Rede-Briefing: So briefen Sie sich selbst
- Kategorie/n: Rede-Vorbereitung und Rede-Aufbau
Was möchten Sie eigentlich WIRKLICH mit Ihrer Rede erreichen? Oft unterschätzt und vernachlässigt, ist eine ordentliche Zieldefinition tatsächlich Garant für einen erfolgreichen Vortrag – und das unabhängig davon, ob Sie mehrere hundert Euro in einen Reden-Schreiber investieren, oder ob Sie mithilfe von "redenwelt.de" selbst ans Werk gehen.
Im Briefing tragen Sie alle Informationen zusammen, die für Ihre Rede von Bedeutung sind. Es empfiehlt sich, dazu ein Formular oder eine Checkliste zu nehmen.
Dadurch stellen Sie sicher, dass Sie auch wirklich nichts Wichtiges vergessen und Ihren Vortrag später – möglicherweise unter Zeitdruck – nicht mehr anpassen müssen.
Vielleicht kommt Ihnen dieses Verfahren etwas strikt vor. Doch halten Sie durch! Es lohnt sich. Je exakter Sie Ihren Auftritt vorbereiten, desto reibungsloser verlaufen alle nachfolgenden Prozesse.
Nichts ist frustrierender, als im entscheidenden Moment festzustellen, dass der Rede-Anlass sich nicht mit Ihrer Vorstellung davon deckt und Ihre Rede entweder ihr Ziel verfehlt oder Sie gezwungen sind, Ihr Manuskript zu verlassen und über Themen zu improvisieren, auf die Sie nicht vorbereitet sind.
Die folgenden Kriterien können als Vorbild für Ihr eigenes Briefing herhalten:
Thema
Oft sind die Vorgaben des Veranstalters sehr beliebig. Eine dürftige Themenbeschreibung sollten Sie keinesfalls zum Ausgangspunkt machen.
Formulieren Sie das Thema bereits als Titel. Denn dieser präsentiert Ihre Aussage quasi in nuce, also im Kern – kurz und bündig. Wenn es nicht gelingt, bereits einen Titel zu formulieren, legen Sie das Thema wenigstens in ein paar Sätzen nieder.
Thesen
Selbst wenn Sie für 2.000 Euro den Superstar unter den Ghostwritern gebucht haben, entbindet Sie das nicht davon, Ihre Thesen zu formulieren. Tun Sie das!
Das schützt vor Überraschungen und Nachkorrekturen und ist außerdem eine Positionsbestimmung für Sie selbst: Was wollen Sie mit der Rede erreichen?
Input
Sehr wichtig ist auch die Frage des Inputs: Woher kommen die faktischen Grundlagen für die Rede? Was steuern Sie bei? Was recherchiert der Ghostwriter? Gibt es Quellen, die Sie bevorzugen? Quellen, die Sie nicht bemühen wollen? Wie viel Input wird das sein? Wann kommt er? Wer ist dafür zuständig?
Rede-Anlass: Art, Ort, Ablauf
Das Setting Ihrer Rede ist keine Marginalie. Die räumlichen und zeitlichen Bedingungen Ihrer Rede sind beinharte Vorgaben für Länge, Aufbau und Tonalität der Rede, eventuell auch für deren Bildhaftigkeit.
Wenn Sie diese Rahmenbedingungen berücksichtigen, nimmt Ihnen das die Unsicherheit darüber, was Sie bei Ihrer Rede erwartet, und verleiht Ihnen ein Stück Souveränität. Sie verlieren die Unsicherheit über den Raum, die Atmosphäre, das technische Equipment. Lassen Sie die Unsicherheit darüber nicht zu. Machen Sie sich vorab mit der Situation vertraut.
Erörtern Sie die technische Ausstattung. Klären Sie, welche Art von Mikrofon benutzt wird. Fragen Sie nach den Einrichtungen für Projektionen.
Wer spricht vor Ihnen? Und worüber? Es ist von Interesse, an welcher Stelle im Programm Sie vorkommen. Als Solitär? Nach einem notorisch guten Redner? Direkt vor oder nach dem Essen? Als fünfter, sechster, letzter Redner? Als Tischredner? Je nachdem fällt Ihre Strategie für die Rede völlig unterschiedlich aus.
Publikum
Kennen Sie Ihr Publikum? Fragen Sie also nach: Anzahl der erwarteten Personen? Fachleute oder Laien? Erwartungshaltung? Lassen Sie sich die Teilnehmerliste geben – Stand aktuell und möglichst kurz vor dem Rede- Anlass.
Dauer
Üblicherweise geben Veranstalter die Dauer Ihres Auftritts genau an. Wenn nicht, klären Sie das. Berücksichtigen Sie die Zeitvorgaben des Veranstalters sowie Ihre individuelle Sprechgeschwindigkeit bei der Länge des Manuskripts.
Timing
Legen Sie Meilensteine für die Zeitplanung fest. Wenn Sie versuchen, einen halben Tag vor dem Termin noch eine 400 Seiten starke Studie einzuarbeiten, kommen Sie an natürliche Grenzen.
Wenn Sie während der Rede-Vorbereitung stark mit anderen Dingen beschäftigt sind, wird es hektisch. Schicken Sie die Präsentation in letzter Sekunde an den Veranstalter, dann fällt der Testlauf aus. Reden gehören nicht zu den Dingen, denen erst Druck besondere Brillanz verleiht.
Legen Sie eine Zeitplanung fest und halten Sie die unbedingt ein.
Begleitmedien: PowerPoint, Folien & Co.
PowerPoint ist Segen und Fluch zugleich. Einerlei, was davon: Man kommt kaum darum herum. Also sollten Sie für sich festlegen, wie eine gute Präsentation aussieht. Und Sie sollten wissen, dass diese nicht mal eben in zwei Stunden vor Ihrem Auftritt herunterzuschreiben ist, quasi als Nebenprodukt, sondern unbedingt mit ins Briefing gehört.
Restriktionen
Klopfen Sie ab, ob es Aussagen, Vergleiche, Assoziationen gibt, die zu vermeiden sind. Halten Sie fest, welche rhetorischen Mittel oder Argumente Sie keinesfalls einsetzen wollen.
Ansprechpartner
Legen Sie Zuständigkeiten fest. Unmissverständlich. Die betreffenden Personen müssen gut erreichbar, sorgfältig, flexibel und belastbar sein. Die Formulierung einer Rede ist Präzisionsarbeit und verlangt Ausdauer.
Fazit
Eine präzise Zieldefinition legt den Grundstein für einen gelungenen Auftritt. Ein ordentliches Briefing ist eine elementare Voraussetzung dafür, dass Sie mit Ihrer Rede das angestrebte Ziel erreichen.
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