Anekdoten zum Thema Parlament
Die Kammer wird täglich langweiliger; gestern dauerte die Sitzung bis halb 6, bei kärglichem Lampenschein, und der unglückselige Wen(t)zel schwatzte stundenlang ohne Unterbrechung...Ich begreife nicht, daß sich noch immer Leute finden, die ganz artig von Anfang bis zu Ende auf den Tribünen sitzen und zuhören, wie erwachsne Menschen sich kindlich über Lappalien streiten, die im nächsten Sommer vergessen sein werden.
Otto von Bismarck (1815-98), preuß.-dt. Staatsmann, Gründer d. Dt. Reiches u. 1871-90 dessen erster Kanzler in "Briefe", 1849
In einer Stadt Altgriechenlands soll es üblich gewesen sein, dass derjenige, der ein neues Gesetz einbringen wollte, sich mit einem Strick um den Hals vor der Volksversammlung auf einen Tisch stellen musste. Er begründete die Notwendigkeit des Gesetzes. Fand es Beifall, wurde der Strick weggenommen, fiel es durch, wurde der Tisch weggenommen.
Anekdote zum Thema Pension
"Was machen Sie in Zukunft?" hat einmal ein junger Reporter den alten Eisenhower gefragt, als er in Pension ging. Darauf Eisenhower: "Ach, junger Mann, nur keine Hektik! Ich werde erst einmal einen Schaukelstuhl auf die Veranda stellen. Darin werde ich sechs Monate lang ruhig sitzen. Und dann werde ich ganz langsam anfangen zu schaukeln."
"Was machen Sie in Zukunft?" hat einmal ein junger Reporter den alten Eisenhower gefragt, als er in Pension ging. Darauf Eisenhower: "Ach, junger Mann, nur keine Hektik! Ich werde erst einmal einen Schaukelstuhl auf die Veranda stellen. Darin werde ich sechs Monate lang ruhig sitzen. Und dann werde ich ganz langsam anfangen zu schaukeln."
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Anekdoten zum Thema Perfektion
'Manche mögen's heiß' (Some like it hot) - der berühmte Film von Billy Wilder ist eine turbulente Verwechslungskomödie, in der Männer in Frauenkleidern für heillose Verwirrung sorgen. Sie erinnern sich: Jack Lemmon verwandelt sich in die schöne Daphne, die prompt das Herz des millionenschweren Osgood Fielding bricht. Als alles nichts mehr hilft, um den Verliebten zu bremsen, reißt Daphne, alias Jack Lemmon, sich die Perücke vom Kopf und schleudert ihm die Wahrheit entgegen: 'Ich bin ein Mann!' Darauf Osgood, grinsend und völlig unbeeindruckt: 'Nobody is perfekt'...
Ein Kunstfreund, zu Besuch bei Michelangelo, beobachtet den Maler, der letzte Hand an eines seiner Bilder legt. "Alles, was du änderst, sind ja nur Kleinigkeiten", stellt er schließlich fest. "Gewiss, es sind immer die Kleinigkeiten, die zur Vollendung führen - und VOLLENDUNG, das wirst du mir sicher zugestehen, ist ihrerseits bestimmt keine Kleinigkeit!"
Aus Anlass des 90. Geburtstages des berühmten Cellisten Pablo Casals sollte ein junger Rundfunk-Reporter den Virtuosen interviewen. Um einen besonders guten Eindruck zu machen, fuhr er sehr zeitig los und kam prompt drei Stunden zu früh bei Casals an. Die Hausdame lud ihn höflich ins Wohnzimmer und bewirtete ihn freundlich. Sie bat jedoch um Verständnis, dass sie Casals jetzt nicht stören dürfe. Drei Stunden wartete der Reporter geduldig, während von nebenan herrliche Cello-Klänge durch die Türen klangen.
Als sich Casals zum verabredeten Termin einfand, sagte der junge Reporter: "Leider war ich etwas verfrüht. Doch die Zeit verging wie im Flug, weil gleich nebenan wunderbare Schallpatten-Aufnahmen von Ihnen gespielt wurden." - "Das waren keine Platten. Das war ich selber. Ich habe geübt!" lachte Casals. "Geübt?" fragte der Reporter ungläubig. "Sie sind doch der beste Cellist der Welt. Zu welchem Zweck sollten Sie noch stundenlang üben?" - "Nun", sagte der Meister, "ich möchte einfach besser werden!"
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Anekdote zum Thema Phantasie
Die Gesellschaft möchte, daß die Menschen auf festen Schienen fahren. Dann weiß man, wo sie in einer Stunde ankommen. Dies ist berechenbarer, als wenn sie zu Fuß gehen. Ein Drama, wenn sie auf halber Strecke einen Weg in den Wald einschlagen: Wo kommen wir dahin? Wo bleibt unsere Effizienz? Wo bleibt unsere Vormachtstellung auf dem Weltmarkt?
Hans-Peter Dürr (*1929), dt. Physiker, 1987 Alternat. Nobelpr. in FAZ, 15.11.91
Anekdote zum Thema Physiker
1902 gab ein arbeitsloser, 23jähriger Physiklehrer unter der Rubrik "Vermischtes" im "Berner Stadtanzeiger" eine Annoce auf, in der er Privatstunden anbot - "Probestunden gratis". Drei Jahre später veröffentlichte er seine ersten Abhandlungen zur speziellen Relativitätstheorie und war bald einer der berühmtesten Wissenschaftler seiner Zeit - sein Name: Albert Einstein.
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Anekdoten zum Thema Plan
Die sechs Phasen der Planung: 1. Begeisterung 2. Verwirrung 3. Ernüchterung 4. Suche nach dem Schuldigen 5. Bestrafung der Unschuldigen 6. Auszeichnung der Nichtbeteiligten
Vor langen Zeiten lebte in Japan ein Mann, der freute sich auf eine wichtige Reise. Er wollte in einen entfernten Schintotempel beten gehen. Die ganze Nacht fieberte er der Abreise entgegen. Gleich mit dem ersten Hahnenschrei sprang er aus dem Bett, packte das Tuch mit den gebackenen Reisbällen, wickelte die Gamaschen um sein Bein und wollte gerade losziehen, als seine Frau ihm nachrief: "Aber, mein lieber Mann, du hast ja nur eine Gamasche an. Die andere hast du um den Pfeiler der Veranda gewickelt!"
Er aber scherte sich nicht drum und machte sich eilig auf den Weg, kam auch glücklich an, betete zu seiner Gottheit und wollte, als er mit allem fertig war, frühstücken gehen. Er kehrte in das Gasthaus im Tempelhof ein, doch erschrak er sehr, als er das Geldsäckchen öffnete; es enthielt nur einige kleine Münzen: das Opfergeld. Er hatte aus Versehen das falsche Säckchen mit dem Reisegeld in den Opferstock geworfen! Mißmutig schlich er sich hinaus und wollte wenigstens die Reisbällchen essen.
Aber als er das Einschlagtuch öffnete, stellte er fest: da war nur Stroh drin. Er hatte aus Versehen das Kissen mitgenommen, als er so hastig aus dem Bett sprang! Wütend kehrte er in sein Dorf zurück. Am Ufer des Flusses erkannte er seine Frau beim Wäschewaschen. "Du dummes Weib", entfuhr es ihm, "hättest du nicht besser für mich sorgen können!?" In dem Augenblick erkannte er: das war gar nicht seine Frau.
Aus Japan
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Anekdote zum Thema Politik
Es ist unmöglich, alles so schnell zu tun, wie es die Menschen vielleicht wünschen. Dies ruft, was verständlich ist, eine gewisse Unzufriedenheit und Ungeduld hervor, und dies eröffnet natürlich Raum für Demagogen, die einfache und schnelle Lösungen anbieten, wie auch für Leute, die nach einer Regierung der strengen Hand rufen.
Václav Havel (*1936), tschech. Schriftsteller, s. 1989 Staatspräs., 1989 Friedenspr. d. Dt. Buchhandels
Anekdoten zum Thema positives Denken
Zu einem alten chinesischen Weisen kam einst ein Fremder, um sich in dessen Stadt niederzulassen. Der Fremde fragte ihn: "Was für Leute wohnen bei euch?" - "Was für Menschen wohnen denn in deiner Heimatstadt?" fragte der Weise zurück. - "Lauter unfreundliche und egoistische Leute!" sagte der Fremde. - "Genau die gleiche üble Sorte wohnt auch hier!" bestätigte der Weise. Bald kam ein anderer mit derselben Frage. Auch ihn fragte der Weise "Was für Menschen wohnen denn da, wo du bisher gewohnt hast?" Der Fremde erwiderte: "Ich ziehe ungern weg. Dort wohnen so liebenswerte Leute!" Da beruhigte ihn der Weise: "Solch wunderbare Menschen warten auch hier auf dich!"
Ein kleiner Junge wird beim Einsteigen in den Bus heftig angerempelt. "Kannste nicht aufpassen!", sagt er. Als Antwort bekommt er noch eins aufs Auge. Auf dem Spielplatz schubst ihn einer von der Schaukel. Als er wieder aufsteht, wackeln ihm die Knie und zwei Zähne sind locker. Später beim Fußballspielen fällt er über ein gestrecktes Bein und bricht sich das Handgelenk. Im Krankenhaus bemerkt der Vater, dass sein Sohn ein Fünfmarkstück in der Hand hat. "Das habe ich gefunden als ich von der Krankentrage gefallen bin", erklärt der kleine Junge. "Das ist das erste Fünfmarkstück, das ich im Leben gefunden habe. Heute ist bestimmt mein Glückstag!"
Eines Tages besucht ein Hund den Tempel der tausend Spiegel. Er steigt die hohen Stufen hinauf, betritt den Tempel, schaut in die tausend Spiegel, sieht tausend Hunde, bekommt Angst und knurrt. Mit gekniffenem Schwanz verläßt er den Tempel in dem Bewußtsein: die Welt ist voller böser Hunde. Kurze Zeit später kommt ein anderer Hund in den gleichen Tempel. Auch er steigt die Stufen empor, geht durch die Tür und betritt den Tempel der tausend Spiegel. Er sieht in den Spiegeln tausend andere Hunde, freut sich darüber und wedelt mit dem Schwanz. Tausend Hunde freuen sich mit ihm und wedeln zurück. Dieser Hund verläßt den Tempel in dem Bewußtsein: Die Welt ist voller freundlicher Hunde.
Aus Indien
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Mai
23
Heute vor
85 Jahren
Dieter Hildebrandt, deutscher Kabarettist, Schauspieler und Autor, erblickt in Bunzlau das Licht der Welt. Bekannt wird er als Mitbegründer der Münchner Lach- und Schießgesellschaft und durch die Fernsehsendungen „Notizen aus der Provinz“ und „Scheibenwischer“, die zu langjährigen Fernseherfolgen werden. [weiterlesen] »
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