Vorsicht bei Prognosen in der Rede
- Kategorie/n: Sprachstil und Redefiguren
Am häufigsten stolpern Politiker über Prognosen: Der ehemalige Kanzler Schröder wollte die Anzahl von Arbeitslosen während seiner Kanzlerschaft halbieren. Vor ihm hatte das schon Helmut Kohl vergeblich versprochen und auch nicht geschafft.
Beiden Politikern sind ihre Prognosen nicht gut bekommen. Trotzdem scheinen Aussagen über die Zukunft eine magische Wirkung zu haben. Kaum eine Prognose allerdings fasziniert die Menschen so sehr wie Weltuntergangsprophezeiungen
Im Sommer des Jahres 999 verkündete der damalige Papst Sylvester II., dass am 31. Dezember 999 die Welt untergehen würde. Seine Erklärung ein halbes Jahr später: Dass die Welt am 1. Januar
des Jahres 1000 noch stand, verdanke sie ihm, der darum intensiv gebetet hätte.
- Am 1. Februar im Jahr 1524 flohen etwa 20.000 Londoner Einwohner auf die umliegenden Hügel, weil eine neue Sintflut angesagt wurde. Die Planeten Jupiter, Saturn und Mars standen alle im Zeichen der Fische. Am nächsten Morgen zogen sie alle trockenen Fußes wieder nach Hause.
- Der Weltuntergang wurde vom amerikanischen Prediger William Miller auf den 21. März 1844 gelegt. Er habe das aus den biblischen Zahlen errechnet. Millionen seiner Anhänger verschenkten daraufhin ihr Hab und Gut, was sie am 22. März schwer bereut haben dürften.
- Die letzte Jahrtausendwende wurde von zahllosen Propheten zur Terminierung des Weltuntergangs genutzt. Teilweise wurden die Prophezeiungen von Massenselbstmorden begleitet (so 85 Sektenmitglieder im texanischen Waco, 16 Leichen wurden bei Grenobel gefunden, in Indonesien erschlugen Sektenmitglieder ihre drei Führer, weil die Welt nicht unterging, in Uganda verbrannten sich 560 Menschen).
Drei Tipps, wie Sie Prognosen richtig einsetzen
1. Nennen Sie Ihre Ziele für das Unternehmen, den Verein, die Kommune. Aber machen Sie dabei deutlich, dass Sie diese Ziele anstreben und nicht als bereits erfüllt betrachten.
2. Geben Sie keine Prognosen ab, wenn Sie keine ausreichenden Kenntnisse über die weitere Entwicklung haben!
3. Hüten Sie sich vor Schwarzmalerei ebenso wie vor Euphorie.
Die Umschlagsgeschwindigkeit von technischem und wissenschaftlichem Knowhow ist heute ungemein groß. Was heute noch wie Utopie aussieht, kann im nächsten Jahrzehnt schon Wahrheit werden. Also Vorsicht vor Fehleinschätzungen!
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Pu Yi geboren (†1967), letzter Kaiser von China (1908-12). Musste 1912 abdanken und wurde 1924 nach Japan vertrieben. [weiterlesen] »
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