Anekdoten zum Thema Fehler
Der Cellist Gregor Piatigorsky über sein erstes Zusammentreffen mit Pablo Casals: „Er forderte mich auf, mit Rudolf Serkin eine Beethovensonate zu spielen. Wir waren aufgeregt und pfuschten, und Casals rief immer wieder ,Wundervoll!’ und ,Großartig!’. Am Schluss umarmte er mich, und ich grübelte tagelang, warum er, der doch jeden Fehler gehört haben musste, so begeistert tat. Einige Jahre später traf ich ihn in Paris wieder. Da fasste ich mir ein Herz und gestand ihm meinen Zweifel an der Aufrichtigkeit seines Lobs. Casals griff zu seinem Instrument und spielte einige Takte aus der betreffenden Sonate. ,Haben Sie diese Stelle nicht mit jenem Fingersatz gespielt? Und das hier: mit Aufstrich, nicht wahr?’ Ich bejahte. ,Sehen Sie’, sprach Casals, das war wunderbar, und ich bin Ihnen heute noch dankbar dafür. Die Fehler zu zählen, können Sie den Dummen überlassen.’“
Diese Geschichte sagt das Wichtigste aus, was zum Thema „Motivation“ zu sagen ist: Das Gute, das Gelungene, die Erfolge zu bemerken, anzuerkennen, das lässt den anderen mit Freude weiterarbeiten und nicht unsicher werden.
Talleyrand sagte von einer berühmten Pariser Dame: „Sie ist unausstehlich!“ Dann setzte er sanft hinzu: „Aber das ist ihr einziger Fehler.
Sigismund von Radecki: „Das ABC des Lachens“, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Hamburg Unausstehlich sind auch die Menschen, die zu lange reden. Ich komme deshalb zum Schluss...
Von München wurde der Chirurg Ferdinand Sauerbruch nach Berlin berufen, wo er die Leitung der Charité (berühmtes Krankenhaus in Berlin-Mitte) übernahm. Zu seinem Freundeskreis gehörte der Malerfürst Max Liebermann, der ihn auch malte. Sauerbruch war aber ein ungeduldiges Modell, dem die Porträt-Sitzungen zu lange dauerten. Liebermann ermahnte ihn schließlich mit den berühmt gewordenen Worten: „Sauerbruch, wenn Sie ‘nen Fehler machen, dann deckt ihn der jriene (grüne) Rasen. Een Fehler von mir hängt noch nach 100 Jahren an der Wand!“
Wie ist das mit Fehlern in unserem Bereich? Deckt sie der grüne Rasen zu, wie es bei den Fehlern der Chirurgen der Fall ist? Hängen sie still und vor-wurfsvoll 100 Jahre lang an der Wand? Oder führen sie zu empörten Reaktionen in den Medien, zu Klagen vor den Gerichten, zu Imageverlusten, zu Kurseinbrüchen? Irren ist menschlich, Fehler macht jeder – sagt man. Manche Fehler aber macht man nur einmal. Manche Fehler sind nicht nur tödlich für andere, sondern auch für einen selbst. Reden wir darum heute über ... (zum Beispiel Total Quality Management / TQM).
Anekdoten zum Thema Fernsehen
Der deutsche Showmaster Hans Joachim Kuhlenkampff (genannt „Kuli“) war vor einigen Jahren im Fernsehen mit einer Mitternachts-Serie präsent. Sie trug den Titel „Nachtgedanken“. Kulenkampff las den müden Zuschauern zum Programm-Ausklang geistvolle Texte vor. „Kulis Nachtgedanken“, flachste sein Kollege Karl Dall, „haben ungeheuer hohe Einschlafquoten!“
Meine Damen und Herren, auch bei uns ist es spät geworden. Beim Kampf um Quoten möchte ich nicht gerade mit den Einschlafquoten konkurrieren. Ich komme deshalb zum Schluss / ich fasse mich deshalb ganz kurz.
Eines der vernichtendsten Urteile über die elektronischen Medien stammt von dem großen alten Mann der amerikanischen Architektur, Frank Lloyd Wright. Gefragt, was er vom Fernsehen halte, knurrte er verächtlich: „Kaugummi für die Augen.“
Kaugummi für die Augen sind auch viele Präsentationen. Umso dankbarer bin ich, Herr/Frau ..., dass Sie Ihre Präsentation so ganz anders angelegt haben: erfrischend, spannend, informativ, nutzbringend, kurzweilig. Mein Kompliment! Frank Lloyd Wright hätte gesagt: „Das war allright!“
Trash-TV, also Unterhaltungsschrott im Fernsehen, wird auch bei uns immer häufiger angeboten. Mehr und mehr Talkshows werden nachmittags auf den Sendeplan gesetzt. Der Amerikaner David Frost sagte darüber schon vor einiger Zeit: „Das Fernsehen versetzt uns heute in die Lage, von Leuten unterhalten zu werden, die wir nie und nimmer in unser Haus lassen würden.“
Im Unterschied dazu haben wir heute einen Mann eingeladen, den wir immer und jederzeit in unser Haus lassen würden. Begrüßen wir mit einem herzlichen Applaus Herrn ...!
Anekdote zum Thema Fest
Das Allerheiligenfest zu Ehren aller Märtyrer wurde zuerst am 13. Mai 609 gefeiert. An diesem Tag weihte Papst Bonifatius IV. das römische Pantheon der Jungfrau Maria und allen heiligen Märtyrern (Kirchenname des ehedem allen römischen Göttern geweihten Rundbaus: Santa Maria ad Martyres). Papst Gregot IV. verlegte später das Allerheiligenfest auf den 1. November. Er hatte für die Terminverlegung einen ganz praktischen Grund: Im Mai war für die vielen Pilger, die zu diesem Festtag herbeiströmten, nicht genug zu essen und zu trinken da, "wohingegen nach der Ernte und der Weinlese alle leicht gespeiset und getränket werden können."
Anekdote zum Thema Feuerwehr
Die Legende sagt, daß Florian römischer Offizier und Staatsbeamter in der heutigen Region Niederösterreich gewesen ist. Und weil er Christ wurde, hat ihn sein Chef ziemlich unchristlich im Jahre 304 in der Ems ertränken lassen. So hart waren die Sitten damals, unter Kaiser Diokletian! Heute ist Florian Schutzpatron der Feuerwehr.
Akedote zum Thema Film
Früher hatte ich zwei Ziele. Das erste: die Geschichte der Welt von den Anfängen bis zur Gegenwart zu erzählen, wenn möglich in einem einzigen Film, einem Film mit zwei Personen, der in einem einzigen Zimmer spielt. Nun, das ist unmöglich. Das zweite: die Leute wie mit einem Laserstrahl dazu zu bringen, daß sie auf einen Schlag alles erfassen, was ich ausdrücken möchte. Das ist natürlich ebenso unmöglich. Aber trotzdem, ich versuche immer wieder, in jedem Film, beides zu realisieren.
Claude Chabrol (*1930), frz. Filmregisseur u. -kritiker in "FAZ-Magazin", 3.2.89, gilt auch für Reden
Anekdoten zum Thema Finanzamt
Der Schauspieler Heinz Rühmann ging eines Tages ins Finanzamt, suchte das für ihn zuständige Büro auf, setzte sich und blickte die Beamten freundlich lächelnd an. Der Bürovorsteher erkannte ihn natürlich sofort, begrüßte ihn strahlend und fragte: „Was können wir für Sie tun, Herr Rühmann?“ – „Oh, gar nichts, danke schön. Ich wollte nur gern einmal die Herren kennen lernen, für die ich arbeite.“
Die Welt ist voll mit Geschichten dieser Art. Dabei enthalten sie inhaltlich natürlich nichts als Unfug. Denn niemand von uns arbeitet für die Finanzbeamten. Die haben – außer dass wir ihnen Arbeit geben – nichts von unseren Steuern und Abgaben; sie sind die falschen Adressaten. Wer aber sind die richtigen? Wo sitzen diejenigen, die uns so teuer kommen? Und was müsste getan werden, damit sich Arbeit und Fleiß und persönlicher Einsatz wieder mehr lohnen in unserem Land?
„Die Lust am Beischlaf steht zur Volksvermehrung in direkt proportionalem Verhältnis – wie die Lust am Geldverdienen zur Mehrung des Volkseinkommens. Wehe dem Staat, der seinem Volk die Lust nimmt!“ So plastisch und drastisch drückte sich vor über 50 Jahren der Altvater der Betriebswirtschaft aus: Eugen Schmalenbach.
In Zeiten der Verhüterli möchte man das etwas anders ausdrücken; aber wir wissen, was gemeint ist. Fragen wir einfach einmal, wann es wieder mehr Lust bereiten würde, unternehmerisch tätig zu sein?
Für den Schweizer Naturforscher Louis Agassiz war ein Gelehrter ein Mann, der sah, was andere übersahen. Einer seiner Schüler schrieb: „Mir wurde eine Blechschale mit einem kleinen Fisch angewiesen. Den sollte ich studieren, ohne mit jemandem darüber zu sprechen und ohne darüber nachzulesen. ,Wenn ich der Meinung bin, dass Sie fertig sind, werde ich Sie danach fragen.’
Nach einer Stunde hatte ich das Gefühl, an dem Fisch sei nichts mehr zu entdecken, und brannte darauf, einen Bericht zu geben. Agassiz schenkte mir keine Beachtung. Ich merkte aber, dass er mich beobachtete. Ich nahm all meinen Verstand zusammen, und nach 100 Stunden hatte ich das Hundertfache dessen herausgefunden, was ich zu Beginn für möglich gehalten hatte. Ich hatte erkannt, wie die Schuppen aufgereiht und geformt waren, ich wusste jetzt um die Gestalt und Anordnung der Zähne und um anderes. Ich war begierig, meine Entdeckungen an den Mann zu bringen, aber noch immer hatte mein Lehrer außer einem freundlichen ,Guten Morgen’ kein Wort für mich.
Am siebten Tag fragte er: ,Na?’, und ich hielt ihm, während er auf der Tischkante saß und an seiner Zigarre zog, meinen Vortrag. Nachdem ich eine geschlagene Stunde gesprochen hatte, schwang er sich vom Tisch, sagte ,Zu wenig’ und ging. Nach einer weiteren Woche zäher Arbeit hatte ich endlich Ergebnisse, die mich verblüfften und ihn befriedigten.“
Eine lange Geschichte. Eine Geschichte wie aus einer anderen Zeit. Leben wir nicht in einer Zeit, in der alles schnell-schnell gehen muss? Erschrecken Sie nicht, meine Damen und Herren, wenn ich Sie heute auf eine Reise ins Innere des ... (Themas) mitnehmen will. Wenn ich versuche, die Oberfläche zu durchstoßen. Wenn ich Sie mit Ansichten des Themas vertraut machen will, die eben nicht zum Vertrauten gehören.
Anekdote zum Thema Flugzeug
Eine schlechte Nachricht, meine Damen und Herren: Ich werde jetzt eine Tischrede halten. Als ich kürzlich mit der Lufthansa nach München flog, meldete sich kurz vor der planmäßigen Landung der Pilot durch den Bordlautsprecher: "Hier Kapitän Kruse. Ich bitte um Ihre Aufmerksamkeit. Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht für Sie. Zuerst die schlechte: Wir müssen eine halbe Stunde über München kreisen - der Flughafen muß von Schnee geräumt werden. Und nun die gute Nachricht: Sie brauchen die längere Flugzeit nicht zu bezahlen."
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Mai
23
Heute vor
164 Jahren
Der deutsche Flugpionier Otto Lilienthal wird in Anklam, südöstlich von Greifswald, geboren (gestorben am 10. 8. [weiterlesen] »
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