Anekdoten zum Thema Umwelt
Die hohe Verehrung, die unsere Vorfahren dem reinen Wasser als "Lebensquell" entgegenbrachten, ist nur noch in der verblaßten Erinnerung an Nymphen, Flußgöttinnen und -götter in vergilbten Märchen und Sagen erhalten. Kein Naturvolk hätte seine Abfälle in die eigene Trinkwasserversorgung oder in diejenige anderer geschüttet. Auf dem tückischen Verbrechen der "Brunnenvergiftung" stand die Todesstrafe.
Otmar Wassermann nähere Autorenangaben nicht feststellbar in "Wir haben keine Arche mehr", BUND 1987
Die Welt, bedacht auf platten Nutzen,/ sucht auch die Seelen auszuputzen./ Das Sumpfentwässern, Wälderroden,/ schafft einwandfreien Ackerboden/ und schon kann die Statistik prahlen,/ mit beispiellosen Fortschrittszahlen,/ doch langsam merkens auch die Deppen,/ die Seelen schwinden und versteppen,/ denn nirgends mehr so weit man sieht,/ gibt es ein Seelenschutzgebiet./ Kein Wald drin Traumes Vöglein sitzen,/ kein Bach drin Frohsinns Fischlein blitzen,/ kein Busch im Schmerz sich zu verkriechen,/ kein Blümlein Andacht rauszuriechen,/ nichts als ein ödes Feld mit Leuten,/ bestellt es restlos auszubeuten,/ drum wollt ihr nicht zugrunde gehen,/ laßt noch ein bisßchen Wildnis stehen.
Eugen Roth (1895-1976), dt. Autor lt. "Lebenssinn und Lebenswerte", Fritz Lamerdin, Sauerland-Verlag-Iserlohn
Die über hundert Blei- und Kupferschmelzer, die sich im Dezember 1463 an den Rat der Stadt Köln wandten, weil sie ihre Arbeitsplätze gefährdet sahen, waren frühe Opfer von Umweltschutzauflagen. Zwei Jahre zuvor hatte die Kölner Obrigkeit nämlich den Klagen von Anwohnern nachgegeben und die "Pannensleger" aus der Stadt gewiesen; "stank" und "schedelich ruch" - giftige metallische Dämpfe also - waren für die Bürger nicht auszuhalten gewesen.
Dirk Schümer (*1962), dt. Journalist (FAZ) in "FAZ", 26.8.92
Ohne eine erfolgreiche europäische Energiepolitik werden alle Konsequenzen des Treibhauseffekts sukzessive eintreten - nicht erst nach Ablauf der vielfach genannten Frist von 2030: Die Überflutung tiefliegender Küstengebiete, die Versalzung von Anbauflächen, Ertragsverringerungen der Landwirtschaft und Wüstenausbreitungen. Dies alles ist in Europa nicht von der Tragweite wie z.B. in vielen Südseestaaten, die es dann nicht mehr gibt.
Hubert Weinzierl (*1935), dt. Naturschützer, 1983-98 Vors. Bund für Umwelt u. Naturschutz (BUND) in "Ende der Kompromißbereitschaft", BUND 1989
Anekdoten zum Thema Unternehmen
Bei der Jahreshauptversammlung im April 1990 haben wir die Umwälzungen in Osteuropa bewundert, den Fall der Berliner Mauer und die revolutionäre Entwicklung in der Sowjetunion. Ein Name kam damals in keinem Gespräch vor: Saddam Hussein.
Kaum sechs Monate später waren die Ereignisse in Europa, die als die bedeutsamsten seit einem halben Jahrhundert bezeichnet werden, aus dem Rampenlicht verdrängt, denn die Invasion von Kuwait, der Golfkrieg und der rasche Sieg der Alliierten waren in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses getreten.
Nun, wir können nicht wissen, welche Ereignisse unsere Welt im April nächsten Jahres verändert haben werden, aber wir wissen eins: dass wir Entwicklungen schneller antizipieren müssen und schneller darauf reagieren müssen. - Doch wie machen wir das, schneller zu werden? Was hindert ein Unternehmen daran, das Tempo zu erreichen, das es braucht?
Um ein Hochleistungsflugzeug zu entwickeln, arbeiten die Ingenieure unablässig daran, Teile, die herausragen und Luftwiderstand produzieren würden, zu beseitigen oder zu glätten. Das Ergebnis ist ein klares Design, womit man rasch vorankommt und reibungslos durch die Luft gleitet.
In einem Unternehmen kommen die Luftwiderstände von den Abgrenzungen - von den Barrieren, die zwischen den Funktionen wachsen wie beispielsweise zwischen Finanzen und Marketing und Herstellung, die von der wirklichen Mission abhalten, dem Kundendienst.
Jack Welch (*1936), amerik. Topmanager, s. 1988 Präs. General Electric, "der härteste Manager der Welt" (Financial Times)
Die Tage sind vorbei, in denen ein Unternehmen eine private Angelegenheit war - wenn es jemals eine war. In einer Unternehmergesellschaft hat jeder unternehmerische Akt soziale Konsequenzen und kann öffentliches Interesse hervorrufen. Jedesmal, wenn ein Unternehmen in der Wirtschaft Mitarbeiter einstellt, etwas baut, verkauft oder kauft, handelt es für die Menschen genauso wie für sich selbst, und es muß die volle Verantwortung für sein Handeln akzeptieren.
Robert Wood Johnson, amerik. Unternehmer (Johnson & Johnson) zit. von James E. Burke, Rede "The Leverage of Goodwill", 16.11.83, lt. Robert Waterman "Die neue Suche nach Spitzenleistung", Kindler Verlag, 1994
Anekdote zum Thema Unternehmer
Als ich mein erstes Büro eingerichtet habe, begann ich erst mal damit, eine sieben Zentimeter hohe Staubschicht von Möbeln, vom Fußboden und vom Waschbecken zu entfernen. Da stand ich mit beiden hochgekrempelten Ärmeln mitten im Dreck und mußte erst mal klar Schiff machen. Wer nicht bereit ist, dies zu leisten, der scheitert meist als Unternehmer.
Norman Rentrop (*1957), dt. Verleger Radiointerview in RT 4, Reutlingen, 24.2.91
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Mai
23
Heute vor
85 Jahren
Dieter Hildebrandt, deutscher Kabarettist, Schauspieler und Autor, erblickt in Bunzlau das Licht der Welt. Bekannt wird er als Mitbegründer der Münchner Lach- und Schießgesellschaft und durch die Fernsehsendungen „Notizen aus der Provinz“ und „Scheibenwischer“, die zu langjährigen Fernseherfolgen werden. [weiterlesen] »
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