Rede-Manuskript erstellen
5 schnelle Schritte zum perfekten Manuskript
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2. Sammeln Sie die wichtigsten Informationen und Bausteine
Wenn Sie Ihr Rede-Ziel und die Erwartungshaltung Ihrer Zuhörer bestimmt haben, können Sie mit dem Sammeln von Informationen beginnen.
Suchen Sie gezielt nach Faktenmaterial, Bausteinen, Zitaten und Anekdoten, die zum Ziel Ihrer Rede und zur Erwartungshaltung Ihrer Zuhörer passen. Fündig werden Sie im Suchwortregister Ihrer „BESTEN Reden von A bis Z“.
Gutes Material finden Sie außerdem in folgenden Quellen:
- Fachbücher
- Fachzeitschriften
- Lifestyle-Zeitschriften
- Tageszeitungen
- Untersuchungen/Statistiken
- Geschäftsberichte
- Projektberichte/interne Newsletter
- Mitarbeiterzeitung
- Archive/alte Dokumente/alte Zeitungsartikel
- Zitatlexika
- Comics
- interne/externe Experten
- Kollegen, Mitarbeiter, Verwandte, alte Freunde
- Internet (Suchmaschinen, Fachportale)
3. Gliedern Sie Ihren Rede-Stoff
Wenige schreiben, wie ein Architekt baut, der zuvor einen Plan entworfen und bis ins Einzelne durchdacht hat; vielmehr die meisten nur so, wie man Domino spielt.
Arthur Schopenhauer (1788- 1860), dt. Philosoph
Beispiel:
Rede anlässlich einer Beförderung (Besonderheit hier: Der Beförderte verlässt die Firmenzentrale und wird Leiter einer Niederlassung an anderem Ort/ evtl. im Ausland). Hier empfiehlt sich auf Anhieb etwa folgende Gliederung:
- Begrüßung des Publikums
- Besondere Anrede des Beförderten: „Und nun Ihnen, lieber Herr … (Beförderter) – dem eigentlichen Grund für unser Zusammentreffen –, ein besonders herzliches Willkommen!“
- Anlass der Veranstaltung: „Wir sind hier, um uns mit Ihnen zu freuen ...“
- Beruflicher Werdegang des Beförderten: „Ihre Karriere begann, als Sie ...“
- Seine Rolle als Kollege: „Ihre Kolleginnen und Kollegen lassen Sie ungern ziehen. Ich selbst habe immer wieder miterlebt, dass Teamgeist bei Ihnen großgeschrieben wird. So kann ich mich an einen Fall erinnern, der jetzt etwa ein Jahr zurückliegt: ...“
- Seine Rolle als Experte/Fachmann/Spezialist: „Sie zeichnen sich durch Fachkenntnis und Erfahrung aus, über die nur wenige verfügen. Ich nenne hier unter anderem Ihre Kenntnisse in ...“
- Persönliche Gefühle: „Ich freue mich für Sie! / Wer sollte es mehr verdient haben als Sie!“
- Zukunftsperspektiven – die neue Aufgabe: „Sie stehen jetzt vor neuen Herausforderungen. Ich bin zuversichtlich, dass Sie diese meistern werden.“
- Botschaft an die Zuhörer: „Wer die Karriere von Herrn ... (Beförderter) verfolgt, kann daraus auch Zuversicht und Ermunterung für sich selber gewinnen. Ist Herr ... (Beförderter) doch das lebendige Beispiel dafür, welche attraktiven Aufstiegschancen und Verdienstmöglichkeiten die Firma engagierten Mitarbeitern bietet.“
- Dank für bisherige Zusammenarbeit / geleistete Arbeit: „Vielen Dank für die bisherige Zusammenarbeit, die ich stets als konstruktiv empfunden habe! Wir waren nicht immer derselben Meinung. Damit kann ich leben. Sehr gut sogar. Schließlich hat ein kluger Mann einmal gesagt: ,Wenn zwei Führungskräfte immer der gleichen Meinung sind, ist einer von ihnen überflüssig!‘“
- Gute Wünsche für die Zukunft: „Viel Erfolg in Ihrer neuen Position / bei Ihrer neuen Aufgabe!“
- Händedruck (falls der Beförderte den Geschäftsbereich des Redners verlässt, zusätzlich zum Handschlag: Überreichung eines Erinnerungs- bzw. Abschiedsgeschenks).
| Hinweis: Der eigentliche Adressat sowohl einer Dienstjubiläums- wie einer Beförderungsrede ist letztlich nicht der Jubilar bzw. der Beförderte, sondern die Gesamtheit der anwesenden Mitarbeiter. Der Redner sollte deswegen diejenigen Aspekte an dem Jubilar oder Beförderten loben und hervorheben, die ihm als Chef besonders wichtig erscheinen. Damit wissen die Zuhörer –seine Mitarbeiter–, worauf ihr Chef besonderen Wert legt. |
Übersicht: Weitere bewährte Rede-Strukturen
| Rede-Struktur | Beispiel |
| Ablaufstruktur 1: | Hochzeitsrede: |
| Ablaufstruktur 2: | Richtfestrede: |
| Klassischer Fünfsatz: | Rede "Gesunde Ernährung": |
| Problemlösungsformel: | Rede "Outsourcing": |
| Pro-Kontra-Formel: | Pensionierungsrede: |
| These-Antithese-Formel: | Rede "Rauchen im Betrieb": |
4. Formulieren Sie Ihre Rede
Das Wichtigste: Schreiben Sie, wie Sie sprechen!
- Schreiben Sie so, wie Sie im Alltag sprechen. Bilden Sie einfache, kurze und klare Sätze.
- Verwenden Sie möglichst wenig Fremdwörter. Ihre Rede sollte für alle Zuhörer verständlich sein.
- Formulieren Sie bildhaft und plastisch. „Worte muss man sehen können!“, sagt die Berliner Fotografin Eva Kemlein.
- Verzichen Sie auf Floskeln.
Das A und O der Rede-Sprache: 4 Regeln
Wenn Sie das A und O der Redesprache beherrschen, haben Sie schon halb gewonnen. Hier sind die 4 goldenen Regeln für gute Reden:
Regel 1: Bauen Sie Ihre Rede Stein für Stein auf. Der Zuhörer hat keinen Überblick, wohin der Redner will. Er hat keine Gliederung und kein Konzept in der Hand. Der Hörer braucht also jemanden, der ihn durch die Rede führt. Und dabei will er nicht überfordert werden. Bauen Sie daher Ihre Rede linear auf.
Und offerieren Sie Ihren Zuhörern das, was Sie sagen wollen, nicht auf einmal, sondern stückweise, Stein für Stein.
Regel 2: Informieren Sie, ohne zu überladen Weniger ist mehr: Überschütten Sie Ihre Zuhörer nicht mit Daten, Zahlen und Fakten. Ihre Zuhörer können nur einen Teil von dem verarbeiten, was Sie sagen. Und das ist erstaunlich wenig, wie wahrnehmungspsychologische Tests ergeben haben: Etwa 1/3 der Aussagen eines Redners geht beim Publikum verloren.
Halten Sie sich daher an die Regel: Lieber weniger Information, die aber garantiert ankommt, als zu viel Information, in der das Publikum förmlich ertrinkt. Für den Erfolg Ihrer Rede ist nicht entscheidend, wie viele Informationen Sie den Zuhörern geben, sondern wie viele (und welche) Ihrer Informationen die Zuhörer aufnehmen und verarbeiten können.
Regel 3: Geben Sie Orientierung Je nachdem, wie viel das Publikum zu verdauen hat, muss Ihr Rede-Text Unterbrechungen haben. Geben Sie Gelegenheit, Gehörtes zu reflektieren und Luft zu holen. Fassen Sie immer wieder zusammen, und setzen Sie so klare Orientierungspunkte:
- Wo sind wir jetzt?
- Was hatten wir schon?
- Wie lautet das (Zwischen-)Fazit?
- Was kommt als Nächstes?
Regel 4: Sichern Sie die Verständlichkeit. Die Kernfrage: Verstehen Ihre Zuhörer, was Sie meinen? Prüfen Sie jeden Satz Ihrer Rede auf Verständlichkeit und Akzeptanzfähigkeit:
- Kurz ist besser als lang.
- Konkret ist besser als abstrakt.
- Aktiv ist besser als passiv.
- Vertrautes der eigenen Sprache ist besser als Fremdes.
- Positives ist besser als Negatives.
Vor allem die wichtigen Aussagen Ihrer Rede – das, worauf es Ihnen ankommt – sollten Sie griffig, einprägsam, kurz und zitierfähig formulieren. Streichen Sie Füllwörter: Die schleichen sich überall ein, drängen sich dazwischen und verstellen den Blick auf das Wesentliche. „Schlanke“ Sprache ist gefragt.
5. Gestalten Sie Ihr Manuskript „vortragssicher“
9 Tipps zur optischen Gestaltung Ihres Manuskripts
Bereiten Sie Ihr Manuskript so auf, dass es optimal zu handhaben und zu lesen ist:
- Die richtige Schriftgröße liegt bei 18 Punkt. So brauchen Sie sich nicht so dicht über Ihr Manuskript zu beugen, sondern können aufrecht stehen oder sitzen bleiben.
- Wählen Sie eine Ihnen vertraute, gut lesbare Schrift; schreiben Sie weder in VERSALIEN noch mit g e s p e r r t e n Lettern.
- Lassen Sie genügend Zeilenabstand (1,5-fach) – dann findet Ihr Auge während des Vortrags schneller zur richtigen Zeile.
- Drucken Sie Ihr Manuskript auf leicht gelblichem DIN-A4-Papier aus. Es reflektiert weniger als weißes Papier; der Text ist dadurch besser lesbar.
- Beschreiben Sie nur eine Seite Ihres Papiers – und hier nur die obere Hälfte. So vermeiden Sie, dass Ihr Kinn beim Lesen immer mehr auf die Brust rutscht. Zum anderen sinkt die Gefahr, dass Sie nach einem Blick ins Publikum den Faden verlieren.
- Wiederholen Sie auf jeder Seite oben die letzten 4-5 Wörter der Vorderseite. So kommen Sie beim Umblättern nicht ins Stocken.
- Lassen Sie rechts einen etwa 7 cm breiten Rand für Regieanweisungen
(z.B. lauter / leiser sprechen) und ggf. für die Planung Ihres Zeitbudgets. - Heben Sie Ihre wichtigsten Aussagen im Text durch Unterstreichungen hervor, oder markieren Sie die betreffenden Stellen mit einem Textmarker.
- Nummerieren Sie die Seiten durch (für den Fall, dass Ihnen das Manuskript zu Boden fällt).
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Mai
23
Heute vor
102 Jahren
Geburtstag von Franz Kline († 13. 5. [weiterlesen] »
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