaiser im Abgehen.
"Geschichten von gestern - Geschichten von heute", Gottfried Heindl, Neff Verlag, Wien, 1965 (von FF bearb.)
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Anekdote zum Thema Künstler
Max Liebermann war als braver Ehemann bekannt. Eine elegante junge Frau, die er nach Beendigung eines Portraits immer wieder einmal zu einer Sitzung bat, fragte ihn, ob in seinem Leben wirklich kein Platz für andere Frauen sei. "Jlauben Se doch bloß det nich!" antwortete Liebermann erregt. "Wat meinen Se wohl, wie oft ick jerade hier im Atelier, det jestehe ick janz offen, die heijlije Lust verspürt habe, so 'ne hübsche Frau mal zu umarmen und abzuküssen - aber dann hab' ick se doch lieber jemalt."
"Die schönsten Anekdoten", Roland W. Fink-Henseler (Hg.), 1991
Anekdote zum Thema Kursänderung
Die deutsche Bundesmarine war auf hoher See. Plötzlich ein einzelner Punkt auf dem Radarschirm. 'Sagen Sie dem Schiff, es soll seinen Kurs um 15 Grad ändern!' befahl der Admiral. Der Funker tat, wie befohlen, empfing aber postwendend den Funkspruch: 'Sie ändern Ihren Kurs um 15 Grad!' -'Sagen Sie diesem Schiff, wir sind die deutsche Bundesmarine, und dass es seinen Kurs um 15 Grad ändern soll!' befahl der Admiral. Der Funker tat es. Wieder die Antwort: 'Sie ändern Ihren Kurs um 15 Grad! Diesmal ging der Admiral selbst an das Funkgerät: 'Ich bin Admiral der deutschen Bundesmarine. Ändern Sie Ihren Kurs um 15 Grad!' Die Antwort: 'Sie ändern Ihren Kurs. Ich bin ein Leuchtturm!'
Anekdoten zum Thema Kürze
Guten Abend, meine Damen und Herren. Als mich der Vorsitzende bat, die Ansprache zur diesjährigen Verleihung der akademischen Grade zu halten, habe ich ihn gefragt, worüber ich denn reden sollte. Seine Antwort: "Hm, am besten beschreiben Sie Ihren Werdegang, berichten von Ihren Erfahrungen, erzählen uns ein paar Geschichten aus Ihrem abwechslungsreichen Leben, reden von den Herausforderungen und den Lektionen des Lebens und sagen, was Sie den jungen Menschen von heute raten würden." - "Und wieviel Zeit habe ich?" - "Sie sollten etwa vier Minuten nicht überschreiten."
(Sie haben wenig Redezeit bekommen:) Guten Morgen. Man hat mir gesagt, ich hätte zehn Minuten für mein Statement. Das erinnert mich an die junge Frau, die zum Golfclub kam. Hannah, ihre Freundin, verließ grade das Vereinslokal. "Hallo, Charlotte, was machst du denn hier?" fragte Hannah. Charlotte antwortete: "Ich will Golf lernen!" - "Toll", sagte Hannah, "ich habe es gestern gelernt." Zu Ihnen nur zehn Minuten über ... zu sprechen ist ähnlich, wie an einem Tag Golf lernen zu wollen. Ich könnte darüber stundenlang sprechen, tagelang. Aber ich verspreche Ihnen, es nicht zu tun.
Sylvia Simmons, amerik. Redenschreiberin u. Publizistin in "How to be the Life of the Podium", American Management Association", New York, 1991/93 Übersetzung von FF
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Mai
23
Heute vor
106 Jahren
Henrik Ibsen stirbt (*1828), norwegischer Dichter und Dramatiker, Werke u. a. [weiterlesen] »
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