Anekdote zum Thema PR
Wenn ein junger Mann ein Mädchen kennengelernt hat und ihr sagt, was für ein großartiger Kerl er ist, so ist das Reklame. Wenn er ihr sagt, wie reizend sie aussieht, so ist das Werbung. Aber wenn das Mädchen sich für ihn entscheidet, weil sie von anderen gehört hat, was für ein feiner Kerl er wäre, dann ist das Public Relations.
Alwin Münchmeyer (1908-90), dt. Kaufmann u. Bankier
Anekdote zum Thema Präsident
Die sowjetische Polizei ist angewiesen, jedem Temposünder einen Strafzettel zu verpassen, wer es auch sei. Eines Tages verlässt Gorbatschow spät abends den Kreml, eilt zu seinem Wagen und sagt dem Fahrer, er werde selber fahren, um Zeit zu sparen.
Also setzt sich der Fahrer nach hinten auf den Rücksitz, und Gorbatschow fegt mit quitschenden Reifen aus dem Kreml, geradewegs an zwei verdutzten Cops vorbei. Einer der beiden nimmt mit seinem Motorrad sofort die Verfolgung auf, kehrt aber schon kurze Zeit später zurück.
"Na, dem hast du aber ordentlich was aufgebrummt?" fragt der Kollege. "Nein," sagt der Cop. "Ja, wer in aller Welt war denn das?" fragt der Kollege. "Weiss nicht," antwortet der, "aber sein Fahrer war Gorbatschow!"
Anekdote zum Thema Preis
Es ist unklug, viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zuwenig zu bezahlen. Wenn Sie zuviel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zuwenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann. Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten.
John Ruskin (1819-1900), engl. Schriftsteller, Kunstkritiker u. Sozialphilosoph
Anekdote zum Thema Presse
B.T. (Berliner Telegraph) hatte die Frechheit und Unflätigkeit, meiner Mutter die abscheulichsten Sachen nachzusagen. Ich habe Plessen und Löwenfeld mit Revolver und Degen auf das Redaktionsbüro geschickt und den Redakteur zum Widerruf gezwungen. Ew. Exzellenz überlasse ich, das Schweinepack von Zeitungspiraten durch die Presse gebührend zu brandmarken.
Wilhelm II. (1859-1941), dt. Kaiser Telegramm an Reichskanzler Fürst von Bülow, 8.3.1891 lt. "Denkwürdigkeiten", Ullstein, Berlin, 1930
Anekdote zum Thema Probe
Ein König stellte für einen wichtigen Posten den Hofstaat auf die Probe. Kräftige und weise Männer umstanden ihn in großer Menge. "Ihr weisen Männer", sprach der König, "ich habe ein Problem zu lösen." Er führte die Anwesenden zu einem riesengroßen Türschloss, so groß, wie es keiner je gesehen hatte.
Der König erklärte: "Hier seht ihr das größte und schwerste Schloss, das es in meinem Reich je gab. Wer von euch ist in der Lage, das Schloss zu öffnen?" Ein Teil der Höflinge schüttelte nur verneinend den Kopf. Einige, die zu den Weisen zählten, schauten sich das Schloß näher an, gaben aber zu, sie könnten es nicht schaffen.
Als die Weisen dies gesagt hatten, war sich auch der Rest des Hofstaates einig, dieses Problem sei zu schwer, als dass sie es lösen könnten. Nur ein Wesir ging an das Schloss heran. Er untersuchte es mit Blicken und Fingern, versuchte, es auf die verschiedensten Weisen zu bewegen und zog schließlich mit einem Ruck daran.
Und siehe, das Schloss öffnete sich. Das Schloss war nur angelehnt gewesen, nicht ganz zugeschnappt, und es bedurfte nichts weiter als des Mutes und der Bereitschaft, dies zu begreifen und beherzt zu handeln. Der König sprach: "Du wirst die Stelle am Hof erhalten, denn du verlässt dich nicht nur auf das, was du siehst oder was du hörst, sondern setzt selber deine eigenen Kräfte ein und wagst eine Probe.
Anekdote zum Thema Problem
Meine Damen und Herren, kürzlich kam ein Passagierflugzeug in Kalamitäten: Einer der Motoren hatte Feuer gefangen. Der Kapitän nahm das Mikrofon und versicherte mit ruhiger Stimme, das Feuer werde bald unter Kontrolle sein und das Flugzeug könnte mit drei Motoren genauso gut fliegen wie mit vier. Tatsächlich, das Feuer war schnell gelöscht, und das Flugzeug blieb auf Kurs.
Unglücklicherweise brach bald danach Feuer im zweiten Motor aus. Erneut nahm der Pilot das Mikrofon, beruhigte die Passagiere, dass zwei Motoren immer noch völlig ausreichend seien, und wieder hatte er recht. Doch dann fiel plötzlich der dritte Motor aus... Absolute Stille im Lautsprecher-System... Nach einer Weile erschien der Kapitän in der Cockpit-Tür mit einem Fallschirm auf dem Rücken.
Kurz bevor er den Notausgang öffnete, wandte er sich beruhigend an die Passagiere: "Kein Grund zur Panik, meine Damen und Herren!" sagte er. "Ich werde Hilfe holen!" Und sprang. Dieses Drama, meine Freunde, hat eine Moral. Hilfe ist keine Hilfe, solange sie nicht hilft. Seit Jahren laborieren die ...(z.B. Bürokraten in Brüssel) an den Symtomen herum. Aber der kranken ... (z.B. Werftindustrie, Stahlindustrie, Landwirtschaft) hilft das rein gar nichts. Im Gegenteil, jetzt droht auch noch die letzte Maschine auszufallen.
Anekdoten zum Thema Prognose
Der Ex-Beatle John Lennon war der wohl erfolgreichste Songwriter der 60er und 70er Jahre. Aufgewachsen ist er bei seiner Tante. Nachdem er berühmt, erfolgreich und reich geworden war, schenkte er ihr eine goldene Plakette. Darauf standen die Worte eingraviert, die er in seiner Jugend immer wieder von ihr zu hören bekommen hatte: "Vom Gitarrespielen, mein Junge, kannst du nicht leben!"
Mitte des 19. Jahrhunderts belegten amerikanische Hochrechnungen, die Straßen von New York würden spätestens 1910 meterhoch mit Pferdemist bedeckt und damit unpassierbar sein. Dies klingt etwas seltsam für unsere Ohren, aber es entsprach der Wahrscheinlichkeits-Rechnung - und es war nach damaligen wissenschaftlichen Erkenntnissen durchaus glaubwürdig.
Wie werden wir Unternehmensberater eigentlich gesehen? Was erwartet der Kunde von einem Berater? Nun, er erhofft sich seherische Fähigkeiten. Und dann? Denken wir an Kassandra. Sie sieht jedes Unglück voraus. Die Götter haben ihr die Gabe des Hellsehens verliehen. Aber sie haben ihr zugleich das Los aufgebürdet, dass sie immer recht behält, d.h. dass unausweichlich das, was sie voraussieht, auch eintrifft. Nie lässt sich einer, dem sie sein Unglück prophezeit, von ihr zur Umkehr bewegen. Tragisch, nicht wahr?
Die Gegenfigur zu Kassandra findet sich im alttestamentarischen Buch Jonas. Jona erhält von Gott den Auftrag, Ninive zu bekehren, sonst drohe der Stadt ein göttliches Strafgericht. Er aber will nicht und flieht aufs Meer. Umsonst! Ein Wal verschluckt ihn und spuckt ihn wieder an Land. Jetzt endlich kommt Jona seinem Auftrag nach, geht nach Ninive und prophezeit: "Noch vierzig Tage, und die Stadt wird ein einziger Trümmerhaufen sein."
Die Bürger von Ninive - o Wunder! - gehen in sich und tun Buße. Mit dem Ergebnis: Nichts passiert. Ninive geht nicht unter. Die Beratung hat Wirkung gezeigt. Jonas allerdings hätte leicht als Scharlatan abgetan werden können; denn das, was er prophezeit hat, ist ja nicht eingetreten. Die Bürger von Ninive aber sind zufrieden. Nur Jonas ist stocksauer und hadert mit Gott. Er hätte Ninive lieber untergehen sehen. Nach dem Motto: "Buße hin, Buße her: Strafe muß sein."
Anekdote zum Thema Propaganda
Da wir uns miteinander nur durch das Wort zu verständigen vermögen, verrät, wer es fälscht, die menschliche Gemeinschaft. Es ist das einzige Mittel, durch das wir unsern Willen und unsere Gedanken austauschen, es ist der Mittler unserer Seele. Wenn wir es verlieren, so haben wir keinen Zusammenhang und keine Kenntnis mehr voneinander. Wenn es uns betrügt, so zerstört es allen unseren Umgang und zerreißt alle Bande unserer Gesellschaft.
Michel de Montaigne (1533-92), frz. Schriftsteller, Essayist u. Philosoph lt. FAZ, 12.9.92
Anekdote zum Thema Psychiatrie
Ein Mann betrat eine Bar und bestellte einen Drink. Er stürzte ihn hinunter und aß zur Verwunderung des Barmanns auch das Glas, nicht aber den Stiel. Dann bestellte er einen zweiten Drink, schluckte ihn, aß das Glas und ließ den Stiel übrig. Der Barmann zog daraufhin einen Psychiater zu Rate, ob er nicht auch glaube, daß es sich um einen Verrückten handle. "Muss wohl", erwiderte der, "der Stiel ist doch das Beste."
P.R. Engerle, Kanada nähere Autorenangaben nicht feststellbar in "Das Beste"
Anekdote zum Thema Psychologie
Ein Psychologiestudent fragte einen berühmten Rabbi um die Erlaubnis, an einer Beratung teilnehmen zu dürfen, um die Technik des weisen Mannes kennenzulernen. Als erstes kamen zwei Eheleute, die Rat suchten, um ihre kriselnde Ehe zu retten. Der Rabbi bat die Frau in sein Büro. Sie klagte ihm ihr Leid und schmimpfte über ihren Mann wegen all seiner ehelichen Verfehlungen. Der Rabbi hörte sich alles schweigend an, und als die Frau fertig war, sagte er zu ihr: "Sie haben Recht!"
Mit zufriedener Miene verließ ihn die Frau. Dann kam der Ehemann. Auch er führte zahlreiche Belastungen an und beklagte seine Frau vieler Verfehlungen. Der Rabbi hörte sich alles schweigend an und sagte dann zu dem Mann: "Sie haben Recht!" Und mit zufriedener Miene verließ ihn der Mann.
Der Rabbi wandte sich an den Studenten und sagte: "Sehen Sie jetzt, wie es gemacht wird?" "Ja," sagte der Student, "aber ich verstehe eines nicht: Es können doch nicht beide Recht haben!" "Sie haben Recht," sagte der Rabbi. (Also, meine Damen und Herren, wenn einige meiner Ratschläge von den Ratschlägen meines Vorredners abweichen - kann sein, dass wir beide recht haben.)
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Mai
23
Heute vor
84 Jahren
Rekord: Opels Raketenauto fährt 220 km/h. [weiterlesen] »
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