Anekdote zum Thema Ausschuss
Regeln für Ausschußsitzungen: Kommen Sie nie pünktlich, das machen nur Anfänger. Sagen Sie nichts, bis die Sitzung halb vorüber ist, das läßt Sie klug erscheinen. Seien Sie so vage wie möglich, damit vermeiden Sie, andere zu irritieren. Bei Zweifeln regen Sie einen Unterausschuß an. Stimmen Sie immer für Vertagung, das macht Sie beliebt und im übrigen wartet jeder darauf.
Harry Chapman nähere Autorenangaben nicht feststellbar
Anekdote zum Thema Außenpolitik
Lord Douglas-Home war unter Premierminister Harold Macmillan britischer Außenminister. Er war ein Mann von Intelligenz, Charakterstärke und Witz. Die heute so beliebte Reisediplomatie lehnte er strikt ab und scheute sich auch nicht, in Gegensatz zu seinem Regierungschef zu treten. "Es ist sinnlos, hochbezahlte Botschafter in alle Hauptstädte der Welt zu schicken und dann selbst herumzureisen", erklärte Lord Home. "Man kauft sich ja auch keinen Kanarienvogel und singt dann selbst."
Hochbezahlte Botschafter mit Kanarienvögeln zu vergleichen mag nicht eben schmeichelhaft für Diplomaten sein. Aber einerseits wird die im Zeitalter elektronischer Kommunikationsmedien verstaubt anmutende Reisediplomatie als touristisch entlarvt. Andererseits wird klar auf Zuständigkeiten und Funktionen verwiesen. Ein Aufsichtsratsvorsitzender, der selbst Kopien fertigt? Ein Abteilungsleiter, der die Handelskorrespondenz eigenhändig tippt? Undenkbar, dafür hat man schließlich seine Leute, die das sehr gut können. Wenn ich mit Ihnen jetzt über Sinn oder Unsinn internationaler Wirtschaftskonferenzen/Gipfeltreffen rede, setze ich einfach voraus, dass jeder Wirtschafttreibende in unserem Land weiß, wie wichtig eine kluge Fremdsprachenkorrespondenz für international operierende Firmen ist. Unser Thema geht darüber hinaus. Wir wollen uns heute fragen, ob und wieweit persönliche Beziehungen auf Chef-ebene im Zeitalter des Internets noch sinnvoll sind. Schließlich sind mit solchen Gipfeltreffen und Konferenzen stets erhebliche Aufwendungen verbunden: Zeit und Geld, die beide möglicherweise besser verwendet werden können. Müssen wir in der Wirtschaft heute wie in der Politik von „Gipfeltourismus“ reden?
Anekdote zum Thema Ausstellung
Ich habe immer das Gefühl, das Gerede über die Bilder einer Ausstellung führt weniger zu den Bildern hin als von ihnen weg. Da warten zahlreiche Menschen auf den Moment, wo jemand ein paar Minuten über das schwätzt, was vor und hinter ihnen an den Wänden hängt, und es hat offenbar nur einen Zweck, daß sie sich die Bilder gar nicht anschauen müssen.
Jürgen Kisters, Leiter d. Bundesgeschäftsstelle Dt. Kommunikationsverband (BDW) am 5.12.91
» zum Seitenanfang
Anekdote zum Thema Auswahlverfahren
Einst wollte ein persischer König einen wichtigen Posten an seinem Hof neu besetzen. Eine Führungsposition, würden wir heute sagen. Dazu hatte er sich ein besonderes Auswahlverfahren ausgedacht. Er rief die besten Männer seines Landes zusammen, und führte sie zu einem großen Tor mit einem mächtigen, hochkomplizierten Türschloß, wie es noch nie jemand gesehen hatte. Der König erklärte: "Hier seht ihr das größte und schwerste Schloß unseres Königreichs. Natürlich erfordert es einige Geschicklichkeit, das Tor zu öffnen. Wer von euch ist dazu in der Lage?" Einige, die das riesige Schloß mit seinen gewaltigen Sperr-Riegeln sahen, schüttelten nur den Kopf. Einige, die zu den weisesten Männern zählten, sahen sich das Schloß lange aus der Nähe an, überlegten hin und her und meinten dann resignierend, das Problem sei zu schwer. Dann trat einer hervor, der das Schloß zunächst mit seinen Augen und dann mit den Händen abtastete und es in der verschiedensten Weise zu bewegen suchte. Plötzlich zog er mit einem Ruck an der Tür - und siehe, das Tor öffnete sich. Es war nämlich nur angelehnt. "Du wirst die Stelle erhalten", sprach der König, "denn du analysierst nicht nur, sondern du wagst auch beherzt eine Probe."
Anekdote zum Thema Auszeichnung
Letztes Jahr (1999) haben wir Goethes 250. Geburtstag gefeiert. Mitgefeiert hat seine Geburtsstadt. Da sei es erlaubt, an die Frankfurter Goethe-Feier zum 60. Geburtstag am 28. August 1819 zu erinnern, für die ein vergoldeter, mit Rubinen und Smaragden besetzter Lorbeerkranz hergestellt worden war. Den Kranz brachte eine Delegation nach Weimar, wo ihn Goethes Sohn August entgegennahm, da der Dichter selbst in Karlsbad weilte. Der Sohn plante für die Rückkehr des Vaters eine Wiederholung der Kranzüberreichung. Als Goethe jedoch Ende September 1819 in die Heimat zurückkehrte, schrieb er schon aus Jena ungeduldig an seinen Sohn: "Ersuche Dich inständig, mir den wohl und freundlich erteilten Lorbeerkranz nicht länger vorzuenthalten; denn alle Entbehrungs-Geduld hat doch zuletzt ihre Grenze." Nach: Jörg Drews (*1938), deutscher Literaturwissenschaftler und Schriftsteller; in "Goethe anekdotisch", Kindler Verlag, München
Das ist doch tröstlich für uns, die wir auch nach Lob und Lorbeeren lechzen. Der sechzigjährige Goethe – in diesem Alter nicht nur hoher Staatsbeamter, sondern international gefeierter Dichterfürst – möchte sich so schnell wie möglich den wertvollen Lorbeerkranz auf die weißen Haare drücken. Er, dem nicht nur Poeten und Fürsten, sondern auch scharenweise junge Fräuleins zu Füßen lagen, will sich schon unterwegs eitel im frisch verliehenen Glanze sonnen! Allzu menschlich und sympathisch. Und wenn schon Goethe eilt und drängt, wie sehr mag es daher um den Rest der Irdischen bestellt sein. Wir haben daher, meine sehr geehrten Damen und Herren, den frühestmöglichen Termin ausgesucht, um heute in dieser kleinen Feierstunde unserem verehrten Prokuristen, Herrn Dr. S., herzlich zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes zu gratulieren.
Anekdote zum Thema Auto
Im Anfang war das Benzin und der Vergaser. Dann schuf Gott den Motor und die Karosserie, die Hupe und das Verkehrslicht. Dann betrachtete er sein Werk und sah, daß es nicht genug war. Darum schuf er noch das Halteverbot und den Verkehrspolizisten, und als dies alles geschaffen war, stieg Satan aus der Hölle empor und schuf die Parkplätze.
Ephraim Kishon (*1924), isr. Schriftsteller u. Satiriker
Adam Opel hat in seinem Leben nie ein Auto gebaut, er hat auch nie in einem gesessen. Überliefert ist vielmehr, dass er eine regelrechte Abneigung gegen dieses motorisierte Fortbewegungsmittel gehabt habe. Nach: Fides Krause-Brewer und Hans D. Barbier: "Die Person hinter dem Produkt"
Aus Opels Vita folgt kurz und bündig, dass man kein Autonarr sein muss, um gute Autos zu verkaufen. Diese Einsicht lässt sich auch auf andere Bereiche ausweiten. Man muss kein Indianer sein, um wie Karl May großartige Romane über Winnetou zu schreiben. Und auf unser Haus übertragen heißt das: Man muss kein Franzose sein, um der größte Camembert-Hersteller/Couturier /Parfümeur der Welt zu werden!
» zum Seitenanfang
Seitenwahl Anekdoten mit A : 1|2|3|4|5|6|7|8
Schriftgröße 

Seite drucken Seite empfehlen
Februar
07
Heute vor
58 Jahren
Geburtstag von Dieter Bohlen (deutscher Musiker, Produzent
und Songwriter). Mit dem Duo „Modern Talking“ gelang ihm 1984 der Durchbruch. [weiterlesen] »
Haben Sie Fragen, Anregungen, oder möchten uns Ihre Meinung mitteilen?
Senden Sie uns eine E-Mail. Wir antworten Ihnen so schnell wie möglich oder
rufen Sie an - ganz nach Wunsch!
Rhetorik-Newsletter
Rhetorik-Tipps und Zitate für Ihre Reden, Vorträge und Präsentationen kostenlos per E-Mail direkt auf Ihren Schreibtisch:




