Anekdote zum Thema Schenken
Schenke groß oder klein,/ aber immer gediegen./ Wenn die Bedachten die Gaben wiegen,/ sei dein Gewissen rein./ Schenke herzlich und frei./ Schenke dabei,/ was in dir wohnt/ an Meinung, Geschmack und Humor,/ so daß die eigene Freude zuvor/ dich reichlich belohnt./ Schenke mit Geist ohne List./ Sei eingedenk,/ daß dein Geschenk/ du selber bist. Schenke groß oder klein,/ aber immer gediegen./ Wenn die Bedachten die Gaben wiegen,/ sei dein Gewissen rein./ Schenke herzlich und frei./ Schenke dabei,/ was in dir wohnt/ an Meinung, Geschmack und Humor,/ so daß die eigene Freude zuvor/ dich reichlich belohnt./ Schenke mit Geist ohne List./ Sei eingedenk,/ daß dein Geschenk/ du selber bist.
Joachim Ringelnatz (1883-1934), eigtl. Hans Bötticher, dt. humorist. Lyriker u. Erzähler
Anekdoten zum Thema Schlagfertigkeit
Mein Bruder Klaus hatte als Student einen Ferienjob bei einem Bootsverleih angenommen. Eines schönen Tages sehe ich, wie sein Chef kommt und Klaus, der bis dahin bloß in der Sonne gedöst hat, mit einem Megafon zum Seeufer rennt. Dort ruft er aus vollem Hals durch den Lautsprecher: "Nummer einundsechzig, kommen Sie zurück! Ihre Zeit ist abgelaufen!" Er wartet ein paar Minuten, aber das Boot kommt nicht. Und noch mal schallt es über den See: "Nummer einundsechzig, sofort zurück, oder nachzahlen." Aber nach fünf Minuten ist das Boot immer noch nicht am Anleger! Sagt der Chef: "Da wirst du lange warten können, Junge. Es gibt keine Nummer einundsechzig." Klaus überlegt kurz, dann brüllt er wieder durch den Lautsprecher: "Boot Nummer neunzehn, hast du da draußen irgendwelche Probleme?"
Als Bernard Shaws Stück "Candida" in New York neu aufgeführt wurde, kabelte er der Titelheldin, der Schauspielerin Cornelia Skinner: "Ausgezeichnet, unübertrefflich." Vom Lob überwältigt, kabelte Miss Skinner zurück: "Lob unverdient." Darauf kabelte Shaw: "Ich meinte das Stück." Darauf kabelte Miss Skinner: "Ich ebenfalls."
"Das ABC des Lachens", Sigismund von Radecki, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Hamburg
Anekdote zum Thema Schönheit
Für Richard Strauß wurde in Wien eine Büste enthüllt. Der Künstler war selbst bei der Feierlichkeit zugegen. Da trat eine junge, stark dekolletierte Dame zu ihm und sagte: "Hochverehrter Meister, ich bin 500 km gereist, um an der Enthüllung Ihrer Büste teilnehmen zu können." - "Das ist mir eine außerordentliche Ehre", erwiderte Strauß; "ich würde 1000 km weit reisen, um der Enthüllung Ihrer Büste beizuwohnen."
Anekdote zum Thema Schule
Lehrer müssen im Zeitalter der Infobahn anders unterrichten. Das stimmt. Aber sie werden weiter gebraucht. Die Kinder wollen nicht einfach allein zu Hause sitzen und am Bildschirm Lernstoff in sich hineinsaugen. Sie brauchen die Gruppe, sie brauchen den menschlichen Aspekt, sie brauchen den Lehrer.
Bill Gates (*1955), amerik. Software-Unternehmer, Gründer u. Eigentümer "Microsoft" in "Wirtschaftswoche"
Anekdoten zum Thema Schwabe
Auch in Sündenfällen ist der Schwabe lakonisch, begnügt er sich mit wenig Worten. Eine Frau erzählt ihrem Mann: "Du, se saget, s' Pfunderers Aschtrid dät a Kend kriage." - "Dees isch ihr Sach!" - "Se saget aber, dees Kend sei von dir." - "Dees isch mei Sach!" - "Wenn dees wohr isch, gang e en de Necker." - "Dees isch dei Sach!"
Thaddäus Troll (1914-80), dt. Autor
Fast jeder, der früher einen Krieg zu führen gedachte und überlegte, gegen wen, sagte: "Warum nicht gegen die Schwaben?" Die Schwaben hatten immer etwas gespart, und das konnte der Sieger dann mitnehmen. Dadurch wurde unsere Wirtschaft immer wieder angekurbelt, das war jedesmal eine neue Herausforderung für den schwäbischen Geist, neues Geld zu verdienen.
Manfred Rommel (*1928), dt. Politiker (CDU), 1974-96 Oberbürgermeister Stuttgart
Anekdote zum Thema Schweiz
Sie brauchen für einen Urlaub in der Schweiz weder einen Sprachkurs noch ein Wörterbuch. Vertrautheit mit dem Wechselkurs und dem Scheckbuch genügt. Übrigens gibt es in unserem Land ein Einmaleins für den Umgang mit Touristen. Letzteres beginnt mit der Gleichung: Ein mal eins macht drei fünfzig.
Raymond Broger, Schweiz
Anekdoten zum Thema Sechzig
Ein Wiener Kavalier begrüßt Pauline Metternich und fragt nach ihrem Wohlbefinden. "Wie's aan halt geht, wammer sechzig is", antwortet die einst in ganz Europa berühmte Schönheit. "Aber gen S', Frau Gräfin!" widerspricht der Geübte. "Is doch ka Alter!" Die Paulin zuckt die Schultern: "Für a Kathedraln ist nix, aber für a Frau'nzimmer is schon ganz anständig."
"Die Zeit", 26.3.93
Es gibt gewisse Dinge, die einem das Altern sehr angenehm machen. Ich will gar nicht verkennen, wieviel es ausmacht, wenn ich in meinem hohen Alter meinen Schülern zum sechzigsten Geburtstag gratulieren kann. Da brauche ich mir gar nichts einfallen zu lassen. Daß es mich noch gibt, genügt schon, daß sie sich sagen: Ach so, das Leben ist ja noch gar nicht zu Ende mit sechzig. Daran erinnert man dann. Man spielt den Heranwachsenden, den Jüngeren, Zukunft zu.
Hans-Georg Gadamer (*1900), dt. Philosoph
Anekdote zum Thema Selbstständigkeit
Wenn man sich selbständig machen will, dann ist dies nicht in erster Linie eine Sache, um schnell reich zu werden. Wer aber seine eigene Ideen realisieren will, wer seine eigene Vorstellungen durchsetzen möchte, der findet ideale Antworten. Nur, er muß dafür auch bereit sein, einiges zu geben. Die durchschnittliche Arbeitszeit von selbständigen Unternehmern ist 55,7 Stunden pro Woche. Vor blinder Euphorie warnen wir.
Norman Rentrop (*1957), dt. Verleger Radiointerview in RT 4, Reutlingen
» zum Seitenanfang
Schriftgröße 

Seite drucken Seite empfehlen
Mai
23
Heute vor
6 Jahren
In Österreich gelingt der 18-jährigen Natascha Kampusch nach acht Jahren Gefangenschaft die Flucht. Ihr Entführer begeht am selben Tag Selbstmord. [weiterlesen] »
Haben Sie Fragen, Anregungen, oder möchten uns Ihre Meinung mitteilen?
Senden Sie uns eine E-Mail. Wir antworten Ihnen so schnell wie möglich oder
rufen Sie an - ganz nach Wunsch!
Rhetorik-Newsletter
Rhetorik-Tipps und Zitate für Ihre Reden, Vorträge und Präsentationen kostenlos per E-Mail direkt auf Ihren Schreibtisch:




