So setzen Sie die Anapher richtig ein
- Kategorie/n: Sprachstil und Redefiguren
„Die einzig wirksame Redeform ist die Wiederholung“, sagte der französische Staatsmann und Feldherr Napoleon Bonaparte, der häufig auf die Wirkung der Anapher setzte.
Auch Sie fahren gut mit der Anapher oder Wiederholung, wenn Sie wollen, dass Ihre Zuhörer bestimmte Worte Ihrer Rede noch lange im Gedächtnis behalten.
Was ist eine Anapher?
Mehrere Sätze oder Satzteile beginnen mit demselben Wort – oder mit einem Wort von gleicher Bedeutung. Das, was Sie sagen, wird dem Publikum durch die Anapher klarer; die Wiederholungen sorgen dafür, dass alles in den Köpfen Ihrer Zuhörer haften bleibt.
Beispiel für eine Anapher:
„Die Angst Nummer eins des Menschen ist das öffentliche Reden. Dazu zählt die Angst, das Thema nicht zu beherrschen, die Angst, stecken zu bleiben, die Angst, plötzlich im Rampenlicht zu stehen, die Angst, Fehler zu machen, die Angst, dass das Gesagte nicht verstanden wird, die Angst vorm Publikum. Die Angst Nummer zwei des Menschen ist der Tod.“
Ein weiteres Beispiel:
„Wer das Ziel kennt, kann entscheiden; wer entscheidet, findet Ruhe; wer Ruhe findet, ist sicher; wer sicher ist, kann überlegen; wer überlegt, kann verbessern.“ (Konfuzius, chinesischer Philosoph).
So wenden Sie die Anapher an:
Die Anapher dient dazu, durch die Wiederholung die Bedeutung der Worte zu unterstreichen und die Wirkung zu erhöhen. Sie können sie verwenden, um beispielsweise Ihre Zuhörer möglichst direkt ins Thema einzuführen:
Anstatt Ihre Rede mit dem Satz zu eröffnen: „Heute spreche ich über die Lebensumstände, das Liebesleben und den Leidensdruck der Wale“ können Sie noch griffiger formulieren: „Mein Thema heute: Wale: wie sie leben, wie sie lieben, wie sie leiden.“ (Beispiel entnommen aus: Roman Braun, Die Macht der Rhetorik. Wirtschaftsverlag Ueberreuter)
Die Anapher können Sie zu Beginn wie auch am Schluss einsetzen. Eine schöne Aufzählung stimmt Ihr Publikum auf die Rede ein; und sie weckt ebenso effektiv die Aufmerksamkeit aller Anwesenden, bevor Sie diese mit einer Handlungsaufforderung aus Ihrer Rede entlassen.
Was Sie nicht tun sollten: die Anapher zu häufig anwenden, denn zu viele Wiederholungen ermüden die Zuhörer.
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