Der perfekte Rede-Auftritt: So verbessern Sie Ihre Sprechtechnik
- Kategorie/n: Sprachstil und Redefiguren
Neben den nonverbalen Signalen der Körpersprache wirken Sie vor allem durch Ihre Stimme und Ihren sprachlichen Ausdruck auf andere Menschen. Männer sind durch ihre tiefere Stimmlage im Allgemeinen im Vorteil.
Eine tiefe Stimme signalisiert Kompetenz und Durchsetzungsvermögen. Die hohen Stimmen von Frauen hingegen klingen leicht schrill, was fälschlicherweise, aber dennoch häufig als Aufgeregtheit, ja sogar Hysterie interpretiert wird.
Bei einem Vortrag verleitet das Lampenfieber Sprecher beiderlei Geschlechts überdies zu zahlreichen Fehlern im sprachlichen Ausdruck: Sie reden z. B. monoton, weil sie ruhig wirken wollen. Oder sie reden zu schnell, weil sie Angst haben, die Vortragszeit zu überschreiten.
Darüber hinaus gibt es noch viele Gründe für eine mangelhafte Sprechtechnik, z. B. falsches Atmen, Verkrampfung, Anspannung und Angst vor der eigenen Stimme.
Überwinden Sie diese Probleme, indem Sie die Ausdruckskraft Ihrer Stimme trainieren, und zwar vor Ihrem Auftritt.
Während des Vortrags sind Sie so sehr mit der Erläuterung Ihrer Inhal te, der Kommunikation mit dem Publikum und dem Darlegen Ihrer Schaubilder beschäftigt, dass Sie sich nicht mehr auf Ihre Stimmmodulation konzentrieren können. Sorgen Sie deshalb dafür, dass Ihre Stimme da ist, wenn Sie sie brauchen.
Stimmtest
Testen Sie Ihre Stimme, damit Sie erkennen, was Sie überhaupt verbessern sollten. Sprechen Sie zu leise oder zu hoch? Kommen Sie schnell in Atemnot? Stellen Sie fest, wo Verbesserungsbedarf besteht, und arbeiten Sie daran, eventuell mithilfe eines Stimm- und Sprechtrainers.
Atemtechnik
Die richtige Atmung für Vorträge und Präsentationen ist die Bauchatmung. Damit können Sie erheblich mehr Luft aufnehmen als mit der normalen, unbewussten Brustatmung. Die Bauchatmung hilft Ihnen, Ihr Stimmvolumen zu erweitern und die Atmung auch unter Stress zu kontrollieren.
Legen Sie eine Hand auf den Bauch und atmen Sie tief ein. Wenn Sie mit Ihrer Hand eine Bewegung spüren, atmen Sie richtig in den Bauch. Achten Sie darauf, dass Sie sich in der Schulter- und Nackenpartie nicht verspannen. Es bedarf einiger Übung, die Bauchatmung locker und unbewusst auszuführen.
Nutzen Sie dazu jede Gelegenheit, z. B. Besprechungen oder Telefonate. Die Atmung ist ein Reflex, und es fällt den Menschen schwer, sich das Atmen bewusst zu machen. Deshalb ist die Unterstützung durch einen Sprechtrainer oft hilfreich.
Stimm- und Sprechtraining
Versuchen Sie, so tief wie möglich zu sprechen. Gerade Frauen gewinnen so deutlich an Überzeugungskraft. Tiefer zu sprechen als angeboren ist möglich. Der Schauspieler Dustin Hoffman z. B. hat seine Stimme von Tenor auf Bass heruntertrainiert, damit er auch im fortgeschrittenen Alter noch Rollen bekommt.
Üben Sie ebenso die flexible Modulation Ihrer Stimme. Variieren Sie zwischen leise und laut sowie hoch und tief. Mit guter Modulation können Sie wirkungsvoll Akzente setzen, vorausgesetzt, Betonung und Sinn passen zueinander. Üben Sie deshalb auch ein sinnbetontes Sprechen:
Nehmen Sie einen Text, der Ihnen zusagt, z. B. eine Kurzgeschichte oder einen Fachartikel, und markieren Sie darin die Stellen, die Sie betonen und wo Sie Sprechpausen machen wollen. Tragen Sie den Text laut vor und kontrollieren Sie die Wirkung entweder durch eine Aufnahme auf Band oder indem Sie Freunden oder Kollegen vorsprechen.
Optimieren Sie auch im Alltag Ihre Sprechgeschwindigkeit. Bei jedem Rede-Auftritt ist es wichtig, in der richtigen Geschwindigkeit zu sprechen. Denn zu langsames Sprechen wirkt einschläfernd, zu schnelles hingegen erhöht das Risiko, dass das Publikum Ihnen nicht folgen kann.
Bedingungen für freie Atmung
Achten Sie vor jedem Auftritt darauf, dass Ihre Kleidung die Atmung nicht behindert. Nur wenn Sie frei und tief in den Bauch atmen können, kann Ihre Stimme den Raum füllen und auf das Publikum wirken. Vermeiden Sie alles, was Sie beengen könnte. Tragen Sie bequeme Kleidung, in der Sie sich wohlfühlen.
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