9 magische Schritte für starken Applaus
- Kategorie/n: Rede-Vorbereitung und Rede-Aufbau
Wenn Sie diese Empfehlungen beachten, wird Ihr nächster Rede-Auftritt in der Öffentlichkeit mit Sicherheit erfolgreich. Bedenken Sie jedoch, dass neben den 9 Erfolgsrezepten vor allem eines wichtig ist für die Wirkung Ihrer Rede: Ihre intensive Auseinandersetzung mit dem Rede-Thema. Sie sollten sich auf dem Gebiet, über das Sie vortragen, auskennen. Sprechen Sie über Dinge, über die Sie gut Bescheid wissen – und nutzen Sie die folgenden 9 Erfolgs-Schritte, um Ihr Publikum zu begeistern!
Erfolgs-Schritt Nr. 1: Nutzen Sie Ihre Lebenserfahrung
Ihre Lebenserfahrung ist eine Quelle, die unablässig sprudelt. Daraus können Sie immer wieder schöpfen. Die Informationen, die Sie daraus ziehen, sind viel anschaulicher und für Ihr Publikum interessanter als alles angelesene Wissen aus Fachbüchern.
Beispiel: Bei einer Tagung über Verkehr und Umweltschutz in Bayern begann ein Redner seinen Vortrag mit der Erzählung, wie sein Vater allen Sprösslingen noch im Vorschulalter das Fahrradfahren beibrachte. Dies war in der ländlichen Abgeschiedenheit die einzige Möglichkeit, ohne einen langen Fußmarsch zur Schule zu gelangen. Der Redner schilderte das Erlernen des Fahrradfahrens äußerst humorvoll, und wir Zuschauer verstanden auf Anhieb, warum er nach all seinen Erfahrungen nie mehr auf dieses Fortbewegungsmittel verzichten wollte.
Tipp: Fragen Sie sich schon bei Ihrer Redevorbereitung:
- Welche Erfahrungen habe ich in meinem Leben gemacht, die noch heute wichtig für mich sind?
- Welche Erlebnisse haben mich in meinem Wesen verändert?
- Welche Begegnungen mit anderen Menschen haben mir viel bedeutet?
- Welche Ereignisse haben mich tief bewegt?
- Welche Menschen liegen mir immer noch am Herzen?
- Welche alltäglichen Vorgänge bereiten mir immer wieder Probleme?
- Welche Dinge machen mir beständig Freude?
- Welche Angelegenheiten verärgern mich?
-
Welche Erkenntnisse habe ich gewonnen, die ich unbedingt weitergeben möchte?
Erfolgs-Schritt Nr. 2: Erleichtern Sie das Zuhören
Stellen Sie sich vor Ihrem Auftritt 2 Fragen: Was habe ich dem Publikum zu sagen? Will das Publikum dies auch hören? Denken Sie daran: Gute Reden sind keine Monologe, sondern Dialoge zwischen Ihnen und dem Publikum!
Erfolgs-Schritt Nr. 3: Reden Sie lebendig
Gliedern Sie Ihren Vortrag in Stichpunkte. Machen Sie zu jedem Punkt einige Anmerkungen, und notieren Sie diese auf Karteikarten. Denken Sie daran: Bei Ihrer Rede sollten Sie nicht vorlesen, sondern vortragen:
- Wenn Sie Ihr Konzept anfertigen, schreiben Sie keine ganzen Sätze! Stichworte genügen. Sie laufen sonst Gefahr, auch bei Ihrer Rede in Schriftsprache zu verfallen. Redesprache verstehen Ihre Zuhörer viel besser.
- Überarbeiten Sie Ihr Konzept mehrmals. Sie werden feststellen, dass die erste Version, die Sie erstellen, für Ihren Vortrag viel zu lang ist. Specken Sie ab. Gehen Sie dabei in kleinen Schritten vor, bis Ihr Vortrag die richtige Kürze erreicht hat.
Erfolgs-Schritt Nr. 4: Reden Sie möglichst frei
Ihre Rede sollte spontan wirken. Eingepauktes oder auswendig Aufgesagtes vermittelt den Zuhörern jedoch nicht den Eindruck von Spontaneität.
- Sprechen Sie möglichst frei. Lesen Sie nicht vom Blatt ab, und halten Sie Augenkontakt zum Publikum.
- Je lebhafter Ihr Vortrag, desto interessierter ist Ihr Publikum. Ihre Zuhörer wollen keine Konserve, sondern frische Ware. Beim Live-Auftritt darf auch einmal etwas danebengehen. Ihr Publikum hat dafür Verständnis. Eine freie Rede gibt viel mehr Einblicke in die Person des Vortragenden als eine auswendig gelernte.
Für den Fall, dass Sie einmal den Faden verlieren, können Sie sich die Anfangssätze jedes Abschnitts auf Karteikarten notieren.
Erfolgs-Schritt Nr. 5: Ihre persönliche Einstellung
Legen Sie Ihre Befangenheit ab, und konzentrieren Sie sich auf die Sache. Ihre Zuhörer sind nicht wegen Ihres Aussehens oder Ihrer Kleidung gekommen. Sie interessieren sich auch nicht für einen eventuellen Sprachfehler, sondern für das, was Sie zu sagen haben:
- Konzentrieren Sie sich auf das, was Sie Ihrem Publikum mitteilen wollen. Fragen Sie sich selbst: Warum stehe ich hier? Was ist mein Anliegen? Genau dies ist entscheidend. Alles andere, Ihr Aussehen, Ihre Bewegungen, Ihre Aussprache, Ihre Betonung, tritt demgegenüber in den Hintergrund.
- Haben Sie keine Angst davor, dass Sie wegen bestimmter Äußerlichkeiten beim Publikum nicht ankommen. Wenn Ihre Kleidung dem Anlass einigermaßen angemessen ist, kommen Sie auch äußerlich an.
- Wichtig ist, dass Sie sich bei Ihrem Vortrag wohl fühlen. Dann legen Sie am schnellsten Ihre Befangenheit ab. So überträgt sich Ihre Lockerheit auch auf Ihr Publikum, und es entsteht eine entspannte Atmosphäre.
Erfolgs-Schritt Nr. 6: Ihr individueller Vortragsstil
Entwickeln Sie Ihren eigenen Stil! Ein guter Redner kann immer nur sich selbst darstellen. Es hilft wenig, Vorbilder zu kopieren. Das Original ist immer besser als die Kopie! Natürlich dürfen Sie eine Anekdote erzählen, die schon andere Redner verwendet haben. Natürlich sollen Sie die Redebausteine und Musterreden Ihrer „BESTEN Reden von A bis Z“ verwenden. Wichtig ist jedoch, dass Sie die Bausteine und die Anekdoten mit Ihrer eigenen Persönlichkeit beleben.
Beispiel: Sie können Ihre Rede beispielsweise mit einer „Herr-Keuner- Geschichte“ von Bertolt Brecht beginnen. Eine gelungene Überleitung wäre etwa: „Die Geschichte, die Sie gerade gehört haben, ist von Bert Brecht. Ab jetzt müssen Sie aber wieder mit mir vorlieb nehmen.“
- Ihre Rede kann ruhig einen Teil Ihrer Persönlichkeit offen legen. Bringen Sie also Ihre Individualität mit ein. Setzen Sie Vertrauen in sich selbst.
- Haben Sie Mut zur Selbstironie. Zeigen Sie, dass Sie über sich selbst lachen können, dass Sie sich selbst nicht zu ernst nehmen.
- Akzeptieren Sie sich so, wie Sie sind; dann wird auch Ihr Publikum Sie akzeptieren. Machen Sie das Beste aus Ihren Vorzügen, und stehen Sie zu Ihren Schwächen.
- Reden sind Dialoge von Mensch zu Mensch. So soll auch Ihr Publikum Sie sehen: als Menschen, Fehler inbegriffen. Ihre Zuhörer sollen erkennen: Das ist eine(r) von uns. Er (oder sie) hat auch seine (ihre) Fehler.
Erfolgs-Schritt Nr. 7: Ihr Wissen über das Publikum
Zeigen Sie Ihrem Publikum, dass es Ihnen etwas bedeutet. Denken Sie stets daran: Ein Dialog funktioniert nur, wenn beide Seiten dies wollen. Wenn Sie Informationen über sich preisgeben, müssen Sie im Gegenzug Informationen über Ihr Publikum einholen:
- Bringen Sie vorab möglichst viel über Ihre Zuhörer in Erfahrung. Nur so können Sie Ihren Vortrag auf Ihr Publikum zuschneiden. Was haben die Zuhörer gemeinsam? Welche Interessen verbinden sie? Aus welchem Grund sind sie gekommen?
- Holen Sie Informationen über den Verein, den Verband oder die Organisation ein, vor denen Sie sprechen. Welche besonderen Leistun- gen sind in letzter Zeit erbracht worden? Mit welchen Problemen war zu kämpfen? Haben Sie Grund zur Dankbarkeit?
- Handelt es sich nicht um eine homogene, sondern um eine bunt zusammengewürfelte Zuhörergruppe, informieren Sie sich über die Stadt, in der Sie sprechen. Welche Anerkennung können Sie den Einwohnern zollen? Welche positiven Erfahrungen haben Sie dort gemacht? Hatten Sie vielleicht einmal ein lustiges Erlebnis in diesem Ort?
- Sprechen Sie die Dinge an, die Sie über Ihre Zuhörer und deren unmittelbare Umgebung in Erfahrung gebracht haben.
- Machen Sie sich Gedanken darüber, was das Publikum von Ihnen als Redner und von Ihrem Vortrag erwartet. Versuchen Sie, diese Erwartungen zu erfüllen.
Erfolgs-Schritt Nr. 8: Sprechen Sie über Interessantes
Das Publikum interessiert sich vor allem für seine eigenen Belange. Die Zuhörer wünschen sich, dass jemand ein offenes Ohr für ihre Sorgen hat und ihnen bei der Lösung ihrer Probleme hilft: Finden Sie heraus, wo genau die Interessen des Publikums liegen. Warum sind Ihre Zuhörer zu Ihrem Vortrag erschienen? Welche Probleme liegen ihnen am Herzen? Was versprechen sie sich wohl von der Veranstaltung?
Sprechen Sie die Probleme an. Zeigen Sie Ihren Zuhörern Lösungsmöglichkeiten für ihre Probleme auf. Bieten Sie ihnen Ihre Hilfe bei der Lösung an – und schlagen Sie auf jeden Fall vor, dass im Anschluss an Ihren Vortrag individuelle Fragen der Zuhörer diskutiert werden können. Ihre Zuhörer sollen spüren: Da ist jemand, der sich für unsere Sorgen interessiert. Er hat genau das angesprochen, was uns bewegt.
Entlassen Sie Ihre Zuhörer nicht, ohne ihnen etwas Positives mit auf den Weg zu geben. Sie sollen mit dem Gefühl nach Hause gehen, dass Ihr Auftritt für sie ein Gewinn war.
Erfolgs-Schritt Nr. 9: Wachsen Sie durch Kritik
Sie sollten Kritik grundsätzlich als etwas Positives ansehen. Über ein Lob können Sie sich freuen, aus einer Kritik können Sie lernen:
- Freuen Sie sich über jede Kritik, die an Ihnen geübt wird. Betrachten Sie Kritik als Chance, es beim nächsten Mal besser zu machen.
- Denken Sie daran: Je mehr Rückmeldungen Sie über Ihren Vortrag erhalten, desto mehr Anregungen haben Sie für Ihren nächsten Auftritt. Bedanken Sie sich bei Ihren Kritikern für die Äußerungen.
- Negative Kritik hilft Ihnen viel weiter als positive. Schließlich weisen Ihre Kritiker Sie auf Fehler hin, die Sie selbst niemals so schnell herausgefunden hätten.
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