Redner-Rangfolge sicher gestalten
- Kategorie/n: Redner-Knigge
Die protokollarisch richtige Reihenfolge von Rednerinnen und Rednern ist eine heikle Aufgabe. Denken Sie nur an dieses Beispiel: Die Jahresveranstaltung einer Stiftung hatte folgende Redebeiträge:
- Begrüßung und Eröffnung: Dr. Michael Müller, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung
- Grußwort des Oberbürgermeisters der Stadt, Hans Beispiel
- Grußwort von Dr. Max Meier, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer
- Festvortrag „Chancen im weltweiten Wettbewerb“ vom Bundesminister für Wirtschaft
Aus diesem Beispiel wird deutlich:
Erster Redner ist immer der Repräsentant des Veranstalters, dem es als Gastgeber zukommt, die Anwesenden zu begrüßen und in die Thematik einzuführen. Danach folgen Grußworte. Damit wird der Stellenwert der Veranstaltung hervorgehoben.
Grußworte zeichnen sich vor allem durch ihre Kürze aus: höchstens fünf bis sechs Minuten pro Grußwort!
So ordnen Sie die Festrede in die Reden-Reihenfolge ein
Zentrales Ereignis einer Veranstaltung ist die Festrede; je nach Art des Anlasses kann auch die Bezeichnung Laudatio, Gedenkrede oder Hauptreferat gewählt werden. Sie kann bis zu 45 Minuten dauern (muss aber nicht!).
Bedenken Sie bei der Auswahl des Festredners, dass dieser nicht derjenige mit dem höchsten protokollarischen Rang sein muss!
Protokollarische Regeln beschränken sich allein auf Grußworte
Dort spricht zuerst der Höherrangige, also z. B. der Ministerpräsident vor dem Minister, der Staatssekretär vor dem Regierungspräsidenten, der Oberbürgermeister vor dem Stadtrat, der Kreishandwerksmeister vor
dem Innungsmeister, der Bundestagsabgeordnete vor dem Landtagsabgeordneten und dem Stadtverordneten.
Innerhalb der protokollarischen Reihenfolge gibt es nur eine einzige Ausnahme: Als erster Bürger einer Stadt/Gemeinde nimmt der Oberbürgermeister, Bürgermeister oder Landrat eine herausragende Stellung ein.
Wollen Sie diese Person um ein Grußwort bitten, gebührt ihr der Vorrang auch vor protokollarisch höhergestellten Amtsträgern. Außerhalb der Grußworte gibt es keine protokollarischen Verpflichtungen: Selbst wenn Sie hochrangige Persönlichkeiten für Grußworte gewonnen haben, können Sie den Festredner allein nach seiner Kompetenz, rhetorischen Begabung und seinem Unterhaltungswert auswählen (und nicht nach seinem Rang).
Beispiel: Redner-Reihenfolge beim 50-jährigen Firmenjubiläum Dieses Beispiel zeigt, wie Sie die eben vorgestellte Reihenfolge auf den Unternehmensbereich anwenden:
- Begrüßung Herman Schmidt jun., Geschäftsführer
- Grußwort Fritz Beispiel, Oberbürgermeister der Stadt Musterhausen
- Grußwort Dr. Franz Richtig, Präsident der Industrie- und Handelskammer
- Festansprache „50 Jahre Schmidt in Musterhausen –mit Erfahrung und neuen Ideen die Globalisierung meistern“, Hermann Bauer sen., Vorsitzender des Firmenbeirats
Gerade beim Jubiläum eines Familienunternehmens ist es naheliegend, dem Firmengründer die Festansprache zu übertragen.
Eine Firma, die auf langjähriger Kundenbindung aufgebaut ist, zeigt damit ihre Dankbarkeit und den Stolz auf die erste Generation.
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