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Souveräne Antrittsrede: So überzeugen Sie als neuer Bürgermeister

Als Bürgermeister vertreten Sie die Interessen der Bürger einer Gemeinde oder einer Stadt und dienen als Schnittstelle zwischen den Bürgern, der Verwaltung, der Politik und der Wirtschaft. Diese Aufgabe ist komplex, verantwortungsvoll und bringt viele Herausforderungen mit sich. Wenn Sie als neuer Bürgermeister gewählt worden sind, haben Sie mit dieser Wahl einerseits schon einiges erreicht, die eigentliche Arbeit liegt aber noch vor ihnen.

Üblicherweise wird ein neuer Bürgermeister in seine Stadt oder Gemeinde eingeführt und jeder hat so die Chance, sich bei seinem ersten öffentlichen Auftritt von seiner Person zu überzeugen. Zu einer Amtseinführung gehört auch eine Antrittsrede. Alle Augen werden dabei auf ihn gerichtet sein.

Antrittsrede des neuen Bürgermeisters: Der entscheidende erste Eindruck

Rede Bürgermeister

Geben Sie bei Ihrer Rede zum Bürgermeister den Bürgern einen Vertrauensvorschuss © LightField Studios – Shutterstock

Auf Basis Ihrer Antrittsrede werden sich die Bürger der Stadt ein Bild von Ihnen und Ihren Ambitionen machen und Ihnen bestenfalls einen Vertrauensvorschuss geben. Die Antrittsrede ist daher ein wichtiger Moment und bietet neuen Bürgermeistern die Möglichkeit, sich ihrer neuen Gemeinde kompetent und aufgeschlossen zu präsentieren sowie Vertrauen zu gewinnen.

Bei diesem ersten Auftritt ist Ihnen die Aufmerksamkeit der Menschen gewiss und Sie sollten das Beste daraus machen. Schließlich sind Sie künftig auf das Wohlwollen der Bürger angewiesen, um im Dialog mit Politik und Wirtschaft Entscheidungen durchzusetzen.

Wenn Sie als neuer Bürgermeister vorgestellt werden, sind sehr wahrscheinlich auch lokale oder regionale Ehrengäste anwesend. Diese sollten Sie ebenso mit Ihrer Rede überzeugen wie jeden einzelnen der Bürger, der zur Veranstaltung kommt. Gestalten Sie die Rede daher für jeden verständlich und beziehen Sie die Gäste mit ein.

Diese Themen hat eine Antrittsrede als neuer Bürgermeister

Erläutern Sie in Ihrer Rede Ihren Weg ins Amt. Geben Sie Ihren Zuhörern einen Einblick in Ihre letzten Monate der Wahl und wie Sie Bürgermeister geworden sind. Bedanken Sie sich gegebenenfalls für die Unterstützung bis zur Wahl. Sie können auch Ihr bisheriges Berufsleben zusammenfassen, um den Zuhörern zu verdeutlichen, was Sie für dieses Amt qualifiziert. Halten Sie diesen Part aber kurz, da der Fokus auf der Gegenwart und der Zukunft und nicht auf der Vergangenheit liegen sollte.

Erläutern Sie ganz offen die Herausforderungen, die diese Position für Sie birgt und mit welchen Angelegenheiten Sie sich künftig konfrontiert sehen:

  • Welche Schritte waren nötig, um Bürgermeister zu werden?
  • Weshalb haben sie sich auf das Amt als Bürgermeister beworben beziehungsweise dafür kandidiert?
  • Worauf freuen Sie sich in Ihrer neuen Position und bezüglich der kommenden Arbeit?
  • Welche Aufgaben bringt das Amt als Bürgermeister für Sie mit?
  • Birgt die Kommunalpolitik Risiken?
  • Welche Themen drängen in Ihrer Gemeinde/Ihrer Stadt und müssen zuerst angegangen werden?
  • Welche Themen sind eher mittelfristig relevant? Mit welchen Themen konnten Sie bei der Wahl punkten?
  • Welche Entscheidungen stehen in naher Zukunft schon an?
  • Mit wem werden Sie künftig eng zusammenarbeiten und worauf freuen Sie sich dabei besonders?
  • Was bieten Sie Ihren neuen Mitarbeitern?

Umreißen Sie kurz den aktuellen Status Quo der verschiedenen Themen, die die Stadt betreffen und geben Sie einen kleinen Einblick, wie Sie dieses Thema künftig bearbeiten wollen.

Mögliche Themen, die die Stadt betreffen sind:

  • Familie
  • Jugend
  • Bildung
  • Arbeitsplätze
  • Soziale Probleme
  • Neue Bauprojekte
  • Nahversorgung
  • Mobilität
  • Infrastruktur
  • Verwaltung
  • Ehrenamt
  • Wirtschaftsförderung
  • Brand- und Katastrophenschutz
  • Generationenprojekte

Wichtig: Wenn Sie schon auf konkrete Inhalte eingehen, sollten Sie nichts versprechen, was Sie nicht halten können. Seien Sie vorsichtig damit, Ihre Pläne und Arbeit komplett offenzulegen. Schließlich könnten die Bürger Sie darauf festnageln und enttäuscht sein, wenn sich Versprechungen nicht erfüllen. Grundlegende Informationen zu geplanten Projekten schaffen jedoch Vertrauen.

Rhetorik: Mit Motivation und Engagement als Bürgermeister überzeugen

Zeigen Sie sich den Bürgern optimistisch und engagiert. Machen Sie deutlich, dass Sie sich um die Anliegen Ihrer Bürger kümmern und der richtige Mann beziehungsweise die richtige Frau für diese Position sind. Erläutern Sie, was das Amt für Sie bedeutet und legen Sie Ihre Motivation dar.

Schon in Ihrer Rhetorik können Motivation und Engagement stecken. Worte wie „anpacken“, „erreichen“ und „machen“ wirken kraftvoll und zeugen von Dynamik. Wenn Sie dann noch gezielt mit dem Wort „gemeinsam“ arbeiten, machen Sie deutlich, dass Sie die Bürger der Stadt mit einbeziehen und ihre Interessen gezielt vertreten wollen. Das schafft Vertrauen sowie Bürgernähe bei den Anwesenden und durch das Einbeziehen der Bürgerinnen und Bürger ist Unterstützung wahrscheinlicher.

Auch Ihre neuen Mitarbeiter der Verwaltung sollten sich von der Antrittsrede angesprochen fühlen. Äußern Sie Dankbarkeit und verteilen Sie Vorschusslorbeeren für die künftige Zusammenarbeit, die Potenziale Ihrer Mitarbeiter und ihre freie Entfaltung im Dienste der Bürgerinnen und Bürger bzw. der Stadt. So ebnen Sie den Weg für eine gute Zusammenarbeit im Rathaus und können zuversichtlich auf die Arbeit im neuen Amt blicken.

Den Vorgänger ehren

Verlieren Sie auch einige Worte über Ihren Vorgänger. Wie viele Jahre war er im Amt und was macht er nun? Wenn er auf seiner Stelle besondere Leistungen vollbracht hat oder herausragende Erfolge in den letzten Jahren feiern konnte, können diese kurz erwähnt werden. Dies zeugt von Wertschätzung und kommt bei den Bürgern gut an.

Die richtige Anrede wählen

Die Bürger sollten Sie als nahbar wahrnehmen, was Sie schon alleine durch die Anrede steuern können. Begrüßen Sie die Ehrengäste (zum Beispiel aus der Stadtverwaltung oder der Kommunalpolitik) gesondert mit einem „Sehr geehrte Damen und Herren“ oder sogar namentlich und wenden Sie sich dann an die Bürger mit einem einfachen „Liebe Mitbürger“. Auf diese Weise machen Sie deutlich, dass Sie an einem Dialog mit ihnen interessiert sind und Ihnen auf Augenhöhe begegnen.

So beenden Sie Ihre Rede als neuer Bürgermeister

Ihre Redezeit sollte nicht länger als 20 bis 25 Minuten sein, da die Aufmerksamkeit der meisten Menschen nach dieser Zeitspanne nachlässt. Machen Sie zum Ende Ihrer Rede hin deutlich, dass Sie gerne als Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bürger da sind und ihnen immer mit einem offenen Ohr begegnen werden. Jeder sollte sich von Ihnen verstanden fühlen und seine Wünsche und Nöte bei Ihnen adressieren können. Das schafft Vertrauen. Bedanken Sie sich anschließend für die Aufmerksamkeit und enden Sie mit einer Bekundung darüber, dass Sie sich auf Ihre neue Aufgabe freuen.

Redaktion redenwelt.de

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