Anleitung für Ihren Rede-Auftritt: Wie Sie Blickkontakt zu Ihrem Publikum herstellen
- Kategorie/n: Charisma, Gestik & Körpersprache
Der Blickkontakt des Redners ist für das Publikum das Barometer für dessen Glaubwürdigkeit. Der Satz „Ich will ganz offen zu Ihnen sein!“ mit gesenktem Blick gesprochen, wird vom Publikum schnell als Lüge entlarvt.
Schauen Sie den Zuhörern in die Augen. Damit gewinnen Sie Vertrauen und Sympathie.
Das sollten Sie tun
Die Kunst besteht darin, den Anwesenden das Gefühl zu geben, dass alle gleich wichtig sind. Je größer die Zuhörerschaft ist, desto schwieriger wird dies.
In kleinen bis mittelgroßen Gruppen von bis zu 20 Personen ist es möglich, jeden immer mal wieder anzuschauen. Lassen Sie Ihren Blick langsam kreisen. Schauen Sie dabei mal in die eine, mal in die andere Ecke. Jeder Zuhörer sollte das Gefühl haben, persönlich angesprochen zu werden.
Bei einem großen Auditorium ist es unmöglich, jeden Einzelnen anzusehen. Wenden Sie stattdessen die Zifferblattsystematik an. Teilen Sie Ihr Auditorium in Uhrzeitviertel: bei 12 Uhr, 3 Uhr, 6 Uhr und 9 Uhr. Blicken Sie abwechselnd in jedes der vier Viertel. So vermeiden Sie, dass sich Anwesende in irgendeiner Ecke des Raums vollständig ignoriert fühlen.
Wenn Sie Hemmungen haben, die Teilnehmer anzusehen, konzentrieren Sie sich zu Anfang auf bekannte oder freundliche Gesichter. Gehen Sie aber so schnell wie möglich dazu über, auch alle anderen Teilnehmer mal anzusehen, sonst fühlt sich ein großer Teil Ihres Publikums übergangen.
Lächeln Sie, wenn Sie Blickkontakt aufnehmen, es sei denn, Sie halten eine Trauerrede oder sprechen über eine dramatische Entwicklung mit negativen Folgen für die Anwesenden. Sonst aber gilt: Lächeln schafft Sympathie.
Berücksichtigen Sie auch die Bedingungen, die Ihre Technik an den Blickkontakt stellen. Bedienen Sie Flipchart, Overheadprojektor und Beamer so, dass Sie Blickkontakt halten können.
Das sollten Sie vermeiden
Schauen Sie eine einzelne Person nicht länger als drei Sekunden an, es sei denn, Sie führen gerade ein Einzelgespräch. Auch wenn eine Person Sie besonders freundlich ansieht, sollten Sie Ihren Blick wieder von ihr abwenden! Beziehen Sie immer alle durch Blickkontakt ein. Vermeiden Sie es deshalb, über die ersten ein bis zwei Stuhlreihen oder Plätze hinwegzuschauen. Das passiert sehr schnell. Die Betroffenen fühlen sich dann ignoriert.
Darauf sollten Sie achten:
- Der regelmäßige Blickkontakt ist wichtig, damit Sie direkte Resonanz auf Ihren Vortrag erhalten.
- Nicken die Zuhörer Ihnen z. B. aufmunternd zu, kommt Ihr Auftritt gut an. Gähnen oder leise Unterhaltung mit dem Nachbarn ist ein Zeichen für Langeweile. Möglicherweise ist Ihnen die Zielgruppenansprache dann nicht gelungen oder Sie spulen einfach zu viele Schaubilder hintereinander ab.
- Setzen Sie Aufmerksamkeitswecker ein, z. B. einen Scherz oder einen Perspektivenwechsel in der Argumentation, um das Interesse des Publikums zurückzugewinnen.
- Unruhe oder Blicke auf die Uhr zeigt Ihnen, dass das Publikum seine Konzentration verliert und ungeduldig wird. Helfen keine Aufmerksamkeitswecker mehr, lassen Sie weniger wichtige Teile Ihres Vortrags weg, um die Redezeit zu verkürzen. Bei einem längeren Vortrag sollten Sie bald eine Pause machen.
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