Sprachstil
So versteht Ihr Gegenüber Sie, wie Sie es sich wünschen
Seite 2/2
Schritt 2: Formulieren Sie klar und prägnant
Wie viel effektiver und angenehmer wären Gespräche, wenn sich alle Beteiligten so prägnant ausdrücken würden, dass man sie auf Anhieb richtig versteht? Wer sich klar ausdrückt, erspart sich selbst und anderen Missverständnisse und Frusterlebnisse.
Einfach statt kompliziert
Viele Menschen tendieren hierzulande dazu, Schwerverständlichkeit mit Seriosität gleichzusetzen. Sie denken: Was man auf Anhieb versteht, was simpel ausgedrückt ist, das kann nicht richtig oder wichtig sein.
Das ist Unsinn. Amerikanische Fachautoren z. B. scheuen sich nicht vor kurzen Sätzen und klaren Aussagen. Wer Kompliziertes leicht verständlich erklären und erläutern kann, ist nicht inkompetent, im Gegenteil!
Machen auch Sie es Ihrem Gegenüber leicht. Formulieren Sie einfach statt kompliziert. Das gilt beim
Sprechen noch mehr als beim Schreiben, denn hier kann der andere nicht zurückblättern und das Ganze in Ruhe ein zweites oder drittes Mal lesen, bis er es endlich verstanden hat.
Kurz und knackig
Jeder zweite Erwachsene kann gesprochenen Sätzen mit mehr als 14 Wörtern geistig nicht mehr folgen. Jeder Dritte macht schon bei elf Wörtern schlapp. Das hat der renommierte Sprachwissenschaftler Wolf Schneider bereits im Jahr 1983 in einer Untersuchung herausgefunden. Die Konzentrationsfähigkeit heute ist wahrscheinlich noch schlechter. Bevorzugen Sie deshalb kurze Sätze, und verzichten Sie auf komplizierte Satzgefüge.
Als Regel gilt: Spätestens nach drei Sekunden braucht Ihr Zuhörer eine Zäsur: einen Punkt, ein Komma, ein hörbares Absenken der Stimme am Satzende und eine kleine Pause. Sonst verliert er den Überblick und schaltet ab. Vergleichen Sie:
| Zu lang und unstrukturiert: „Als ich heute Abend aus dem Firmengebäude, das direkt an der Hauptverkehrsstraße liegt, die sehr befahren und auch unübersichtlich ist, auf den Gehweg hinaustrat, sah ich, wie von rechts ein großer blauer Lkw kam, der mit Obstkisten beladen war, und weil er viel zu schnell war, nicht mehr bremsen konnte und eine Fußgängerin, eine alte Frau, die einen Hut trug und die zudem noch hinkte, überfuhr.“ Besser: „Heute Abend habe ich vor unserer Firma einen schweren Unfall beobachtet. Unser Gebäude liegt an einer viel befahrenen und unübersichtlichen Hauptverkehrsstraße. Eine alte, gehbehinderte Frau wollte sie gerade überqueren. Da kam von rechts ein großer Lkw. Er war so schnell, dass er nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte.“ |
Extra Tipp: Weniger ist manchmal mehr.
Zu viele Details führen dazu, dass Sie selbst und erst recht die Zuhörer den Faden verlieren. Beschränken Sie sich auf das, was wirklich wichtig ist. Ob der Lkw blau oder rot war, interessiert die Polizei, wenn der Fahrer Fahrerflucht begangen hat. Ansonsten ist es völlig belanglos.
« zum Seitenanfang
Deutlich statt schwammig
„Also, eigentlich bin ich davon nicht so begeistert. Vielleicht sollte man zuerst lieber ein weiteres Angebot einholen. Das wäre doch vernünftiger, oder?“
„Vielleicht“, „eigentlich“, „könnte“, „sollte“, „müsste“ –diese Weichmacher können im Gespräch durchaus sinnvoll sein. Sie geben damit Ihrem Gegenüber zu verstehen: „Ich will Sie nicht bedrängen. Ich lasse andere Meinungen zu. Sie können das auch anders sehen.“
Oft genug werden diese Weichmacher aber auch aus purer Unsicherheit verwendet oder als solche interpretiert: Wer „Man könnte“ statt „Ich möchte“ sagt, hat manchmal nur nicht den Mut, für seinen Standpunkt einzustehen. Er möchte sich ein Hintertürchen offenhalten. Er signalisiert aber auch, dass ihm die Sache nicht so wichtig ist, und lädt andere dazu ein, ihn zu übergehen.
Wer „eigentlich“ sagt, gibt das „Aber“ schon vor. „Vielleicht“ bedeutet gleichzeitig „vielleicht auch nicht“. Und Sie kennen sicherlich auch diese Redensart: „Wenn das Wörtchen wenn nicht wär’, wär’ mein Vater Millionär.“
Effekt: Sie machen Ihre eigenen Worte unglaubwürdig und vage und können niemanden überzeugen.
Wer allerdings Weichmacher ganz aus seinem Vokabular verbannt, wirkt ruppig, dominant, autoritär und unhöflich. Versuchen Sie es doch einmal mit höflichen, aber dennoch selbstbewussten Formulierungen.
Weder zu weich, noch zu forsch
| Unsicher und zögerlich | Autoritär und Ruppig | Selbstbewusst und kooperativ |
| "Vielleicht könnte man es ja auch mal so veruschen." | "Das machen wir anders." | "Was halten Sie davon, wenn wir es einmal so versuchen?" |
| "Es wäre doch denkbar ..." | "Das ist so." | "Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ..." "Es spricht einiges dafür, dass ... " |
Fremdwörter, Fachbegriffe und Abkürzungen sparsam verwenden
Wer kompetent und kultiviert wirken will, sollte die Dinge treffend beim Namen nennen und nicht von „Dingsda“ reden, wenn er „Budget“ meint.
Nun gehört das Wort „Budget“ zu den Fremdwörtern, die so ziemlich jeder versteht. Anders sieht es bei exotischeren Begriffen aus, die nicht mehr zum Wortschatz eines durchschnittlich gebildeten Menschen gehören. Wenn Sie diese Begriffe benutzen, riskieren Sie, dass man Sie nichtversteht. Außerdem werten Ihre Zuhörer dies auch leicht als Wichtigtuerei. Und: Sie sind gelangweilt.
Setzen Sie deshalb Fachbegriffe, Fremdwörter und Abkürzungen sparsam ein. Greifen Sie im Zweifelsfall lieber auf einfachere und allgemein verständliche Formulierungen zurück, oder liefern Sie die Erklärung zum Fachbegriff gleich mit.
Bedenken Sie: In unserer hoch spezialisierten Welt arbeiten selbst in der gleichen Firma Menschen mit unterschiedlichstem Hintergrund und unterschiedlichstem Sprachgebrauch.
| Beispiel: Wenn Sie als IT-Spezialist die technischen Anforderungen an Ihre Telekommunikationsanlage im Fachjargon aufzählen, versteht der Leiter der Finanzbuchhaltung möglicherweise nur Bahnhof: „Was, bitte schön, ist ein ‚ISP‘? Ein Internet Service Provider, also ein Internet- Anbieter.“ Ach so! |
Andere Begriffe haben in der Alltagssprache eine andere Bedeutung als im Fachjargon. Auch hier sind Missverständnisse vorprogrammiert:
| Beispiel: 10.000 € für die Wartung und Reparatur Ihrer Telefonanlage sind für den Techniker ohne Frage eine Investition. Schließlich ist das eine ganze Menge Geld. Für den Finanzexperten sind es Instandhaltungskosten, die steuerrechtlich säuberlich von Investitionen zu trennen sind. |
Das treffende Wort suchen
Der Umfang Ihres aktiven Wortschatzes gibt nicht nur Aufschluss über Ihre Bildung. Wer sich gewandt und treffend ausdrücken kann, dem hört man auch gern zu und versteht leichter, was er wirklich sagen will.
Nun enthält der Rechtschreibduden ca. 130.000 Stichwörter. Im Alltag verwendet der Deutsche im Durchschnitt aber nur ganze 400 bis 800 davon. Oft benutzt er Allerweltswörter, die nur wenig Aussagekraft besitzen.
„Das Essen war gut“ lässt offen, ob es ausgezeichnet oder nicht schlecht, genießbar, geschmacklich hervorragend, frisch, gesund, reichlich bemessen oder einfach nur preiswert war.
Der Zuhörer wird automatisch das heraushören, was für ihn (aber nicht unbedingt für Sie) ein gutes Essen ausmacht.
« zum Seitenanfang
Präzise Beschreibungen wählen
Oder. „Das war kein schönes Gefühl.“ Was für ein Gefühl war es denn? Waren Sie traurig, enttäuscht, zornig, überfordert, ängstlich, verzweifelt, unruhig oder nervös? Für Ihren Zuhörer ist das wichtig, damit er Sie verstehen und sich entsprechend verhalten kann.
Das richtige Wort zu finden ist aber auch deshalb wichtig, weil Ihre Wortwahl dem Zuhörer viel über Ihre Persönlichkeit, Ihre Werte und Einstellungen verrät: Sagen Sie nicht „Ich habe einen Job als Einkäufer“. Das klingt nicht nach Begeisterung, sondern mehr nach notgedrungenem Broterwerb und Minimalaufwand, nach etwas, an dem Ihnen nicht viel gelegen ist. Es hört sich auch nicht gerade nach einem wichtigen, spannenden Posten an, eher nach wenig anspruchsvoll, leicht ersetzbar und nicht sonderlich anerkannt.
Wenn Sie sich und Ihre Arbeit positiv verkaufen wollen, ist es besser, Sie sagen „Ich bin Einkäufer“ oder „Ich arbeite als Einkäufer“.
| Expertinnen-Tipp: So erweitern Sie Ihren Wortschatz • Viel lesen! Viele Gespräche führen! Gut zuhören! |
Deutlich sprechen
Zu einem guten Sprachstil gehört neben der Wortwahl natürlich auch eine gute und klare Aussprache. Sie sollten also nicht nuscheln und nichts verschlucken. Stützen Sie Ihren Kopf auch nicht mit der Hand ab, während Sie reden.
| Experten-Tipp: Trainieren Sie Ihre Artikulation mit Zungenbrechern • Der Flugplatzspatz nahm auf dem Blatt Platz, auf dem Blatt nahm der Flugplatzspatz Platz. • Blaukraut bleibt Blaukraut und Brautkleid bleibt Brautkleid. • Bierbrauer Bauer braut braunes Bier, braunes Bier braut Bierbrauer Bauer. |
Am besten klingen Sie in Ihrer natürlichen Stimmlage, der Indifferenzlage, das heißt, wenn Sie weder zu hoch noch zu tief sprechen. Gleichzeitig schonen Sie dabei Ihre Stimmbänder. Wenn Sie summen, ist dies automatisch der richtige Ton. Probieren Sie es!
Beachten Sie: Merken Sie, dass das Sprechen Sie anstrengt und Ihre Stimme sich verkrampft, versuchen Sie es mit einem ausgiebigen Gähnen. Vielredner sollten zudem ausreichend trinken (drei bis vier Liter am Tag) und ab und zu ein Bonbon lutschen.
Die Betonung
Monotonie schläfert ein. Deshalb gehört zu einem guten Sprachstil unbedingt auch eine abwechslungsreiche Betonung. Außerdem können Sie so Wichtiges hervorheben und erleichtern dem anderen das Verständnis. Als Redner sollten Sie sich zu Hause vorbereiten, indem Sie Ihren Text z. B. singen und dabei bewusst übertrieben betonen
Danach ist die Gefahr, dass Sie die Rede monoton herunterlesen, so gut wie gebannt.
Lokale Färbung macht sympathisch
Ein Hauch von lokaler Färbung verleiht Ihrer Stimme Wärme und kann sehr sympathisch wirken. Dialekt in Reinform sollten Sie aber nur da sprechen, wo auch der andere ihn verwendet. Dialekt-Unkundige können Sie sonst nur schwer verstehen. Außerdem wirken Sie mit ausgeprägtem Dialekt auf viele Menschen ungebildet und hinterwäldlerisch.
Verlegenheitslaute reduzieren
Inkompetent und nervig wirken Verlegenheitslaute wie „äh“, „hm“, „ne“ usw. Besonders dann, wenn sie Ihnen zu oft herausrutschen. Der ehemalige Tennis-Champion Boris Becker war mit seinem „äh“ lange Lieblingsstoff der Kabarettisten.
Es hilft schon, einfach etwas mehr darauf zu achten, um diese meist unbewussten Denkfüller deutlich einzudämmen. Haben Sie keine Angst vor einer kurzen Pause, dann müssen Sie sie auch nicht mit diesen nichtssagenden Lauten füllen.
Schritt 3: Stimmen Sie sich auf Ihr Gegenüber ein
Stellen Sie sich in Wortwahl, Lautstärke und Sprechgeschwindigkeit auf Ihren Gesprächspartner ein.
Im Gespräch mit Fachkollegen z. B. sind Fachbegriffe eindeutiger und effektiver als lange Umschreibungen. Außerdem belegen sie dort Ihre Kompetenz. Im Privaten können die gleichen Worte langweilen.
Wenn Sie sich mit alten Studienfreunden unterhalten, dürfen Sie mit ausgefeilt schönen Formulierungen und dem ein oder anderen akademischen Zitat glänzen. Im Schützenverein klingen dieselben Worte hochgestochen und unpassend und machen Sie zum Außenseiter.
Ein Schnellsprecher, der einem Langsamsprecher zuhören muss, wird ungeduldig und nervös. Umgekehrt tut ein Langsamsprecher sich schwer, der Quasselstrippe zu folgen.
Wer selbst leise spricht, zuckt zusammen, wenn der andere laut seine Meinung kundtut. Laute Sprecher empfinden es als Zeichen von Schwäche und Unsicherheit, wenn der andere nur leise säuselt.
Schritt 4: Wählen Sie die richtige Strategie
Auch das Ziel, das Sie verfolgen, sollte Ihren Sprachstil mitbestimmen.
Immer richtig: Wertschätzung und Respekt
Mit einer wertschätzenden und respektvollen Sprache erweisen Sie nicht nur dem Gegenüber Achtung, sondern auch sich selbst. Wie gesagt: Ihre Wortwahl sagt viel über Sie aus. Worte sind nicht neutral, sondern wirken sowohl beim Zuhörer als auch beim Redner nach.
Achten Sie jedoch nicht nur auf die Wortwahl, sondern auch auf ausgewogene Gesprächsanteile. Wenn Sie zu viel reden und den anderen nicht ausreichend zu Wort kommen lassen, fühlt Ihr Gesprächspartner sich überrumpelt. Er reagiert verärgert oder langweilt sich und schaltet ab. Wenn Sie sich dagegen zu wortkarg geben, kann das als persönliche Ablehnung missverstanden werden.
Vermeiden Sie:
- Ironie und Spott,
- Worthülsen oder
- einen rüden Befehlston.
Unfaire Attacken dürfen Sie selbstverständlich kontern, wenn Sie mit Wertschätzung und Respekt nicht mehr weiterkommen.
Manchmal ist es nötig: Diplomatie
Beachten sollten Sie immer auch, wer am längeren Hebel sitzt. Sprechen Sie als Vorgesetzter mit Ihrem Mitarbeiter, darf Ihre Bitte eine Forderung sein: „Bitte ändern Sie das!“
Sprechen Sie dagegen als Mitarbeiter mit Ihrem Vorgesetzten, sollte Ihre Forderung wie eine Bitte klingen. Hier haben auch Weichmacher oder die selbstbewussteren Ersatzformulierungen ihren Platz. Indem Sie bewusst vermeiden, Widerspruch zu wecken, haben Sie die besseren Chancen, Ihre Interessen durchzusetzen: „Würden Sie die Agenda bitte ändern?“
Strategisch richtig formulieren
Wenn Sie Menschen überzeugen möchten, müssen Sie in der Lage sein, strategisch richtig zu formulieren.
Gewinn- und Verlustchancen sind zwei Seiten derselben Medaille: Vor die Wahl gestellt, entscheidet sich der Mensch in aller Regel für seine Chancen (und seien sie auch noch so klein) und Gewinne. Verluste und Risiken meidet er lieber. Wenn Sie also „Ihre Chance auf den Hauptgewinn liegt bei 25 Prozent“ sagen, werden mehr Menschen das Risiko eingehen, als wenn Sie sagen: „Sie können gewinnen. Aber das Risiko, dass Sie all Ihr Geld verlieren, ist drei Mal höher.“
Verzichten Sie also – so weit es geht – darauf, Verlustängste zu schüren und Ihre Zuhörer zu verunsichern, wenn Sie motivieren und bewegen möchten. Gerade in wirtschaftlich schlechteren Zeiten ist die Angst vor dem Verlust oft größer als der Mut zum Risiko: Angestellte verharren in Jobs, die ihnen nicht zusagen, und horten ihre Ersparnisse, statt sie einzusetzen. Verhelfen Sie zu einer ganzheitlichen Sicht:
- „Das hat für Sie (für uns) den Vorteil …“
- „Das Schöne daran ist …“
- „Wir (Sie) profitieren hier …“
Denken Sie (nicht) an eine gelbe Zitrone
Meiden Sie dabei Verneinungen. Das Gehirn kann ein „Nicht“ nur auf Umwegen verarbeiten. Sie kennen das: Sobald Sie nicht an ein rosafarbenes Nilpferd denken sollen, werden Sie mit Sicherheit eben dieses rosafarbene Nilpferd vor Ihrem geistigen Auge sehen.
Vielleicht sehen Sie auch ein grünes Nilpferd oder einen rosafarbenen Elefanten. Aber es wird Ihnen kaum gelingen, „rosa“ und „Nilpferd“ aus Ihren Gedanken zu verbannen.
Deshalb sollten Sie auch mit negativ besetzten Begriffen vorsichtig sein. Wenn Sie nämlich „Es besteht kein Risiko“ sagen, wird Ihrem Zuhörer eben dieses Risiko ins Bewusstsein gerufen. Besser ist: „Sie haben hier die Sicherheit, dass …“
Denken Sie an die Wünsche und Gefühle Ihres Gegenübers
Entscheidungen hängen nur zu zehn Prozent von Fakten ab. Zu 90 Prozent entscheiden Menschen intuitiv: Autohersteller setzen z. B. in ihrer Werbung fast ausschließlich auf Gefühle, indem sie Freiheit, Luxus und Prestige darstellen. Sie sehen dort schöne Landschaften und glückliche Menschen. Kein Wort über PS-Zahl, Benzinverbrauch oder Preis. Trotzdem (oder gerade deshalb) werden diese Fahrzeuge gekauft.
Das bedeutet für Sie: Nennen Sie nicht nur Fakten, sondern sprechen Sie auch die Gefühlsebene an, sonst verschenken Sie Überzeugungs- und Begeisterungspotenzial.
Die wichtigsten Tipps für Ihren Sprachtyp im Überblick
Erinnern Sie sich noch an den Test? Sicher ist Ihnen schon beim Lesen des Beitrags so manches klar geworden, auf das Sie beim Sprechen zukünftig achten werden. Hier das Wichtigste auf einen Blick:
| A Im privaten Bereich können Sie ein guter und willkommener Unterhalter sein. Wichtig ist allerdings, dass Sie Ihre Gedanken vorher sortieren, damit Sie den roten Faden nicht verlieren. Haben Sie Mut zur Lücke: Trauen Sie sich, einige Details wegzulassen, die die Zuhörer nur zerstreuen würden. Klare kurze Sätze sind für Ihre Gesprächspartner oft besser zu verstehen als lange und verworrene Satzungetüme. Im Beruflichen sollten Sie sich ganz bewusst kurz fassen. Kolleginnen und Kollegen sind schnell genervt, wenn Besprechungen unnötig in die Länge gezogen werden. |
| B Sie sagen längst nicht alles, was Sie denken. Aber was Sie sagen, hat Gewicht. Sie sind effizient und strapazieren die Zeit Ihrer Gesprächspartner nicht unnötig, allerdings kann Ihre Wortkargheit auch als Ablehnung, Unfreundlichkeit oder Unkenntnis interpretiert werden. Weil Sie wenig von sich preisgeben, kann es Ihrem Gegenüber schwerfallen, Sie richtig einzuordnen und auf Sie zuzugehen. Es kann Ihnen auch passieren, dass man Sie auf den ersten Blick unterschätzt. Überwinden Sie daher Ihre Redescheu, und nutzen Sie öfter die Chance, sich und Ihre Meinung zu präsentieren. Indem Sie Ihre Gedanken offenbaren, geben Sie anderen Menschen die Chance, davon zu profitieren. Hält man Sie für kühl, signalisieren Sie Ihrem Gesprächspartner mit einem offenen Blick und einem wohlwollenden Lächeln, dass Sie bei der Sache sind, auch wenn Sie gerade nicht viel sagen. |
| C Sie sind ein netter und rücksichtsvoller Mensch, und das sollen Sie auch bleiben. In Ihrem eigenen Interesse wäre es aber besser, wenn Sie etwas mehr Sicherheit ausstrahlten, denn sonst kommen Sie zu kurz. Verzichten Sie bewusst auf den Konjunktiv (sollte, müsste, wäre). Ersetzen Sie das Wörtchen „man“ durch die Person, die Sie wirklich meinen, also „Ich“, „Sie“, „Du“, „Ihr“ usw. Verkneifen Sie sich relativierende Weichmacher wie „eigentlich“, „vielleicht“ oder ängstliche Frageanhängsel wie „oder nicht?“. Dadurch wirken Sie nicht gleich unhöflich. Denn selbst wenn Sie sich bemühen, wird (und darf) Ihnen der ein oder andere Weichmacher auch weiterhin herausrutschen. |
| D Ihre bestimmende Art vermittelt Kompetenz und Sicherheit. Sie kennen sich aus. Sie wissen, was Sie wollen. Das kann auch bei Ihrem Gesprächspartner Vertrauen erzeugen. Allerdings wirken Sie dadurch oft auch rüde, arrogant und autoritär. Andere fühlen sich in ihren Interessen bedroht. Das provoziert Widerstand und macht unbeliebt. Versuchen Sie es mit ein bisschen mehr Diplomatie. Ein „Bitte“ macht eine Anweisung weniger autoritär und erzeugt Entgegenkommen. Sogar die verpönten Weichmacher (Konjunktiv, „man“, „eigentlich“ usw.) tun Ihrer Sprache gut, weil sie Härte herausnehmen. Wenn Ihnen das zu sehr gegen Ihre Natur geht: Benutzen Sie die Ersatzformulierungen. |
| E Sie strahlen Kompetenz und Bildung aus, aber nicht jeder versteht Sie. Achten Sie darauf, mit wem Sie es zu tun haben. Verwenden Sie Fachbegriffe, Fremdwörter und Abkürzungen nur dort, wo Ihr Gegenüber die gleiche Sprache spricht – also von Anwalt zu Anwalt, von Ärztin zu Ärztin, von Techniker zu Techniker. In allen anderen Fällen sollten Sie auf diese Begriffe entweder verzichten oder sie im gleichen Atemzug allgemein verständlich erklären. Dies gilt ganz besonders im privaten Bereich. Hier macht unverständliche Fachsprache zum Langweiler und Außenseiter. |
Weitere Artikel zum Thema:
› Redefiguren: Reden in Bildern
› Negativ-Formulierungen
› Die richtige Wortwahl
› Tipps und Tricks zum Thema Sprachstil und Redefiguren
Schriftgröße 

Seite drucken Seite empfehlen
Mai
23
Heute vor
6 Jahren
In Österreich gelingt der 18-jährigen Natascha Kampusch nach acht Jahren Gefangenschaft die Flucht. Ihr Entführer begeht am selben Tag Selbstmord. [weiterlesen] »
Haben Sie Fragen, Anregungen, oder möchten uns Ihre Meinung mitteilen?
Senden Sie uns eine E-Mail. Wir antworten Ihnen so schnell wie möglich oder
rufen Sie an - ganz nach Wunsch!
Rhetorik-Newsletter
Rhetorik-Tipps und Zitate für Ihre Reden, Vorträge und Präsentationen kostenlos per E-Mail direkt auf Ihren Schreibtisch:




