Anekdote zum Thema Mai
Wie herrlich leuchtet/ Mir die Natur!/ Wie glänzt die Sonne!/ Wie lacht die Flur! Es dringen Blüten/ aus jedem Zweig/ Und tausend Stimmen/ Aus dem Gesträuch. Und Freud und Wonne/ Aus jeder Brust./ O Erd', o Sonne,/ O Glück, o Lust. O Lieb', o Liebe,/ So golden schön/ Wie Morgenwolken/ Auf jenen Höhn, Du segnest herrlich/ Das frische Feld -/ Im Blütendampfe/ Die volle Welt! O Mädchen, Mädchen,/ Wie lieb' ich dich!/ Wie blinkt dein Auge,/ Wie liebst du mich! So liebt die Lerche/ Gesang und Luft,/ Und Morgenblumen/ Den Himmelsduft, Wie ich dich liebe/ Mit warmen Blut,/ Die du mir Jugend/ Und Freud' und Mut Zu neuen Liedern/ Und Tänzen gibst./ Sei ewig glücklich,/ Wie du mich liebst.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), dt. Dichter "Maifest" lt. "Mit Goethe durch den Garten", Claudia Schmölders
Anekdote zum Thema Malerei
Zu Adolph Menzels (1815-19005) sechzigstem Geburtstag wurde im Hotel ein feierliches Abendessen gegeben. Der Kaiser hatte angeordnet, daß der berühmte Maler in einer Hofkutsche zum Essen gefahren werden sollte. Alles war versammelt, nur Menzel kam nicht. Bald machte sich eine Abordnung auf den Weg, den Jubilar zu holen. Menzel war gerade dabei, die Hofkutsche mit den Rappen zu zeichnen und begründete sein Handeln so: "Menschen, die Reden halten, kann ich so oft sehen, wie ich will. Solche Pferde aber nicht."
"Die schönsten Anekdoten", Roland W. Fink-Henseler (Hg.), 1991
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Anekdote zum Thema Management
Ist eine Firma gezwungen, Mitarbeiter zu entlassen, und/oder schreibt sie rote Zahlen, steht es der Firmenleitung gut an, den Gürtel enger zu schnallen und Zeichen zu setzen. Das gilt auch für Politiker, meinte schon Lykurg, der sagenumwobene Gesetzgeber Spartas.
Er verriegelte als erstes den für die achtundzwanzig Herren des Ältestenrats reservierten Versammlungsraum: Seine Berater und er versammelten sich fortan zu ihren Sitzungen bei Wind und Wetter im Freien. Zum zweiten verriegelte er den Speisesaal des Ältestenrats; das hieß Abschied vom Vorstandskasino und Essen mit dem einfachen Volk.
Der Effekt: Die harten Zeiten waren plötzlich auch für die Führungsspitze spürbar. "So unpopulär diese Entscheidung für die Betroffenen auch gewesen sein mag: Die Botschaft, die eine solche Maßnahme vermittelt, ist viel wichtiger als ein paar beleidigte Mienen," urteilt John K. Clemens, Dozent für klassische Philologie im Fachbereich Management am Hartwick College in Oneonta, New York.
Anekdoten zum Thema Manager
Letzten Endes ist Management ein Kodex von Wertvorstellungen und Urteilsvermögen. Und deshalb muß man allerletzten Endes sich selber treu bleiben. Was mich zur besten Managementregel führt: Wähle einen Stil, bei dem du dich wohl fühlst, und bleibe dabei. Du kannst dir Vorbilder nehmen, aber versuch bloß nicht, ein anderer zu sein als der, der du bist. Sei du selber, bleib natürlich, und, verflixt noch mal, lächle auch hin und wieder!
Warren Avis, amerik. Topmanager, Gründer Avis Rent-A-Car in "Mein Weg nach oben", Haufe, Freiburg i.Br., 1986
Die Managertätigkeit wird von Murphys Gesetz beherrscht: "Wenn etwas schiefgehen kann, geht es auch schief." In der Management-Hierarchie heißt das: Je höher man die Leiter erklimmt, desto mehr Fehler kann man sich erlauben. Wenn schließlich nur noch Fehler gemacht werden, nennt man das Führungsstil. Mit anderen Worten: Wo ein Top-Manager auftaucht, klappt nichts - aber er taucht zum Glück nicht überall auf..
Manager, die nur innerhalb des Leistungssystems denken, sind nicht mehr in der Lage, sich selbst, ihre Mitmenschen und ihre Umwelt jenseits ihrer Funktion zu sehen. Sie reden mit Kollegen nur, um ein funktionales Ziel zu erreichen, nicht, weil ihnen an Menschen gelegen ist. Sie sehen ihre Umgebung als ausbeutbaren Rohstoff und nicht als Erlebniswelt.
Rupert Lay (*1929), dt. Theologe, Philosoph, Rhetorik- u. Hochschullehrer (1997 emeritiert) in "Wirtschaftswoche", 21.12.90
Anekdote zum Thema Marke
Würden Sie ein Getränk kaufen, das 'Mist' heißt? Die Konkurrenzfähigkeit der irischen Whisky-Marke 'Irischer Nebel' ('Irish Mist') auf dem deutschsprachigen Markt ist nicht besonders hoch anzusetzen. Das gleiche gilt für 'Persil' in Frankreich. 'Persil' bedeutet im Französischen nichts anderes als 'Petersilie'. Und welche französische Hausfrau wäscht schon gern ihre Weißwäsche mit Grünzeug? Europäischer Binnenmarkt heißt also auch: Wir müssen den Markennamen mehr Aufmerksamkeit widmen.
Anekdote zum Thema Marketing
Ein Coca-Cola-Top-Manager bittet um eine Privataudienz beim Papst und fragt, noch während er sich hinsetzt: "Heiliger Vater, wäre es nicht möglich, die Vater-unser-Bitte 'Unser täglich Brot...' gegen 'Unser täglich Coke gib uns heute...' auszutauschen?" Der Heilige Vater ist total perplex und läßt den Cola-Manager sofort vor die Türe setzen.
Bevor der Manager zu seinem Wagen zurückgeht, dreht er noch einmal kurz den Kopf und sagt ein wenig vorwurfsvoll: "Wir hätten es ja nicht umsonst verlangt! Zwanzig Milliarden -die ersten zwei Jahre." - Der Amerikaner ist noch nicht ganz im Auto, als der Papst schon zum Telefon hastet und aufgeregt in den Hörer ruft: "Schnell, schnell, unsere PR-Abteilung! - Sagen Sie, wie lange läuft noch der Vertrag mit der Bäcker-Innung?
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Anekdote zum Thema Markt
Der Markt führt nicht in allen Bereichen zu den richtigen Entwicklungen. Er ist unfähig, die Trasse einer Schnellbahn-Verbindung zu bestimmen. Er kümmert sich nicht um die soziale Gerechtigkeit. Er ignoriert das Recht auf Kultur, Bildung und Erziehung. Die Ausgeschlossenen sind ihm gleichgültig.
Jacques Attali (*1943), Berater des frz. Staatspräsidenten, Präsident Europäische Bank f. Wiederaufbau u. Entwicklung
Anekdote zum Thema Maß
Der Meister zeigt sich in der Beschränkung. Friedrich Torbergs "Tante Jolesch" wußte dies: Wenn sie sich entschloß, ihre berühmten Krautfleckerln zu machen, reiste die Sippe aus allen Himmelsrichtungen der k.u.k.-Monarchie an -"und ein Genuß war's jedesmal aufs Neue, ein noch nie dagewesener Genuß". "Warum nur waren deine Krautfleckerln so gut?" wurde Tante Jolesch auf dem Totenbett gefragt. Da antwortete sie mit dem letzten Atemzug: "Weil ich nie genug gemacht hab'
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Anekdote zum Thema Mathematik
Ja, Franz, wo hast du denn den Pokal her? - Den hab ich gewonnen! - So einen schönen Pokal? Wo denn? - Im Fernsehen. - Im Fernsehen? - Ich hab beim Quiz mitgemacht! - Und da hast du die richtige Lösung gewußt? - Ja, bei 17 + 4 - Bei 17 + 4? Wie hieß denn die Frage? - Die Frage hieß, wieviel ist 17 + 4. - Und dann? - Ganz einfach: Da hab ich mit '19' den dritten Platz gewonnen!
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Mai
23
Heute vor
6 Jahren
In Österreich gelingt der 18-jährigen Natascha Kampusch nach acht Jahren Gefangenschaft die Flucht. Ihr Entführer begeht am selben Tag Selbstmord. [weiterlesen] »
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