So spielen Sie mit der 90 in Ihrer Rede
Die Neunzig
Den 90. Geburtstag zu feiern hat heute keinen Seltenheitswert mehr.Nach Angaben des Statistischen Bundesamts waren 90 und älter:
1995 rund 49.000 Männer und 171.000 Frauen,
2005 bereits 94.000 Männer und 366.000 Frauen!
Die Neunzig in der Bibel
Laut dem ersten Buch Mose, Kapitel 17, Vers 17, undKapitel 20, Vers 1 ist der Mensch mit 90 reif geworden, sich für das Sterben zu rüsten; dennoch heißt es, dass es bei Gott Ausnahmen gibt, sogar solche, die selbst die moderne Medizin der Gegenwart noch in Erstaunenversetzen: Sara, Abrahams Frau, war 91 Jahre alt, als sie Isaak zur Welt brachte!
Die Neunzig im Fußball
„Ein Spiel dauert 90 Minuten.“ Diese Fußballweisheit wird Sepp Herberger zugeschrieben, der allerdings nicht nur mit solch kernigen Sprüchen das „Wunder von Bern“ ermöglichte. Hier ein kurzer Redebaustein für einen fußballbegeisterten Jubilar:
„Die spannendsten Momente der zweiten Halbzeit kommen in der 90. Minute, wenn das Tor zum Ausgleich
fällt. Und dann gibt es eine Verlängerung.Wir freuen uns auf die Verlängerung des Freundschaftsspiels mit dir. Und wenn wir in unserem Alter auch keine Siegerpokale mehr gewinnen, so lasst uns dafür jetzt die Weinpokale heben und auf dein Wohl trinken!“
Die Neunzig im Zitat
Helmuth Graf von Moltke (1800-1891), preußischer Generalfeldmarschall,
auf die Frage nach seinen Wünschen im 91. Lebensjahr:
„Einen Baum wachsen zu sehen.“
Peter Rosegger (1843-1918), österreichischer Schriftsteller:
Allerlei muss der Mensch lernen, warum nicht auch die Kunst zu sterben? Der Kurs dauert 80 oder 90 Jahre lang.Dann kann man’s und schickt sich willig drein.
John Kendrick Bangs (1862-1922), US-amerikanischer Schriftsteller:
Obwohl der Mensch schon zu 90 % aus Wasser besteht, sind die Abstinenzler noch immer nicht zufrieden.
Enrico Caruso (1873-1921), italienischer Operntenor:
Zu einem erfolgreichen Sänger gehören ein großer Brustkorb, ein großer Mund, 90 % Gedächtnis,
10% Prozent Verstand und eine Menge harter Arbeit.
Tilla Durieux (1880-1971), deutsche Schauspielerin, die mit 91 Jahren eine Biografie mit dem Titel
„Meine ersten neunzig Jahre“ schrieb und noch Theater spielte, auf die Frage, woher sie die Kraft nehme: „Aus meinem Humor, aus meinem Kampfwillen und aus den Worten von Angelus Silesius ,Mensch, werde wesentlich!“
Frau Durieux’ fast gleichaltrige Schauspielkollegin Elsa Wagner bei der Matinee-Feier zu Durieux’ 90. Geburtstag in Berlin: „Am biblischen Alter zu stehen und noch so auf der Höhe zu sein, das soll uns mal einer nachmachen. Darauf können wir uns was einbilden – und das tun wir auch!“
Ernst Mayr (1904-2005), deutscher Evolutionsbiologe („Darwin des 20. Jahrhunderts“), Zoologie-Professor in Harvard, an seinem 90. Geburtstag:
„Fünf Bücher will ich noch schreiben.“(20 waren schon von ihm erschienen und dazu 700 wissenschaftliche Aufsätze.)
Er hat es übrigens geschafft und feierte 2004 noch seinen 100. Geburtstag, bevor er 2005 starb.
André Kostolany (1906-99), US-amerikanischer Börsenkolumnist ungarischer Herkunft, in seinem 90. Lebensjahr: Kürzlich fragte mich eine Journalistin, ob ich noch einmal
gerne 25 Jahre alt wäre. „25?“, lachte ich, „80 wäre ich gerne. Denn dann hätte ich noch zehn Jahre vor mir, um weiterzukämpfen.“
André Kostolany bei einem großen Empfang anlässlich seines 90. Geburtstags ablehnend:
„Wenn Gott sieht, wie viel Aufheben um mich auf der Erde gemacht wird, holt er mich gleich in den Himmel!“
Henry Kissinger (*1923), US-amerikanischer Politiker, 1973 Friedensnobelpreis:
"Es liegt an 90 % der Politiker, dass die anderen zehn Prozent einen schlechten Ruf haben."
Helmut Qualtinger (1928-86), österreichischer Schriftsteller, abarettist und Schauspieler:
"Für 90 % der Menschen besteht der Sinn des Lebens darin, es zu fristen."
Manfred Rommel (*1928), deutscher Politiker (CDU),1974-96 Oberbürgermeister Stuttgart:
Schon im 5. Buch Mose, Kapitel 22, Vers 8, steht geschrieben: „Wenn du ein neues Haus baust, so mache ein Geländer ringsherum auf deinem Dache, damit du nicht Blutschuld auf dein Haus ladest, wenn jemand herabfällt.“
Dem Bundesgerichtshof blieb es vorbehalten, hinzuzufügen, dass das Geländer 1,10 Meter und nicht etwa 90 Zentimeter hoch sein müsse.
Peter Gillies (*1939), deutscher Journalist:
90 % der Deutschen zahlen brav ihre Steuern. Die anderen 90 % versuchen, dies zu vermeiden.
André Heller (*1946), österreichischer Literat und Unterhaltungskünstler:
90 % der Unterhaltung sind fest in der Hand von Beruhigern, Einschläferern und Verharmlosern.
Jürgen von der Lippe (*1948), deutscher Entertainer:
90 % des Humors beruhen auf Schadenfreude.
Hermann Simon (*1947) , deutscher Betriebswirt, Unternehmensberater und Hochschullehrer:
Die besten 90 % der Belegschaft verursachen zehn Prozent des Ärgers, und die restlichen zehn Prozent verursachen die übrigen 90 % des Ärgers.
Ein Anekdotenerzähler:
Aus Anlass des 90. Geburtstags des berühmten Cellisten Pablo Casals sollte ein junger Rundfunk- Reporter den Virtuosen interviewen. Um einen besonders guten Eindruck zu machen, fuhr er sehr zeitig los und kam prompt drei Stunden zu früh bei Casals an.
Die Hausdame lud ihn höflich ins Wohnzimmer und bewirtete ihn freundlich. Sie bat jedoch um Verständnis, dass sie Casals jetzt nicht stören dürfe. Drei Stunden wartete der Reporter geduldig, während von nebenan herrliche Cello-Klänge durch die Türen klangen. Als sich Casals zum verabredeten Termin einfand, sagte der junge Reporter: „Leider war ich etwas zu früh. Doch die Zeit verging wie im Flug, weil gleich nebenan wunderbare Schallplatten-Aufnahmen von Ihnen gespielt wurden.“ – „Das waren keine Platten. Das war ich selbst. Ich habe geübt!“, lachte Casals. „Geübt?“, fragte der Reporter ungläubig. „Sie sind doch der beste Cellist der Welt. Zu welchem Zweck sollten Sie noch stundenlang üben?“ – „Nun,“ sagte der Meister, „ich möchte einfach besser werden.“
Ein Unbekannter:
Ein kluger Mann legt zehn Prozent seiner Einnahmen und 90 Prozent aller guten Ratschläge beiseite.
Ein 13-jähriger Gymnasiast:
Von allen Sachen auf der Welt ist mir das Fernsehendas Liebste. Ich bin schwer benachteiligt, weil ich nur die braven Sendungen sehen darf und nicht die harten Dinger. Ich sehe 90 % zu wenig fern.
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