Anekdote zum Thema September
September ist die Zeit glänzender Jagdgesellschaften und Bälle. Es ist der Monat, in dem Ehen geschlossen werden und zerbrechen, in dem die Nächte lang sind und ein wenig zuviel getrunken und getanzt wird, in dem man sich verliebt, sich den Himmel auf Erden verspricht und an gebrochenem Herzen zu sterben glaubt.
Rosamunde Pilcher (*1924), brit. Schriftstellerin Klappentext ihres Bestsellers "September"
Anekdote zum Thema Sicherheit
Box-Star Muhammad Ali nahm in der ersten Klasse eines Linien-Jets Platz. Einige Minuten vor dem Start bat die Stewardess ihn, seinen Sicherheitsgurt zu schließen. "Superman braucht keinen Sicherheitsgurt", antwortete Ali. Die Stewardess zögerte einen Augenblick. Dann erwiderte sie: "Superman braucht auch kein Flugzeug." Der Boxer musste lachen und schloss seinen Sicherheitsgurt.
Anekdoten zum Thema Siebzig
Starfotograf Cecil Beaton hat die englische Königinmutter Mary zum siebzigsten Geburtstag aufgenommen. Jedes Fältchen ist retouchiert. Er bekommt die Bilder zurück: "Ich habe siebzig Jahre lang den Stürmen des Lebens getrotzt und möchte nicht den Anschein erwecken, es sei alles spurlos an mir vorübergegangen."
Generalfeldmarschall Graf Friedrich von Wrangel war bis ins hohe Alter hinein ein Frauenkenner und auch Frauenverehrer. Als er, schon über achtzig, mit einem Bekannten in Berlin spazierenging, kam ein auffallend hübsches junges Mädchen vorbei. Wrangel betrachtete die reizende Erscheinung und blickte ihr nach. Dann wandte er sich seufzend an seinen Freund: "Das ist so ein Fall, mein Lieber, bei dem man erst siebzig sein möchte."
"Die Welt in der Anekdote", Heyne Verlag, München
Anekdoten zum Thema Sitzung
Sitzung ogsetzt, highetzt,/ abghetzt, ausanandergsetzt,/ Tagesordnung festgsetzt, wieder abgsetzt,/ Kommissionen eigsetzt,/ Kommissionen bsetzt, umbsetzt, gschwätzt,/ nix gsagt, vertagt, z'letzt neu/ ogsetzt, vui san zsammakumma,/ nix is rauskumma, Sitzung umma.
Franz Josef Strauß (1915-88), dt. Politiker (CSU), 1978-88 Min.-Präs. Bayern
Habe ich ohne wichtigen Grund eine Sitzung besucht? Habe ich ohne wichtigen Grund zu einer Sitzung eingeladen? Habe ich ohne wichtigen Grund durch eine Wortmeldung eine Sitzung verlängert und somit mich und andere von der Familie ferngehalten? Lieber Gott, hilf mir meinen Mund zu halten, bis ich weiß, worüber ich rede!
Franz Hengsbach (1910-91), dt. Theologe, Bischof v. Essen
Anekdoten zum Thema Solidarität
Sie kennen vielleicht die Fabel "Das Pferd und der Esel": Das Pferd trabt unbelastet neben dem schwerste Körbe und Säcke tragenden Esel her, weigert sich aber trotz dessen Bitten, ihm etwas von seiner Last abzunehmen.
Die geteilte Last hätte keinem von ihnen große Schwierigkeiten bereitet. So aber ist sie zu schwer, und der Esel bricht zusammen. Resultat: Nun bekommt das Pferd alles,was der Esel getragen hat, und dazu noch dessen schweren Sattel obendrauf. Soweit diese Fabel.
Sie lehrt: Gute Menschen verweigern sich nicht, sondern der eine hilft dem anderen. Jeder kann einmal auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sein.
Einst kam ein Mann zum Propheten Elias. Ihn bewegte die Frage nach dem Himmel und Hölle, wollte er doch seinen Lebensweg bewusst gestalten. Da nahm ihn der Prophet bei der Hand und führte ihn durch dunkle Gassen in einen großen Saal, wo sich viele ausgemergelte Gestalten um die Feuerstelle drängten.
Dort brodelte ein einem großen Kessel eine köstlich duftende Suppe. Jeder der Leute besaß einen gusseisernen Löffel, der so lang war wie er selbst. Der Löffel war aufgrund seiner Größe zu schwer, um allein damit die Suppe zu schöpfen, und zu lang, um damit Nahrung zum Mund führen zu können. So waren die Menschen halb wahnsinnig vor Hunger und schlugen aufeinander ein vor Wut.
Da fasste Elias seinen Begleiter am Arm und sagte: 'Siehst du, das ist die Hölle!'
Sie verließen den Saal und traten bald in einen anderen. Auch hier viele Menschen. Auch hier wieder ein Kessel Suppe. Auch hier die riesigen Löffel. Aber die Menschen waren wohlgenährt, und man hörte in dem Saal nur das zufriedene Summen angeregter Unterhaltung.
Männer und Frauen hatten sich zusammengetan. Einige tauchten gemeinsam die schweren Löffel ein und fütterten die Gegenübersitzenden. Umgekehrt geschah es ebenso. Auf diese Weise wurden alle satt. Und der Prophet Elias sagte zu seinem Begleiter: 'Siehst du, das ist der Himmel!'
Nossrat Pesechkian, pers. Arzt u. Psychotherapeut
Anekdoten zum Thema Sprache
Denn man muß nicht die Buchstaben in der lateinischen Sprache fragen, wie man soll deutsch reden, sondern man muß die Mutter im Hause, die Kinder auf der Gassen, den gemeinen Mann auf dem Markt darum fragen und denselbigen auf das Maul sehen, wie sie reden, und darnach dolmetschen; so verstehen sie es denn und merken, daß man deutsch mit ihnen redet.
Martin Luther (1483-1546), dt. Reformator in "Euch stoßen, daß es krachen soll", Vom Dolmetschen
(Der Schüler) Zi-lu sprach zu Konfuzius: "Wenn Euch der Herrscher des Staates Wei die Regierung anvertraute - was würdet Ihr zuerst tun?" Der Meister antwortete: "Unbedingt die Worte richtigstellen." Darauf Zi-lu: "Damit würdet Ihr beginnen? Das ist doch abwegig. Warum eine solche Richtigstellung der Worte?"
Der Meister entgegnete: "Wie ungebildet du doch bist, Zi-lu! Der Edle ist vorsichtig und zurückhaltend, wenn es um Dinge geht, die er nicht kennt. Stimmen die Worte und Begriffe nicht, so ist die Sprache konfus. Ist die Sprache konfus, so entstehen Unordnung und Mißerfolg. Gibt es Unordnung und Mißerfolg, so geraten Anstand und gute Sitten in Verfall. Sind Anstand und gute Sitten in Frage gestellt, so gibt es keine gerechten Strafen mehr. Gibt es keine gerechten Strafen mehr, so weiß das Volk nicht, was es tun und was es lassen soll. Darum muß der Edle die Begriffe und Namen korrekt benutzen und auch richtig danach handlen können. Er geht mit seinen Worten niemals leichtfertig um."
Konfuzius (551-479 v.Chr.), chin. Philosoph, bestimmend für die Gesellschafts- u. Sozialordnung Chinas in "Gespräche", XIII,3
Öffentliche Worte werden Signale für Gewalt oder für Verständigung, für Abschottung oder Öffnung, für Hilfe oder für Vertreibung. Achten wir sehr genau auf unsere Sprache, prüfen wir uns und andere, was bei uns mitschwingt, - damit nicht indirekte Brandsätze zu direkte Brandsätzen ermuntern.
Friedrich Schorlemmer (*1944), dt. Pfarrer u. Bürgerrechtler, 1993 Friedenspreis d. Dt. Buchhandels Dankrede anläßlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 1993
Anekdoten zum Thema Staatshaushalt
Der Staatshaushalt muss ausgeglichen sein. Die öffentlichen Schulden müssen abgebaut, die Arroganz der Behörden muss gemäßigt und kontrolliert werden. Die Zahlungen an ausländische Regierungen müssen verringert werden, wenn der Staat nicht bankrott gehen soll. Die Leute sollen wieder lernen zu arbeiten, statt auf öffentliche Rechnung zu leben.
Unbekannt Das Zitat wird f ä l s c h l i c h Cicero zugeschrieben.
Vor kurzem sah und hörte ein Nachbar Gerhard Stoltenbergs, wie der Minister und zwei Kinder auf der Straße standen und die Kinder laut brüllten. "Was ist denn los mit den Jungs?" fragte der Nachbar über den Zaun. "Ja, was ist los mit den Jungs?" sagte der Finanzminister, "Ich habe drei Walnüsse zu verschenken, aber jeder von diesen Burschen möchte zwei haben! Und das Problem kommt mir irgendwie bekannt vor!"
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Mai
23
Heute vor
85 Jahren
Dieter Hildebrandt, deutscher Kabarettist, Schauspieler und Autor, erblickt in Bunzlau das Licht der Welt. Bekannt wird er als Mitbegründer der Münchner Lach- und Schießgesellschaft und durch die Fernsehsendungen „Notizen aus der Provinz“ und „Scheibenwischer“, die zu langjährigen Fernseherfolgen werden. [weiterlesen] »
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