So schicken Sie Ihre Zuhörer auf Gedankenreisen
- Kategorie/n: Sprachstil und Redefiguren
Rede-Praxis in der Reisezeit
So schicken Sie Ihre Zuhörer auf Gedankenreisen Wenn Sie als Reiseleiter mit einer Gruppe von Menschen eine Reise antreten, sollten Sie wissen, wohin die Reise geht. Es ist Ihre Aufgabe, diejenigen Orte und Sehenswürdigkeiten herauszufinden, die die Reise für die Teilnehmer zu einem Erlebnis machen.
Ähnliches gilt, wenn Sie eine Rede halten. Im übertragenen Sinn sind Sie der Reiseleiter. Ihre Zuhörer sind die Mitreisenden. Sie müssen wissen, wohin Sie Ihr Publikum führen und was die Mitreisenden von ihrer Reise mitnehmen können.
D. h.: Sie sollten wissen, was Sie mit Ihrer Rede erreichen wollen, welche neuen Informationen die Zuhörer aus Ihrer Rede mitnehmen, wovon sie zehren können und worüber sie nachdenken sollten. Denn es ist Ihre Aufgabe, sie zum Zuhören und Mitreisen zu bewegen. Dabei sollten Sie folgende drei Aspekte beachten:
1. Ihre Rede soll verständlich sein.
2. Sie als Redner sollten ein klares Ziel verfolgen.
3. Ihre Rede sollte eine Botschaft enthalten.
Ein guter Reiseleiter fragt sich: Was soll sich für meine Reisenden nach der Reise ändern? Übertragen auf Ihre Rede lautet die Frage: „Was ist nach meiner Rede anders für mein Publikum?“ Dabei geht es nicht um Visionen, Träume oder emotionale Botschaften, sondern um punktgenaue und nachvollziehbare Zielsetzungen. Daher sind Ziele wie „Ich möchte durch meine Ausführungen das Publikum über die neuesten Motivationstechniken informieren“ oder „Ich halte die Rede, um möglichst viel Zustimmung, Applaus und Beifall zu erhalten und meine Zuhörer zu begeistern“ keine echten Zielsetzungen.
Wenn Sie sich aber vornehmen, dass die Menschen nach Ihrem Vortrag über Zeitmanagement nach Hause gehen und dort dann damit beginnen, sich die unerledigten Aufgaben aufzulisten und mithilfe der von Ihnen vorgeschlagenen Strategien abzuarbeiten: Dann haben Sie Ihr Ziel erreicht!
Die Aussage Ihres Publikums „Der Redner hat mich überzeugt – morgen werde ich dies oder jenes ändern und in die Tat umsetzen“ ist Ihr Erfolgsnachweis.
Ich stelle mir bisweilen vor, wenn ich durch die Straßen gehe, ich sei ein Fremder, und erst dann entdecke ich, wie viel zu sehen ist, wo ich sonst achtlos vorübergehe. Rabindranath Tagore (1861 – 1941), indischer Dichter, 1913 Nobelpreis für Literatur
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