Anekdoten zum Thema Geld
Erinnern Sie sich, wie Sie zum erstenmal Geld verdient haben? Bei mir war das so: Ende der vierziger Jahre haben meine Eltern und ich in Köln gewohnt. Der Krieg hatte die Stadt fast zu neunzig Prozent zerstört. Aus den Ruinen ragten die Eisenträger der Geschoßdecken in die Luft. Wer geschickt und kräftig genug war, Eisenteile aus den Trümmern zu zerren, der konnte Geld machen. Fünf Pfennig zahlte der Schrotthändler meinen älteren Geschwistern für jedes Kilo! 1950 war die Bundesrepublik gerade ein Jahr alt. Ich war immerhin schon sieben! Da stieg ich erstmals ins Geschäft ein. Warum sollten nur die Älteren verdienen? Aus den Trümmern war längst alles entfernt, was Kinderhänden nicht widerstand. Daran sollte mein Eintritt ins Geschäftsleben nicht scheitern! Ich nahm Mutters Teppichstange und schleppte sie auf den Hof des Händlers. Bare fünfzig Pfennig wechselten den Besitzer. Allerdings wechselte mein Vater am Abend auch die Gesichtsfarbe! Als ich am nächsten Morgen um sechs Uhr mit fünf Groschen in der Hand und mit ziemlich geröteten Augen vor dem Schrotthändler stand, hatte der gute Mann zum Glück ein Einsehen...
Friedhelm Franken (*1943), dt. Journalist u. Publizist
Geld ist wie Sprache - ein Instrument der Kommunikation. Geld und Sprache wurden spontan erfunden, wo Menschen etwas austauschen wollten -Gedanken einerseits, Eigentumsrechte oder Forderungen andererseits. Wie am Sinn der Worte und Sätze in der Sprache darf sich auch am Wert des Geldes nicht schnell viel ändern, soll die Kommunikation nicht unter Mißverständnissen leiden.
Herbert Giersch (*1921), dt. Nationalökonom, 1969-89 Vors. Institut f. Weltwirtschaft, Kiel in FAZ, 13.1.96
Wer Geld mit schnödem "Mammon" gleichsetzt, verkennt seinen Ursprung. Geld wurde erfunden, um die Götter mit einer Kostbarkeit zu ehren, die erstmals nich gleichbedeutend war mit Menschen-oder Tieropfern. Das Geld ersetzte einen Teil der blutigen Rituale durch "Sach"-Spenden. Damit ist die Erfindung des Geldes einer zutiefst humanen Überlegung zu verdanken.
I'm tired of love,/ still more tired of Rhyme,/ money gives me pleasure / all the time. (Ich hab genug von der Liebe,/ den Reim bin ich noch mehr leid,/ Aber Geld macht mir Vergnügen/ die ganze Zeit.)
Hilaire Belloc (1870-1953), engl. Schriftsteller Übersetzung: Friedhelm Franke
Anekdote zum Thema Geschäft
Der Handelsvertreter besuchte mit seiner Frau eine Wohltätigkeitsveranstaltung. Der Redner berichtete über eine Untersuchung zum Fortpflanzungsverhalten von Mäusen. Dabei führte er u.a. aus, daß jede Versuchsgruppe aus zwei männlichen Mäusen und eine einer weiblichen Maus bestanden habe. Auf der Fahrt nach Hause meinte der Handelsvertreter zu seiner Frau: "Du, Elisabeth, ich frage mich, warum sie immer zwei männliche Mäuse in jeder Versuchsgruppe hatten?" Darauf seine Frau: "Denk doch mal nach, Hans! Vielleicht ist einer öfter auf Reisen."
Anekdoten zum Thema Geschenk
Ein junges Paar schenkte seinem achtjährigen Sohn ein teures Fahrrad. Eines Tages kam er ohne das Rad nach Hause. Er hatte es einem Fremden geliehen. Die Eltern waren entsetzt und befürchteten, es nie wieder zu sehen. Jedoch, es dauerte nicht lange, da brachte der Mann dem Jungen das Fahrrad zurück. "Hat er dir auch dafür gedankt?" fragten erleichtert die Eltern. "Ja", sagte das Kind, "nachdem ich ihm seine goldene Uhr zurückgegeben habe." Ein junges Paar schenkte seinem achtjährigen Sohn ein teures Fahrrad. Eines Tages kam er ohne das Rad nach Hause. Er hatte es einem Fremden geliehen. Die Eltern waren entsetzt und befürchteten, es nie wieder zu sehen. Jedoch, es dauerte nicht lange, da brachte der Mann dem Jungen das Fahrrad zurück. "Hat er dir auch dafür gedankt?" fragten erleichtert die Eltern. "Ja", sagte das Kind, "nachdem ich ihm seine goldene Uhr zurückgegeben habe."
Auf dem Lande ist eine Hochzeit armer Leute angesagt. Der Bauer kann aus den Erträgen seines Hofes das Essen für die Hochzeitsgesellschaft bereitstellen. Geld für Getränke hat er nicht. So wird jeder der Gäste gebeten, eine Flasche Wein mitzubringen. Sie sollen in einen großen Bottich gegossen werden, aus dem sich jeder nach Herzenslust bedienen kann. So geschieht es. Die Gäste gießen den Inhalt ihrer Flaschen in den Topf. Das Brautpaar soll zuerst trinken. Sie füllen sich die Gläser, prosten sich zu - und bekommen lange Gesichter. Sie haben Wasser in den Gläsern.
Aus China "Das Fest findet nicht statt" (wir haben die Anekdote von Thilo von Trotha)
Anekdote zum Thema Geschwindigkeit
Ein Indianerhäuptling fährt eines Tages mit dem Zug zu einer Vertragsverhandlung nach Washington. Am Zielort angekommen, steigt er aus und setzt sich neben die Gleise auf den Bahndamm. "Was tun Sie da?" fragen ihn die Passanten. Und er antwortet: "Mein Körper ist jetzt zwar hier. Aber ich muß warten, bis auch mein Geist hier angekommen ist!"
Anekdote zum Thema Geständnis
Fehler macht schließlich jeder. Am Ende kommt vieles nur darauf an, daß und wie man sie eingesteht! Als junger Mann war der Jazztrompeter Louis Armstrong von seiner Plattenfirma erwischt worden: Er hatte vertragswidrig für eine Konkurrenzfirma Aufnahmen gemacht. Seine Produzenten waren entrüstet. Da setzte Satchmo, dem jetzt erst bewußt wurde, daß er einen Riesenfehler begangen hatte, seine Unschuldsmiene auf und sagte: "Meine Herren, was Sie da behaupten, stimmt erstens nicht - und zweitens werde ich es nie wieder tun!" Alles lachte. Und die Situation war gerettet.
Anekdoten zum Thema Glaube
Der berühmte dänische Atomphysiker Nils Bohr war einer jener Zeitgenossen, die alles nicht so eng sehen und deshalb so liebenswürdig wirken. In seiner Skihütte hing ein Hufeisen als Glücksbringer über der Tür. "Glauben Sie denn an so etwas?" fragte ihn ein Kollege erstaunt. "Nein", war die Antwort, "als Physiker natürlich nicht. Aber das ist kein Nachteil. Die Leute hier in der Gegend haben mir nämlich erzählt, daß es egal ist, ob man dran glaubt - es hilft trotzdem
Kurz bevor der berühmte US-amerik. Schauspieler und Komiker W.C. Fields (1880-1946) starb, besuchte ihn ein Freund im Krankenhaus. Fields, ein hochprozentigen Getränken geneigter Menschenfeind, war zeitlebens überzeugter Atheist. Um so überraschter war der Freund, als er Fields beim Lesen der Bibel überraschte. "Ich suche nach dem Hintertürchen", erklärte der Kranke.
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Mai
23
Heute vor
106 Jahren
Henrik Ibsen stirbt (*1828), norwegischer Dichter und Dramatiker, Werke u. a. [weiterlesen] »
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