So spielen Sie mit der 5 in Ihrer Rede
| Die Fünf: besonders machtvolle Zahl |
Die Fünf: besonders machtvolle Zahl
Unsere Hände haben je fünf Finger - unsere wichtigsten Werkzeuge, ob Handwerker oder Pianistin. Kein Zufall also, dass der Fünf in der Zahlensymbolik eine besondere Macht zugeschrieben wird.
Die Fünf in Mythos und Religion
- Die kreuzweise Verbindung von fünf Punkten, Drudenfuß oder Pentagramm genannt, soll vor bösen Geistern schützen.
- In der Antike galt die Fünf als Hochzeitszahl zum Schutz des jungvermählten Paares.
- In der griechischen Mythologie haben die fünf Argonauten den Auftrag, das Goldene Vlies zu suchen und zurückzuerobern.
- Die Bibel erzählt das Gleichnis von den fünf klugen und fünf törichten
Jungfrauen und berichtet von den fünf Talenten der Parabel sowie den fünf
Wunden Christi.
Fünf: so viele Finger und Sinne
Der Mensch hat nicht nur fünf Finger an jeder Hand und fünf Zehen an jedem Fuß, sondern auch fünf Sinne. Mit der Fünf gut bestückt sind auch einige geflügelte Worte:
- Etwas an fünf Fingern abzählen können.
- Alle "Fünfe" (fünf Finger) danach ausstrecken.
- Alle "Fünfe" (fünf Finger) nach etwas lecken.
- Seine fünf Sinne zusammenhalten/beisammenhaben.
- Nicht das fünfte Rad am Wagen sein.
- Fünf gerade sein lassen.
- Fünf-Minuten-Sache!
Volle Fünf - eine Einheit
Der Mensch hat mit den Fingern das Rechnen nach der Abzählmethode gelernt: "Wie viele Finger hat die Hand?" Deshalb ist die Fünf ein erstes Grundmaß: jeweils fünf werden gebündelt, zum Beispiel bei der Strichliste.
Auch auf anderen Gebieten werden Fünf von "etwas" zu einer Einheit zusammengefaßt:
- Fünfmal hundert Gramm sind ein Pfund.
- Fünfmal zehn Kilo sind ein Zentner.
Die Fünf als Fifferling
Der Fünfer war ursprünglich eine Münze mit dem Wert von fünf kleineren Münzen (Hellern, Kreuzern, Pfennigen). Ein Fünfer war also schon etwas wert. Früher waren die Geldstücke von Kleinstaat zu Kleinstaat verschieden. Aber der Fünfer zählte überall, so auch im Volksmund:
- "Das tue ich für einen Kuss und ein Fünferle" = sich aus Gefälligkeit und Freundschaft mit einem symbolischen Lohn zufriedengeben
("Das mach' ich doch für'n Appel und 'n Ei") - "Da gebe ich nicht einen Fünfer drum" - keine Bedeutung beimessen,ignorieren
("Das ist mir die Sache nicht wert", "Da werde ich mich nicht drum scheren.")
- "Der ist nicht einen Fifferling (Fünfer) wert" - er ist zu nichts nutze,
ist ein "Taugenichts" ("Der taugt für keine fünf Pfennig")
Die Fünf als Glückszahl
Früher galt die Fünf bei uns als Unglückszahl (so noch im elegisch-traurigen Volkslied "Zogen einst fünf wilde Schwäne"), bei den Chinesen jedoch schon immer als Glückszahl. Bei uns steht sie heute auch vielfach für Glück:
- "Mit fünf Mark sind Sie dabei. " (Fernsehlotterie)
- Die Fünftagewoche ist eine Errungenschaft der 60er Jahre
("Samstags gehört Vati mir.") - Im Fünfkampf kann etwas Glück zum Sieg verhelfen.
- Die fünf Weisen berichten über die Wirtschaftslage.
- Die Fünfprozentklausel bewahrt vor Splitterparteien.
- Der Fünfuhrtee macht die Briten schon seit Jahrhunderten glücklich.
- Eine Fünf in der Schule macht immer noch glücklicher als eine Sechs.
- Fünf Richtige im Lotto? Ein kleiner Glückspilz!
- Ein Quintett, gesungen oder gespielt ("ForellenquintetC von Franz Schubert) kann uns glücklich stimmen.
- Der Fünfakter ist die klassische Form des Dramas.
Henry Guy Carleton, Humorist, Journalist und Dramatiker, hatte einen Sprachfehler, über den er gelegentlich selbst Witze machte. Zum Beispiel den:
Treffe ich einen Freund, frage ich ihn: "H-H-Hast du f-f-fünfzehn M-M-Minuten Z-Z-Zeit?"
"Aber klar doch", kommt die Antwort, "was ist das Problem?"
Denkt ans fünfte Gebot: Schlagt eure Zeit nicht tot!
Erich Kästner (1899-1974), dt. Schriftsteller, 1957 Georg-Büchner-Preis
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