Redner-Pannen durch gute Rede-Vorbereitung vermeiden
- Kategorie/n: Redner-Pannen: Blackout und Co.
Pannen passieren – aber bitte immer nur einmal „Es war die größte Rede, die ich je geschrieben habe – nur leider für das falsche Publikum.“ Dieses Zitat stammt nicht von einem der Ironie verpflichteten Humoristen, sondern von einem erfahrenen Redner und Reden-Schreiber, der ein solches Debakel einmal erleben „durfte“:
Nur unzureichend vom Veranstalter informiert, hatte er eine Rede für großes Publikum mit Fachkenntnissen vorbereitet – und traf auf junge Schüler der Mittelstufe verschiedener Gymnasien. Dass die so sorgfältig vorbereitete, fast wissenschaftliche Rede nur wenig Anklang fand, muss einen da nicht verwundern.
Tröstlich nur, dass selbst Profis solche Pannen passieren. Damit Ihre nächste Rede ein voller Erfolg wird, finden Sie hier die wichtigsten Tipps und Hinweise zur optimalen Vorbereitung.
Vor der Rede
Nicht nur beim Hausbau gilt: Je solider das Fundament, umso sicherer das Haus. Es ist gegenüber dem Publikum mehr als nur bloße Höflichkeit, sich genau auf dessen Erwartungen, Zielsetzungen und Wünsche einzustellen.
Für Sie als Rednerin oder Redner stellt sich damit nämlich auch die Frage nach Erfolg oder Misserfolg Ihrer Rede. Deshalb sollten Sie sich zur Vorbereitung eindeutig die richtigen Fragen stellen – denn dann haben Sie schon einen Großteil aller möglichen Stolpersteine aus dem Weg geräumt und ein solides Fundament für Ihren Rede-Erfolg gelegt.
Es gilt der Grundsatz: Je genauer Sie informiert sind, umso besser können Sie auch entscheiden, ob Sie auftreten – und vor allem, was Sie dem zu erwartenden Publikum in welcher Detailtiefe vermitteln.
Fragen, die Sie an die Veranstaltenden stellen sollten:
- Wie lautet das Thema der Veranstaltung?
- Wie soll mein Thema heißen?
- Wer spricht außer mir – und welche Themen sind für diese Rednerinnen und Redner geplant? (Tipp: Fragen Sie die zuständige Person nach den Kontaktadressen und stimmen Sie sich gegebenenfalls mit den anderen Rednerinnen und Rednern ab.)
- Vor wem spreche ich? Wer ist eingeladen? Wie viele Zuhörerinnen und Zuhörer werden erwartet?
- Wo spreche ich? (Rednerpult? Wie sieht es aus? Beleuchtet oder nicht? Mikrofon vorhanden und Ähnliches?)
- Wann beginnt die Veranstaltung?
- Wo findet die Veranstaltung statt? (Denken Sie daran, sich eine Anreiseskizze zusenden zu lassen.)
- Wann beginnt mein Vortrag? (Tipp: Als Redner sollten Sie keine Termine gleich nach dem Mittagessen akzeptieren. Die Aufmerksamkeit der Zuhörenden ist dann auf dem Tiefpunkt.)
- Wie lange soll mein Vortrag dauern? (Länger als 45 Minuten sollte Ihre Rede nie dauern, auch wenn man Ihnen 60 Minuten einräumt.)
- Welche technische Ausstattung steht zur Verfügung? Wenn Sie es gewohnt sind, mit PowerPoint zu arbeiten, denken Sie an den Vorabcheck, ob Beamer und Laptop auch wirklich zusammen funktionieren – und vor allem, wie!
- Wie werde ich dem Publikum vorgestellt? (Geben Sie den Veranstaltenden alle notwendigen Informationen über sich.)
- Klären Sie auch, ob eine anschließende Diskussion vorgesehen ist.
- Schreiben Sie sich dann schon bei der Rede-Vorbereitung auf, welche Fragen möglicherweise kommen könnten und was Sie darauf antworten werden. So vermeiden Sie – gerade bei kritischen Punkten –, dass Sie sich nachher mit unbedarften Antworten in die Defensive bringen. (Tipp: Wenn Sie selbst Organisator oder Veranstalter sind, ist es eine schöne Geste, diese Informationen vorab zusammenzustellen und den eingeladenen Rednerinnen und Rednern zukommen zu lassen.)
So beginnen Sie mit Ihrer Rede-Vorbereitung
Nachdem die Fragen zu Publikum, Thema, Rede-Länge und technischer Ausstattung geklärt sind, geht es an die Rede-Vorbereitung. Wichtig ist: Legen Sie vor dem Formulieren Ihrer Rede Ihr Rede-Ziel fest.
Kein Marathonläufer startet, ohne den Weg und das Ziel zu kennen. Gleiches gilt für Ihre Rede. Fragen Sie sich daher, bevor Sie auch nur einen Satz aufschreiben:
- Worauf kommt es mir bei meiner Rede an?
- Welche Botschaft sollen die Zuhörerinnen und Zuhörer am Ende mit nach Hause nehmen?
- Was wissen die Zuhörerinnen und Zuhörer vermutlich schon?
- Welches Vorwissen ist vorhanden? Das gilt auch in Bezug auf Falschinformationen, die möglicherweise in den Köpfen des Publikums durch Medienberichte oder aus anderen Quellen vorhanden sind.
Als guter Redner greifen Sie am Anfang Ihrer Rede solche Punkte auf und stellen sie mit stichhaltigen Argumenten richtig. Sonst ist Ihr Publikum nicht auf Ihrer Seite und wartet nur darauf, zu widersprechen.
Welche Themen, Argumente, Zahlen und so weiter möchten Sie mit Ihrer Rede vermitteln? Und warum (Ziel!)? Schreiben Sie alle wichtigen Punkte auf und ordnen Sie sie nach logischem Zusammenhang. So bauen Sie sehr schnell eine systematisch strukturierte und argumentativ logische Rede auf.
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