Anekdoten zum Thema Chance
Ein Mann treibt mitten im Ozean und ist kurz vor dem Ertrinken. Kommt ein Schiff und bietet ihm Hilfe an. "Nein", sagt der Mann, "ich warte darauf, dass Gott mich rettet."
Ein paar Minuten später ein Hubschrauber über ihm. Der Pilot ruft ihm zu: "Halten Sie sich an dem Seil fest." "Nein", ruft der Mann zurück, "ich warte darauf, dass Gott mich rettet."
Kurz darauf taucht ein U-Boot auf, und die Luke öffnet sich. "Schwimmen Sie hierhin, dann können wir Sie hereinziehen", schreit der Kommandant. "Nein", brüllt unser Mann zurück, "ich warte darauf, dass Gott mich rettet."
Schließlich, als keine Hilfe mehr in Sicht ist, schaut der Mann zum Himmel und fragt: "Lieber Gott, warum rettest du mich nicht?" Und eine Stimme aus den Wolken antwortet: "Ich habe dir ein Schiff, einen Hubschrauber und ein U-Boot gesandt. Der Rest liegt an dir.
Ich musste mich nicht besonders anstrengen auf dem Gymnasium und packte es ganz gut. Auf der Uni dachte ich, es ginge locker so weiter. Mit dieser Einstellung kam ich natürlich nicht gerade groß raus.
Meine Eltern erhielten beide ein Fulbright-Stipendium für einen Lehrstuhl in Ost-Pakistan, heute Bangladesh. Ich ging mit und entkam so einem unrühmlichen Hochschulabgang. Doch was ich im Ausland erlebte, hat mein Leben umgekrempelt.
Zu Hause in Michigan hatte ich die Uni quasi immer direkt vor meiner Tür - und damit war sie für mich nichts Besonderes. Als ich mit meiner Familie dann nach Asien kam - wir waren in Pakistan, Indien, Burma, Thailand, Kambodscha, Vietnam, auf den Philippinen und in Japan -, konnte und wollte ich zuerst gar nicht glauben, wie respektvoll die Menschen überall von der Universität Michigan sprachen.
Mehr und mehr begann ich zu begreifen, welcher Edelstein da vor meiner Haustüre gelegen hatte, und wie dumm ich gewesen war. Ich hatte einfach keinen Gebrauch von meinen Möglichkeiten gemacht. Es war ein bisschen so, als ob ein Land wie das unsere einem Entwicklungsland ohne Wenn und Aber finanzielle Untertstützung angeboten, das Entwicklungsland aber dankend abgelehnt hätte. Und das Entwicklungsland war ich! In dem Moment beschloß ich, mein Leben zu ändern.
Richard L. Weaver, amerik. Hochschullehrer
» zum Seitenanfang
Das ist die Geschichte des Bauern Al Hafed, der im alten Persien lebt. Eines Tages erfährt Al Hafed von einem greisen Schriftgelehrten zum ersten Mal in seinem Leben etwas über Edelsteine. "Sie sind sehr wertvoll", sagt der Alte. "Ein einziger Diamant, nicht größer als dein Daumen, ist soviel Wert wie zwölf Bauernhöfe."
Mit einem Schlag ist Al Hafed ein armer Mann, arm, weil er auf einmal unzufrieden war und unzufrieden, weil er dachte, daß er arm sei. Er verkauft Haus, Hof und Felder und begibt sich auf die Suche nach den geheimnisvollen Edelsteinen, nach den Diamanten. Zunächst schürft er im eigenen Land. Doch erfolglos. Dann zieht er weiter nach Palästina und Ägypten.
Als er auch dort nichts findet, durchstreift er halb Europa, doch nirgendwo macht er sein Glück. Jahre um Jahre vergehen, bis er schließlich all seinen Besitz aufgebraucht hat und eines Tages, in Lumpen und dem Verhungern nahe, bettelarm an der spanischen Küste landet.
Dort steht er nun zu Füßen der Säulen des Herakles, wie man die Felsen auf beiden Seiten der Straße von Gibraltar nennt. Mit leeren Augen blickt er in die Wellen, stürzt sich ins Wasser und ertrinkt. Der Mann aber, dem einst Al Hafed seinen Hof verkauft hatte, führt eines Tages sein Kamel zur Wasser-stelle im Garten und sieht plötzlich im flachen Wasser Diamanten aufblitzen - wie sich später herausstellt, eines der größten Diamantfelder der Erde.
Russell Conwell nähere Autorenangaben nicht feststellbar in dem Vortrag "Acres of Diamonds"
Anekdoten zum Thema Chef
Unter den Geschichten aus Franz Kafkas Nachlaß gibt es eine, die von Poseidon erzählt. Der Gott der Meere ist darin ein äußerst gewissenhafter Buchhalter im Wasserwirtschaftsamt. Ihm stehen zahlreiche Mitarbeiter zur Verfügung. Da er aber sein Amt sehr ernst nimmt, rechnet er jeden Posten selber nach. Stets ärgert er sich, wenn er hört, welche Vorstellungen die Menschen von seinem Götterleben haben, sehen diese in ihm doch einen pausenlos mit dem Dreizack die Fluten durchkämmenden Freizeithelden. Er aber sitzt in der Tiefe des Weltmeeres und rechnet in einem fort...
Franz Kafka (1883-1924), östr. Schriftsteller
= Jemand, der Verantwortung übernimmt, der sagt "Ich wurde geschlagen" und nicht "Meine Leute wurden geschlagen". (A chief is a man who assumes responsibility. He says "I was beaten." He does not say "My men were beaten". Thus speaks a real man. assume = übernehmen, responsibility = Verantwortung)
Antoine de Saint-Exupéry (1900-44), frz. Flieger u. Schriftsteller
Ein guter Chef nimmt heute von seinen Mitarbeitern weitaus mehr Belehrungen entgegen, als er diesen erteilt. Das ist jedenfalls meine Erfahrung. Und das ist auch unvermeidlich. Denn erstens sind die Mitarbeiter, wie es auf bayerisch heißt, "die Mehreren". Und zweitens kennt sich der mit einem Spezialgebiet befaßte Mitarbeiter im Zweifel in diesem besser aus als sein Chef. Jedenfalls ist es seine Aufgabe, sich besser auszukennen.
Manfred Rommel (*1928), dt. Politiker (CDU), 1974-96 Oberbürgermeister Stuttgart in "Führung in der Verwaltung", Beitrag für "Lernende Eliten", 1992 lt. "Die Grenzen des Möglichen", Stuttgart, 1995
» zum Seitenanfang
Warum sind Chefs die neuen Kultfiguren? Weil sich die gesellschaftlichen Verhältnisse geändert haben. Wir befinden uns in Gesellschaften, in denen Frieden herrscht. Der Einfluß der Militärs, die einst die Leitfiguren waren, geht zurück. Die großen religiösen Führer sind in Europa verschwunden. Auch die Intellektuellen spielen kaum eine Rolle mehr. Was bleibt? Die Künstler und die Unternehmer. Sie schaffen Muße und Reichtum.
Jean-Louis Servan-Schreiber (*1937), frz. Publizist u. Unternehmer in FAZ-Magazin, 3.1.1992
Anekdote zum Thema Chefredakteur
Herr Ituso Sakawa ging mit seinen Angestellten nicht gerade zimperlich um: Achtmal ließ der Chefredakteur eines japanischen Provinzblattes sein Metall-Lineal auf die entblößten Hintern jener Autoren niedersausen, deren Artikel ihn langweilten – gemäß seiner in der gesamten Redaktion plakatierten Devise: „Öde Geschichten bedeuten wunde Gesäße“ ...
Wie Herr Sakawa mit Rednern umgegangen ist, die ihn mit öden Geschichten gelangweilt haben, hat der „Spiegel“ nicht berichtet. Die Vorstellung, dass 100 oder gar 500 Zuhörer mit gezückten Metall-Linealen das Rednerpult stürmen könnten, vermöchte einen schon zu erschrecken! Ich komme deshalb zum Schluss ...
Anekdote zum Thema China
Eine internationale Fluggesellschaft hat der Konkurrenzfirma alle Fluglinien nach Fernost abgekauft. Um dem Jungfernflug von Frankfurt nach Peking eine besondere Note zu geben, überreicht die Besatzung jedem Passagier eine weiße Nelke. Eine freundliche Geste, eine Geste mit symbolischer Bedeutung, eine Geste, die diesen Flug für alle chinesischen Passagiere unvergeßlich machen soll. Und in der Tat, die weiße Nelke wird den Chinesen ewig unvergeßlich bleiben: Weiß ist in China die Farbe des Todes...
Anekdote zum Thema Chirurg
Für Humor und Schlagfertigkeit hatte der Leipziger Chirurg Karl Thiersch große Sympathie. Einen Kandidaten fragte er bei der Prüfung: "Sie sezieren einen menschlichen Körper und stellen plötzlich fest, dass der Kerl noch lebt. Was tun Sie?" Der Student, nach kurzem überlegen: "Zunächst einmal würde ich mich natürlich bei dem Herrn in aller Form entschuldigen."
Meine Damen und Herren, dieser Bericht über den Leipziger Chirurgen ist durchaus glaubwürdig. Trotzdem ist nicht überliefert, ob der Examenskandidat seine medizinische Prüfung bestanden hat. Ein pedantischer Professor hätte dem Prüfling womöglich angekreidet, er habe nicht an die in solch einer Situation dringend gebotenen Notfallmaßnahmen gedacht. Also: Note mangelhaft. Sicher nicht der humorvolle Thiersch. Der Kandidat hat nämlich auf eine nicht ganz ernst gemeinte Frage angemessen reagiert. Und er hat eine ärztliche Tugend bewiesen, die heute bei Testaten, Multiple-choice-Prüfungen und Apparatemedizin leicht in den Hintergrund tritt. Er hat mit seiner Entschuldigung an die sozialen Beziehungen zum Patienten gedacht, kurz: Er hat sich menschlich verhalten. Nun wollen wir die lustige Geschichte nicht überstrapazieren. Aber sie kann uns doch Anlass sein, einige Augenblicke gemeinsam über angemessenes Verhalten und soziale Beziehungen nicht nur in der ärztlichen Ausbildung und Praxis nachzudenken.
Anedote zum Thema Chor
George Bernard Shaws Besprechung eines Chorkonzerts des Londoner Ärzte-Musikvereins: „Man sollte sie an ihre Schweigepflicht erinnern.“
Ehe Sie mich an meine Schweigepflicht erinnern, komme ich zum Schluss.
Anekdote zum Thema Computer
Auf der Messe ist ein Computer aufgebaut. Die Hersteller schildern ihn als Gipfel der Technik. Ein Kunde zweifelt, verlangt ein Experiment und stellt folgende Frage: „Wo ist mein Bruder?“ Die Maschine wird gefüttert, rattert, blitzt und wirft die Antwort aus: „Gegenwärtig im zweiten Stock des Kaufhauses X & Y in Hannover, um einen Schirm zu kaufen.“ Der Kunde ist beeindruckt, wünscht jedoch einen zweiten Leistungsbeweis und fragt: „Wo ist mein Vater?“ Ein Zittern durchläuft die Maschine, und die Antwort ist da: „Sitzt an der Unterelbe und angelt.“ – „Danke!“, sagt der Kunde. „Das genügt. Mein Vater ist seit fünf Jahren tot.“ Die Fachleute sind betroffen, programmieren noch einmal, starten die Abfrage erneut und lesen: „Der Gatte Ihrer Mutter ist seit fünf Jahren tot. Ihr Vater sitzt an der Unterelbe und angelt.“
Das Leben ist doch wirklich verwirrend genug – und dann kommen die Computer und verwirren uns noch mehr! Tatsache ist, dass ohne Computer nichts mehr laufen würde in unserem Land. Nicht die Maschinen zittern, wenn sie arbeiten, sondern wir zittern um die Maschinen, bangen, ob sie von einem Virus infiziert werden oder ob sie eine Kalenderumstellung überstehen wie damals von 1999 auf 2000. Und sie helfen uns tatsächlich beim Recherchieren. Ich habe in Vorbereitung meiner Rede folgende Frage im Internet recherchiert ...
Schriftgröße 

Seite drucken Seite empfehlen
Mai
23
Heute vor
84 Jahren
Rekord: Opels Raketenauto fährt 220 km/h. [weiterlesen] »
Haben Sie Fragen, Anregungen, oder möchten uns Ihre Meinung mitteilen?
Senden Sie uns eine E-Mail. Wir antworten Ihnen so schnell wie möglich oder
rufen Sie an - ganz nach Wunsch!
Rhetorik-Newsletter
Rhetorik-Tipps und Zitate für Ihre Reden, Vorträge und Präsentationen kostenlos per E-Mail direkt auf Ihren Schreibtisch:




