Anekdote zum Thema Aprilscherz
Die Sitte, jemanden "in den April zu schicken", stammt wahrscheinlich aus Frankreich, wo Karl der Neunte im Jahre 1564 den damaligen Neujahrstag vom 1. April auf den 1. Januar verlegte. Dadurch fielen am 1. April die Neujahrsgeschenke weg. Solcherart um die Geschenke gefoppt, foppt man seither andere, indem man sie zum Narren hält: "Am ersten April schickt man die Narren hin, wo man man will", sagt der Volksmund.
Anekdoten zum Thema Arbeit
Ein junges Mitglied einer englischen Adelsfamilie war in den USA Callgirl geworden. Lord Randolph, erschüttert: "O tempora, o mores!" (O Zeiten, o Sitten!) Ein Mitglied unserer Familie arbeitet!
Wenn ich Ihr Lachen richtig interpretiere, dann hätte wohl manch einer unter Ihnen eine andere Reaktion des hochwohlgeborenen Lords aus dem Vereinigten Königreich erwartet als jene, die ich geschildert habe. Wir lernen zunächst daraus, dass man ein Ereignis von ganz verschiedenen Seiten sehen und bewerten kann. Was dem einen ein Ärgernis ist, mag für den anderen eine Lappalie sein. Dafür entdeckt der andere dann seinerseits an unverhoffter Stelle Erschütterndes. Und so erweist alles sich als relativ. Die Arbeit, der wir uns jetzt zuwenden wollen, hätte Lord Randolph allerdings nicht erschüttert. Denn sie ist eigentlich gar keine Arbeit, sondern ein Vergnügen. Es geht darum ... (alternativ:) Soweit mir aus den Personalunterlagen geläufig ist, gehört niemand hier im Raum dem britischen Hochadel an. Und so möchte ich im Hinblick auf die Projektplanung für das nächste Jahr/für die ins Haus stehenden Revisionsarbeiten/für die ins Auge gefassten Umsatzzahlen streng logisch folgern, dass zumindest von unserer Geburt her dem Arbeitseinsatz wirklich nichts im Wege steht. Und damit komme ich zu den Einzelheiten: ... (alternativ:) Auch wir wollen heute arbeiten. Es wird aber niemanden überraschen oder gar erschüttern. Denn wir sind Arbeit gewohnt ...
Ein Mann träumte, er sei gestorben und befinde sich in einem herrlichen Land voller Bäume, bunter Blumen und anmutiger Bäche. Er ließ sich nieder und ruhte sich aus. Dann überfiel ihn die Langeweile, und er rief: "Ist da jemand?" Es erschien eine weißgekleidete, freundliche Gestalt und fragte ihn, ob er einen Wunsch habe. "Ich möchte etwas essen", sprach der Mann. "Was bitte?" Der Weißgekleidete stellte ein köstliches Menü zusammen. Sekunden später stand es vor dem Mann. Er speiste und schlenderte weiter und freute sich an der Pracht der Landschaft. "He!" rief er wieder. Und schon stand der dienstbare Geist vor ihm. "Golf würde ich gern spielen." "Bitte", sprach der Unbekannte, fasste den Besucher am Arm und führte ihn um eine Waldspitze, an den Rand eines bezaubernden Feldes. Schläger und Bälle standen bereit. Der Mann spielte und aß wieder und wanderte und erhielt alles, was er sich wünschte. Eines Tages war alle Freude aus ihm gewichen. Er zitierte den Freundlichen herbei und klagte: "Ich habe es satt, das Leben hier. Gib mir etwas zu tun!" "Bedaure", erwiderte der Weiße. "Arbeit ist das einzige, was ich dir nicht bieten kann." – "Dann pfeife ich auf den Laden hier", schrie der Mann. "Das ist ja die reinste Hölle!" Der andere lächelte: "Was haben Sie denn geglaubt, wo Sie sind?"
Seien wir ehrlich, meine Damen und Herren, hätten wir nicht alle Lust, in herrlicher Landschaft bei bestem Wetter spazieren zu gehen, bei strahlendem Sonnenschein Golf zu spielen und anschließend im Drei-Sterne-Restaurant fürstlich zu dinieren? Und den lieben Tag lang nach Herzenslust zu faulenzen? Ohne Arbeit und Termine? Na klar, das könnten wir gut und gern eine Weile aushalten. Dem Mann aber, von dem unsere Geschichte berichtet, wird es nach kurzer Zeit leid, ein solches Leben zu führen. Alle Wünsche sofort erfüllt zu bekommen, alles Erdenkliche zur Verfügung zu haben, ohne sich im geringsten anzustrengen, ohne sich die Belohnung zu verdienen: Das ist auf Dauer die „reinste Hölle“. Wenn wir aber nicht in der Hölle leben wollen und die Aussicht auf den Himmel jedenfalls in diesem Leben nicht gesichert ist, dann gilt es, über angemessenen Umgang mit der Arbeit und eine gerechte Verteilung der zur Verfügung stehenden Arbeit höllisch genau nachzudenken. Genau das wollen wir jetzt tun ... (alternativ:) Ein Leben ohne Arbeit, so sagt die Geschichte, wäre die reinste Hölle. Stimmt das? Wäre ein Leben in Luxus und Müßiggang, in dem jederzeit alle Wünsche erfüllt werden, nicht das Paradies? Wäre das Schlaraffenland, wo einem die gebratenen Tauben in den Mund fliegen, eher ein Alptraum als ein Traum? ...
Als Mulla Nasrudin beim Förster um eine Anstellung bat, sagte der Forstmann: "Ich gebe dir eine Chance, Mulla. Nimm die Axt, und fälle in dem Waldstück, das ich dir jetzt zeige, so viele Bäume, wie du kannst." Drei Tage später stand Nasrudin wieder vor ihm: "Na", fragte der Förster, "wie viele Bäume hast du gefällt?" - "Alle!" erwiderte Nasrudin. "Alle?" Der Förster ging hin und sah nach. In der Tat stand nicht ein einziger Baum mehr. "Wo hast du gelernt, so gründlich und in solchem Tempo zu arbeiten?" fragte der Förster. "In der Wüste Sahara." - "Aber da gibt es doch überhaupt keine Bäume." - "Stimmt", sagte Nasrudin, "jetzt nicht mehr!"
Lassen sich Arbeitseinsatz und Effizienz überzeugender demonstrieren als in diesem Gleichnis über die Wüste Sahara? Und dabei hat Nasrudin gar nicht einmal prahlerisch aufgeschnitten. Sein lakonischer Hinweis auf die Wüste wirkt als Argument viel schlagender als mögliche Angaben über die Zahl gefällter Bäume. Mit seiner schlichten Antwort weist sich Nasrudin, der Eulenspiegel des Orients, als Meister aller Baumfäller aus. - Sie meinen nun, solche Begebenheiten gebe es nur im fernen Morgenlande? Nun, ich sehe ein paar klare Parallelen zu unserem Seniorchef/Werkmeister/Prokuristen K., der heute in den verdienten Ruhestand geht. Auch er hat nie Aufhebens von seinen Leistungen gemacht. Lassen Sie mich beispielhaft ein paar der großen Wälder nennen, die er, gleichsam im Alleingang, in unserem Hause abgeholzt hat ...
Der erste Roman des britischen Schriftstellers D. H. Lawrence hieß "Der weiße Pfau". Er erschien 1911. Sein Vater k-mpfte sich durch eine halbe Seite und fragte seinen Sohn danach, wie viel er für das Buch bekommen habe. "F.nfzig Pfund, Vater", war die Antwort. "Fünfzig Pfund!?" staunte der Vater. "Un' dabei haste in deim ganzen Leben nich' einen Tag richtig gearbeitet!?"
Was denn unter „Arbeit“ zu verstehen sei, darüber gibt es in den verschiedenen Schichten des Volkes durchaus unterschiedliche Ansichten. Die Arbeit eines Schriftstellers/Malers/Entertainers/Schauspielers/Regisseurs/Dirigenten ... erscheint manchem Außenstehenden nicht wie Arbeit, sondern wie Vergnügen. Wie Freizeit. Der Umgang mit den schönen Künsten: Was ist das anderes, als sein Hobby zum Beruf zu machen? Und genau darüber will ich heute mit Ihnen reden ...
Anekdoten zum Thema Arbeitszeit
Kürzlich trafen sich bei der ILO, der Internationalen Arbeitsorganisation, drei Delegierte aus Frankreich, den USA und der Bundesrepublik. Schwärmte der Franzose: "O, mon dieu, wir haben Frauen in Paris! Man kann sie mit einer Hand umfassen; nicht etwa, weil unsere Hände so groß sind, sondern weil unsere Frauen so herrlich schmale Taillen haben." "Well", sagte der Texaner, "das ist doch noch gar nichts. Wenn unsere Frauen reiten, dann schleifen ihre Füße glatt über den Boden. Nicht etwa, weil unsere Pferde so kurz sind, sondern weil unsere Frauen so fantastisch lange Beine haben!" "Na und?" sagte der Deutsche. "Wenn unsere Frauen morgens einen freundlichen Klaps bekommen, zittern ihre Hüften immer noch, wenn wir von der Arbeit kommen. Nicht etwa, weil wir so feste zuschlagen, sondern weil bei uns die Arbeitszeit so kurz ist."
Parkinson erzählt in einem seiner Bücher die Geschichte einer Gräfin, die für einen normalen Brief an ihre Freundin einen ganzen Tag braucht. Am Vormittag zuerst eine Stunde, um das richtige Briefpapier auszusuchen und zu kaufen. Dann eine Stunde für die Korrektur. Es folgen: eine Stunde Mittagspause und danach erneutes Durchlesen. Der Textentwurf wird verworfen, der Nachmittag ist ein einziger Versuch, diesmal alles ganz anders und viel besser zu formulieren. Um sechzehn Uhr leichte Panik: 'Wo habe ich nur die Anschrift?' Der Postschalter schließt um fünf. Endlich, nach langem Suchen: Brief zukleben, gerade noch eine Viertelstunde Zeit für die Fahrt zum Postamt. Dort Briefmarke kaufen - und ab geht die Post. Wieder zu Hause, sinkt die Gräfin erschöpft in den Sessel, befriedigt, eine wichtige Aufgabe erledigt zu haben. Warum braucht die Gräfin einen ganzen Tag, um einen Brief zu schreiben? Aus einem einzigen Grund, den Parkinsons Gesetz beschreibt: weil ihr ein ganzer Tag dafür zur Verfügung steht.
Anekdote zum Thema Architekt
Von dem legendären US-amerikanischen Architekten Frank Lloyd Wright berichtet man, er sei einmal als Zeuge vor Gericht aufgetreten. "Ihr Beruf?" habe der Vorsitzende gefragt. Antwort: "Ich bin der größte lebende Architekt." Nachher hätten seine Freunde bestürzt gefragt, wie er so etwas habe sagen können. "Ich musste", soll Wright geantwortet haben, "ich stand unter Eid."
Das ist wohl die intelligenteste und brillanteste Art, sich selbst tüchtig zu loben, ohne als ausgemachter Prahler zu erscheinen: Man beruft sich auf den Zwang, die Wahrheit sagen zu müssen! Meine Damen und Herren, da ich bei diesem Kongress nicht unter Eid aussage, kann ich nicht gezwungenermaßen die Wahrheit sagen. Ergo brauche ich Ihnen nicht zu offenbaren, dass ich die einzige internationale Kapazität auf dem Gebiet der Theoretischen Elektrophorese bin und dass mein Kollege Igor Krasnowski von der Harvard-Universität mich ständig zitiert. Ich werde deshalb lediglich auf meine kleine Untersuchung über ... verweisen, deren Ergebnisse ich Ihnen zur kritischen Diskussion präsentiere.
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Februar
07
Heute vor
74 Jahren
In Berlin beginnt ein Geheimprozess gegen den evangelischen Theologen Martin Niemöller. Der Repräsentant der Bekennenden Kirche wird wegen „Kanzelmissbrauchs“ und „staatsfeindlicher Äußerungen“ verurteilt und kommt ins KZ Sachsenhausen. [weiterlesen] »
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