Anekdoten zum Thema Ehe
Eine amerikanische Fluggesellschaft bot in einer Werbeaktion allen Ehemännern unter ihren Kunden an, sie könnten in der Business-Klasse ihre Ehefrauen mitnehmen - zum halben Preis. Später wurden alle Frauen der Männer, die das Angebot genutzt hatten, schriftlich gefragt, wie ihnen die Reise gefallen habe. Die Antwort lautete in allen Fällen: "Welche Reise?"
"Der Witzableit"
Gespräch mit der karrierebewussten Tochter: "Ein Ehemann wird deine Ambitionen vielleicht nicht auf Dauer hinnehmen. Er könnte sich darüber Gedanken machen, ob eine so totale Hingabe an den Beruf sich mit einer guten Ehe überhaupt vereinbaren läßt." - "Das verstehst du nicht, Papi. Es geht schließlich um eine Fusion, nicht um eine Übernahme."
L.C. Elmore nähere Autorenangaben nicht feststellbar in "Das Beste"
Schlechtgelaunt kommt der Ehemann nach Hause, wirft sich in den Sessel und greift zur Zeitung. "Du solltest dir mal ein Beispiel an unserem Nachbarn nehmen", sagt seine Frau, "wenn er nach Hause kommt, umarmt er seine Frau und küßt sie zärtlich. Warum tust du das nicht auch?" "Du bist gut!" ruft der Ehemann. "Ich kenne die Frau doch gar nicht!"
"Der Witzableiter", Eike Christian Hirsch
Es war einmal ein Professor,/ der war so unendlich zerstreut./ Die allerwichtigsten Sachen/ vergaß er von gestern auf heut./ Und als eines schönen Tages/ der gute Professor beschloß,/ in den Stand der Ehe zu treten,/ weil ihn das Alleinsein verdroß,/ geschah's daß am anderen Morgen/ der unglückselige Mann/ auf seinen erst gestern gefaßten/ Entschluß sich vergeblich besann./ Ihm war von der ganzen Geschichte/ erinnerlich nur noch das:/ Er wollte in etwas treten,/ doch wußte er nicht mehr, in was.
Otto Sommerstorff nähere Autorenangaben nicht feststellbar in "Der zerstreute Professor"
Anekdote zum Thema Ehemann
Königin Alexandra war die Gemahlin von König Edward VII. von England, einem der größten königlichen Herzensbrecher aller Zeiten. Am 10. Mai 1910, nach einem Leben voller Untreue und Wollust, starb King Edward. Neben seinem Sterbebett verharrte die vielgeprüfte Königin einige Minuten in stiller Trauer. Doch plötzlich huschte ein Lächeln über ihr Antlitz. Eine tröstende Inspiration linderte die Trauer über den Verlust des Gatten. Zu einem der Kammerdiener gewandt, sagte sie erleichtert: "Jetzt weiß ich wenigstens, wo er ist."
Anekdoten zum Thema Einbildung
In einem Kühlhaus in Chicago waren drei Männer aus Versehen eingeschlossen worden. Niemand hörte ihre Hilferufe. Die Männer wußten, in drei Studen würden die Kühlaggregate zu arbeiten beginnen. Da sie keine Schutzanzüge trugen, sondern nur leichte Sommerkleidung, war ihre Überlebenschance gleich Null. Am nächten Morgen fand man die drei. Sie waren tot und zeigten alle Merkmale von Erfrierungen. Das Erstauliche dabei war allerdings: die Kühlaggregate waren wegen eines Defekts an diesem Tag außer Betrieb - die Männer waren also an der Angst vor dem Erfrieren gestorben...
Ein asthmakranker Manager befand sich auf einer Geschäftsreise in Italien. Nachts, im Bett des fremden Hotels, bekam er einen schweren Asthma-Anfall. Es war stockdunkel. Er stürzte nach Luft ringend zur Tür, drehte den Schlüssel herum, öffnete und atmete mehrfach tief durch. Die frische Luft tat ihm gut und sein Anfall ließ bald nach. Am nächsten Morgen stellte er fest: er hatte nicht die Zimmertür geöffnet, sondern den Kleiderschrank...
Anekdote zum Thema Einladung
Wenn ich meinen Zahnarzt anrufe, um einen Termin zu vereinbaren, und er sagt mir, er habe die ganze folgende Woche keine Stunde mehr frei, glaube ich ihm. Er ist ein seriöser Profi. Aber wenn mich jemand zu einer Tagung einlädt, zu einer Diskussionsrunde, zur Mitarbeit an einem Sammelband, zur Teilnahme an einer Jury und ich sage ihm, daß ich keine Zeit habe, glaubt er mir nicht. "Na, na, Herr Professor", sagt er, "einer wie Sie wird die Zeit schon finden!" Offensichtlich werden wir Geisteswissenschaftler nicht für seriöse Profis gehalten, wir sind Tagediebe.
Umberto Eco (*1932), ital. Schriftsteller lt. "Die Presse", 24.12.92
Anekdote zum Thema Eintracht
Eintracht und Zwietracht Einst, vor langer, langer Zeit, lebte ein Mann, der viele Söhne großgezogen hatte. Als er schon sehr alt geworden war, fühlte er das Nahen des Todes; da trug er seinen Söhnen auf, ihm ein Bündel mit dünnen Stäben zu bringen. Sein Wunsch war bald erfüllt, und nun verlangte der Greis von seinen Söhnen, sie sollten das Bündel zerbrechen. Vergeblich mühten sich diese jedoch damit ab, ihre Kraft reichte nicht aus. Da befahl ihnen ihr Vater, sie sollten jeden Stab einzeln zerbrechen, und das war alsbald geschehen. Da sagte der Alte: "Wenn ihr zusammenhaltet und vereint bleibt, wird euch niemand überwinden können, und wäre er auch noch so stark. Lebt ihr aber miteinander in Zwietracht und Streit, so wird es euch genauso ergehen wie diesen Stäben, die ihr einzeln leicht zerbrochen habt. Merkt euch, daß für Brüder Eintracht ein großes Glück und ein äußerst wertvolles Gut ist."
Babrios, griech. Fabeldichter d. 2.Jh. lt. "Wege des Lernens von Idries Shah, Die spirituelle Psychologie der Sufis" Knaur Nachf., München, 1985
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