So spielen Sie mit der 80 in Ihrer Rede
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Die Achtzig in der Religion
Moses war 80 Jahre alt, als er mit seinem Volk auszog aus Ägypten: fort von der Sklaverei, hin ins gelobte Land (Altes Testament, Exodus 7,7).
... und im chinesischen Volksglauben
Die 80 ist das Zehnfache der chinesischen Glückszahl 8. Redevorschlag: ,,Du, liebe Mutter, sollst im achten Lebensjahrzehnt noch zehnmal mehr Glück haben. Für die Chinesen ist die Acht die Glückszahl, und warum sollte das nur für China gelten!?"
Die Achtzig in der Geschichte
... von Roman und Film ...
Der berühmte utopische Roman von Jules Verne ,,Reise um die Erde in 80 Tagen" entstand im Jahr 1873. 1956 wurde in den USA erstmals nach dieser Vorlage ein Film gedreht (mit David Niven und Shirley MacLaine in den Hauptrollen): ,,In achtzig Tagen um die Welt". Der Film erhielt zwar keine acht, aber immerhin fünf Oscars.
Weniger hektisch, aber genauso spannend, voller Überraschungen und Abenteuer könnte auch das Leben eines Achtzigjährigen verlaufen sein. Bei Ihrer Laudatio sollten Sie kurz den Inhalt von Jules Vernes Roman bzw. des Films in Erinnerung rufen: Ein Engländer wettet im Jahr 1872 mit den Mitgliedern seines Clubs um 20.000 englische Pfund, dass er es schafft, in 80 Tagen einmal um die Welt zu reisen per Zug, Heißluftballon, Rikscha, Elefant und Schiff. Nach vielen Irrungen und Wirrungen (u.a. landet er im Gefängnis) trifft er wieder in London ein. Er glaubt, seine Wette verloren zu haben. Doch die Zeitverschiebung hat ihm einen Tag mehr Zeit verschafft, sodass er auf die Minute pünktlich wieder in seinem Club ist und die Wette gewinnt.
"Liebe Gäste, unser heutiger Filmrückblick heißt
,In 80 Jahren durch die Welt'!
Der Hauptdarstellerdieses cineastischen Highlights ist heute pünktlich zur Stelle (in seinem heimatlichen Club), um mit uns zu feiern. Wenn es gestattet ist, gehe ich kurz auf einige Stationen der Reise ein.
Überspringen wir die Anfänge, beginnen wir mit dem Höhepunkt: Auf seiner Lebensreise hat sich ihm frei nach Jules Verne eine Prinzessin angeschlossen. Zwar keine indische, wie im Roman, aber eine (badische): seine Herzensdame (Ingrid)."
… und in der Automobilgeschichte
Der Ro 80 mit seinem Wankel-Motor aus dem Hause NSU war der Star der Frankfurter IAA im Herbst 1967. Geradezu futuristisch mutete der Familienwagen aus Neckarsulm damals an. Man bezeichnet ihn als „den Urahn der modernen Karosserieformen“. Allerdings vereitelte der reparaturanfällige Rotationsmotor seinen erfolgreichen Verkauf. Manche Ro-80-Besitzer zeigten großen Humor,
wenn sie den so genannten Wankelgruß austauschten, d. h. mit gestreckten Fingern anzeigten, wie oft ihr Motor schon ausgewechselt worden war. 1977 endete die Ära des Ro 80 nach 37.398 produzierten Exemplaren.
„Lieber Ulli, ich möchte jetzt nicht auf deine Karosserieformen zu sprechen kommen, sondern auf das,
was du mit Wankel und dem RO 80 gemeinsam hast: deine zukunftsweisenden Ideen! Ich erinnere nur an dein Meisterstück, als du ...“
(Beispiel aus beruflicher Laufbahn oder aus Vereins-/Verbandsmitgliedschaft bringen).
Die Achtzig im Zitat
Winston Spencer Churchill (1874-1965), britischer Premierminister,
zu dem Fotografen, der an seinem Achtzigsten Aufnahmen von ihm machte und die Hoffnung ausdrückte, ihn auch am Hundertsten fotografieren zu können:
„Warum nicht, junger Mann? Sie sehen doch eigentlich ganz gesund aus.“
Der 80-jährige Konrad Adenauer (1876-1967), als ein Reporter ihn fragte:
„Sie sehen ausgezeichnet aus, Herr Bundeskanzler. Geht es Ihnen so gut?“
„Wissen Se, junger Mann, ich bin ein ehrlicher Mensch, und wenn ich jut aussehe, dann jeht es mir auch jut!“
Der 80-jährige Adenauer, der gut ausgeruht, braun gebrannt, frisch und elastisch aus dem Schwarzwald nach Bonn zurückkehrte, zu seinem Außenminister Clemens von Brentano:
„Wollen Sie nich auch mal in Urlaub fahren, Herr von Brentano? Ich jedenfalls fühl’ mich wieder so
verjüngt, als wenn ich erst 79 wär’!“
Salvador Dalí (1904-89), spanischer surrealistischer Maler:
Viele Menschen werden deshalb nicht achtzig, weil sie zu lange versuchen, vierzig zu bleiben.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), deutscher Dichter:
"Die guten Leute wissen gar nicht, was es für Zeit und Mühe kostet, das Lesen zu lernen und von dem Gelesenen Nutzen zu haben; ich habe achtzig Jahre dazu gebraucht.“
Manfred Rommel (*1928), deutscher Politiker (CDU), 1974-96 Oberbürgermeister von Stuttgart:
Ach, man schlägt sich, man verträgt sich, /
und ganz plötzlich ist man sechzig. /
Ein Jahr ins andre schiebt sich, /
und auf einmal ist man siebzig. /
Kaum noch viel Gedanken macht sich, /
wer sich zubewegt auf achtzig. /
Schafft er’s wohl auch noch bis neunzig? /
Günstig wär’s, denn’s reumt (reimt) sich.
Françoise Sagan (1935-2004), französische Schriftstellerin:
Der ideale Mann ist der, den man auf den ersten Blick liebt. Ob er zwanzig oder achtzig ist, spielt keine Rolle, denn der ideale Mann hat kein Alter.
Was tat die Prominenz mit Achtzig?
Otto von Bismarck (1815-1898) beendete die Kleinstaaterei
auf deutschem Boden, indem er 1871 das Deutsche Reich gründete. 19 Jahre lang, bis 1890, war er der erste deutsche Regierungschef (der „eiserne Kanzler“), dann entlässt ihn Kaiser Wilhelm I. im Streit, und „der Lotse geht von Bord“.
Mit 80 Jahren, am 1. April 1895, ist er zwar schon 5 Jahre nicht mehr im Amt, doch unvergessen bei Freund und Feind. Im Berliner Reichstag wird der Antrag gestellt, ihn zu seinem Achtzigsten offiziell zu beglückwünschen. Der Antrag wird mit 163 zu 143 Stimmen knapp, aber deutlich abgelehnt. Bismarck reagiert gelassen, ebenfalls knapp und deutlich: „Ich würde keine Freunde haben, wenn ich nicht auch Feinde hätte.“
Sigmund Freud (1856-1939), der österreichische Nervenarzt und Begründer der Psychoanalyse, erfährt an seinem 80. Geburtstag 1936 eine besondere Ehrung:Thomas Mann hält die Geburtstags-Laudatio unter dem Titel „Freud und die Zukunft“. Freuds Tochter Anna, auf die Sigmund zeit seines Lebens sehr stolz ist, macht ihm das Werk „Das Ich und die Abwehrmechanismen“ zum Geschenk.
Eben diese Tochter, Anna Freud (1895-1982), österreichische Kinderpsychologin und Autorin,
erhält an ihrem 80. Geburtstag 1975 das „Ehrenzeichen für Verdienste um Österreich“. Sie ist zu dieser Zeit immer noch tätig, denn – wie die Biografen es formulierten– „die Arbeit hielt ihre Lebensgeister zusammen“.
Ihr Vater hatte 1935 geschrieben: „Was an mir noch erfreulich ist, heißt Anna. Bemerkenswert, wie viel Einfluss und Autorität sie gewonnen hat, wirklich unabhängig von mir.“
Thomas Mann (1875-1955) deutscher Dichter und Nobelpreisträger 1929,
freut sich an seinem 80. Geburtstag 1955, dass der Ost-Berliner Aufbauverlag
die erste Gesamtausgabe seiner Werke in zwölf Bänden herausgibt:
„Dies ist mein schönstes Geburtstagsgeschenk.“
Carl Zuckmayer (1896-1977) deutscher Dramatiker
(„Des Teufels General“, „Der Hauptmann von Köpenick“), wird mit 80 (1976) Ehrendoktor des US-amerikanischen Dartmouth College. Er bleibt bis zuletzt produktiv, denn, so sagt er:
„Die einzige dauerhafte Form irdischer Glückseligkeit liegt im Bewusstsein der Produktivität.“
Paul Newman, der US-amerikanische Schauspieler und Regisseur, wurde am 26.1.2005 80 Jahre alt: „Ich bin jetzt in einem Alter, in dem man Jugendsünden gestehen sollte, bevor man sie vergisst.“
Tilla Durieux (1880-1971), die große deutsche Mimin,
stand noch im hohen Alter auf der Bühne. Mit 80 bemerkte sie spitz:
„Die Dichter haben kaum jemals auch nur davon geträumt, dass einmal eine Achtzigjährige bei ihnen nach Rollenfleisch suchen würde.“
Mit 82 legte sie in dem Stück „Achtzig im Schatten“ im Berliner Hebbel-Theater „ein Tänzchen hin, dass der Applaus die Kulissen erzittern ließ“, heißt es in ihren Memoiren „Meine ersten neunzig Jahre“.
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Februar
07
Heute vor
200 Jahren
Charles Dickens, eigentlich Charles John Huffam Dickens, englischer Schriftsteller, erblickt in Landport (England) das Licht der Welt. Zu seinen Hauptwerken gehören „Oliver Twist“ (1838), „David Copperfield“ (1849/1851) und „Eine Weihnachtsgeschichte“ (1843). [weiterlesen] »
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